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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Die LP-Standardform
  • Die 4 Modellierungs-Schritte
  • Klassische LP-Typen
  • Standardform-Konventionen (für Simplex)
  • Klausur-Faustregeln
  • Häufige Stolpersteine
ThemenBusiness AnalyticsLineare Optimierung, Modellierung
Business Analytics·4Lerneinheiten·22min·Stand17.07.2026

Lineare Optimierung, Modellierung.

Aus Worten Modelle machen. Das ist die wahre Klausur-Schwierigkeit bei Operations Research, der Simplex-Algorithmus folgt mechanisch, aber die Übersetzung Wortproblem → Mathematisches Modell musst du WIRKLICH können. Pflicht in 8/8 OR-Klausuren.

Lineare Optimierung (LP): Eine Zielfunktion (linear in Variablen) wird unter linearen Ungleichungs-Restriktionen maximiert oder minimiert.

Allgemein:

max⁡  (oder min⁡)z=c1x1+c2x2+…+cnxn\max\;(\text{oder } \min)\quad z = c_1 x_1 + c_2 x_2 + \ldots + c_n x_nmax(oder min)z=c1​x1​+c2​x2​+…+cn​xn​

unter:

a11x1+a12x2+…+a1nxn≤b1a21x1+…+a2nxn≤b2⋮am1x1+…+amnxn≤bmx1,x2,…,xn≥0\begin{aligned} a_{11} x_1 + a_{12} x_2 + \ldots + a_{1n} x_n &\le b_1 \\ a_{21} x_1 + \ldots + a_{2n} x_n &\le b_2 \\ &\vdots \\ a_{m1} x_1 + \ldots + a_{mn} x_n &\le b_m \\ x_1, x_2, \ldots, x_n &\ge 0 \end{aligned}a11​x1​+a12​x2​+…+a1n​xn​a21​x1​+…+a2n​xn​am1​x1​+…+amn​xn​x1​,x2​,…,xn​​≤b1​≤b2​⋮≤bm​≥0​

Komponenten:

  • x1,…,xnx_1, \ldots, x_nx1​,…,xn​ = Entscheidungs-Variablen
  • cjc_jcj​ = Zielfunktions-Koeffizienten (Wert pro Einheit)
  • aija_{ij}aij​ = Technologie-Koeffizienten (Ressourcenverbrauch pro Variable)
  • bib_ibi​ = Ressourcen-Vorgaben (Right-Hand-Side, RHS)

Schritt 1, Entscheidungs-Variablen identifizieren

Frage: Über welche GRÖSSEN entscheidet das Management?

  • Bei Produktions-Problem: Mengen jedes Produkts
  • Bei Mischungs-Problem: Anteile jedes Bestandteils
  • Bei Schicht-Problem: Anzahl Mitarbeiter pro Schicht
  • Bei Transport-Problem: Lieferung von Quelle i zu Senke j

Pflicht: Jede Variable hat eine EINHEIT (Stück, kg, Personen, €). Ohne Einheit ist die Modellierung nicht eindeutig.

Schritt 2, Restriktionen aufstellen

Frage: Welche Begrenzungen oder Anforderungen gibt es?

Wort im TextOperator
"höchstens", "verfügbar", "Kapazität"≤\le≤
"mindestens", "Anforderung", "Bedarf"≥\ge≥
"genau", "Bilanz", "muss gleich sein"===

Pflicht: Nichtnegativität xi≥0x_i \ge 0xi​≥0 nicht vergessen! Wird in Klausur oft als eigene Restriktion erwartet.

Schritt 3, Zielfunktion formulieren

Wort im TextRichtung
Gewinn, Umsatz, Output, Deckungsbeitragmax⁡\maxmax
Kosten, Zeit, Verschnitt, Verbrauchmin⁡\minmin

Koeffizienten: Wert pro Einheit der Variable. z.B. "40 € pro Tisch" → 40x140 x_140x1​.

Schritt 4, LP-Modell fertigstellen

Setze alles zusammen:

  • Zielfunktion (max oder min)
  • Restriktionen (≤, ≥, =)
  • Nichtnegativität

Erst dann an Lösung denken (Simplex / Graphisch / Software).

Produktions-Problem

"Welche Mengen produzieren, um Gewinn zu maximieren bei beschränkten Ressourcen?"

  • Variablen: Produkt-Mengen x1,x2,…x_1, x_2, \ldotsx1​,x2​,…
  • Restriktionen: Ressourcen-Limits (≤)
  • Zielfunktion: Gewinn (max)

Mischungs-Problem

"Welche Anteile von Rohstoffen mischen, um Anforderungen zu erfüllen bei minimalen Kosten?"

  • Variablen: Rohstoff-Mengen
  • Restriktionen: Anforderungen (≥), Mischungs-Summen (=)
  • Zielfunktion: Kosten (min)

Diet-Problem (Stigler 1939) ist der Urvater, was sollte ein Mensch essen, um Nährstoff-Anforderungen bei minimalen Kosten zu erfüllen?

Transport-Problem

"Wieviel von Quelle i an Senke j liefern, um Transportkosten zu minimieren?"

  • Variablen: xijx_{ij}xij​ = Liefermenge von iii nach jjj
  • Restriktionen: Angebot-Limits, Nachfrage-Mindestmengen
  • Zielfunktion: Σ Transportkosten (min)

Zuordnungs-Problem (Assignment)

"Welche Person auf welche Aufgabe, um Gesamtnutzen zu maximieren?"

  • Variablen: xij∈{0,1}x_{ij} \in \{0, 1\}xij​∈{0,1}, ist binär! (ganzzahlig)
  • Restriktionen: Jede Person genau einer Aufgabe
  • Zielfunktion: Σ Nutzen (max)

Schicht-Planung

"Wieviele Mitarbeiter pro Schicht, um Personalbedarf bei minimalen Kosten zu decken?"

  • Variablen: Anzahl pro Schicht
  • Restriktionen: Deckung des Bedarfs pro Stunde
  • Zielfunktion: Personalkosten (min)

Der Simplex-Algorithmus erwartet eine Standardform:

  • Alle Restriktionen sind Gleichungen (===)
  • Alle Variablen sind nichtnegativ
  • Rechte Seite ist nichtnegativ

Umformungen:

AusgangsformStandardform
a1x1+a2x2≤ba_1 x_1 + a_2 x_2 \le ba1​x1​+a2​x2​≤ba1x1+a2x2+s1=ba_1 x_1 + a_2 x_2 + s_1 = ba1​x1​+a2​x2​+s1​=b, wobei s1≥0s_1 \ge 0s1​≥0 Schlupfvariable
a1x1+a2x2≥ba_1 x_1 + a_2 x_2 \ge ba1​x1​+a2​x2​≥ba1x1+a2x2−s1=ba_1 x_1 + a_2 x_2 - s_1 = ba1​x1​+a2​x2​−s1​=b, wobei s1≥0s_1 \ge 0s1​≥0 Überschussvariable
xix_ixi​ freixi=xi+−xi−x_i = x_i^+ - x_i^-xi​=xi+​−xi−​, wobei xi+,xi−≥0x_i^+, x_i^- \ge 0xi+​,xi−​≥0

Schlupfvariablen interpretiert man als nicht-genutzte Ressource. z.B. wenn 60 h Schreinerei verfügbar sind, aber nur 50 h verbraucht werden, dann ist s1=10s_1 = 10s1​=10 (10 h ungenutzte Schreinerei-Kapazität).

1. Reihenfolge IMMER: Variablen → Restriktionen → Zielfunktion. Nie mit Zielfunktion anfangen (du kennst die Variablen noch nicht).

2. Variablen haben Einheiten. Notiere immer "x1x_1x1​ = Anzahl Tische pro Woche [Stück]". Ohne Einheit halbe Punkte.

3. Nichtnegativität ist eine Pflicht-Restriktion. xi≥0x_i \ge 0xi​≥0. Wird in Klausuren oft vergessen, 1 Punkt Abzug.

4. Operator-Mapping: "höchstens" → ≤\le≤, "mindestens" → ≥\ge≥, "genau" → ===. Im Zweifel auf Kontext achten.

5. Schlupfvariablen = ungenutzte Ressource. In der Klausur wirst du gefragt, was s1=10s_1 = 10s1​=10 bedeutet, Antwort: "10 Einheiten Ressource 1 sind nicht genutzt".

6. Lineare Optimierung ≠ Nichtlineare Optimierung. LP setzt LINEAR voraus, keine Quadrate, keine Produkte x1⋅x2x_1 \cdot x_2x1​⋅x2​, keine Bruchterme.

1. Variablen falsch definiert. Statt "Anzahl Tische" → "Tischproduktion" (zu vage). Statt "kg Material A" → "Material A" (Einheit fehlt). Klausur erwartet PRÄZISE Definition.

2. Restriktion vs. Zielfunktion verwechseln. "Gewinn" ist Zielfunktion (Wert, der maximiert wird), nicht Restriktion. Aber "Mindest-Gewinn von 1000 €" wäre Restriktion (z≥1000z \ge 1000z≥1000).

3. Nichtlineare Terme einbauen. "Quadratisch wachsende Kosten" → KEIN LP. Falls Klausur das verlangt: stoppen und fragen oder ausdrücklich vermerken "linearisiert mit Annahme X".

4. Nichtnegativität bei freien Variablen. Falsche Annahme dass alle Variablen ≥ 0 sind. Z.B. "Lager-Bestand kann positiv (Lager) oder negativ (Backorder) sein" → Variable frei, mit x=x+−x−x = x^+ - x^-x=x+−x− ersetzen.

5. Restriktionen nicht auf Einheiten prüfen. Linke Seite Stunden, rechte Seite Euro? → Modellierungs-Fehler. Beide Seiten immer in gleicher Einheit.

6. Schlupf- vs. Überschussvariable verwechseln. Bei ≤\le≤ wird PLUS Schlupf zu Gleichung. Bei ≥\ge≥ wird MINUS Überschuss. Klausur-Klassiker.

3 klassische LP-Probleme als Schritt-für-Schritt-Workshop: Wortproblem → Variablen → Restriktionen → Zielfunktion → fertiges Modell.

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Klausur-Tipp: Bei "Modellieren Sie als LP" IMMER 4-Schritt-Schema einhalten: 1) Variablen mit Einheiten, 2) Restriktionen (inkl. Nichtnegativität!), 3) Zielfunktion mit Richtung, 4) Modell zusammensetzen. Punkte werden pro Schritt vergeben, nicht nur für das fertige Modell.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Aus Worten Modelle machen. Das ist die wahre Klausur-Schwierigkeit bei Operations Research, der Simplex-Algorithmus folgt mechanisch, aber die Übersetzung Wortproblem → Mathematisches Modell musst du WIRKLICH können. Pflicht in 8/8 OR-Klausuren.

Die Idee in einem Satz

Lineare Optimierung (LP): Eine Zielfunktion (linear in Variablen) wird unter linearen Ungleichungs-Restriktionen maximiert oder minimiert.

Die LP-Standardform

Allgemein:

max (oder min) z = c₁ x₁ + c₂ x₂ + ... + c_n x_n

unter:

a_(11) x₁ + a_(12) x₂ + ... + a_(1n) x_n ≤ b₁; a_(21) x₁ + ... + a_(2n) x_n ≤ b₂; ⋮; a_(m1) x₁ + ... + a_(mn) x_n ≤ b_m; x₁, x₂, ..., x_n ≥ 0

Komponenten:

  • x₁, ..., x_n = Entscheidungs-Variablen
  • c_j = Zielfunktions-Koeffizienten (Wert pro Einheit)
  • a_(ij) = Technologie-Koeffizienten (Ressourcenverbrauch pro Variable)
  • b_i = Ressourcen-Vorgaben (Right-Hand-Side, RHS)

Die 4 Modellierungs-Schritte

Schritt 1, Entscheidungs-Variablen identifizieren

Frage: Über welche GRÖSSEN entscheidet das Management?

  • Bei Produktions-Problem: Mengen jedes Produkts
  • Bei Mischungs-Problem: Anteile jedes Bestandteils
  • Bei Schicht-Problem: Anzahl Mitarbeiter pro Schicht
  • Bei Transport-Problem: Lieferung von Quelle i zu Senke j

Pflicht: Jede Variable hat eine EINHEIT (Stück, kg, Personen, €). Ohne Einheit ist die Modellierung nicht eindeutig.

Schritt 2, Restriktionen aufstellen

Frage: Welche Begrenzungen oder Anforderungen gibt es?

Wort im TextOperator
"höchstens", "verfügbar", "Kapazität"≤
"mindestens", "Anforderung", "Bedarf"≥
"genau", "Bilanz", "muss gleich sein"=

Pflicht: Nichtnegativität x_i ≥ 0 nicht vergessen! Wird in Klausur oft als eigene Restriktion erwartet.

Schritt 3, Zielfunktion formulieren
Wort im TextRichtung
Gewinn, Umsatz, Output, Deckungsbeitragmax
Kosten, Zeit, Verschnitt, Verbrauchmin

Koeffizienten: Wert pro Einheit der Variable. z.B. "40 € pro Tisch" → 40 x₁.

Schritt 4, LP-Modell fertigstellen

Setze alles zusammen:

  • Zielfunktion (max oder min)
  • Restriktionen (≤, ≥, =)
  • Nichtnegativität

Erst dann an Lösung denken (Simplex / Graphisch / Software).

Klassische LP-Typen

Produktions-Problem

"Welche Mengen produzieren, um Gewinn zu maximieren bei beschränkten Ressourcen?"

  • Variablen: Produkt-Mengen x₁, x₂, ...
  • Restriktionen: Ressourcen-Limits (≤)
  • Zielfunktion: Gewinn (max)
Mischungs-Problem

"Welche Anteile von Rohstoffen mischen, um Anforderungen zu erfüllen bei minimalen Kosten?"

  • Variablen: Rohstoff-Mengen
  • Restriktionen: Anforderungen (≥), Mischungs-Summen (=)
  • Zielfunktion: Kosten (min)

Diet-Problem (Stigler 1939) ist der Urvater, was sollte ein Mensch essen, um Nährstoff-Anforderungen bei minimalen Kosten zu erfüllen?

Transport-Problem

"Wieviel von Quelle i an Senke j liefern, um Transportkosten zu minimieren?"

  • Variablen: x_(ij) = Liefermenge von i nach j
  • Restriktionen: Angebot-Limits, Nachfrage-Mindestmengen
  • Zielfunktion: Σ Transportkosten (min)
Zuordnungs-Problem (Assignment)

"Welche Person auf welche Aufgabe, um Gesamtnutzen zu maximieren?"

  • Variablen: x_(ij) ∈ \0, 1\, ist binär! (ganzzahlig)
  • Restriktionen: Jede Person genau einer Aufgabe
  • Zielfunktion: Σ Nutzen (max)
Schicht-Planung

"Wieviele Mitarbeiter pro Schicht, um Personalbedarf bei minimalen Kosten zu decken?"

  • Variablen: Anzahl pro Schicht
  • Restriktionen: Deckung des Bedarfs pro Stunde
  • Zielfunktion: Personalkosten (min)

Standardform-Konventionen (für Simplex)

Der Simplex-Algorithmus erwartet eine Standardform:

  • Alle Restriktionen sind Gleichungen (=)
  • Alle Variablen sind nichtnegativ
  • Rechte Seite ist nichtnegativ

Umformungen:

AusgangsformStandardform
a₁ x₁ + a₂ x₂ ≤ ba₁ x₁ + a₂ x₂ + s₁ = b, wobei s₁ ≥ 0 Schlupfvariable
a₁ x₁ + a₂ x₂ ≥ ba₁ x₁ + a₂ x₂ - s₁ = b, wobei s₁ ≥ 0 Überschussvariable
x_i freix_i = x_i⁺ - x_i⁻, wobei x_i⁺, x_i⁻ ≥ 0

Schlupfvariablen interpretiert man als nicht-genutzte Ressource. z.B. wenn 60 h Schreinerei verfügbar sind, aber nur 50 h verbraucht werden, dann ist s₁ = 10 (10 h ungenutzte Schreinerei-Kapazität).

Klausur-Faustregeln

1. Reihenfolge IMMER: Variablen → Restriktionen → Zielfunktion. Nie mit Zielfunktion anfangen (du kennst die Variablen noch nicht).

2. Variablen haben Einheiten. Notiere immer "x₁ = Anzahl Tische pro Woche [Stück]". Ohne Einheit halbe Punkte.

3. Nichtnegativität ist eine Pflicht-Restriktion. x_i ≥ 0. Wird in Klausuren oft vergessen, 1 Punkt Abzug.

4. Operator-Mapping: "höchstens" → ≤, "mindestens" → ≥, "genau" → =. Im Zweifel auf Kontext achten.

5. Schlupfvariablen = ungenutzte Ressource. In der Klausur wirst du gefragt, was s₁ = 10 bedeutet, Antwort: "10 Einheiten Ressource 1 sind nicht genutzt".

6. Lineare Optimierung ≠ Nichtlineare Optimierung. LP setzt LINEAR voraus, keine Quadrate, keine Produkte x₁ · x₂, keine Bruchterme.

Häufige Stolpersteine

1. Variablen falsch definiert. Statt "Anzahl Tische" → "Tischproduktion" (zu vage). Statt "kg Material A" → "Material A" (Einheit fehlt). Klausur erwartet PRÄZISE Definition.

2. Restriktion vs. Zielfunktion verwechseln. "Gewinn" ist Zielfunktion (Wert, der maximiert wird), nicht Restriktion. Aber "Mindest-Gewinn von 1000 €" wäre Restriktion (z ≥ 1000).

3. Nichtlineare Terme einbauen. "Quadratisch wachsende Kosten" → KEIN LP. Falls Klausur das verlangt: stoppen und fragen oder ausdrücklich vermerken "linearisiert mit Annahme X".

4. Nichtnegativität bei freien Variablen. Falsche Annahme dass alle Variablen ≥ 0 sind. Z.B. "Lager-Bestand kann positiv (Lager) oder negativ (Backorder) sein" → Variable frei, mit x = x⁺ - x⁻ ersetzen.

5. Restriktionen nicht auf Einheiten prüfen. Linke Seite Stunden, rechte Seite Euro? → Modellierungs-Fehler. Beide Seiten immer in gleicher Einheit.

6. Schlupf- vs. Überschussvariable verwechseln. Bei ≤ wird PLUS Schlupf zu Gleichung. Bei ≥ wird MINUS Überschuss. Klausur-Klassiker.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

LP-Modellierungs-Workshop

3 klassische LP-Probleme als Schritt-für-Schritt-Workshop: Wortproblem → Variablen → Restriktionen → Zielfunktion → fertiges Modell.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei "Modellieren Sie als LP" IMMER 4-Schritt-Schema einhalten: 1) Variablen mit Einheiten, 2) Restriktionen (inkl. Nichtnegativität!), 3) Zielfunktion mit Richtung, 4) Modell zusammensetzen. Punkte werden pro Schritt vergeben, nicht nur für das fertige Modell.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

LP-Modellierung, Praxis-Übung

6 Aufgaben zu Modellierungs-Schritten, Restriktions-Typen und Standardform.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.In welcher Reihenfolge solltest du beim Modellieren eines LP vorgehen?

Antwort: Variablen → Restriktionen → Zielfunktion

Erklärung: Reihenfolge IMMER: 1) Variablen identifizieren (mit Einheiten!), 2) Restriktionen aufstellen (inkl. Nichtnegativität), 3) Zielfunktion formulieren. Mit Zielfunktion anfangen geht nicht, du kennst die Variablen noch nicht. Klausur erwartet diesen 3-Schritt-Aufbau.

F2.Welcher Operator passt zu 'Wir können HÖCHSTENS 60 Stunden Schreinerei einsetzen'?

Antwort: ≤

Erklärung: 'Höchstens' / 'verfügbar' / 'Kapazität' → ≤ (kleiner-gleich). Beispiel: 3x₁ + 2x₂ ≤ 60. Andere Stichworte: 'mindestens' → ≥, 'genau' → =. Operator-Mapping ist Klausur-Grundlage.

F3.Ordne den LP-Typ der charakteristischen Variablen-Definition zu.

Zuordnungen:

  • Produktions-Problem → x_i = Menge Produkt i
  • Mischungs-Problem → x_i = Anteil Rohstoff i
  • Transport-Problem → x_ij = Lieferung von Quelle i nach Senke j
  • Zuordnungs-Problem → x_ij ∈ {0,1} = ist Person i Aufgabe j zugeordnet?

Erklärung: Standard-LP-Patterns mit ihren typischen Variablen: Produktion (Mengen), Mischung (Anteile), Transport (Doppelindex für Quelle×Senke), Zuordnung (binär 0/1). Zuordnungs-Problem ist genaugenommen ganzzahlige Programmierung wegen 0/1-Variablen.

Typ: Zuordnung

F4.Wie wird die Restriktion '3x₁ + 2x₂ ≤ 60' in Simplex-Standardform überführt?

Antwort: 3x₁ + 2x₂ + s₁ = 60, s₁ ≥ 0 (Schlupfvariable)

Erklärung: ≤-Restriktion wird zur Gleichung durch PLUS Schlupfvariable s₁ ≥ 0. Bei ≥-Restriktion wäre es MINUS Überschussvariable. Schlupfvariable hat Bedeutung: 's₁ = 10' heißt 10 h Schreinerei ungenutzt. Klausur-Klassiker beim Aufstellen der Simplex-Tabelle.

F5.Die Nichtnegativitäts-Bedingung x_i ≥ 0 ist Pflicht-Restriktion in jedem LP und muss explizit aufgeschrieben werden.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Nichtnegativität (x_i ≥ 0) ist Standard-Annahme für LP, wird in Klausuren EXPLIZIT erwartet. Vergessen kostet 1 Punkt. Ausnahmen: 'freie Variablen' (z.B. Lagerbestand kann negativ = Backorder), dann mit x = x⁺ − x⁻ ersetzen, beide ≥ 0.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Eine Variable x kann positiv oder negativ sein (frei). Wie wird sie im LP behandelt?

Antwort: x = x⁺ − x⁻ mit x⁺ ≥ 0 und x⁻ ≥ 0

Erklärung: Freie Variable x wird ersetzt durch x = x⁺ − x⁻, wobei x⁺, x⁻ ≥ 0. Wenn x positiv ist, ist x⁺ > 0 und x⁻ = 0. Wenn x negativ ist, ist x⁻ > 0 und x⁺ = 0. So bleibt das LP in Standardform (alle Variablen ≥ 0). Antwort 1 (frei lassen) zerstört Simplex-Struktur. |x| wäre nichtlinear → kein LP.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

LP-Modellierung, Klausur-Quiz

6 typische Klausurfragen zu Modellierung, Standardform und LP-Theorie.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Welche Aussage trifft auf eine lineare Optimierung (LP) zu?

Antwort: Zielfunktion + Restriktionen sind beide LINEAR in den Variablen

Erklärung: LP = Linear Programming. Sowohl Zielfunktion ALS AUCH Restriktionen müssen linear in den Variablen sein. Keine Quadrate (x²), keine Produkte (x₁·x₂), keine Brüche (1/x). Bei Quadraten → quadratisches Programm (QP). Bei beliebigen nichtlinearen Termen → nichtlineare Optimierung (NLP).

F2.Was bedeutet eine Schlupfvariable s₁ = 10 in einer ≤-Restriktion?

Antwort: 10 Einheiten der Ressource sind UNGENUTZT (Schlupf)

Erklärung: Schlupfvariable s₁ in der Umformung 3x₁ + 2x₂ + s₁ = 60 misst NICHT-GENUTZTE Ressource. s₁ = 10 → 10 h verbleibende Kapazität. s₁ = 0 → Ressource voll ausgelastet (Restriktion 'aktiv'). Klausur-Klassiker: Schlupf wirtschaftlich interpretieren.

F3.Bei einer ≤-Restriktion wird die {{1}}-Variable {{2}} addiert um eine Gleichung zu erhalten. Bei einer ≥-Restriktion wird die {{3}}-Variable {{4}}. In beiden Fällen müssen die neuen Variablen {{5}} sein.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Schlupf
  • {{2}}: addiert / plus / hinzugefügt
  • {{3}}: Überschuss
  • {{4}}: subtrahiert / minus / abgezogen
  • {{5}}: nichtnegativ / ≥ 0 / größer gleich null

Erklärung: Standard-Umformungen für Simplex: 1) a·x ≤ b wird zu a·x + s = b mit Schlupfvariable s ≥ 0. 2) a·x ≥ b wird zu a·x − s = b mit Überschussvariable s ≥ 0. Beide neuen Variablen müssen ≥ 0 sein, damit das LP in Standardform vorliegt.

Typ: Lückentext

F4.Bringe die 4 Schritte der LP-Modellierung in die korrekte Reihenfolge.

Richtige Reihenfolge:

  1. Variablen definieren (mit Einheiten!)
  2. Restriktionen aufstellen (inkl. Nichtnegativität)
  3. Zielfunktion formulieren (max/min)
  4. LP-Modell zusammensetzen + prüfen

Erklärung: Reihenfolge: 1) Variablen (mit Einheiten, sonst sind Restriktionen nicht prüfbar), 2) Restriktionen (alle Begrenzungen + Pflicht-Nichtnegativität), 3) Zielfunktion (max für Gewinn, min für Kosten), 4) Modell zusammensetzen + auf Konsistenz prüfen. Mit Zielfunktion anfangen geht nicht, du kennst die Variablen noch nicht.

Typ: Reihenfolge

F5.Eine Bekleidungs-Firma stellt Hemden (x₁) und Hosen (x₂) her. Pro Tag stehen 12 h Schneiderei zur Verfügung. Ein Hemd braucht 1 h, eine Hose 2 h. Wie lautet die Schneiderei-Restriktion?

Antwort: x₁ + 2 x₂ ≤ 12

Erklärung: Schneiderei: 1 h pro Hemd · x₁ + 2 h pro Hose · x₂ ≤ 12 h Kapazität. Operator ist ≤ weil 'zur Verfügung' eine Obergrenze ist. = wäre falsch (man muss die Kapazität nicht ausnutzen). Antwort 4 wäre nichtlinear (Produkt zweier Variablen).

F6.Im Diet-Problem (Stigler 1939) waren die Variablen Mengen einzelner Lebensmittel und die Zielfunktion war Minimierung der Gesamtkosten unter Erfüllung von Nährstoff-Anforderungen.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. George Stigler stellte 1939 das Diet-Problem: was muss ein US-Soldat essen, um alle Nährstoff-Anforderungen zu erfüllen bei minimalen Kosten? 77 Lebensmittel, 9 Nährstoff-Restriktionen (Protein, Calcium, Eisen, etc.). Vor dem Simplex (Dantzig 1947) löste Stigler es per Hand, moderne Lösung 39 $/Jahr, ungenießbar. Klassischer LP-Anwendungsfall.

Typ: Wahr/Falsch

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