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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Klassifikation (α | β | γ-Notation)
  • Wichtige Scheduling-Probleme
  • Scheduling-Regeln (Prioritätsregeln)
  • Johnson-Algorithmus (1954), 2-Maschinen-Flow-Shop
  • Gantt-Chart
  • Kennzahlen
  • Lean-Scheduling
  • Stolpersteine in der Praxis
  • Klausur-Faustregeln
  • Stolpersteine
  • Quellen
ThemenBusiness AnalyticsAblaufplanung / Scheduling
Business Analytics·4Lerneinheiten·21min·Stand17.07.2026

Ablaufplanung / Scheduling.

Welcher Job läuft wann auf welcher Maschine? Klausurpflicht in 4/5 Produktions-Modulen. Operative Feinplanung der Produktion.

Scheduling weist Jobs den Maschinen zeitlich zu, um Ziele wie Makespan, Durchlaufzeit oder Verzug zu optimieren, mit Heuristiken wie SPT, EDD oder optimalen Algorithmen wie Johnson.

Standard-Notation (Graham 1979):

α (Maschinen)β (Restriktionen)γ (Ziel)
1 (Einmaschine)pmtn (Unterbrechung)Cmax (Makespan)
P (Parallel-Identisch)prec (Reihenfolge)ΣC_j (Σ Fertigstellung)
F (Flow-Shop)r_j (Bereitstellung)L_max (max. Verspätung)
J (Job-Shop)d_j (Fälligkeit)T_max (max. Verzug)
O (Open-Shop),ΣT_j (Σ Verzug)

Beispiel: J∣∣CmaxJ || C_{max}J∣∣Cmax​ = Job-Shop ohne Restriktionen, Makespan minimieren.

Einmaschinen-Scheduling (1∣∣γ1 || \gamma1∣∣γ)

Ziele + Optimal-Regeln:

ZielOptimal-Regel
ΣC_j minimierenSPT (Shortest Processing Time)
L_max minimierenEDD (Earliest Due Date)
Σw_j C_j minimierenWSPT (Weighted SPT)
Σ VerzugNP-schwer im allgemeinen

Flow-Shop (F∣∣CmaxF || C_{max}F∣∣Cmax​)

2 Maschinen: Johnson-Algorithmus (1954) löst optimal in O(n log n). 3+ Maschinen: NP-schwer → Heuristiken (NEH, Palmer's slope).

Job-Shop (J∣∣CmaxJ || C_{max}J∣∣Cmax​)

NP-schwer für > 2 Maschinen. Standard für reale Werkstätten. Heuristiken: Shifting Bottleneck, Tabu-Search, Genetische Algorithmen.

RegelBeschreibungBest für
FCFS (First-Come-First-Served)Wer zuerst da, dranFair, einfach
SPT (Shortest Processing Time)Kürzeste Bearbeitungszeit zuerstØ Durchlaufzeit minimieren
LPT (Longest Processing Time)Längste zuerstParallel-Maschinen (Load Balancing)
EDD (Earliest Due Date)Frühester Liefertermin zuerstMax. Verspätung minimieren
CR (Critical Ratio)(DueDate−Now)/BearbeitungszeitVerzug minimieren
WSPT (Weighted SPT)gewichtetes SPTgewichtete Σ-Fertigstellung

Setup: n Jobs müssen erst auf M1 dann M2 laufen. Bearbeitungszeiten p_{i,1} und p_{i,2}.

Algorithmus:

  1. Wenn min(p_{i,1}, p_{i,2}) = p_{i,1} (zuerst M1): Job an ANFANG der Liste
  2. Sonst (zuerst M2): Job ans ENDE der Liste
  3. Ausgewählten Job entfernen, wiederholen

Garantie: OPTIMAL für 2-Maschinen-Flow-Shop bzgl. Makespan.

Beispiel:

JobM1M2
A35
B16
C72
D43

Min-Werte: B(1,M1), C(2,M2), D(3,M2), A(3,M1). Sortiert: M1-Min vorn, M2-Min hinten. → Reihenfolge: B → A → D → C.

Standard-Visualisierung:

  • X-Achse: Zeit
  • Y-Achse: Maschinen (eine Reihe pro Maschine)
  • Balken: Job auf Maschine in [start, ende]
  • Farbe pro Job

Schreiben: Henry Gantt (1910er, für US-Marine im 1. Weltkrieg).

  • Makespan (Cmax): Zeitpunkt, an dem alle Jobs fertig sind
  • Fertigstellungs-Zeit (C_j): Zeitpunkt, an dem Job j fertig ist
  • Durchlaufzeit (F_j): Fj=Cj−rjF_j = C_j - r_jFj​=Cj​−rj​ (Bereitstellung)
  • Verspätung (L_j): Lj=Cj−djL_j = C_j - d_jLj​=Cj​−dj​ (kann negativ sein, zu früh fertig)
  • Verzug (T_j): Tj=max⁡(0,Lj)T_j = \max(0, L_j)Tj​=max(0,Lj​) (nur positiv)
  • Lateness (max L_j): schlechtester Job
  • Throughput: Output pro Zeit

Lean-Production-Konzepte (eigenes Topic 22.9):

  • Heijunka (Nivellierung): gleichmäßige Auslastung statt Schwankungen
  • Pull-System (Kanban): Produktion zieht statt Push-Planung
  • Takt-Zeit: verfügbare Zeit / Kunden-Nachfrage = Soll-Takt
  • Setup-Zeiten (Rüstzeiten zwischen Jobs) komplizieren Lösung
  • Maschinen-Ausfälle machen Pläne hinfällig
  • Bearbeitungs-Schwankungen (Stochastik)
  • Rüstkosten-Abhängigkeit (sequence-dependent setup)
  • Multi-Skill-Mitarbeiter (parallele Ressourcen-Wahl)
  1. Notation α|β|γ beachten (Maschinen|Restriktionen|Ziel)
  2. 1 || ΣC_j → SPT optimal
  3. 1 || L_max → EDD optimal
  4. F2 || Cmax → Johnson-Algorithmus optimal (2-Maschinen-Flow-Shop)
  5. Job-Shop > 2 Maschinen → NP-schwer → Heuristiken
  6. Gantt-Chart zentrale Visualisierung
  7. Verzug ≠ Verspätung (Verzug nur positiv)
  8. Setup-Zeiten + Schwankungen machen Praxis komplexer als Lehrbuch

❌ "SPT minimiert immer Makespan", FALSCH. SPT minimiert Σ-Fertigstellung auf 1 Maschine. Für Makespan braucht es andere Algorithmen.

❌ "Johnson löst alle Flow-Shops", FALSCH. Nur 2 Maschinen. 3+ ist NP-schwer.

❌ "EDD minimiert Σ Verzug", FALSCH. EDD minimiert max. Verzug (L_max), nicht die Summe.

❌ "Job-Shop = Flow-Shop", FALSCH. Flow-Shop hat fixe Reihenfolge der Maschinen, Job-Shop nicht.

❌ "Heuristik = falsch", FALSCH. Heuristiken liefern oft 90%+-optimal in akzeptabler Zeit. Bei NP-schwer kein Standard-Algorithmus.

  • Graham, R. L.; Lawler, E. L.; Lenstra, J. K.; Rinnooy Kan, A. H. G. "Optimization and Approximation in Deterministic Sequencing and Scheduling", Annals of Discrete Mathematics 1979. α|β|γ-Notation.
  • Johnson, S. M. "Optimal Two- and Three-Stage Production Schedules with Setup Times Included", Naval Research Logistics 1954. Johnson-Algorithmus.
  • Pinedo, M. Scheduling: Theory, Algorithms, and Systems, 6. Aufl., Springer 2022. Standard-Lehrbuch.
  • Brucker, P. Scheduling Algorithms, 5. Aufl., Springer 2007.
  • Günther, H.-O.; Tempelmeier, H. Produktion und Logistik, 9. Aufl., Springer 2012. Kap. 11 Ablaufplanung.
  • Thonemann, U. Operations Management, 3. Aufl., Pearson 2015. Kap. 8 Scheduling.

Job-Shop mit 4 Jobs (J1-J4) und 3 Maschinen. Jeder Job hat einen Arbeitsplan (Maschinen-Reihenfolge + Dauern + Liefertermin). Toggle zwischen FCFS (First-Come-First-Served) und SPT (Shortest Processing Time). Gantt-Chart zeigt Schedule pro Maschine mit Makespan + Verzugs-Anzeige.

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Klausur-Tipp: Bei Scheduling-Aufgaben IMMER 1) α|β|γ-Notation, 2) passende Regel wählen (SPT/EDD/Johnson je nach Ziel), 3) Gantt-Chart zeichnen, 4) Cmax + Verzug berechnen. Johnson nur für 2-Maschinen-Flow-Shop.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Welcher Job läuft wann auf welcher Maschine? Klausurpflicht in 4/5 Produktions-Modulen. Operative Feinplanung der Produktion.

Die Idee in einem Satz

Scheduling weist Jobs den Maschinen zeitlich zu, um Ziele wie Makespan, Durchlaufzeit oder Verzug zu optimieren, mit Heuristiken wie SPT, EDD oder optimalen Algorithmen wie Johnson.

Klassifikation (α | β | γ-Notation)

Standard-Notation (Graham 1979):

α (Maschinen)β (Restriktionen)γ (Ziel)
1 (Einmaschine)pmtn (Unterbrechung)Cmax (Makespan)
P (Parallel-Identisch)prec (Reihenfolge)ΣC_j (Σ Fertigstellung)
F (Flow-Shop)r_j (Bereitstellung)L_max (max. Verspätung)
J (Job-Shop)d_j (Fälligkeit)T_max (max. Verzug)
O (Open-Shop),ΣT_j (Σ Verzug)

Beispiel: J || C_(max) = Job-Shop ohne Restriktionen, Makespan minimieren.

Wichtige Scheduling-Probleme

Einmaschinen-Scheduling (1 || γ)

Ziele + Optimal-Regeln:

ZielOptimal-Regel
ΣC_j minimierenSPT (Shortest Processing Time)
L_max minimierenEDD (Earliest Due Date)
Σw_j C_j minimierenWSPT (Weighted SPT)
Σ VerzugNP-schwer im allgemeinen
Flow-Shop (F || C_(max))

2 Maschinen: Johnson-Algorithmus (1954) löst optimal in O(n log n). 3+ Maschinen: NP-schwer → Heuristiken (NEH, Palmer's slope).

Job-Shop (J || C_(max))

NP-schwer für > 2 Maschinen. Standard für reale Werkstätten. Heuristiken: Shifting Bottleneck, Tabu-Search, Genetische Algorithmen.

Scheduling-Regeln (Prioritätsregeln)

RegelBeschreibungBest für
FCFS (First-Come-First-Served)Wer zuerst da, dranFair, einfach
SPT (Shortest Processing Time)Kürzeste Bearbeitungszeit zuerstØ Durchlaufzeit minimieren
LPT (Longest Processing Time)Längste zuerstParallel-Maschinen (Load Balancing)
EDD (Earliest Due Date)Frühester Liefertermin zuerstMax. Verspätung minimieren
CR (Critical Ratio)(DueDate−Now)/BearbeitungszeitVerzug minimieren
WSPT (Weighted SPT)gewichtetes SPTgewichtete Σ-Fertigstellung

Johnson-Algorithmus (1954), 2-Maschinen-Flow-Shop

Setup: n Jobs müssen erst auf M1 dann M2 laufen. Bearbeitungszeiten p_{i,1} und p_{i,2}.

Algorithmus:

  1. Wenn min(p_{i,1}, p_{i,2}) = p_{i,1} (zuerst M1): Job an ANFANG der Liste
  2. Sonst (zuerst M2): Job ans ENDE der Liste
  3. Ausgewählten Job entfernen, wiederholen

Garantie: OPTIMAL für 2-Maschinen-Flow-Shop bzgl. Makespan.

Beispiel:

JobM1M2
A35
B16
C72
D43

Min-Werte: B(1,M1), C(2,M2), D(3,M2), A(3,M1). Sortiert: M1-Min vorn, M2-Min hinten. → Reihenfolge: B → A → D → C.

Gantt-Chart

Standard-Visualisierung:

  • X-Achse: Zeit
  • Y-Achse: Maschinen (eine Reihe pro Maschine)
  • Balken: Job auf Maschine in [start, ende]
  • Farbe pro Job

Schreiben: Henry Gantt (1910er, für US-Marine im 1. Weltkrieg).

Kennzahlen

  • Makespan (Cmax): Zeitpunkt, an dem alle Jobs fertig sind
  • Fertigstellungs-Zeit (C_j): Zeitpunkt, an dem Job j fertig ist
  • Durchlaufzeit (F_j): F_j = C_j - r_j (Bereitstellung)
  • Verspätung (L_j): L_j = C_j - d_j (kann negativ sein, zu früh fertig)
  • Verzug (T_j): T_j = max(0, L_j) (nur positiv)
  • Lateness (max L_j): schlechtester Job
  • Throughput: Output pro Zeit

Lean-Scheduling

Lean-Production-Konzepte (eigenes Topic 22.9):

  • Heijunka (Nivellierung): gleichmäßige Auslastung statt Schwankungen
  • Pull-System (Kanban): Produktion zieht statt Push-Planung
  • Takt-Zeit: verfügbare Zeit / Kunden-Nachfrage = Soll-Takt

Stolpersteine in der Praxis

  • Setup-Zeiten (Rüstzeiten zwischen Jobs) komplizieren Lösung
  • Maschinen-Ausfälle machen Pläne hinfällig
  • Bearbeitungs-Schwankungen (Stochastik)
  • Rüstkosten-Abhängigkeit (sequence-dependent setup)
  • Multi-Skill-Mitarbeiter (parallele Ressourcen-Wahl)

Klausur-Faustregeln

  1. Notation α|β|γ beachten (Maschinen|Restriktionen|Ziel)
  2. 1 || ΣC_j → SPT optimal
  3. 1 || L_max → EDD optimal
  4. F2 || Cmax → Johnson-Algorithmus optimal (2-Maschinen-Flow-Shop)
  5. Job-Shop > 2 Maschinen → NP-schwer → Heuristiken
  6. Gantt-Chart zentrale Visualisierung
  7. Verzug ≠ Verspätung (Verzug nur positiv)
  8. Setup-Zeiten + Schwankungen machen Praxis komplexer als Lehrbuch

Stolpersteine

❌ "SPT minimiert immer Makespan", FALSCH. SPT minimiert Σ-Fertigstellung auf 1 Maschine. Für Makespan braucht es andere Algorithmen.

❌ "Johnson löst alle Flow-Shops", FALSCH. Nur 2 Maschinen. 3+ ist NP-schwer.

❌ "EDD minimiert Σ Verzug", FALSCH. EDD minimiert max. Verzug (L_max), nicht die Summe.

❌ "Job-Shop = Flow-Shop", FALSCH. Flow-Shop hat fixe Reihenfolge der Maschinen, Job-Shop nicht.

❌ "Heuristik = falsch", FALSCH. Heuristiken liefern oft 90%+-optimal in akzeptabler Zeit. Bei NP-schwer kein Standard-Algorithmus.

Quellen

  • Graham, R. L.; Lawler, E. L.; Lenstra, J. K.; Rinnooy Kan, A. H. G. "Optimization and Approximation in Deterministic Sequencing and Scheduling", Annals of Discrete Mathematics 1979. α|β|γ-Notation.
  • Johnson, S. M. "Optimal Two- and Three-Stage Production Schedules with Setup Times Included", Naval Research Logistics 1954. Johnson-Algorithmus.
  • Pinedo, M. Scheduling: Theory, Algorithms, and Systems, 6. Aufl., Springer 2022. Standard-Lehrbuch.
  • Brucker, P. Scheduling Algorithms, 5. Aufl., Springer 2007.
  • Günther, H.-O.; Tempelmeier, H. Produktion und Logistik, 9. Aufl., Springer 2012. Kap. 11 Ablaufplanung.
  • Thonemann, U. Operations Management, 3. Aufl., Pearson 2015. Kap. 8 Scheduling.
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Ablaufplanung, Gantt-Visualizer

Job-Shop mit 4 Jobs (J1-J4) und 3 Maschinen. Jeder Job hat einen Arbeitsplan (Maschinen-Reihenfolge + Dauern + Liefertermin). Toggle zwischen FCFS (First-Come-First-Served) und SPT (Shortest Processing Time). Gantt-Chart zeigt Schedule pro Maschine mit Makespan + Verzugs-Anzeige.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei Scheduling-Aufgaben IMMER 1) α|β|γ-Notation, 2) passende Regel wählen (SPT/EDD/Johnson je nach Ziel), 3) Gantt-Chart zeichnen, 4) Cmax + Verzug berechnen. Johnson nur für 2-Maschinen-Flow-Shop.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Ablaufplanung, Praxis-Übung

6 Aufgaben zu Scheduling-Regeln + Johnson + Gantt-Chart.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Was bedeutet 'Makespan' (Cmax) in der Ablaufplanung?

Antwort: Zeitpunkt, an dem ALLE Jobs fertig sind (Gesamtdauer des Schedules)

Erklärung: Makespan = Cmax = max(C_j) = Zeitpunkt der LETZTEN Fertigstellung. Misst die Gesamtdauer eines Schedules. Bei Auslieferung an Endkunden oft die wichtigste Größe. Klausur-Pflicht-Kennzahl.

F2.Welche Scheduling-Regel minimiert die durchschnittliche Fertigstellung (Σ C_j) auf 1 Maschine optimal?

Antwort: SPT (Shortest Processing Time)

Erklärung: SPT (Shortest Processing Time First): kürzeste Jobs zuerst. BEWEISBAR OPTIMAL für 1 || Σ C_j (Smith 1956). Intuition: kurze Jobs schnell wegnehmen reduziert deren Wartezeit + alle nachfolgenden warten kürzer. Klausur-Standard-Theorem.

F3.Ordne Ziel der optimalen Regel zu.

Zuordnungen:

  • Σ C_j (Σ Fertigstellung) auf 1 Maschine → SPT (Shortest Processing Time)
  • L_max (maximale Verspätung) auf 1 Maschine → EDD (Earliest Due Date)
  • Cmax (Makespan) bei 2-Maschinen-Flow-Shop → Johnson-Algorithmus (1954)
  • Σ w_j C_j (gewichtete Fertigstellung) → WSPT (Weighted SPT)

Erklärung: Optimal-Regeln zu Standard-Zielen. SPT/EDD/Johnson/WSPT sind beweisbar optimal für ihr jeweiliges Setting. Job-Shop > 2 Maschinen ist NP-schwer → Heuristiken. Klausur-Pflicht-Tabelle.

Typ: Zuordnung

F4.Was unterscheidet einen JOB-SHOP von einem FLOW-SHOP?

Antwort: Flow-Shop: alle Jobs durchlaufen Maschinen in FIXER Reihenfolge. Job-Shop: jeder Job hat individuelle Maschinen-Reihenfolge

Erklärung: Flow-Shop: gleicher Maschinen-Weg für alle Jobs (z.B. M1→M2→M3). Job-Shop: jeder Job hat eigenen Maschinen-Plan (z.B. Job A: M2→M1→M3, Job B: M3→M2→M1). Job-Shop ist die allgemeinere Variante + entspricht eher klassischen Werkstätten. Klausur-Pflicht-Unterscheidung.

F5.Der Johnson-Algorithmus (1954) löst das 2-Maschinen-Flow-Shop-Problem optimal bzgl. Makespan in O(n log n).

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Johnson 1954 (Naval Research Logistics): elegantes O(n log n)-Verfahren. 1) Jobs mit min auf M1: an Anfang der Liste. 2) Jobs mit min auf M2: ans Ende. Liefert OPTIMALE Makespan für F2 || Cmax. Für 3+ Maschinen wird das Problem NP-schwer und braucht Heuristiken (NEH, Palmer's slope). Klausur-Klassiker.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Wofür wird die α | β | γ-Notation (Graham 1979) verwendet?

Antwort: Klassifikation von Scheduling-Problemen (α = Maschinen-Setup, β = Restriktionen, γ = Optimierungs-Ziel)

Erklärung: Graham/Lawler/Lenstra/Rinnooy Kan 1979 (Annals of Discrete Mathematics): Notation für Scheduling-Probleme. α (Maschinen-Typ: 1/P/F/J/O), β (Restriktionen: pmtn/prec/r_j/d_j), γ (Ziel: Cmax/ΣC_j/L_max/ΣT_j). Beispiel: J || Cmax = Job-Shop ohne Restriktionen, Makespan minimieren. Standard-Notation in der Scheduling-Literatur. Klausur-Pflicht-Wissen.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Ablaufplanung, Klausur-Quiz

6 Klausur-Fragen mit Johnson + α|β|γ + NP-Komplexität.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wer hat das Gantt-Chart erfunden, und in welchem Kontext?

Antwort: Henry Gantt, 1910er für die US-Marine im 1. Weltkrieg

Erklärung: Henry Gantt (1861-1919): Schüler von F.W. Taylor, entwickelte die Balken-Diagramm-Visualisierung in den 1910er-Jahren. Erste großflächige Anwendung: US-Marine im 1. Weltkrieg zur Schiffsbau-Planung. Bis heute Standard-Visualisierung in Projektmanagement + Operations. Klausur-Anekdoten-Wissen.

F2.Was ist der Unterschied zwischen 'Verspätung' (L_j) und 'Verzug' (T_j)?

Antwort: Verspätung L_j = C_j − d_j (kann negativ sein = zu früh fertig). Verzug T_j = max(0, L_j) (nur positiv)

Erklärung: Wichtige Unterscheidung: Verspätung (Lateness) L_j = C_j − d_j kann NEGATIV sein (= früher fertig). Verzug (Tardiness) T_j = max(0, L_j) ist NUR positiv (zu früh fertig ist kein Verzug). Klausur-Stolperstein: oft synonym verwendet, aber technisch unterschiedlich. ΣT_j-Minimierung ist NP-schwer, L_max ist mit EDD optimal lösbar.

F3.Vervollständige die α|β|γ-Notation: F2 || Cmax bedeutet {{1}}-Maschinen-Flow-Shop ohne Restriktionen, Ziel: {{2}} minimieren.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: 2 / zwei
  • {{2}}: Makespan / Cmax / Gesamtdauer

Erklärung: α = F2 → 2-Maschinen-Flow-Shop. β = || (leer = keine Restriktionen). γ = Cmax → Makespan minimieren. Dieses Problem ist mit Johnson-Algorithmus optimal lösbar in O(n log n). Klausur-Pflicht-Notation.

Typ: Lückentext

F4.Gegeben Jobs A(M1=3, M2=5), B(M1=1, M2=6), C(M1=7, M2=2), D(M1=4, M2=3): Was ist die optimale Johnson-Reihenfolge?

Antwort: B → A → D → C

Erklärung: Johnson-Algorithmus: 1) Job B hat min=1 auf M1 → an Anfang. 2) Job C hat min=2 auf M2 → ans Ende. 3) Job D hat min=3 auf M2 → vor C. 4) Job A hat min=3 auf M1 → nach B. Ergebnis: B → A → D → C. Klausur-Standard-Rechentyp.

F5.Das Job-Shop-Scheduling-Problem mit mehr als 2 Maschinen ist NP-schwer, es gibt keinen Polynomial-Zeit-Algorithmus für die optimale Lösung.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. J3 || Cmax ist bereits NP-schwer (Garey/Johnson/Sethi 1976). Daher praktischer Einsatz von Heuristiken: Shifting Bottleneck (Adams/Balas/Zawack 1988), Tabu-Search, Genetische Algorithmen, Simulated Annealing. OR-Tools (Google CP-SAT-Solver) lösen kleinere Instanzen praktisch optimal. Klausur-Komplexitäts-Wissen.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Welche Eigenschaft hat die SPT-Regel hinsichtlich SCHWANKUNGEN in den Bearbeitungszeiten?

Antwort: Anfällig: bei stochastischen Bearbeitungszeiten ist nur die ERWARTUNGSWERT-SPT-Regel optimal, und auch dann nur in Erwartung

Erklärung: Bei stochastischen Bearbeitungszeiten: SPT mit Erwartungswerten ist optimal in Erwartung (Σ E[C_j] minimieren). Aber: einzelne Realisationen können stark abweichen. In Praxis kombiniert man mit Sicherheitspuffern. Stochastisches Scheduling ist eigenes Forschungsgebiet (Pinedo Kap. 9-12). Klausur-Detail aus fortgeschrittenen Modulen.

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