Negation: ¬A
Macht aus wahr falsch und umgekehrt.
Beispiel: "Es regnet." → ¬"Es regnet" = "Es regnet nicht."
Konjunktion (UND): A ∧ B
Wahr genau dann, wenn beide wahr sind.
Beispiel: "Es regnet UND es ist kalt.", nur wahr wenn beides zutrifft.
Disjunktion (ODER): A ∨ B
Wahr wenn mindestens eine wahr ist. Achtung: in der Mathematik ist "oder" ein inklusives oder, beide dürfen wahr sein!
Beispiel: "Du nimmst Kaffee oder Tee." Mathematisch: beides ist auch erlaubt. Im Alltag meinen wir oft "entweder oder" (XOR), das ist ein anderer Operator.
Implikation: A → B
"Wenn A, dann B." Hier wird's interessant, und Klausurfallen gibt es viele.
Was zur Hölle? A falsch → B → trotzdem wahr?
Lass uns das langsam angehen. Stell dir vor du sagst: "Wenn es regnet, dann nehme ich einen Schirm." (A = "es regnet", B = "ich nehme Schirm")
- Es regnet (A wahr) und du nimmst Schirm (B wahr) → Aussage wahr ✓
- Es regnet (A wahr) aber du nimmst keinen Schirm (B falsch) → Aussage falsch, du hast gelogen ✗
- Es regnet nicht (A falsch) und du nimmst trotzdem Schirm (B wahr) → Aussage nicht widerlegt, also wahr ✓
- Es regnet nicht (A falsch) und du nimmst keinen Schirm (B falsch) → Aussage nicht widerlegt, also wahr ✓
Eine Implikation ist nur dann falsch, wenn die Voraussetzung wahr und die Folgerung falsch ist.
Mit anderen Worten: Wenn A falsch ist, wird die Wenn-dann-Aussage gar nicht erst geprüft, sie kann nicht "verletzt" werden. Deshalb gilt A → B in der klassischen Aussagenlogik als wahr. Das nennt man vakuose Wahrheit. (Nicht zu verwechseln mit ex falso quodlibet, das ist eine Inferenzregel der klassischen Logik, die besagt, dass aus einem Widerspruch jede Aussage abgeleitet werden kann; ein anderes Konzept.)
Biimplikation: A ↔ B
"A genau dann, wenn B." Beide müssen den gleichen Wahrheitswert haben.
Beispiel: "Du bekommst eine 1, genau dann wenn du 90+ Punkte hast." Wahr nur wenn beide zutreffen oder beide nicht.