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Eine Funktion ist stetig, wenn du sie 'ohne abzusetzen' zeichnen kannst. Das ist die Intuition. Mathematisch präzise heißt das: kleine Änderungen im Input führen zu kleinen Änderungen im Output. Klausur-Pflicht in Mathe-2/Analysis-Klausuren — Sprungstellen, Polstellen und der Mittelwertsatz sind Klassiker.
Klausur-Tipp: Bei Stetigkeitsprüfungen IMMER alle 3 Bedingungen einzeln prüfen: (1) existiert? (2) Grenzwert existiert? (3) Beide gleich? Eine Bedingung verletzt → unstetig, dann den Typ benennen (hebbar/Sprung/Pol).
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Eine Funktion ist stetig, wenn du sie 'ohne abzusetzen' zeichnen kannst. Das ist die Intuition. Mathematisch präzise heißt das: kleine Änderungen im Input führen zu kleinen Änderungen im Output. Klausur-Pflicht in Mathe-2/Analysis-Klausuren — Sprungstellen, Polstellen und der Mittelwertsatz sind Klassiker.
Stetigkeit: Eine Funktion
fist stetig inx₀, wennlim_(x → x₀) f(x) = f(x₀)— der Grenzwert ist gleich dem Funktionswert.
x₀f(x₀) existiert (Funktionswert definiert)lim_(x → x₀) f(x) existiert (links- und rechtsseitiger Grenzwert gleich)lim_(x → x₀) f(x) = f(x₀)Verletzt eine dieser Bedingungen → Funktion ist UNSTETIG in x₀.
Beispiel: f(x) = (x² - 1)/(x - 1) ist in x = 1 nicht definiert (0/0).
Aber: lim_(x → 1) f(x) = lim_(x → 1) (x + 1) = 2.
Heben: definiere f(1) := 2. Dann stetig.
Beispiel: f(x) = 1 wenn x ≥ 0; 0 wenn x < 0 (Heaviside-Funktion).
lim_(x → 0⁻) f(x) = 0, lim_(x → 0⁺) f(x) = 1 — verschieden → SPRUNGSTELLE.
Beispiel: f(x) = 1/x in x = 0.
lim_(x → 0⁺) f(x) = +∞, lim_(x → 0⁻) f(x) = -∞ — Grenzwert nicht endlich.
Beispiel: f(x) = sin(1/x) bei x → 0 schwingt unendlich oft.
Immer stetig:
f(x) = axⁿ + bx^(n-1) + ... + csin(x), cos(x)e^xln(x) (auf x > 0)Stetig wo definiert:
P(x)/Q(x) stetig wo Q(x) ≠ 0tan(x) stetig wo cos(x) ≠ 0Wenn f und g stetig in x₀:
f + g, f - g, f · g sind stetigf / g ist stetig wo g(x₀) ≠ 0f ° g ist stetigWenn
fauf[a, b]stetig ist undf(a) < c < f(b), dann existiertξ ∈ (a, b)mitf(ξ) = c.
Anwendung: Nullstellen-Existenz. Wenn f stetig + f(a) < 0 + f(b) > 0 → es gibt eine Nullstelle in (a, b).
Klausur-Klassiker: "Zeige, dass f(x) = x⁵ + x - 1 eine Nullstelle in [0, 1] hat." → f(0) = -1 < 0, f(1) = 1 > 0, f stetig (Polynom) → ZWS gibt's eine.
Wenn
fauf[a, b](abgeschlossen + beschränkt) stetig ist, dann nimmtfihr Maximum und Minimum an.
Wichtig: auf (a, b) (offen) gilt das nicht (Bsp: f(x) = x auf (0, 1) hat kein Max).
ε-δ-Definition (formal)
fist stetig inx₀, wenn: Für jedesε > 0existiert einδ > 0sodass für allexmit|x - x₀| < δgilt:|f(x) - f(x₀)| < ε.
Klausur-relevant für reine Mathematiker. WInf-Klausur akzeptiert meist die Grenzwert-Definition.
Wichtig: Differenzierbar ⇒ Stetig, aber nicht umgekehrt.
Beispiel: f(x) = |x| ist STETIG in 0 (Wert = 0, beide Limites = 0), aber NICHT DIFFERENZIERBAR (Knick).
1. 3 Bedingungen für Stetigkeit: f(x₀) existiert, lim existiert, beide gleich.
2. Polynome, sin, cos, e^x überall stetig. Rationale Funktionen wo Nenner ≠ 0.
3. ZWS für Nullstellen-Existenz — f(a) < 0, f(b) > 0, stetig → Nullstelle.
4. Weierstraß: Max/Min auf abgeschlossenem Intervall. Nicht auf offenem.
5. Differenzierbar ⇒ Stetig, aber nicht umgekehrt. |x| ist Gegenbeispiel.
1. Lim und f(x_0) verwechseln. Beide müssen existieren UND gleich sein. Eine hebbare Lücke hat existenten Grenzwert aber nicht f(x₀).
2. Polstelle und Sprungstelle verwechseln. Sprung: zwei endliche Werte. Pol: Grenzwert ist ± ∞.
3. ZWS auch für nicht-stetige Funktionen anwenden. ZWS braucht Stetigkeit — sonst kann eine Nullstelle übersprungen werden.
4. Weierstraß auf offenes Intervall anwenden. Funktioniert NICHT. (0, 1) ist offen → f(x) = x erreicht ihr Supremum 1 nicht.
5. Stetig = differenzierbar annehmen. |x| ist Gegenbeispiel. Differenzierbar ist stärker.
Wähle eine Funktion und sieh:
Beobachte, welche Bedingung für Stetigkeit jeweils verletzt ist.
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Klausur-Tipp: Bei Stetigkeitsprüfungen IMMER alle 3 Bedingungen einzeln prüfen: (1) f(x₀) existiert? (2) Grenzwert existiert? (3) Beide gleich? Eine Bedingung verletzt → unstetig, dann den Typ benennen (hebbar/Sprung/Pol).
6 Aufgaben zu Stetigkeit, Unstetigkeitstypen, ZWS.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: `f(x₀)` existiert, `lim_(x → x₀) f(x)` existiert, beide gleich
Erklärung: Standard-Definition: 1) Funktionswert existiert, 2) Grenzwert existiert (beidseitig gleich), 3) Beide stimmen überein. Eine Verletzung → Unstetigkeitstyp identifizieren.
Antwort: Hebbare Lücke (Limes existiert, aber `f(2)` nicht)
Erklärung: `f(2) = 0/0` nicht definiert. Aber Limes: `lim_(x → 2) ((x-2)(x+2))/(x-2) = lim_(x → 2)(x+2) = 4`. Hebbare Lücke: definiere `f(2) := 4` → stetig.
Antwort: Wahr
Erklärung: RICHTIG. Polynome (`axⁿ + ... + c`) sind auf ganz `ℝ` stetig. Auch `sin`, `cos`, `e^x` sind überall stetig. Rationale Funktionen sind stetig wo Nenner ≠ 0.
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: Wenn `f` stetig auf `[a,b]` und `f(a) < c < f(b)`, dann existiert `ξ ∈ (a,b)` mit `f(ξ) = c`
Erklärung: Zwischenwertsatz (ZWS): Stetige Funktion auf abgeschlossenem Intervall nimmt jeden Wert zwischen `f(a)` und `f(b)` an. Klassische Anwendung: Nullstellen-Existenz.
Richtige Antworten: Sprungstelle: links- und rechtsseitiger Grenzwert sind verschieden (beide endlich); Polstelle: Grenzwert ist `± ∞`; Hebbare Lücke kann durch Redefinition von `f(x₀)` stetig gemacht werden; Differenzierbar impliziert stetig; `|x|` ist stetig aber nicht differenzierbar in 0
Erklärung: Richtig: Sprung-Definition, Pol-Definition, Hebbar, diff→stetig, `|x|`-Beispiel. Falsch: stetig → diff ist NICHT korrekt (siehe `|x|`). Differenzierbarkeit ist STÄRKERE Eigenschaft.
Typ: Multi-Select
Zuordnungen:
Erklärung: 4 Standard-Unstetigkeitstypen. Klausur-Pflicht: Beispiel + Typ erkennen.
Typ: Zuordnung
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: Ja: `f(0) = -1 < 0`, `f(1) = 1 > 0`, `f` stetig (Polynom)
Erklärung: Klassische ZWS-Anwendung: Polynom ist stetig. `f(0) = -1`, `f(1) = 1`. Da `f` stetig und `f(0) < 0 < f(1)`, gibt es ein `ξ ∈ (0, 1)` mit `f(ξ) = 0`.
Antwort: Wahr
Erklärung: RICHTIG. Weierstraß: stetig + abgeschlossen + beschränkt = Max/Min existiert + wird angenommen. Auf offenem Intervall `(a,b)` kann Supremum nicht erreicht werden (Bsp: `f(x) = x` auf `(0,1)`).
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: `f(x) = 1/x`
Erklärung: `1/x` ist in `x = 0` nicht definiert → Polstelle (nicht stetig auf ganz `ℝ`). Polynome, Sinus und `e^x` sind überall stetig.
Antwort: Bei `x = 1` und `x = -1` (Polstellen)
Erklärung: Rationale Funktion unstetig wo Nenner = 0. `x² - 1 = 0 ⇔ x = ± 1`. Bei beiden Stellen Polstellen (Limes wird `± ∞`).
Lösungen pro Lücke:
Erklärung: Stetigkeits-Vokabular. 3 Bedingungen + 2 Unstetigkeitstypen (Sprung-/Polstelle).
Typ: Lückentext
Richtige Reihenfolge:
Erklärung: Standard-Stetigkeitsprüfung. 3 Bedingungen sequenziell prüfen, bei Bedarf Unstetigkeitstyp benennen.
Typ: Reihenfolge