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Die Umsatzsteuer (USt, "Mehrwertsteuer") ist eine durchlaufende Steuer für Unternehmen, sie wird vom Endkunden gezahlt, das Unternehmen reicht sie an das Finanzamt weiter. Auf Eingangsrechnungen ist sie für das Unternehmen die "Vorsteuer", auf Ausgangsrechnungen die "Umsatzsteuer". Die Differenz ist die Zahllast (oder ein Vorsteuer-Überhang).
Was du in der Klausur können musst:
In Klausuren oft gefragt: Bilde den Buchungssatz für diese Rechnung und Berechne die Zahllast am Monatsende. Pflicht-Aufgabe in BWL-1 und WI-1.
Spiel: rechne Brutto 119 € auf Netto zurück bei 19 % USt. Resultat: 100 €. Falle: NICHT 119 · 0,81 = 96,39 €. Richtig: 119 / 1,19 = 100 €.
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Die Umsatzsteuer (USt, "Mehrwertsteuer") ist eine durchlaufende Steuer für Unternehmen, sie wird vom Endkunden gezahlt, das Unternehmen reicht sie an das Finanzamt weiter. Auf Eingangsrechnungen ist sie für das Unternehmen die "Vorsteuer", auf Ausgangsrechnungen die "Umsatzsteuer". Die Differenz ist die Zahllast (oder ein Vorsteuer-Überhang).
Was du in der Klausur können musst:
In Klausuren oft gefragt: Bilde den Buchungssatz für diese Rechnung und Berechne die Zahllast am Monatsende. Pflicht-Aufgabe in BWL-1 und WI-1.
Stell dir vor, du kaufst eine Maschine für 10.000 € netto:
Wenn du dann ein Produkt für 15.000 € netto verkaufst:
Zahllast = Umsatzsteuer (an FA) − Vorsteuer (vom FA zurück) = 2.850 − 1.900 = 950 €
Das musst du an das Finanzamt überweisen. Wenn die Vorsteuer höher als die USt wäre (z.B. Investitions-Monat), bekommst du eine Erstattung.
Du bekommst eine Rechnung über netto 10.000 € + 1.900 € USt. Buchung:
Soll Haben
Maschinen 10.000 €
Vorsteuer 1.900 €
Verbindlichkeiten 11.900 €
Du stellst eine Rechnung über netto 15.000 € + 2.850 € USt. Buchung:
Soll Haben
Forderungen 17.850 €
Umsatzerlöse 15.000 €
Umsatzsteuer 2.850 €
Die Konten Vorsteuer und Umsatzsteuer werden gegeneinander aufgerechnet. Die Differenz wird als Zahllast (oder Erstattung) gegenüber dem Finanzamt gebucht.
Soll Haben
Umsatzsteuer 2.850 €
Vorsteuer 1.900 €
Verbindlichkeiten FA 950 €
Die Verbindlichkeit gegenüber dem FA wird im nächsten Schritt per Bank überwiesen:
Verbindlichkeiten FA 950 € an Bank 950 €
| Kategorie | Satz / Status | Beispiele |
|---|---|---|
| Regelsatz | 19 % | Maschinen, Software, Dienstleistungen, Restaurant-Getränke (auch Wein, Bier, Limo) |
| Ermäßigter Satz | 7 % | Lebensmittel, Bücher, Zeitschriften, ÖPNV, Kultur, Restaurant-Speisen (Stand 2026) |
| Steuerfrei mit Vorsteuerabzug | § 4 Nr. 1 UStG | Ausfuhrlieferungen (Export ins Drittland), innergemeinschaftliche Lieferungen, Vorsteuer aus Eingangsrechnungen bleibt abziehbar |
| Steuerfrei ohne Vorsteuerabzug | § 4 Nr. 8–28 UStG | Heilbehandlungen durch Ärzte/Therapeuten, Vermietung von Wohnraum, Versicherungen, Bankleistungen, Vorsteuerabzug gesperrt |
Wichtig, "0 %" ≠ "steuerfrei": Im UStG gibt es keinen "Nullsteuersatz" für Heilbehandlungen oder Vermietung, diese Leistungen sind steuerfrei (§ 4 UStG). Der Unterschied ist klausur- und prüfungsrelevant: bei steuerfrei mit Vorsteuerabzug (Export, innergemeinschaftliche Lieferung) bleibt die Vorsteuer aus eingehenden Rechnungen abziehbar; bei steuerfrei ohne Vorsteuerabzug (Heilbehandlung, Wohnraummiete) verliert man den Vorsteuerabzug.
Restaurant-Falle (Stand 2026): Speisen 7 %, Getränke 19 %. Die 7 %-Regelung für Speisen war zunächst befristet (COVID-Maßnahme), wurde aber wieder eingeführt, Klausuren orientieren sich am angegebenen Stichtag. Immer den in der Aufgabe vorgegebenen Satz nehmen.
Netto → Brutto:
Brutto = Netto · (1 + USt-Satz)
z.B. 100 € netto bei 19 %: 100 · 1,19 = 119 € brutto
Brutto → Netto:
Netto = Brutto/(1 + USt-Satz)
z.B. 119 € brutto bei 19 %: 119 / 1,19 = 100 € netto
Klausur-Hinweis: vorsicht bei der USt-Berechnung aus dem Brutto. NICHT einfach 19 % vom Brutto abziehen! 119 · 0,19 = 22,61 € (falsch). Richtig: 119 / 1,19 · 0,19 = 19,00 €.
Drei Schritte zur USt-Buchung:
- Eingangs- oder Ausgangsrechnung? → Vorsteuer (Aktiv) oder USt (Passiv)
- Brutto, Netto, USt klar trennen
- Buchungssatz mit allen 3 Werten formulieren
Vorsteuer ist KEIN Aufwand. Sie ist ein Aktiv-Konto (Forderung gegen FA). Auch wenn 19 % USt in der Rechnung stehen, der Aufwand ist nur das Netto.
Skonto bei USt: Skonto wird vom Brutto abgezogen, aber sowohl USt als auch Netto müssen entsprechend gemindert werden. Klausur-Klassiker mit Stolperstein.
Probiere typische USt-Berechnungen: Netto → Brutto, Brutto → Netto, Buchungssatz für Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Zahllast am Monatsende.
Interaktive Visualisierung
Umsatzsteuer-Rechner mit Vorsteuer, Umsatzsteuer und Zahllast.
Spiel: rechne Brutto 119 € auf Netto zurück bei 19 % USt. Resultat: 100 €. Falle: NICHT 119 · 0,81 = 96,39 €. Richtig: 119 / 1,19 = 100 €.
Klausur-typische Berechnungen: Brutto, Netto, USt-Betrag, Zahllast.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: 952 € (Toleranz ±0.01)
Erklärung: Brutto = Netto × (1 + USt) = 800 × 1,19 = 952 €. Davon sind 152 € USt.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 500 € (Toleranz ±0.01)
Erklärung: Netto = Brutto / (1 + USt) = 595 / 1,19 = 500 €. NICHT 595 × 0,81 (falsche Methode).
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 47.5 € (Toleranz ±0.01)
Erklärung: USt = Netto × USt-Satz = 250 × 0,19 = 47,50 €. Brutto wäre 297,50 €.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 1900 €
Erklärung: Zahllast = USt − Vorsteuer = 5.700 − 3.800 = 1.900 €. Wenn Vorsteuer höher wäre als USt, gäbe es eine Erstattung.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: Falsch
Erklärung: FALSCH. Vorsteuer ist ein Aktiv-Konto (Forderung gegen das Finanzamt). Sie ist keine Belastung des Unternehmens, nur durchlaufender Posten. Der Aufwand bei einer Eingangsrechnung ist nur der Netto-Betrag (z.B. Materialaufwand).
Typ: Wahr/Falsch
Lösungen pro Lücke:
Erklärung: Sammel-Buchungssatz: Maschinen 1.000 € + Vorsteuer 190 € (beide Soll) an Verbindlichkeiten 1.190 € (Haben). Doppelter Soll-Posten ist im klassischen Buchungssatz möglich, gleicher Brutto-Betrag.
Typ: Lückentext
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Richtige Antworten: Sie ist eine durchlaufende Steuer; Vorsteuer auf Eingangsrechnungen kann erstattet werden; Bücher und Lebensmittel haben einen ermäßigten Satz von 7 %
Erklärung: Korrekt: Durchlaufende Steuer (von Endkunde zum FA), Vorsteuer-Erstattung möglich, ermäßigt 7 % bei Lebensmitteln/Büchern. Falsch: keine Belastung des Unternehmens (kein Aufwand), Regelsatz 19 % (nicht 25).
Typ: Multi-Select
Antwort: Forderung gegenüber dem Finanzamt
Erklärung: Wenn die Vorsteuer (Forderung gegen FA) höher ist als die USt (Verbindlichkeit), bekommt das Unternehmen Geld vom FA, die Forderung wird in der Bilanz aktiv ausgewiesen.
Antwort: 28560 € (Toleranz ±0.01)
Erklärung: Brutto = 24.000 × 1,19 = 28.560 €. Davon sind 4.560 € Vorsteuer (Aktiv) und 24.000 € aktivierungspflichtige Anschaffungskosten.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: Falsch
Erklärung: FALSCH. Bücher haben den ermäßigten USt-Satz von 7 % (Stand 2026, § 12 Abs. 2 UStG). Genauso Lebensmittel, ÖPNV, Kultur. Klausur-Klassiker.
Typ: Wahr/Falsch
Lösungen pro Lücke:
Erklärung: Forderungen 5.950 € (Brutto, Soll) an Umsatzerlöse 5.000 € (Netto) + Umsatzsteuer 950 € (USt-Betrag, Passiv-Schuld an FA). 19 % von 5.000 = 950.
Typ: Lückentext
Antwort: 35.7 € (Toleranz ±0.01)
Erklärung: Skonto = 2 % × 1.785 € = 35,70 €. Achtung: bei der Buchung muss der Skonto-Betrag in Netto-Anteil (30 €) und Vorsteuer-Anteil (5,70 €) gesplittet werden, Klausur-Klassiker.
Typ: Zahlen-Eingabe