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Das Standard-Werkzeug der Kurzfrist-Makro. Klausurpflicht in 3/4 Makro-Modulen. Verbindet Gütermarkt (Y = C + I + G + NX) mit Geldmarkt (M/P = L(i, Y)) zu einem Modell, das Fiskal- vs. Geldpolitik klar gegeneinander stellt.
Klausur-Tipp: Bei Fiskalpolitik (G↑) IMMER Crowding-Out erwähnen. Bei Geldpolitik (M↑) NIE Crowding-Out (Zinsen fallen). Bei Policy Mix die geldpolitische Akkommodation hervorheben.
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Das Standard-Werkzeug der Kurzfrist-Makro. Klausurpflicht in 3/4 Makro-Modulen. Verbindet Gütermarkt (Y = C + I + G + NX) mit Geldmarkt (M/P = L(i, Y)) zu einem Modell, das Fiskal- vs. Geldpolitik klar gegeneinander stellt.
IS-LM zeigt simultanes Gleichgewicht von Gütermarkt (IS-Kurve) und Geldmarkt (LM-Kurve) bei festen Preisen. Schnittpunkt = Output Y und Zinssatz i.**
Gütermarktgleichgewicht = aggregierte Nachfrage = Output Y:
Y = C(Y - T) + I(i) + G + NX
Mit:
C(Y-T): Konsum hängt von verfügbarem Einkommen abI(i): Investitionen hängen negativ von Zinssatz abG: Staatsausgaben (exogen)NX: NettoexporteLineare Form:
Y = c₀ + c₁(Y - T) + I₀ - b · i + G
→ Auflösen nach Y:
Y = (c₀ + I₀ + G - c₁ T)/(1 - c₁) - b/(1 - c₁) · i
IS-Kurve fällt: Bei höherem i → niedrigere Investitionen → niedrigeres Y. Negative Steigung.
Verschiebung der IS-Kurve:
| Was ändert sich? | Wohin verschiebt IS? |
|---|---|
| G ↑ (Konjunkturpaket) | nach RECHTS |
| T ↓ (Steuersenkung) | nach RECHTS |
| Konsumenten-Vertrauen ↑ | nach RECHTS |
| Export-Boom | nach RECHTS |
| Investitions-Optimismus | nach RECHTS |
Geldmarktgleichgewicht = reale Geldnachfrage = reales Geldangebot:
M/P = L(i, Y)
Mit:
∂ L / ∂ Y > 0 (Transaktionskasse steigt mit Y)∂ L / ∂ i < 0 (Geldnachfrage fällt mit i, Speku-Kasse)Lineare Form:
M/P = k Y - h i
→ Auflösen nach i:
i = (k Y - M/P)/h
LM-Kurve steigt: Bei höherem Y → mehr Transaktions-Geldnachfrage → bei festem M/P → i muss steigen, um Speku-Kasse zu reduzieren. Positive Steigung.
Verschiebung der LM-Kurve:
| Was ändert sich? | Wohin verschiebt LM? |
|---|---|
| M ↑ (Geldmengen-Erhöhung) | nach RECHTS/UNTEN |
| P ↑ (Preisniveau steigt) | nach LINKS/OBEN (real M/P sinkt) |
| Geldnachfrage-Stabilität ↑ | nach RECHTS |
Schnittpunkt von IS und LM = (Y*, i*).
Beide Märkte gleichzeitig im Gleichgewicht:
Annahme: Preise sind kurz-fristig FIX. Daher ist M/P proportional zu M. IS-LM ist ein Kurzfrist-Modell.
Fiskalpolitik-Multiplikator im IS-LM:
Δ Y = 1/(1 - c₁ + (b k)/h) · Δ G
Vergleich zum reinen Multiplikator 1/(1-c₁): der IS-LM-Multiplikator ist KLEINER wegen Crowding-Out.
Akkommodative Geldpolitik unterstützt Fiskalpolitik:
Beispiel Corona 2020: Massiv expansive Fiskalpolitik (G ↑↑↑, Kurzarbeitergeld + Konjunkturpaket) plus EZB-PEPP (M ↑↑) = Y stabilisiert, i blieb niedrig.
Steigt G um 100 Mrd. €:
Vollständiges Crowding-Out:
Crowding-Out wird KLEINER, wenn:
Bei i ≈ 0 wird die LM-Kurve horizontal:
Empirische Beispiele:
Pol-Empfehlung in Liquiditätsfalle: expansive Fiskalpolitik! (Krugman-Argument)
Trotz Kritik: bleibt das wichtigste Bachelor-Kurzfrist-Modell.
❌ "Fiskalpolitik führt automatisch zu Crowding-Out vollständig" — FALSCH. Vollständiges Crowding-Out nur bei vertikaler LM (klassisch). Realistisch: teilweise, je nach Steigung der LM.
❌ "IS-LM funktioniert langfristig" — FALSCH. IS-LM nimmt fixe Preise an, gilt nur kurzfristig. Langfristig: AD-AS oder Solow.
❌ "In Liquiditätsfalle wirkt nichts" — FALSCH. Geldpolitik wirkungslos, ABER FISKALPOLITIK ist voll wirksam (i konstant, kein Crowding-Out). Krugman-Argument für Konjunkturpakete bei i = 0.
❌ "IS und LM sind beide gerade Linien" — Vereinfachung. Realistisch krumm, aber im Bachelor-Lehrbuch oft linear für Klausur-Vereinfachung.
❌ "Geldpolitik M↑ verschiebt IS, nicht LM" — FALSCH. Geldpolitik wirkt über LM (Geldmarkt). Nur G/T-Änderungen verschieben IS (Gütermarkt).
Slider für G (Staatsausgaben) und M (Geldmenge) plus 4 Politik-Presets (Ausgangslage / Expansive Fiskalpolitik / Expansive Geldpolitik / Policy Mix). Diagramm zeigt IS-Kurve (rot, fallend), LM-Kurve (blau, steigend), Schnittpunkt (Y*, i*) und Verschiebung der Kurven gegenüber Ausgangslage (gestrichelt).
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Klausur-Tipp: Bei Fiskalpolitik (G↑) IMMER Crowding-Out erwähnen. Bei Geldpolitik (M↑) NIE Crowding-Out (Zinsen fallen). Bei Policy Mix die geldpolitische Akkommodation hervorheben.
6 Aufgaben zu IS-LM-Kurven, Politik-Wirkungen und Crowding-Out.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: Fallend (negative Steigung)
Erklärung: IS-Kurve fällt: Bei höherem i → Investitionen sinken → Output Y sinkt. Negative Steigung im (Y, i)-Diagramm. Vertikale IS = Investitionen zinsunelastisch (klassisch). Horizontale IS = Investitionen unendlich zinsempfindlich (theoretisch). Klausur-Pflicht-Diagramm.
Antwort: LM verschiebt nach rechts/unten
Erklärung: M ↑ → reales Geldangebot M/P steigt → bei gleichem Y muss i fallen, damit Md = Ms → LM verschiebt nach RECHTS/UNTEN. Effekt: Y* steigt, i* fällt. Klassische expansive Geldpolitik. Klausur-Pflicht.
Zuordnungen:
Erklärung: Vier zentrale Politik-Patterns. Fiskal wirkt auf IS, Geld auf LM. Bei IS-Verschiebung steigt i mit (Crowding-Out). Bei LM-Verschiebung fällt i (kein Crowding-Out). Klausur-Klassiker: alle 4 Patterns mit Diagramm können müssen.
Typ: Zuordnung
Antwort: Verdrängung privater Investitionen durch staatliche Ausgaben, weil deren Wirkung den Zinssatz erhöht
Erklärung: Crowding-Out: G↑ → IS rechts → i↑ → I↓. Höhere Zinsen verdrängen private Investitionen. Effekt: Fiskal-Multiplikator wird KLEINER. Im Extrem (vertikale LM): vollständiges Crowding-Out, Fiskalpolitik wirkungslos. In Liquiditätsfalle (horizontale LM): kein Crowding-Out, voller Effekt. Klausur-Pflicht-Begriff.
Antwort: Wahr
Erklärung: RICHTIG. Bei i ≈ 0 ist die LM-Kurve horizontal (Geldnachfrage unendlich elastisch). G↑ → IS rechts → aber i kann nicht weiter sinken UND nicht weiter steigen → kein Crowding-Out → voller Multiplikator-Effekt. Daher Krugman-Empfehlung: bei Liquiditätsfalle (Japan, USA-2008, EU-2014) MASSIVE Fiskalpolitik. Klausur-Stolperstein: die meisten denken zuerst an Geldpolitik-Limit, vergessen aber den Fiskal-Boost.
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: 2.5
Erklärung: Reiner Fiskal-Multiplikator = 1 / (1 - c_1) = 1 / (1 - 0.6) = 1 / 0.4 = 2.5. In IS-LM mit Crowding-Out wird dieser Wert KLEINER (z.B. 1.5). In Liquiditätsfalle ist der volle Multiplikator wirksam (2.5). Klausur-Rechentyp: gegebene Konsum-Neigung → Multiplikator berechnen → mit/ohne Crowding-Out unterscheiden.
6 Klausur-Fragen mit Politik-Wirkungen + Lucas-Kritik.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: Beide Märkte sind simultan im Gleichgewicht — Gütermarkt UND Geldmarkt
Erklärung: Im IS-LM-Schnittpunkt gilt SIMULTAN: 1) Gütermarkt: Y = C + I + G + NX (IS), 2) Geldmarkt: M/P = L(i, Y) (LM). Beide Märkte räumen gleichzeitig bei (Y*, i*). Klausur-Klassiker: nicht 'nur Geldmarkt' oder 'nur Gütermarkt' wählen.
Antwort: Preise sind kurzfristig FIX (P konstant)
Erklärung: IS-LM nimmt FESTE Preise an → ist ein KURZFRIST-Modell. M/P ist proportional zu M. Langfristig brauchen wir AD-AS-Modell (Preise flexibel). Daher: IS-LM erklärt Konjunktur, nicht Wachstum oder langfristige Inflation. Klausur-Pflicht-Annahme.
Lösungen pro Lücke:
Erklärung: Fiskalpolitik G↑ → IS rechts (mehr Y bei gleichem i). Höherer Y → höhere Geldnachfrage → höheres i → Crowding-Out. Geldpolitik M↑ → LM rechts/unten (niedrigerer i bei gleichem Y). Y steigt, i fällt, KEIN Crowding-Out. Klausur-Pflicht-Mechanik.
Typ: Lückentext
Antwort: Policy Mix: G↑ + M↑ gleichzeitig (geldpolitische Akkommodation)
Erklärung: Policy Mix: G↑ verschiebt IS rechts (treibt i hoch), M↑ verschiebt LM rechts/unten (drückt i runter). Effekt: i bleibt stabil, Y springt stark. Beispiel: Corona 2020 — massive Fiskalpolitik + EZB-PEPP → Y stabilisiert, i blieb niedrig. Klausur-Top-Beispiel für Koordination zwischen Regierung + Notenbank.
Antwort: Wahr
Erklärung: RICHTIG. Lucas-Kritik: Wirtschaftliche Verhaltens-Parameter (z.B. Konsumneigung, Investitions-Verhalten) sind NICHT politikinvariant. Wenn die Politik sich ändert, ändern sich auch die Verhaltens-Parameter — Konsumenten antizipieren. IS-LM hat keine Mikrofundierung + ignoriert Erwartungen → überschätzt Effekte. Daher: moderne DSGE-Modelle haben explizite Erwartungen + Mikrofundierung. Trotzdem bleibt IS-LM Bachelor-Standard. Klausur-Konzept zu fortgeschrittenen Modellen.
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: Crowding-Out wird schwächer / verschwindet
Erklärung: Flache LM = hohe Zinselastizität der Geldnachfrage (h groß). Bei G↑ → IS rechts → Y↑ → Geldnachfrage steigt nur leicht → i steigt kaum → Crowding-Out gering. Extrem: horizontale LM (Liquiditätsfalle) → kein Crowding-Out. Steile/vertikale LM → vollständiges Crowding-Out → Fiskalpolitik wirkungslos. Klausur-Mechanik-Detail: Crowding-Out-Stärke hängt von LM-Steigung ab.