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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Die 2 großen Schulen
  • ESIA, die 4 Optimierungs-Grundtypen
  • Die 7 R von Hammer & Champy (Reengineering-Prinzipien)
  • Zielsystem: 4 Dimensionen
  • Lean Six Sigma, die Methodik-Symbiose
  • Workflow-Management-Systeme (WfMS)
  • Klausur-Faustregeln
  • Häufige Stolpersteine
ThemenBusiness AnalyticsProzessoptimierung, Strategien
Business Analytics·4Lerneinheiten·21min·Stand17.07.2026

Prozessoptimierung, Strategien.

Analyse zeigt das Problem, Optimierung löst es. Phase 5 des BPM-Lifecycles ist der eigentliche Wertbeitrag, und Klausurpflicht in 9/11 WInf-Programmen.

Prozessoptimierung: Systematische Verbesserung eines Geschäftsprozesses mit messbaren Zielen, Durchlaufzeit, Kosten, Qualität, Flexibilität, auf Basis vorheriger Analyse (Bottlenecks, Muda, KPIs).

SchuleAnsatzWann?
Inkrementell (Kaizen)Kleine Verbesserungen, kontinuierlich, von Mitarbeitern getragen. Lean-Tradition.Stabile Prozesse mit Tuning-Bedarf.
Radikal (BPR, Business Process Reengineering)"Fundamentales Überdenken + radikales Neugestalten" (Hammer/Champy 1993). Bricht bestehende Strukturen.Krisen, Digitalisierungs-Sprünge, neue Märkte.

Klausur-Klassiker: Hammer & Champy "Reengineering the Corporation" (1993), die radikale Schule. Pendant: Imai "Kaizen", die inkrementelle Schule.

ESIA ist das gängigste Schema zur Klausurbeantwortung: Eliminieren → Simplifizieren → Integrieren → Automatisieren.

E, Eliminieren

Aktivitäten ohne Wertbeitrag streichen. Klassiker:

  • Doppelte Prüfungen ("4-Augen-Prinzip" ohne Risiko-Begründung)
  • Manuelle Bestätigungen / Quittungen
  • Überflüssige Übergaben zwischen Abteilungen
  • Genehmigungs-Schleifen für Routine-Anträge

Frage: "Welcher Wert geht für den Kunden verloren, wenn ich diesen Schritt weglasse?", keiner? → Weg damit.

S, Simplifizieren / Standardisieren

  • Einheitliche Formulare / Vorlagen
  • Klare Regeln statt Einzelfall-Entscheidungen
  • Self-Service-Portale für Routine-Anfragen
  • Weniger Sonderfälle, mehr Standard-Pfade

Wirkt vor allem auf Wartezeit, keine Rückfragen, keine Klärungs-Schleifen.

I, Integrieren / Parallelisieren

  • Sequenzielle Schritte zusammenführen (z.B. Genehmigung + Erfassung in einem Task)
  • Aktivitäten parallel statt nacheinander (wenn keine Datenabhängigkeit)
  • Abteilungsgrenzen aufbrechen (Case-Manager statt 5 Übergaben)

BPMN-Notation: AND-Gateway-Split + AND-Gateway-Join für parallele Ausführung.

Effekt: Bei Parallelisierung zählt nur die LÄNGSTE der Parallel-Tasks zur Durchlaufzeit, nicht die Summe.

A, Automatisieren

  • Regelbasierte Tasks ans System (BPMS, Workflow-Engine)
  • RPA (Robotic Process Automation) für Legacy-Systeme ohne API
  • KI-basierte Entscheidungen (Dokumenten-Klassifikation, Anomalie-Detection)

Faustregel: Wenn Task regelbasiert + wiederholbar + strukturierte Daten → automatisierbar.

RPrinzipBeispiel
1. RethinkDen Prozess radikal neu denken (nicht nur tunen)"Brauchen wir die Schritte überhaupt?"
2. RedesignVom Endkunden rückwärts neu gestaltenOutside-In statt Funktions-Silos
3. ReorganizeStrukturen anpassen, Case-Manager statt Abteilungs-Ping-Pong"End-to-End-Verantwortung"
4. ReduceSchritte / Übergaben drastisch reduzierenVon 15 auf 3 Schritte
5. RefurbishVeraltete Technologie ersetzenExcel → BPMS-Workflow
6. RetoolWerkzeuge austauschen (statt nur Schulungen)Process-Mining + RPA
7. RestartAuf der grünen Wiese starten ("Wenn wir heute neu anfingen…")Greenfield-Ansatz

Optimierung braucht messbare Ziele. Klassisch 4 Dimensionen, das "magische Viereck" der Prozessoptimierung:

              Zeit (Durchlaufzeit ↓)
                   │
                   │
Qualität ─────────┼──────── Kosten
(Fehlerrate ↓)    │         (€/Instanz ↓)
                   │
              Flexibilität ↑

Trade-Offs: Zeit ↓ ohne Kosten ↑ ist selten, meist musst du investieren (Automatisierung). Qualität ↑ ohne Kosten ↑ geht nur via Standardisierung / Eliminieren von Fehlerquellen.

MethodikFokus
Lean (Toyota)Verschwendung eliminieren (7 Muda), Flow optimieren
Six Sigma (Motorola)Streuung reduzieren, Fehlerrate <3.4 pro Million Instanzen
Lean Six SigmaKombination, DMAIC-Zyklus (Define/Measure/Analyze/Improve/Control)

DMAIC im Klausur-Kontext:

  1. Define: Problem + Ziel festlegen
  2. Measure: Ist-Zustand quantifizieren (KPIs)
  3. Analyze: Ursachen identifizieren (Ishikawa, 5-Whys)
  4. Improve: Lösungen umsetzen (ESIA)
  5. Control: Verbesserung sichern, Standard etablieren

WfMS = Software-System, das Geschäftsprozesse digital ausführt und steuert.

Komponenten:

  • Modellierungs-Komponente: BPMN-Diagramm wird hinterlegt
  • Ausführungs-Engine: Workflow-Instanzen werden gesteuert
  • Worklist / Inbox: Tasks landen in Mitarbeiter-Postfach
  • Monitoring: Live-KPIs (offene Instanzen, Bearbeitungszeit, Bottlenecks)

Bekannte WfMS / BPMS: Camunda, Signavio (jetzt SAP), IBM BPM, Bizagi, K2 (jetzt Nintex), AgilePoint, Pega.

Klausur: Unterschied WfMS (Ausführung) vs. BPMS (Ausführung + Modellierung + Analyse) vs. DMS (Dokumenten-Management, kein Prozess) vs. ERP (Funktions-Module, kein generischer Workflow).

1. ESIA: Eliminieren → Simplifizieren → Integrieren → Automatisieren. In genau dieser Reihenfolge, automatisieren ohne vorher zu eliminieren = du automatisierst Verschwendung.

2. Inkrementell (Kaizen) vs. Radikal (BPR). Beide haben Berechtigung, Klausur fragt nach Unterschieden + Anwendungsfall.

3. Parallelisieren ändert nur Durchlaufzeit, nicht Bearbeitungszeit. Beide KPIs sauber unterscheiden.

4. Zielsystem 4 Dimensionen: Zeit, Kosten, Qualität, Flexibilität (mit Trade-Offs).

5. Hammer/Champy 1993 = BPR-Klassiker. Imai = Kaizen-Klassiker. Beide deutsch übersetzt, häufig in Pflichtliteratur.

6. Lean Six Sigma = DMAIC. 5 Phasen. Klausur-Eselsbrücke: Define-Measure-Analyze-Improve-Control.

1. Optimierung ohne vorherige Analyse. Falsch. Phase 5 des BPM-Lifecycles kommt NACH Analyse (Phase 4). Sonst optimierst du Symptome statt Ursachen.

2. "Automatisieren" als Allheilmittel. Falsch. Wenn der Prozess kaputt ist, automatisierst du nur die Verschwendung schneller. ESIA-Reihenfolge: erst eliminieren, dann automatisieren.

3. BPR vs. Kaizen nicht trennen. Hammer/Champy 1993 war radikal, "kein Stein bleibt auf dem anderen". Imai war inkrementell. Beide unterschiedliche Schulen, Klausur prüft die Trennung.

4. Parallelisierung-Effekt auf Bearbeitungszeit erwarten. Falsch. Parallelisierung reduziert nur DURCHLAUFZEIT (max statt Σ). Bearbeitungszeit der einzelnen Tasks bleibt gleich.

5. ESIA als "magische Reihenfolge" sehen. Halb falsch. ESIA ist ein STRUKTURIERUNGS-Schema, nicht zwingend Zwangs-Reihenfolge. In der Praxis iteriert man, aber Klausur erwartet ESIA in dieser Reihenfolge.

6. RPA und KI verwechseln. RPA = regelbasiert (klickt Buttons, kopiert Daten zwischen Systemen). KI = lernend (klassifiziert, prognostiziert). Klausur-Falle.

Sieh wie sich die 4 ESIA-Strategien auf den Urlaubsantrag-Prozess auswirken. Toggle zwischen den Strategien, Before/After + KPIs verändern sich.

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Klausur-Tipp: Bei "Optimieren Sie den Prozess" IMMER die 4 ESIA-Strategien durchgehen und je 1 konkretes Beispiel nennen. Dann das Zielsystem (Zeit/Kosten/Qualität/Flexibilität) als Trade-Off-Analyse anführen, selbst wenn du nicht alle Zahlen hast.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Analyse zeigt das Problem, Optimierung löst es. Phase 5 des BPM-Lifecycles ist der eigentliche Wertbeitrag, und Klausurpflicht in 9/11 WInf-Programmen.

Die Idee in einem Satz

Prozessoptimierung: Systematische Verbesserung eines Geschäftsprozesses mit messbaren Zielen, Durchlaufzeit, Kosten, Qualität, Flexibilität, auf Basis vorheriger Analyse (Bottlenecks, Muda, KPIs).

Die 2 großen Schulen

SchuleAnsatzWann?
Inkrementell (Kaizen)Kleine Verbesserungen, kontinuierlich, von Mitarbeitern getragen. Lean-Tradition.Stabile Prozesse mit Tuning-Bedarf.
Radikal (BPR, Business Process Reengineering)"Fundamentales Überdenken + radikales Neugestalten" (Hammer/Champy 1993). Bricht bestehende Strukturen.Krisen, Digitalisierungs-Sprünge, neue Märkte.

Klausur-Klassiker: Hammer & Champy "Reengineering the Corporation" (1993), die radikale Schule. Pendant: Imai "Kaizen", die inkrementelle Schule.

ESIA, die 4 Optimierungs-Grundtypen

ESIA ist das gängigste Schema zur Klausurbeantwortung: Eliminieren → Simplifizieren → Integrieren → Automatisieren.

E, Eliminieren

Aktivitäten ohne Wertbeitrag streichen. Klassiker:

  • Doppelte Prüfungen ("4-Augen-Prinzip" ohne Risiko-Begründung)
  • Manuelle Bestätigungen / Quittungen
  • Überflüssige Übergaben zwischen Abteilungen
  • Genehmigungs-Schleifen für Routine-Anträge

Frage: "Welcher Wert geht für den Kunden verloren, wenn ich diesen Schritt weglasse?", keiner? → Weg damit.

S, Simplifizieren / Standardisieren
  • Einheitliche Formulare / Vorlagen
  • Klare Regeln statt Einzelfall-Entscheidungen
  • Self-Service-Portale für Routine-Anfragen
  • Weniger Sonderfälle, mehr Standard-Pfade

Wirkt vor allem auf Wartezeit, keine Rückfragen, keine Klärungs-Schleifen.

I, Integrieren / Parallelisieren
  • Sequenzielle Schritte zusammenführen (z.B. Genehmigung + Erfassung in einem Task)
  • Aktivitäten parallel statt nacheinander (wenn keine Datenabhängigkeit)
  • Abteilungsgrenzen aufbrechen (Case-Manager statt 5 Übergaben)

BPMN-Notation: AND-Gateway-Split + AND-Gateway-Join für parallele Ausführung.

Effekt: Bei Parallelisierung zählt nur die LÄNGSTE der Parallel-Tasks zur Durchlaufzeit, nicht die Summe.

A, Automatisieren
  • Regelbasierte Tasks ans System (BPMS, Workflow-Engine)
  • RPA (Robotic Process Automation) für Legacy-Systeme ohne API
  • KI-basierte Entscheidungen (Dokumenten-Klassifikation, Anomalie-Detection)

Faustregel: Wenn Task regelbasiert + wiederholbar + strukturierte Daten → automatisierbar.

Die 7 R von Hammer & Champy (Reengineering-Prinzipien)

RPrinzipBeispiel
1. RethinkDen Prozess radikal neu denken (nicht nur tunen)"Brauchen wir die Schritte überhaupt?"
2. RedesignVom Endkunden rückwärts neu gestaltenOutside-In statt Funktions-Silos
3. ReorganizeStrukturen anpassen, Case-Manager statt Abteilungs-Ping-Pong"End-to-End-Verantwortung"
4. ReduceSchritte / Übergaben drastisch reduzierenVon 15 auf 3 Schritte
5. RefurbishVeraltete Technologie ersetzenExcel → BPMS-Workflow
6. RetoolWerkzeuge austauschen (statt nur Schulungen)Process-Mining + RPA
7. RestartAuf der grünen Wiese starten ("Wenn wir heute neu anfingen…")Greenfield-Ansatz

Zielsystem: 4 Dimensionen

Optimierung braucht messbare Ziele. Klassisch 4 Dimensionen, das "magische Viereck" der Prozessoptimierung:

              Zeit (Durchlaufzeit ↓)
                   │
                   │
Qualität ─────────┼──────── Kosten
(Fehlerrate ↓)    │         (€/Instanz ↓)
                   │
              Flexibilität ↑

Trade-Offs: Zeit ↓ ohne Kosten ↑ ist selten, meist musst du investieren (Automatisierung). Qualität ↑ ohne Kosten ↑ geht nur via Standardisierung / Eliminieren von Fehlerquellen.

Lean Six Sigma, die Methodik-Symbiose

MethodikFokus
Lean (Toyota)Verschwendung eliminieren (7 Muda), Flow optimieren
Six Sigma (Motorola)Streuung reduzieren, Fehlerrate <3.4 pro Million Instanzen
Lean Six SigmaKombination, DMAIC-Zyklus (Define/Measure/Analyze/Improve/Control)

DMAIC im Klausur-Kontext:

  1. Define: Problem + Ziel festlegen
  2. Measure: Ist-Zustand quantifizieren (KPIs)
  3. Analyze: Ursachen identifizieren (Ishikawa, 5-Whys)
  4. Improve: Lösungen umsetzen (ESIA)
  5. Control: Verbesserung sichern, Standard etablieren

Workflow-Management-Systeme (WfMS)

WfMS = Software-System, das Geschäftsprozesse digital ausführt und steuert.

Komponenten:

  • Modellierungs-Komponente: BPMN-Diagramm wird hinterlegt
  • Ausführungs-Engine: Workflow-Instanzen werden gesteuert
  • Worklist / Inbox: Tasks landen in Mitarbeiter-Postfach
  • Monitoring: Live-KPIs (offene Instanzen, Bearbeitungszeit, Bottlenecks)

Bekannte WfMS / BPMS: Camunda, Signavio (jetzt SAP), IBM BPM, Bizagi, K2 (jetzt Nintex), AgilePoint, Pega.

Klausur: Unterschied WfMS (Ausführung) vs. BPMS (Ausführung + Modellierung + Analyse) vs. DMS (Dokumenten-Management, kein Prozess) vs. ERP (Funktions-Module, kein generischer Workflow).

Klausur-Faustregeln

1. ESIA: Eliminieren → Simplifizieren → Integrieren → Automatisieren. In genau dieser Reihenfolge, automatisieren ohne vorher zu eliminieren = du automatisierst Verschwendung.

2. Inkrementell (Kaizen) vs. Radikal (BPR). Beide haben Berechtigung, Klausur fragt nach Unterschieden + Anwendungsfall.

3. Parallelisieren ändert nur Durchlaufzeit, nicht Bearbeitungszeit. Beide KPIs sauber unterscheiden.

4. Zielsystem 4 Dimensionen: Zeit, Kosten, Qualität, Flexibilität (mit Trade-Offs).

5. Hammer/Champy 1993 = BPR-Klassiker. Imai = Kaizen-Klassiker. Beide deutsch übersetzt, häufig in Pflichtliteratur.

6. Lean Six Sigma = DMAIC. 5 Phasen. Klausur-Eselsbrücke: Define-Measure-Analyze-Improve-Control.

Häufige Stolpersteine

1. Optimierung ohne vorherige Analyse. Falsch. Phase 5 des BPM-Lifecycles kommt NACH Analyse (Phase 4). Sonst optimierst du Symptome statt Ursachen.

2. "Automatisieren" als Allheilmittel. Falsch. Wenn der Prozess kaputt ist, automatisierst du nur die Verschwendung schneller. ESIA-Reihenfolge: erst eliminieren, dann automatisieren.

3. BPR vs. Kaizen nicht trennen. Hammer/Champy 1993 war radikal, "kein Stein bleibt auf dem anderen". Imai war inkrementell. Beide unterschiedliche Schulen, Klausur prüft die Trennung.

4. Parallelisierung-Effekt auf Bearbeitungszeit erwarten. Falsch. Parallelisierung reduziert nur DURCHLAUFZEIT (max statt Σ). Bearbeitungszeit der einzelnen Tasks bleibt gleich.

5. ESIA als "magische Reihenfolge" sehen. Halb falsch. ESIA ist ein STRUKTURIERUNGS-Schema, nicht zwingend Zwangs-Reihenfolge. In der Praxis iteriert man, aber Klausur erwartet ESIA in dieser Reihenfolge.

6. RPA und KI verwechseln. RPA = regelbasiert (klickt Buttons, kopiert Daten zwischen Systemen). KI = lernend (klassifiziert, prognostiziert). Klausur-Falle.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Optimierungs-Strategien-Vergleich

Sieh wie sich die 4 ESIA-Strategien auf den Urlaubsantrag-Prozess auswirken. Toggle zwischen den Strategien, Before/After + KPIs verändern sich.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei "Optimieren Sie den Prozess" IMMER die 4 ESIA-Strategien durchgehen und je 1 konkretes Beispiel nennen. Dann das Zielsystem (Zeit/Kosten/Qualität/Flexibilität) als Trade-Off-Analyse anführen, selbst wenn du nicht alle Zahlen hast.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Prozessoptimierung, Praxis-Übung

6 Aufgaben zu ESIA, BPR vs. Kaizen, Workflow-Systemen und Trade-Offs.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wofür steht ESIA in der Prozessoptimierung?

Antwort: Eliminieren / Simplifizieren / Integrieren / Automatisieren

Erklärung: ESIA ist das gängigste Schema zur Prozessoptimierung: Eliminieren (Aktivitäten ohne Wertbeitrag), Simplifizieren (Standardvorlagen, klare Regeln), Integrieren (sequenzielle → parallele Schritte), Automatisieren (Routine ans System). In genau dieser Reihenfolge, sonst automatisierst du Verschwendung.

F2.Wer prägte den Begriff 'Business Process Reengineering' (BPR)?

Antwort: Hammer + Champy (1993)

Erklärung: Michael Hammer & James Champy: 'Reengineering the Corporation' (1993), der BPR-Klassiker. Kern-These: fundamentales Überdenken + radikales Neugestalten der Geschäftsprozesse. Davenport + Short (1990) waren früh dran mit IT-enabled-Process-Innovation, aber 'BPR' als Begriff kommt von Hammer/Champy. Scheer = ARIS/EPK. Goldratt = Theory of Constraints.

F3.Ordne die ESIA-Strategie dem passenden Beispiel zu.

Zuordnungen:

  • Eliminieren → HR-Doppelprüfung entfällt
  • Simplifizieren → Standard-Antrag-Formular für alle
  • Integrieren → Vorgesetzter + HR-Prüfung parallel
  • Automatisieren → RPA-Bot bucht in SAP

Erklärung: ESIA-Standard-Beispiele: E = HR-Doppelprüfung weg (kein Wertbeitrag), S = Standardformular reduziert Rückfragen, I = AND-Gateway parallelisiert Prüfungen, A = RPA übernimmt Routine. Klausur fragt typischerweise: 'Welche Strategie passt für X?', antworte mit ESIA-Buchstabe + Begründung.

Typ: Zuordnung

F4.Was passiert mit der DURCHLAUFZEIT, wenn 2 sequenzielle Tasks (je 10 Min Bearbeitung + 60 Min Wartezeit) parallelisiert werden?

Antwort: Sie wird auf max(Task1, Task2) reduziert (140 → 70 Min)

Erklärung: Bei Parallelisierung zählt nur die LÄNGSTE der Parallel-Tasks zur Durchlaufzeit (max, nicht Σ). Wenn beide Tasks 10+60=70 Min brauchen, beträgt die Durchlaufzeit nach Parallelisierung max(70, 70) = 70 Min, also Halbierung. Bei ungleichen Tasks (z.B. 70 vs. 30 Min) wäre es 70 Min. WICHTIG: Bearbeitungszeit der einzelnen Tasks bleibt gleich, nur Durchlaufzeit sinkt.

F5.Automatisieren ist immer der erste Schritt der Prozessoptimierung, schnell + günstig.

Antwort: Falsch

Erklärung: FALSCH. ESIA-Reihenfolge ist E → S → I → A. Wenn du zuerst automatisierst (statt zu eliminieren), automatisierst du die VERSCHWENDUNG, der Prozess läuft schneller, aber bleibt schlecht. Klassiker: alte 5-Stufen-Genehmigung wird per RPA automatisiert statt erst auf 2 Stufen reduziert. Hammer & Champy: 'Don't automate, obliterate.'

Typ: Wahr/Falsch

F6.Welche 4 Dimensionen bildet das 'magische Viereck' der Prozessoptimierung?

Antwort: Zeit, Kosten, Qualität, Flexibilität

Erklärung: Das magische Viereck: Zeit (Durchlaufzeit), Kosten (€/Instanz), Qualität (Fehlerrate), Flexibilität (Anpassbarkeit). Trade-Offs sind normal: Zeit ↓ braucht oft Kosten ↑ (Automatisierung). 6M = Ishikawa-Kategorien. PDCA = Deming-Zyklus. E/E/W/P sind betriebswirtschaftliche Grundbegriffe.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Prozessoptimierung, Klausur-Quiz

6 typische Klausurfragen zu Strategien, BPR, ESIA und DMAIC.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wer prägte den Begriff 'Kaizen' (kontinuierliche Verbesserung) als Management-Methode?

Antwort: Masaaki Imai

Erklärung: Masaaki Imai prägte 'Kaizen' als Management-Begriff (Buch 'Kaizen: The Key to Japan's Competitive Success', 1986). Stammt aus Toyota Production System. Hammer = BPR-Radikal-Schule. Goldratt = Theory of Constraints. Taylor = Scientific Management (1911, viel früher).

F2.Was ist der zentrale Unterschied zwischen BPR und Kaizen?

Antwort: BPR ist radikal + einmalig, Kaizen ist inkrementell + kontinuierlich

Erklärung: BPR (Hammer/Champy 1993): radikales, einmaliges Reengineering, 'kein Stein bleibt auf dem anderen', oft mit Restrukturierung. Kaizen (Imai): kontinuierliche, kleine Verbesserungen, von Mitarbeitern getragen, evolutionär. Anwendungsfall: BPR bei Krisen / Digitalisierungs-Sprüngen; Kaizen für stabile Prozesse mit Tuning-Bedarf.

F3.ESIA-Schema steht für {{1}}, {{2}}, Integrieren und {{3}}. DMAIC (Lean Six Sigma) hat {{4}} Phasen: Define / {{5}} / Analyze / Improve / Control.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Eliminieren
  • {{2}}: Simplifizieren / Standardisieren
  • {{3}}: Automatisieren
  • {{4}}: 5 / fünf
  • {{5}}: Measure

Erklärung: ESIA = Eliminieren / Simplifizieren / Integrieren / Automatisieren, DAS Standardschema für Optimierungs-Strategien. DMAIC ist die Lean Six Sigma Methodik mit 5 Phasen: Define (Problem festlegen), Measure (Ist messen), Analyze (Ursachen finden), Improve (Lösung umsetzen), Control (Standard sichern). Beide Schemata werden oft in Pflicht-Klausuren BWL/WInf abgefragt.

Typ: Lückentext

F4.Bringe die 5 DMAIC-Phasen (Lean Six Sigma) in die richtige Reihenfolge.

Richtige Reihenfolge:

  1. Define (Problem + Ziel festlegen)
  2. Measure (Ist-Zustand messen)
  3. Analyze (Ursachen identifizieren)
  4. Improve (Lösungen umsetzen)
  5. Control (Verbesserung sichern, Standard etablieren)

Erklärung: DMAIC: Define → Measure → Analyze → Improve → Control. 1) Define: Was ist das Problem, was das Ziel? 2) Measure: Daten sammeln, Ist-KPIs. 3) Analyze: Wurzelursachen finden (Ishikawa, 5-Whys). 4) Improve: ESIA-Lösungen umsetzen. 5) Control: Sicherstellen dass Verbesserung dauerhaft (SPC-Karten, Standards). Eselsbrücke: 'Doctors May Always Insure Compliance'.

Typ: Reihenfolge

F5.Welche Aussage zu Workflow-Management-Systemen (WfMS) ist FALSCH?

Antwort: WfMS ersetzen das ERP-System komplett

Erklärung: FALSCH: WfMS und ERP haben unterschiedliche Aufgaben. WfMS / BPMS steuern PROZESSE generisch (Workflow). ERP hat FUNKTIONS-Module (FI/CO/MM/SD/HR). Beide ergänzen sich, z.B. WfMS triggert SAP-Transaktion. Andere Aussagen sind korrekt: WfMS digitalisieren Prozesse (✓), Camunda/Bizagi/Signavio sind Standard-WfMS (✓), Worklist ist Standard-Komponente (✓).

F6.Hammer & Champys Slogan war: 'Don't automate, obliterate.', Das bedeutet, dass Optimierung immer mit Eliminieren statt Automatisieren beginnen sollte.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Hammer & Champy (1993): 'Don't automate, obliterate', wenn ein Prozess kaputt ist, automatisier ihn nicht, sondern eliminiere ihn. Kernbotschaft des BPR: zuerst hinterfragen, dann radikal neugestalten, Automatisierung ist nur das letzte Glied. Genau das spiegelt ESIA wider (E vor A). Ein Mantra-Klassiker in BPM-Klausuren.

Typ: Wahr/Falsch

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