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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Syntax: 5 Bausteine
  • Beispiele für Formeln
  • Quantor-Regeln
  • Freie und gebundene Variablen
  • Modellierungs-Beispiele
  • Interpretation / Modell
  • Gültigkeit + Erfüllbarkeit
  • Klausur-Faustregeln
  • Häufige Stolpersteine
ThemenMathematikPrädikatenlogik 1. Stufe
Mathematik·4Lerneinheiten·21min·Stand17.07.2026

Prädikatenlogik 1. Stufe.

Aussagenlogik kann nur konkrete Sätze. Prädikatenlogik kann Aussagen über Objekte und ihre Beziehungen. Klausurpflicht in 9/15 Modellierungs-Modulen.

Prädikatenlogik 1. Stufe (First-Order Logic, FOL): Erweiterung der Aussagenlogik um Quantoren (∀, ∃) und Prädikate (Eigenschaften / Beziehungen mit Variablen).

1. Konstanten (Individuen)

Konkrete Objekte: Peter\text{Peter}Peter, Berlin\text{Berlin}Berlin, 424242.

2. Variablen

Platzhalter für Objekte: x,y,z,...x, y, z, ...x,y,z,.... Meist Kleinbuchstaben.

3. Prädikate (Eigenschaften / Beziehungen)

Großbuchstaben mit Argumenten:

  • Mensch(x)\text{Mensch}(x)Mensch(x), einstellig: "x ist ein Mensch"
  • Liebt(x,y)\text{Liebt}(x, y)Liebt(x,y), zweistellig: "x liebt y"
  • Zwischen(x,y,z)\text{Zwischen}(x, y, z)Zwischen(x,y,z), dreistellig

4. Junktoren (wie Aussagenlogik)

¬\neg¬ (nicht), ∧\land∧ (und), ∨\lor∨ (oder), →\to→ (impliziert), ↔\leftrightarrow↔ (genau dann wenn).

5. Quantoren

  • Allquantor ∀\forall∀: "für alle"
  • Existenzquantor ∃\exists∃: "es existiert mindestens ein"

Einfache Aussagen

DeutschFormel
Alle Menschen sind sterblich∀x(Mensch(x)→Sterblich(x))\forall x (\text{Mensch}(x) \to \text{Sterblich}(x))∀x(Mensch(x)→Sterblich(x))
Es gibt einen sterblichen Menschen∃x(Mensch(x)∧Sterblich(x))\exists x (\text{Mensch}(x) \land \text{Sterblich}(x))∃x(Mensch(x)∧Sterblich(x))
Peter ist ein Mensch und sterblichMensch(Peter)∧Sterblich(Peter)\text{Mensch}(\text{Peter}) \land \text{Sterblich}(\text{Peter})Mensch(Peter)∧Sterblich(Peter)

Verschachtelte Quantoren

Reihenfolge ist wichtig!

FormelBedeutung
∀x∃y  Vater(y,x)\forall x \exists y \;\text{Vater}(y, x)∀x∃yVater(y,x)Jeder Mensch hat (mindestens) einen Vater.
∃y∀x  Vater(y,x)\exists y \forall x \;\text{Vater}(y, x)∃y∀xVater(y,x)Es gibt EINEN Vater von ALLEN, Adam!

Beide Aussagen sind verschieden! ∀∃ ≠ ∃∀ im Allgemeinen.

Allquantor ∀

∀x  P(x)ist wahr, wenn P(a) wahr ist fu¨r ALLE a in der Doma¨ne.\forall x \;P(x) \quad \text{ist wahr, wenn } P(a) \text{ wahr ist für ALLE } a \text{ in der Domäne.}∀xP(x)ist wahr, wenn P(a) wahr ist fu¨r ALLE a in der Doma¨ne.

Falsifikation: Zeige EIN Gegenbeispiel.

Existenzquantor ∃

∃x  P(x)ist wahr, wenn P(a) wahr ist fu¨r MINDESTENS EIN a.\exists x \;P(x) \quad \text{ist wahr, wenn } P(a) \text{ wahr ist für MINDESTENS EIN } a.∃xP(x)ist wahr, wenn P(a) wahr ist fu¨r MINDESTENS EIN a.

Beweis: Konstruiere ein Beispiel.

De Morgan für Quantoren

¬(∀x  P(x))≡∃x  ¬P(x)\neg(\forall x \;P(x)) \equiv \exists x \;\neg P(x)¬(∀xP(x))≡∃x¬P(x) ¬(∃x  P(x))≡∀x  ¬P(x)\neg(\exists x \;P(x)) \equiv \forall x \;\neg P(x)¬(∃xP(x))≡∀x¬P(x)

"Nicht alle" = "Es gibt einen, der nicht". "Nicht existiert" = "für alle gilt nicht".

Eine Variable ist:

  • Gebunden, wenn sie durch einen Quantor eingeführt wird.
  • Frei, wenn sie nicht gebunden ist.

Beispiel:

∀x  Liebt(x,y)⏟x gebunden,y frei\forall x \;\underbrace{\text{Liebt}(x, y)}_{x \text{ gebunden}, y \text{ frei}}∀xx gebunden,y freiLiebt(x,y)​​

Eine Formel ohne freie Variablen heißt Satz (Sentence), kann nur wahr oder falsch sein.

Familien-Beziehungen

  • "x ist Elternteil von y": Eltern(x,y)\text{Eltern}(x, y)Eltern(x,y)
  • "x ist Geschwister von y": ∃z  (Eltern(z,x)∧Eltern(z,y)∧x≠y)\exists z \;(\text{Eltern}(z, x) \land \text{Eltern}(z, y) \land x \neq y)∃z(Eltern(z,x)∧Eltern(z,y)∧x=y)
  • "x ist Großeltern von y": ∃z  (Eltern(x,z)∧Eltern(z,y))\exists z \;(\text{Eltern}(x, z) \land \text{Eltern}(z, y))∃z(Eltern(x,z)∧Eltern(z,y))

Zahlen

  • "x ist gerade": ∃k  (x=2k)\exists k \;(x = 2k)∃k(x=2k)
  • "x ist prim": x>1∧∀a∀b  (x=a⋅b→a=1∨b=1)x > 1 \land \forall a \forall b \;(x = a \cdot b \to a = 1 \lor b = 1)x>1∧∀a∀b(x=a⋅b→a=1∨b=1)

Graphen

  • "Es gibt eine Kante zwischen x und y": Edge(x,y)\text{Edge}(x, y)Edge(x,y)
  • "Knoten x ist erreichbar von y": Path(y,x)\text{Path}(y, x)Path(y,x) (transitive Hülle)

Ein Modell MMM besteht aus:

  1. Domäne DDD, Menge von Objekten
  2. Interpretation der Konstanten, z.B. PeterM\text{Peter}^MPeterM ist ein bestimmtes Element in DDD
  3. Interpretation der Prädikate, z.B. MenschM⊆D\text{Mensch}^M \subseteq DMenschM⊆D ist die Menge der Menschen

Eine Formel ist wahr im Modell, wenn sie sich gemäß MMM als wahre Aussage interpretieren lässt.

BegriffBedeutung
Erfüllbar (Satisfiable)Existiert ein Modell, in dem Formel wahr ist
Allgemeingültig (Valid)Wahr in JEDEM Modell, Tautologie
Widerspruch (Contradictory)Wahr in KEINEM Modell, Antinomie
KontingentWahr in manchen, falsch in anderen Modellen

Entscheidbarkeit: Aussagenlogik ist entscheidbar. Prädikatenlogik 1. Stufe ist nur semi-entscheidbar, es gibt keinen Algorithmus, der für jede Formel die Gültigkeit in endlicher Zeit feststellt (Church 1936, Turing 1936).

1. Großbuchstaben für Prädikate, Kleinbuchstaben für Variablen. Konstanten oft mit konkreten Namen.

2. Quantor-Reihenfolge wichtig: ∀∃ ≠ ∃∀.

3. De Morgan für Quantoren: ¬∀ ⇔ ∃¬, ¬∃ ⇔ ∀¬.

4. Implikation in ∀ häufig: "Alle X sind Y" = ∀x (X(x) → Y(x)).

5. Konjunktion in ∃ häufig: "Es gibt ein X, das Y ist" = ∃x (X(x) ∧ Y(x)).

6. Prädikatenlogik 1. Stufe ist nur semi-entscheidbar. Keine Algorithmus für allgemeine Gültigkeit.

1. ∀∃ mit ∃∀ verwechseln. "Jeder hat einen Vater" vs. "Es gibt einen Vater aller". Unterschiedliche Bedeutungen.

2. Implikation in ∃-Aussagen. "Es gibt einen X mit Y" → falsch wäre ∃x (X(x) → Y(x)). Richtig: ∃x (X(x) ∧ Y(x)).

3. Vergessen, Variablen zu binden. Formeln mit freien Variablen sind keine Sätze und können nicht uneingeschränkt wahr/falsch sein.

4. Negation falsch transformieren. Bei ¬(∀x P(x) → Q(x)) muss man umformen: ¬(∀x (¬P(x) ∨ Q(x))) ⇔ ∃x (P(x) ∧ ¬Q(x)).

5. Mehrstellige Prädikate Argumente vertauschen. Liebt(Peter, Maria) ≠ Liebt(Maria, Peter). Reihenfolge ist semantisch wichtig.

6. Annahme dass FOL alles ausdrücken kann. Falsch, manche Aussagen brauchen Logik höherer Stufe (z.B. Induktions-Prinzip in der Arithmetik).

5 Beispiel-Formeln mit Highlighting: Quantoren (rot/akzent), Prädikate (fett), Variablen (kursiv). Toggle zwischen den Beispielen für Detail-Interpretation.

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Klausur-Tipp: Bei "Formalisieren Sie die Aussage" IMMER schrittweise: 1) Welche Objekte/Konstanten sind beteiligt? 2) Welche Prädikate (Eigenschaften/Beziehungen)? 3) Welcher Quantor passt (alle/manche/genau einer)? 4) Junktoren (→ bei "wenn-dann", ∧ bei "und"). Bei "es gibt X, das Y ist" IMMER ∃x (X(x) ∧ Y(x)), nicht →!

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  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Aussagenlogik kann nur konkrete Sätze. Prädikatenlogik kann Aussagen über Objekte und ihre Beziehungen. Klausurpflicht in 9/15 Modellierungs-Modulen.

Die Idee in einem Satz

Prädikatenlogik 1. Stufe (First-Order Logic, FOL): Erweiterung der Aussagenlogik um Quantoren (∀, ∃) und Prädikate (Eigenschaften / Beziehungen mit Variablen).

Syntax: 5 Bausteine

1. Konstanten (Individuen)

Konkrete Objekte: Peter, Berlin, 42.

2. Variablen

Platzhalter für Objekte: x, y, z, .... Meist Kleinbuchstaben.

3. Prädikate (Eigenschaften / Beziehungen)

Großbuchstaben mit Argumenten:

  • Mensch(x), einstellig: "x ist ein Mensch"
  • Liebt(x, y), zweistellig: "x liebt y"
  • Zwischen(x, y, z), dreistellig
4. Junktoren (wie Aussagenlogik)

neg (nicht), land (und), lor (oder), → (impliziert), ↔ (genau dann wenn).

5. Quantoren
  • Allquantor ∀: "für alle"
  • Existenzquantor ∃: "es existiert mindestens ein"

Beispiele für Formeln

Einfache Aussagen
DeutschFormel
Alle Menschen sind sterblich∀ x (Mensch(x) → Sterblich(x))
Es gibt einen sterblichen Menschen∃ x (Mensch(x) land Sterblich(x))
Peter ist ein Mensch und sterblichMensch(Peter) land Sterblich(Peter)
Verschachtelte Quantoren

Reihenfolge ist wichtig!

FormelBedeutung
∀ x ∃ y Vater(y, x)Jeder Mensch hat (mindestens) einen Vater.
∃ y ∀ x Vater(y, x)Es gibt EINEN Vater von ALLEN, Adam!

Beide Aussagen sind verschieden! ∀∃ ≠ ∃∀ im Allgemeinen.

Quantor-Regeln

Allquantor ∀

∀ x P(x) ist wahr, wenn P(a) wahr ist für ALLE a in der Domäne.

Falsifikation: Zeige EIN Gegenbeispiel.

Existenzquantor ∃

∃ x P(x) ist wahr, wenn P(a) wahr ist für MINDESTENS EIN a.

Beweis: Konstruiere ein Beispiel.

De Morgan für Quantoren

neg(∀ x P(x)) ≡ ∃ x neg P(x) neg(∃ x P(x)) ≡ ∀ x neg P(x)

"Nicht alle" = "Es gibt einen, der nicht". "Nicht existiert" = "für alle gilt nicht".

Freie und gebundene Variablen

Eine Variable ist:

  • Gebunden, wenn sie durch einen Quantor eingeführt wird.
  • Frei, wenn sie nicht gebunden ist.

Beispiel: ∀ x underbraceLiebt(x, y)_(x gebunden, y frei)

Eine Formel ohne freie Variablen heißt Satz (Sentence), kann nur wahr oder falsch sein.

Modellierungs-Beispiele

Familien-Beziehungen
  • "x ist Elternteil von y": Eltern(x, y)
  • "x ist Geschwister von y": ∃ z (Eltern(z, x) land Eltern(z, y) land x ≠ y)
  • "x ist Großeltern von y": ∃ z (Eltern(x, z) land Eltern(z, y))
Zahlen
  • "x ist gerade": ∃ k (x = 2k)
  • "x ist prim": x > 1 land ∀ a ∀ b (x = a · b → a = 1 lor b = 1)
Graphen
  • "Es gibt eine Kante zwischen x und y": Edge(x, y)
  • "Knoten x ist erreichbar von y": Path(y, x) (transitive Hülle)

Interpretation / Modell

Ein Modell M besteht aus:

  1. Domäne D, Menge von Objekten
  2. Interpretation der Konstanten, z.B. Peter^M ist ein bestimmtes Element in D
  3. Interpretation der Prädikate, z.B. Mensch^M ⊆ D ist die Menge der Menschen

Eine Formel ist wahr im Modell, wenn sie sich gemäß M als wahre Aussage interpretieren lässt.

Gültigkeit + Erfüllbarkeit

BegriffBedeutung
Erfüllbar (Satisfiable)Existiert ein Modell, in dem Formel wahr ist
Allgemeingültig (Valid)Wahr in JEDEM Modell, Tautologie
Widerspruch (Contradictory)Wahr in KEINEM Modell, Antinomie
KontingentWahr in manchen, falsch in anderen Modellen

Entscheidbarkeit: Aussagenlogik ist entscheidbar. Prädikatenlogik 1. Stufe ist nur semi-entscheidbar, es gibt keinen Algorithmus, der für jede Formel die Gültigkeit in endlicher Zeit feststellt (Church 1936, Turing 1936).

Klausur-Faustregeln

1. Großbuchstaben für Prädikate, Kleinbuchstaben für Variablen. Konstanten oft mit konkreten Namen.

2. Quantor-Reihenfolge wichtig: ∀∃ ≠ ∃∀.

3. De Morgan für Quantoren: ¬∀ ⇔ ∃¬, ¬∃ ⇔ ∀¬.

4. Implikation in ∀ häufig: "Alle X sind Y" = ∀x (X(x) → Y(x)).

5. Konjunktion in ∃ häufig: "Es gibt ein X, das Y ist" = ∃x (X(x) ∧ Y(x)).

6. Prädikatenlogik 1. Stufe ist nur semi-entscheidbar. Keine Algorithmus für allgemeine Gültigkeit.

Häufige Stolpersteine

1. ∀∃ mit ∃∀ verwechseln. "Jeder hat einen Vater" vs. "Es gibt einen Vater aller". Unterschiedliche Bedeutungen.

2. Implikation in ∃-Aussagen. "Es gibt einen X mit Y" → falsch wäre ∃x (X(x) → Y(x)). Richtig: ∃x (X(x) ∧ Y(x)).

3. Vergessen, Variablen zu binden. Formeln mit freien Variablen sind keine Sätze und können nicht uneingeschränkt wahr/falsch sein.

4. Negation falsch transformieren. Bei ¬(∀x P(x) → Q(x)) muss man umformen: ¬(∀x (¬P(x) ∨ Q(x))) ⇔ ∃x (P(x) ∧ ¬Q(x)).

5. Mehrstellige Prädikate Argumente vertauschen. Liebt(Peter, Maria) ≠ Liebt(Maria, Peter). Reihenfolge ist semantisch wichtig.

6. Annahme dass FOL alles ausdrücken kann. Falsch, manche Aussagen brauchen Logik höherer Stufe (z.B. Induktions-Prinzip in der Arithmetik).

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Prädikatenlogik-Explorer

5 Beispiel-Formeln mit Highlighting: Quantoren (rot/akzent), Prädikate (fett), Variablen (kursiv). Toggle zwischen den Beispielen für Detail-Interpretation.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei "Formalisieren Sie die Aussage" IMMER schrittweise: 1) Welche Objekte/Konstanten sind beteiligt? 2) Welche Prädikate (Eigenschaften/Beziehungen)? 3) Welcher Quantor passt (alle/manche/genau einer)? 4) Junktoren (→ bei "wenn-dann", ∧ bei "und"). Bei "es gibt X, das Y ist" IMMER ∃x (X(x) ∧ Y(x)), nicht →!

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Prädikatenlogik, Praxis-Übung

6 Aufgaben zu Formalisierung, Quantoren und De Morgan.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Welche Aussage modelliert 'Alle Menschen sind sterblich' korrekt?

Antwort: ∀x (Mensch(x) → Sterblich(x))

Erklärung: Standard-Muster für 'Alle X sind Y': ∀x (X(x) → Y(x)). Antwort A würde sagen: 'Alle Objekte sind Menschen UND sterblich', falsch (nicht alle sind Menschen). Antwort C ist Existenz-Aussage. Antwort D fehlt Klammerung. Klausur-Klassiker: 'Alle X sind Y' = Implikation in ∀.

F2.Welche Aussage modelliert 'Es gibt einen Studenten, der Mathe mag' korrekt?

Antwort: ∃x (Student(x) ∧ MagMathe(x))

Erklärung: Standard-Muster für 'Es gibt X, das Y ist': ∃x (X(x) ∧ Y(x)). Antwort A wäre falsch: ∃x (Student(x) → MagMathe(x)) ist trivial wahr (jedes Nicht-Student-Objekt erfüllt die Implikation). Klausur-Falle: → in ∃ ist falsch, ∧ ist richtig. Umgekehrt: → in ∀ ist richtig.

F3.Ordne Quantor-Konstellation der Bedeutung zu.

Zuordnungen:

  • ∀x ∃y Vater(y, x) → Jeder hat einen Vater (verschieden je nach Person)
  • ∃y ∀x Vater(y, x) → EIN gemeinsamer Vater aller (Adam)
  • ∀x ∀y Liebt(x, y) → Jeder liebt jeden
  • ∃x ∀y Liebt(x, y) → Es gibt jemand, der alle liebt

Erklärung: Quantor-Reihenfolge wichtig: ∀∃ ≠ ∃∀. ∀x ∃y P(x, y): für jedes x ein anderes y möglich. ∃y ∀x P(x, y): ein FESTES y für alle x. ∀∀ und ∃∃ sind kommutativ, Reihenfolge egal.

Typ: Zuordnung

F4.Wie negiert man ∀x P(x) korrekt (De Morgan)?

Antwort: ¬∀x P(x) ⇔ ∃x ¬P(x)

Erklärung: De Morgan für Quantoren: ¬∀x P(x) ⇔ ∃x ¬P(x). 'Nicht alle erfüllen P' bedeutet 'Es gibt mindestens einen, der P nicht erfüllt'. Analog ¬∃x P(x) ⇔ ∀x ¬P(x). Klausur-Klassiker bei Beweisen + logischen Umformungen.

F5.Die Aussagen ∀x ∃y P(x, y) und ∃y ∀x P(x, y) sind logisch äquivalent.

Antwort: Falsch

Erklärung: FALSCH. ∀x ∃y P(x, y) erlaubt unterschiedliche y für unterschiedliche x. ∃y ∀x P(x, y) verlangt ein FESTES y, das für alle x funktioniert. Beispiel mit P(x, y) = 'y > x' in ℕ: ∀x ∃y wahr (zu jedem x gibt es größeres y). ∃y ∀x falsch (kein y ist größer als ALLE x). ∀∃ ist schwächer als ∃∀. Klausur-Falle.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Was bedeutet 'Prädikatenlogik 1. Stufe ist semi-entscheidbar'?

Antwort: Es gibt einen Algorithmus, der gültige Formeln bestätigt (positiv halt), aber nicht-gültige nicht zwingend in endlicher Zeit ablehnt

Erklärung: Semi-Entscheidbarkeit (Church 1936, Turing 1936): Für gültige FOL-Formeln existiert Beweis-Verfahren, das in endlicher Zeit JA sagt. Für nicht-gültige Formeln kann der Algorithmus aber unendlich lange laufen. Daher: FOL ist semi-entscheidbar, aber NICHT entscheidbar. Aussagenlogik ist im Gegensatz dazu vollständig entscheidbar (Wahrheits-Tabelle).

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Prädikatenlogik, Klausur-Quiz

6 typische Klausurfragen zu Syntax, Semantik und Entscheidbarkeit.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Was ist der Unterschied zwischen Aussagenlogik und Prädikatenlogik 1. Stufe?

Antwort: Prädikatenlogik kennt Quantoren (∀, ∃) und Prädikate mit Variablen; Aussagenlogik nur konkrete Aussagen

Erklärung: Aussagenlogik: nur konkrete Aussagen (A, B, ...) mit Junktoren (∧, ∨, ¬, →). Prädikatenlogik 1. Stufe: Erweiterung um Quantoren (∀, ∃), Prädikate (P(x)), Variablen, Konstanten. Damit kann Prädikatenlogik viel reichhaltigere Strukturen modellieren, Klausur-Standard-Vergleich.

F2.Welches Symbol ist der Existenzquantor in der Prädikatenlogik?

Antwort: ∃

Erklärung: Existenzquantor: ∃ (umgekehrtes E für 'Es existiert'). Allquantor: ∀ (umgekehrtes A für 'Für Alle'). →: Implikation. ⊕: XOR (Exklusiv-Oder). Klausur-Standard.

F3.In der Prädikatenlogik haben Variablen, die unter einem Quantor stehen, den Status {{1}}. Ohne Quantor sind sie {{2}}. Eine Formel ohne freie Variablen heißt {{3}}. De-Morgan-Regel: ¬∀x P(x) ⇔ {{4}} ¬P(x).

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: gebunden
  • {{2}}: frei
  • {{3}}: Satz / Sentence
  • {{4}}: ∃x / ∃

Erklärung: Gebundene Variable: unter Quantor (∀x, ∃x). Freie Variable: ohne Quantor, Formel kann ohne Belegung nicht wahr/falsch sein. Satz: alle Variablen gebunden, also abgeschlossen. De Morgan: ¬∀ ⇔ ∃¬, ¬∃ ⇔ ∀¬. Diese Konzepte sind FOL-Pflichtwissen.

Typ: Lückentext

F4.Bringe die 4 Stufen der Logik-Hierarchie in aufsteigender Ausdrucksstärke.

Richtige Reihenfolge:

  1. Aussagenlogik (nur Junktoren)
  2. Prädikatenlogik 1. Stufe (Quantoren über Objekte)
  3. Logik 2. Stufe (Quantifizierung über Prädikate)
  4. Höhere Logiken (HOL)

Erklärung: Hierarchie: Aussagenlogik (entscheidbar, Wahrheits-Tabelle) → Prädikatenlogik 1. Stufe (semi-entscheidbar, ∀x über Objekte) → 2. Stufe (∀P über Prädikate, z.B. Induktion in Arithmetik) → höhere Logiken. Je mächtiger, desto weniger entscheidbar. Praxis-Standard: FOL als Compromise zwischen Ausdrucksstärke und Entscheidbarkeit.

Typ: Reihenfolge

F5.Wann ist eine Formel der Prädikatenlogik 1. Stufe ALLGEMEINGÜLTIG (Valid)?

Antwort: Wenn sie in JEDEM Modell wahr ist

Erklärung: Allgemeingültig (Valid) = wahr in JEDEM Modell, eine Tautologie der Prädikatenlogik. Beispiel: ∀x (P(x) ∨ ¬P(x)) (Tertium non datur). Erfüllbar = wahr in MINDESTENS EINEM Modell. Widerspruch = wahr in KEINEM Modell. Klausur-Standard.

F6.Die Prädikatenlogik 1. Stufe ist semi-entscheidbar, es gibt einen Algorithmus, der gültige Formeln bestätigt, aber nicht-gültige Formeln können unendlich lange im Algorithmus laufen.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Church 1936 + Turing 1936 zeigten: die Gültigkeit in FOL ist semi-entscheidbar (recursively enumerable). Für gültige Formeln gibt es einen vollständigen Beweis-Algorithmus (z.B. Resolution). Für nicht-gültige Formeln kann der Algorithmus aber unendlich lange laufen. Konsequenz: kein Algorithmus, der für JEDE Formel die Gültigkeit in endlicher Zeit entscheidet. Aussagenlogik ist dagegen vollständig entscheidbar (Wahrheits-Tabelle).

Typ: Wahr/Falsch

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