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  • Einführung
  • Die fundamentale Regel
  • Die Soll/Haben-Regeln pro Kontoart
  • Die vier Standard-Buchungsfälle
  • Erfolgswirksame Buchungen (mit GuV-Konten)
  • Klausur-Faustregel
  • Typischer Stolperstein
  • Fortgeschritten: Fallen mit gemischten Konten, Stornos & Wertminderungen
  • Skonto bei Zahlung, Mini-Exkurs
ThemenRechnungswesenBuchungssätze Soll an Haben: Regeln + Beispiele (Rewe)
Rechnungswesen·4Lerneinheiten·28min·Stand02.08.2026

Buchungssätze Soll an Haben: Regeln + Beispiele (Rewe).

Buchungssätze: Soll an Haben

Ein Buchungssatz besagt: welches Konto wird im Soll gebucht, welches im Haben, und mit welchem Betrag. Er ist der Grundbaustein der doppelten Buchführung. Jeder Geschäftsvorfall wird als mindestens ein Buchungssatz erfasst, immer in der Form "Soll-Konto an Haben-Konto Betrag €". Du lernst hier, reale Geschäftsvorfälle systematisch in Konten zu übersetzen. Dabei prüfst du sofort, ob die beiden Seiten ausgeglichen sind. Das ist Pflichtstoff im 1. Semester BWL, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Warum dieses Thema in fast jeder Klausur drankommt: Buchungssätze sind die Brücke zwischen einem realen Geschäftsvorfall (Maschine gekauft, Miete gezahlt, Darlehen aufgenommen) und der Bilanz/GuV. Wer hier sicher ist, löst typische Klausur-Aufgaben in vier Schritten: (1) Welche Konten sind betroffen? (2) Welche Kontoart haben sie? (3) Ist es Zugang oder Abgang? (4) Soll/Haben-Regel anwenden. Diese Reihenfolge ist wichtig, die Faustregel weiter unten ist nur Ergänzung, nicht Ersatz.

Was du in der Klausur können musst:

  • Aktiv-/Passiv-Logik: auf welcher Seite der Bilanz steht das Konto? Daraus folgt die Buchungs-Regel.
  • Soll/Haben-Regel für Aktiv-, Passiv-, Aufwands- und Ertragskonten
  • Buchungssatz formulieren zu einem gegebenen Geschäftsvorfall (Cloze-Klassiker)
  • T-Konten lesen + zeichnen mit Eröffnungs-, Schluss- und Saldo-Buchungen
  • Häufige Fallen (Wertminderungen, Erlös-Stornierungen, gemischte Konten), siehe Fortgeschrittenen-Box am Ende der Erklärung

In Klausuren oft gefragt: bilde den Buchungssatz für diesen Geschäftsvorfall und trage ihn ins T-Konto ein. Pflicht-Übung im 1. Semester BWL/WI/WiIng.

Typische Klausur-Aufgabe (Standardform aus deutschen Uni-Pools): Vorgegeben sind 5–8 Geschäftsvorfälle in Textform (z.B. "Wir kaufen Material auf Rechnung für X €"). Gefordert: für jeden Vorfall (1) Konten benennen, (2) Buchungssatz im Format "Soll an Haben Betrag" notieren, (3) optional in vorgegebene T-Konten eintragen und (4) Bilanz-Auswirkung kategorisieren (Aktivtausch / Passivtausch / Aktiv-Passiv-Mehrung / -Minderung). Punkte typischerweise 1 pro korrekt gebuchtem Vorfall, ein Punkt für die Kategorisierung. Dieses Format ist Standardrepertoire in Modulen wie Externes Rechnungswesen, Buchführung I, Grundlagen der BWL oder Finanzbuchhaltung im 1.–2. Semester.

Jeder Buchungssatz hat exakt zwei Seiten, Soll und Haben, die immer gleich groß sein müssen. Das Wort "Buchungssatz" kommt daher: ein Satz aus Soll-Konto, "an", Haben-Konto, Betrag.

Soll-Konto    an    Haben-Konto    Betrag €

Beispiel: Wir kaufen eine Maschine bar für 5.000 €.

Maschinen    an    Kasse    5.000 €

So sieht das auf den T-Konten aus:

   Maschinen (Aktiv)              Kasse (Aktiv)
 ─────────┬─────────             ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben                Soll   │  Haben
   5.000  │                              │  5.000
  • Maschinen wird im Soll gebucht (Vermögen kommt rein)
  • Kasse wird im Haben gebucht (Vermögen geht raus)
  • Beide Beträge sind 5.000 € → ausgeglichen

Die Bilanz hat zwei Seiten: Aktiva (links, was wir haben) und Passiva (rechts, woher das Geld kommt). Aufwendungen + Erträge sind Spezialfälle, die in die GuV gehen, sie folgen der gleichen Soll/Haben-Logik, aber statt "Zugang/Abgang" denkst du in "Entstehung/Korrektur".

Bestandskonten (Aktiv/Passiv):

KontoartBeispieleZugangAbgang
Aktiv (Vermögen)Kasse, Bank, Maschinen, Forderungenim Sollim Haben
Passiv (Schulden + Eigenkapital)Bankdarlehen, Verbindlichkeiten, Eigenkapitalim Habenim Soll

Erfolgskonten (Aufwand/Ertrag):

KontoartBeispieleNormale EntstehungStorno/Korrektur
Aufwand (mindert Gewinn)Mieten, Löhne, Zinsenim Sollim Haben
Ertrag (erhöht Gewinn)Umsatzerlöse, Zinserträgeim Habenim Soll

Visuell: so liegt die Logik in der Bilanz selbst. Aktiva links, Passiva rechts, Zugang wird immer auf der eigenen Seite gebucht.

        BILANZ
 ┌──────────────────┬──────────────────┐
 │     AKTIVA       │     PASSIVA      │
 │  (Vermögen)      │  (Schulden + EK) │
 ├──────────────────┼──────────────────┤
 │  Kasse           │  Eigenkapital    │
 │  Bank            │  Bankdarlehen    │
 │  Forderungen     │  Verbindlichk.   │
 │  Maschinen       │                  │
 ├──────────────────┼──────────────────┤
 │  Zugang → SOLL   │  Zugang → HABEN  │
 │  Abgang → HABEN  │  Abgang → SOLL   │
 └──────────────────┴──────────────────┘

Faustregel: "Was sich auf der Bilanzseite befindet, wird beim Zugang dort gebucht." Aktivposten links → Zugang im Soll. Passivposten rechts → Zugang im Haben. Erfolgskonten folgen derselben Spiegellogik: Ertrag verhält sich wie Passiv (Entstehung im Haben), Aufwand wie Aktiv (Entstehung im Soll).

Jeder Geschäftsvorfall ist eine Kombination aus Aktiv/Passiv und Zugang/Abgang. Daraus ergeben sich vier Grundtypen.

Schnell-Merker für die Bilanzsumme: Tausch (Aktiv-Aktiv oder Passiv-Passiv) = Bilanzsumme bleibt gleich. Mehrung (Aktiv-Passiv-Mehrung) = Bilanzsumme steigt. Minderung (Aktiv-Passiv-Minderung) = Bilanzsumme sinkt.

1. Aktiv-Tausch (Aktiv-Aktiv)

Vermögen verschiebt sich, Bilanz-Summe bleibt gleich.

  • Beispiel: Wir heben 200 € Bargeld vom Bankkonto ab.
  • Buchungssatz: Kasse an Bank 200 € (beide Aktiv)
   Kasse (Aktiv)                 Bank (Aktiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
    200   │                             │   200

2. Passiv-Tausch (Passiv-Passiv)

Schulden umstrukturieren, Bilanz-Summe bleibt gleich.

  • Beispiel: Eine kurzfristige Verbindlichkeit wird in einen langfristigen Kredit umgewandelt.
  • Buchungssatz: Verbindlichkeiten an Bankdarlehen [Betrag] (beide Passiv)
   Verbindlichk. (Passiv)        Bankdarlehen (Passiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   x.xxx  │                             │  x.xxx

3. Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanz wird größer)

Vermögen wächst UND Schulden/Eigenkapital wachsen mit.

  • Beispiel: Wir nehmen ein Darlehen von 10.000 € auf.
  • Buchungssatz: Bank an Bankdarlehen 10.000 € (Aktiv-Zugang ↔ Passiv-Zugang)
   Bank (Aktiv)                  Bankdarlehen (Passiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   10.000 │                             │   10.000

4. Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanz wird kleiner)

Vermögen schrumpft UND Schulden/Eigenkapital schrumpfen mit.

  • Beispiel: Wir tilgen ein Bankdarlehen von 5.000 € per Bank.
  • Buchungssatz: Bankdarlehen an Bank 5.000 € (Passiv-Abgang ↔ Aktiv-Abgang)
   Bankdarlehen (Passiv)         Bank (Aktiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   5.000  │                             │   5.000

Wenn Aufwands- oder Ertragskonten beteiligt sind, ist die Buchung erfolgswirksam, der Gewinn ändert sich.

Beispiel Erlös: Wir verkaufen Waren auf Rechnung für 1.500 €.

Forderungen    an    Umsatzerlöse    1.500 €
  • Aktiv-Zugang (Forderungen) im Soll
  • Ertrag im Haben (erhöht Eigenkapital langfristig)

Beispiel Aufwand: Wir zahlen Miete von 800 € per Bank.

Mieten    an    Bank    800 €
  • Aufwand im Soll (mindert Eigenkapital langfristig)
  • Aktiv-Abgang (Bank) im Haben

Der saubere Weg in vier Schritten:

  1. Welche Konten sind im Geschäftsvorfall betroffen?
  2. Welche Kontoart hat jedes (Aktiv / Passiv / Aufwand / Ertrag)?
  3. Ist es ein Zugang oder ein Abgang?
  4. Mit der Soll/Haben-Tabelle die Seiten zuordnen.

Bekommen/Geben-Trick als schneller Cross-Check für einfache Aktiv-Fälle (nicht für Aufwand/Ertrag, die "bekommt" man nicht im wörtlichen Sinn):

  • Was du als Vermögen bekommst (Maschine, Forderung, Bank-Eingang) → Soll
  • Was du als Vermögen hergibst (Kasse-Auszahlung, Bank-Abgang) → Haben

Bei Aufwand und Ertrag immer über Schritt 1-4 gehen: Aufwand kommt ins Soll, weil er den Gewinn (und damit langfristig das Eigenkapital) mindert, nicht weil man ihn "bekommt".

Bei Bareinkäufen verwechseln Studis oft, ob es Aufwand oder Vermögen ist:

  • Bürobedarf für 200 € bar gekauft → ist sofort Aufwand: Bürobedarf (Aufwand) an Kasse 200 €
  • Maschine für 5.000 € bar gekauft → ist Vermögen (aktiviert): Maschinen an Kasse 5.000 €

Optionaler Klausur-Exkurs (Aktivierung vs. Sofortabzug): Für die reine Soll/Haben-Regel ist die folgende Grenze noch nicht entscheidend, aber in Klausuren zur Aktivierung von Anlagevermögen wichtig: in Deutschland ist die Grenze für sofort abschreibbare geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) 800 € netto (aktuelle Regelung gem. § 6 Abs. 2 EStG, Stand Mai 2026). Über dieser Grenze wird aktiviert und planmäßig abgeschrieben, darunter darf direkt als Aufwand gebucht werden.

Vorsicht: Das ist eine steuerliche Vereinfachungsregel nach EStG. Für Handelsbilanz, konkreten Kontenrahmen (SKR 03/04) und die jeweilige Klausurvorgabe kann die Behandlung abweichen. Die Grenze ist außerdem zeit- und gesetzgebungsabhängig (zuletzt mehrfach angehoben). Im Zweifel zuerst die Aufgabenangabe prüfen.

Drei Fälle, die in höheren Semestern oder im Bilanzierungsmodul wichtig werden, für die Grundregel oben kannst du sie erstmal überspringen.

Gemischte Konten sind Konten, auf denen Bestands- und Erfolgskomponenten gemeinsam erfasst werden. Klassisches Beispiel ist das Warenkonto in alten Kontenrahmen: dort wurden Anfangsbestand, Zugänge (Einkäufe) und Erlöse zusammen geführt. In modernen Kontenrahmen (SKR 03/04) werden Warenbestand, Wareneinsatz und Umsatzerlöse getrennt, gemischte Konten kommen klausurseitig vor allem als Lehrbeispiel und in der Buchhaltungs-Historie vor.

Stornos und Korrekturen sind Buchungen, die eine frühere Buchung rückgängig machen. Du buchst die Korrektur auf der Gegenseite der ursprünglichen Buchung: einen im Haben gebuchten Ertrag stornierst du im Soll. Genauso für Aufwand → Storno im Haben.

Wertminderungen sind nachträgliche Abschreibungen auf einen Aktivposten (z.B. wenn der Marktwert einer Maschine unter den Buchwert fällt). Buchungssatz im Kern: Abschreibung (Aufwand) an Maschinen (Aktiv) [Differenzbetrag]. Das mindert den Vermögenswert und gleichzeitig den Gewinn.

Neben Stornos und Wertminderungen ist Skonto ein weiterer Praxisfall, der in Klausuren häufig auftaucht, sowohl in P1/P2 (vereinfacht ohne USt) als auch in P3 (mit Umsatzsteuer-Korrektur).

Skonto ist ein Preisnachlass bei schneller Zahlung. Zwei Fälle im Klausur-Alltag:

Vereinfacht ohne USt (typische P1/P2-Aufgabe): Eingangsrechnung 1.000 € → Zahlung mit 2 % Skonto = 980 € Bankzahlung.

  • Skonto-Betrag (20 €) buchst du als erhaltenen Skonto auf der Habenseite (oder als Aufwands-/Anschaffungskostenminderung, je nach Kontenrahmen).
  • Buchungssatz: Verbindlichkeiten 1.000 € an Bank 980 € und erhaltener Skonto 20 €.

Mit Umsatzsteuer (typische P3-Aufgabe): Rechnung 1.000 € netto + 19 % USt = 1.190 € brutto. Bei Zahlung mit 3 % Skonto auf brutto:

  • Skonto-Betrag = 1.190 × 3 % = 35,70 €.
  • Davon Skonto-Netto: 30 € (Aufwands-/Anschaffungskostenminderung).
  • Davon Vorsteuer-Korrektur: 5,70 € (Vorsteuer war zu hoch angesetzt).
  • Bankzahlung = 1.190 − 35,70 = 1.154,30 €.
  • Zusammengesetzter Buchungssatz: Verbindlichkeiten 1.190 € an Bank 1.154,30 € + erhaltener Skonto 30,00 € + Vorsteuer (Korrektur) 5,70 €.

Klassische Klausur-Falle: Skonto wird oft fälschlich vom Nettobetrag berechnet oder die Vorsteuer-Korrektur vergessen. Tipp: in der Klausur immer schrittweise rechnen.

Übe Buchungssätze direkt am Geschäftsvorfall. Wähle Soll-Konto, Haben-Konto und Betrag, die Plattform validiert deine Buchung sofort und zeigt sie auf den T-Konten an.

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Tipp: denk dir bei jedem Geschäftsvorfall: was bekomme ich (Soll), was gebe ich her (Haben). Bei Bareinzahlung 500 € auf die Bank: ich bekomme Bank-Guthaben (Soll), gebe Kasse her (Haben). Klassischer Aktiv-Tausch.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Buchungssätze: Soll an Haben

Ein Buchungssatz besagt: welches Konto wird im Soll gebucht, welches im Haben, und mit welchem Betrag. Er ist der Grundbaustein der doppelten Buchführung. Jeder Geschäftsvorfall wird als mindestens ein Buchungssatz erfasst, immer in der Form "Soll-Konto an Haben-Konto Betrag €". Du lernst hier, reale Geschäftsvorfälle systematisch in Konten zu übersetzen. Dabei prüfst du sofort, ob die beiden Seiten ausgeglichen sind. Das ist Pflichtstoff im 1. Semester BWL, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Warum dieses Thema in fast jeder Klausur drankommt: Buchungssätze sind die Brücke zwischen einem realen Geschäftsvorfall (Maschine gekauft, Miete gezahlt, Darlehen aufgenommen) und der Bilanz/GuV. Wer hier sicher ist, löst typische Klausur-Aufgaben in vier Schritten: (1) Welche Konten sind betroffen? (2) Welche Kontoart haben sie? (3) Ist es Zugang oder Abgang? (4) Soll/Haben-Regel anwenden. Diese Reihenfolge ist wichtig, die Faustregel weiter unten ist nur Ergänzung, nicht Ersatz.

Was du in der Klausur können musst:

  • Aktiv-/Passiv-Logik: auf welcher Seite der Bilanz steht das Konto? Daraus folgt die Buchungs-Regel.
  • Soll/Haben-Regel für Aktiv-, Passiv-, Aufwands- und Ertragskonten
  • Buchungssatz formulieren zu einem gegebenen Geschäftsvorfall (Cloze-Klassiker)
  • T-Konten lesen + zeichnen mit Eröffnungs-, Schluss- und Saldo-Buchungen
  • Häufige Fallen (Wertminderungen, Erlös-Stornierungen, gemischte Konten), siehe Fortgeschrittenen-Box am Ende der Erklärung

In Klausuren oft gefragt: bilde den Buchungssatz für diesen Geschäftsvorfall und trage ihn ins T-Konto ein. Pflicht-Übung im 1. Semester BWL/WI/WiIng.

Typische Klausur-Aufgabe (Standardform aus deutschen Uni-Pools): Vorgegeben sind 5–8 Geschäftsvorfälle in Textform (z.B. "Wir kaufen Material auf Rechnung für X €"). Gefordert: für jeden Vorfall (1) Konten benennen, (2) Buchungssatz im Format "Soll an Haben Betrag" notieren, (3) optional in vorgegebene T-Konten eintragen und (4) Bilanz-Auswirkung kategorisieren (Aktivtausch / Passivtausch / Aktiv-Passiv-Mehrung / -Minderung). Punkte typischerweise 1 pro korrekt gebuchtem Vorfall, ein Punkt für die Kategorisierung. Dieses Format ist Standardrepertoire in Modulen wie Externes Rechnungswesen, Buchführung I, Grundlagen der BWL oder Finanzbuchhaltung im 1.–2. Semester.

Die fundamentale Regel

Jeder Buchungssatz hat exakt zwei Seiten, Soll und Haben, die immer gleich groß sein müssen. Das Wort "Buchungssatz" kommt daher: ein Satz aus Soll-Konto, "an", Haben-Konto, Betrag.

Soll-Konto    an    Haben-Konto    Betrag €

Beispiel: Wir kaufen eine Maschine bar für 5.000 €.

Maschinen    an    Kasse    5.000 €

So sieht das auf den T-Konten aus:

   Maschinen (Aktiv)              Kasse (Aktiv)
 ─────────┬─────────             ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben                Soll   │  Haben
   5.000  │                              │  5.000
  • Maschinen wird im Soll gebucht (Vermögen kommt rein)
  • Kasse wird im Haben gebucht (Vermögen geht raus)
  • Beide Beträge sind 5.000 € → ausgeglichen

Die Soll/Haben-Regeln pro Kontoart

Die Bilanz hat zwei Seiten: Aktiva (links, was wir haben) und Passiva (rechts, woher das Geld kommt). Aufwendungen + Erträge sind Spezialfälle, die in die GuV gehen, sie folgen der gleichen Soll/Haben-Logik, aber statt "Zugang/Abgang" denkst du in "Entstehung/Korrektur".

Bestandskonten (Aktiv/Passiv):

KontoartBeispieleZugangAbgang
Aktiv (Vermögen)Kasse, Bank, Maschinen, Forderungenim Sollim Haben
Passiv (Schulden + Eigenkapital)Bankdarlehen, Verbindlichkeiten, Eigenkapitalim Habenim Soll

Erfolgskonten (Aufwand/Ertrag):

KontoartBeispieleNormale EntstehungStorno/Korrektur
Aufwand (mindert Gewinn)Mieten, Löhne, Zinsenim Sollim Haben
Ertrag (erhöht Gewinn)Umsatzerlöse, Zinserträgeim Habenim Soll

Visuell: so liegt die Logik in der Bilanz selbst. Aktiva links, Passiva rechts, Zugang wird immer auf der eigenen Seite gebucht.

        BILANZ
 ┌──────────────────┬──────────────────┐
 │     AKTIVA       │     PASSIVA      │
 │  (Vermögen)      │  (Schulden + EK) │
 ├──────────────────┼──────────────────┤
 │  Kasse           │  Eigenkapital    │
 │  Bank            │  Bankdarlehen    │
 │  Forderungen     │  Verbindlichk.   │
 │  Maschinen       │                  │
 ├──────────────────┼──────────────────┤
 │  Zugang → SOLL   │  Zugang → HABEN  │
 │  Abgang → HABEN  │  Abgang → SOLL   │
 └──────────────────┴──────────────────┘

Faustregel: "Was sich auf der Bilanzseite befindet, wird beim Zugang dort gebucht." Aktivposten links → Zugang im Soll. Passivposten rechts → Zugang im Haben. Erfolgskonten folgen derselben Spiegellogik: Ertrag verhält sich wie Passiv (Entstehung im Haben), Aufwand wie Aktiv (Entstehung im Soll).

Die vier Standard-Buchungsfälle

Jeder Geschäftsvorfall ist eine Kombination aus Aktiv/Passiv und Zugang/Abgang. Daraus ergeben sich vier Grundtypen.

Schnell-Merker für die Bilanzsumme: Tausch (Aktiv-Aktiv oder Passiv-Passiv) = Bilanzsumme bleibt gleich. Mehrung (Aktiv-Passiv-Mehrung) = Bilanzsumme steigt. Minderung (Aktiv-Passiv-Minderung) = Bilanzsumme sinkt.

1. Aktiv-Tausch (Aktiv-Aktiv)

Vermögen verschiebt sich, Bilanz-Summe bleibt gleich.

  • Beispiel: Wir heben 200 € Bargeld vom Bankkonto ab.
  • Buchungssatz: Kasse an Bank 200 € (beide Aktiv)
   Kasse (Aktiv)                 Bank (Aktiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
    200   │                             │   200
2. Passiv-Tausch (Passiv-Passiv)

Schulden umstrukturieren, Bilanz-Summe bleibt gleich.

  • Beispiel: Eine kurzfristige Verbindlichkeit wird in einen langfristigen Kredit umgewandelt.
  • Buchungssatz: Verbindlichkeiten an Bankdarlehen [Betrag] (beide Passiv)
   Verbindlichk. (Passiv)        Bankdarlehen (Passiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   x.xxx  │                             │  x.xxx
3. Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanz wird größer)

Vermögen wächst UND Schulden/Eigenkapital wachsen mit.

  • Beispiel: Wir nehmen ein Darlehen von 10.000 € auf.
  • Buchungssatz: Bank an Bankdarlehen 10.000 € (Aktiv-Zugang ↔ Passiv-Zugang)
   Bank (Aktiv)                  Bankdarlehen (Passiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   10.000 │                             │   10.000
4. Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanz wird kleiner)

Vermögen schrumpft UND Schulden/Eigenkapital schrumpfen mit.

  • Beispiel: Wir tilgen ein Bankdarlehen von 5.000 € per Bank.
  • Buchungssatz: Bankdarlehen an Bank 5.000 € (Passiv-Abgang ↔ Aktiv-Abgang)
   Bankdarlehen (Passiv)         Bank (Aktiv)
 ─────────┬─────────           ─────────┬─────────
   Soll   │  Haben               Soll   │  Haben
   5.000  │                             │   5.000

Erfolgswirksame Buchungen (mit GuV-Konten)

Wenn Aufwands- oder Ertragskonten beteiligt sind, ist die Buchung erfolgswirksam, der Gewinn ändert sich.

Beispiel Erlös: Wir verkaufen Waren auf Rechnung für 1.500 €.

Forderungen    an    Umsatzerlöse    1.500 €
  • Aktiv-Zugang (Forderungen) im Soll
  • Ertrag im Haben (erhöht Eigenkapital langfristig)

Beispiel Aufwand: Wir zahlen Miete von 800 € per Bank.

Mieten    an    Bank    800 €
  • Aufwand im Soll (mindert Eigenkapital langfristig)
  • Aktiv-Abgang (Bank) im Haben

Klausur-Faustregel

Der saubere Weg in vier Schritten:

  1. Welche Konten sind im Geschäftsvorfall betroffen?
  2. Welche Kontoart hat jedes (Aktiv / Passiv / Aufwand / Ertrag)?
  3. Ist es ein Zugang oder ein Abgang?
  4. Mit der Soll/Haben-Tabelle die Seiten zuordnen.

Bekommen/Geben-Trick als schneller Cross-Check für einfache Aktiv-Fälle (nicht für Aufwand/Ertrag, die "bekommt" man nicht im wörtlichen Sinn):

  • Was du als Vermögen bekommst (Maschine, Forderung, Bank-Eingang) → Soll
  • Was du als Vermögen hergibst (Kasse-Auszahlung, Bank-Abgang) → Haben

Bei Aufwand und Ertrag immer über Schritt 1-4 gehen: Aufwand kommt ins Soll, weil er den Gewinn (und damit langfristig das Eigenkapital) mindert, nicht weil man ihn "bekommt".

Typischer Stolperstein

Bei Bareinkäufen verwechseln Studis oft, ob es Aufwand oder Vermögen ist:

  • Bürobedarf für 200 € bar gekauft → ist sofort Aufwand: Bürobedarf (Aufwand) an Kasse 200 €
  • Maschine für 5.000 € bar gekauft → ist Vermögen (aktiviert): Maschinen an Kasse 5.000 €

Optionaler Klausur-Exkurs (Aktivierung vs. Sofortabzug): Für die reine Soll/Haben-Regel ist die folgende Grenze noch nicht entscheidend, aber in Klausuren zur Aktivierung von Anlagevermögen wichtig: in Deutschland ist die Grenze für sofort abschreibbare geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) 800 € netto (aktuelle Regelung gem. § 6 Abs. 2 EStG, Stand Mai 2026). Über dieser Grenze wird aktiviert und planmäßig abgeschrieben, darunter darf direkt als Aufwand gebucht werden.

Vorsicht: Das ist eine steuerliche Vereinfachungsregel nach EStG. Für Handelsbilanz, konkreten Kontenrahmen (SKR 03/04) und die jeweilige Klausurvorgabe kann die Behandlung abweichen. Die Grenze ist außerdem zeit- und gesetzgebungsabhängig (zuletzt mehrfach angehoben). Im Zweifel zuerst die Aufgabenangabe prüfen.

Fortgeschritten: Fallen mit gemischten Konten, Stornos & Wertminderungen

Drei Fälle, die in höheren Semestern oder im Bilanzierungsmodul wichtig werden, für die Grundregel oben kannst du sie erstmal überspringen.

Gemischte Konten sind Konten, auf denen Bestands- und Erfolgskomponenten gemeinsam erfasst werden. Klassisches Beispiel ist das Warenkonto in alten Kontenrahmen: dort wurden Anfangsbestand, Zugänge (Einkäufe) und Erlöse zusammen geführt. In modernen Kontenrahmen (SKR 03/04) werden Warenbestand, Wareneinsatz und Umsatzerlöse getrennt, gemischte Konten kommen klausurseitig vor allem als Lehrbeispiel und in der Buchhaltungs-Historie vor.

Stornos und Korrekturen sind Buchungen, die eine frühere Buchung rückgängig machen. Du buchst die Korrektur auf der Gegenseite der ursprünglichen Buchung: einen im Haben gebuchten Ertrag stornierst du im Soll. Genauso für Aufwand → Storno im Haben.

Wertminderungen sind nachträgliche Abschreibungen auf einen Aktivposten (z.B. wenn der Marktwert einer Maschine unter den Buchwert fällt). Buchungssatz im Kern: Abschreibung (Aufwand) an Maschinen (Aktiv) [Differenzbetrag]. Das mindert den Vermögenswert und gleichzeitig den Gewinn.

Skonto bei Zahlung, Mini-Exkurs

Neben Stornos und Wertminderungen ist Skonto ein weiterer Praxisfall, der in Klausuren häufig auftaucht, sowohl in P1/P2 (vereinfacht ohne USt) als auch in P3 (mit Umsatzsteuer-Korrektur).

Skonto ist ein Preisnachlass bei schneller Zahlung. Zwei Fälle im Klausur-Alltag:

Vereinfacht ohne USt (typische P1/P2-Aufgabe): Eingangsrechnung 1.000 € → Zahlung mit 2 % Skonto = 980 € Bankzahlung.

  • Skonto-Betrag (20 €) buchst du als erhaltenen Skonto auf der Habenseite (oder als Aufwands-/Anschaffungskostenminderung, je nach Kontenrahmen).
  • Buchungssatz: Verbindlichkeiten 1.000 € an Bank 980 € und erhaltener Skonto 20 €.

Mit Umsatzsteuer (typische P3-Aufgabe): Rechnung 1.000 € netto + 19 % USt = 1.190 € brutto. Bei Zahlung mit 3 % Skonto auf brutto:

  • Skonto-Betrag = 1.190 × 3 % = 35,70 €.
  • Davon Skonto-Netto: 30 € (Aufwands-/Anschaffungskostenminderung).
  • Davon Vorsteuer-Korrektur: 5,70 € (Vorsteuer war zu hoch angesetzt).
  • Bankzahlung = 1.190 − 35,70 = 1.154,30 €.
  • Zusammengesetzter Buchungssatz: Verbindlichkeiten 1.190 € an Bank 1.154,30 € + erhaltener Skonto 30,00 € + Vorsteuer (Korrektur) 5,70 €.

Klassische Klausur-Falle: Skonto wird oft fälschlich vom Nettobetrag berechnet oder die Vorsteuer-Korrektur vergessen. Tipp: in der Klausur immer schrittweise rechnen.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

T-Konten-Trainer

Übe Buchungssätze direkt am Geschäftsvorfall. Wähle Soll-Konto, Haben-Konto und Betrag, die Plattform validiert deine Buchung sofort und zeigt sie auf den T-Konten an.

Interaktive Visualisierung

T-Konten-Trainer für Soll- und Haben-Buchungen mit Kontensaldo.

Tipp: denk dir bei jedem Geschäftsvorfall: was bekomme ich (Soll), was gebe ich her (Haben). Bei Bareinzahlung 500 € auf die Bank: ich bekomme Bank-Guthaben (Soll), gebe Kasse her (Haben). Klassischer Aktiv-Tausch.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Buchungssatz-Trainer

Übe an typischen Geschäftsvorfällen. Pro Geschäftsvorfall: bilde den Buchungssatz, prüfe, vergleiche mit der Lösung.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wir nehmen ein Bankdarlehen von 10.000 € auf, Bank wird gutgeschrieben. Buchungssatz: {{1}} an {{2}} 10.000 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Bank
  • {{2}}: Bankdarlehen / Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Erklärung: Bilanzverlängerung: Bank (Aktiv-Zugang, Soll) und Bankdarlehen (Passiv-Zugang, Haben). Wir bekommen Geld auf die Bank, dafür haben wir Schulden gegenüber der Bank.

Typ: Lückentext

F2.Verkauf auf Rechnung 1.500 € (vereinfacht ohne USt): {{1}} an {{2}} 1.500 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Forderungen / Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • {{2}}: Umsatzerlöse / Erlöse

Erklärung: Forderungen sind Aktiv (Zugang im Soll), Umsatzerlöse sind Ertrag und werden bei normaler Entstehung im Haben gebucht. Bei Storno oder Korrektur kann die Gegenbuchung im Soll stehen. Klassischer erfolgswirksamer Buchungssatz.

Typ: Lückentext

F3.Mietzahlung 800 € per Bank: {{1}} an {{2}} 800 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Mietaufwand / Mieten / Miete
  • {{2}}: Bank

Erklärung: Aufwand wird im Soll gebucht (mindert Eigenkapital). Bank ist Aktiv (Abgang im Haben). Erfolgswirksamer Aufwand-Buchungssatz.

Typ: Lückentext

F4.Eingangsrechnung Maschine 5.000 € (Kauf auf Rechnung): {{1}} an {{2}} 5.000 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Maschinen / Sachanlagen / Anlagen
  • {{2}}: Verbindlichkeiten / Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Erklärung: Bilanzverlängerung: Maschinen (Aktiv-Zugang, Soll) und Verbindlichkeiten (Passiv-Zugang, Haben). Wir bekommen die Maschine, schulden aber den Lieferanten.

Typ: Lückentext

F5.Kundenzahlung 800 € auf das Bankkonto (Ausgleich offener Forderung): {{1}} an {{2}} 800 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Bank
  • {{2}}: Forderungen / Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Erklärung: Aktiv-Tausch: Bank ↑ (Soll, Aktiv-Zugang), Forderungen ↓ (Haben, Aktiv-Abgang). Bilanzsumme bleibt gleich, Vermögen wird nur umgebucht.

Typ: Lückentext

F6.Tilgung des Bankdarlehens 2.000 € per Bank: {{1}} an {{2}} 2.000 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Bankdarlehen / Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten / Darlehen
  • {{2}}: Bank

Erklärung: Bilanzverkürzung: Bankdarlehen ↓ (Passiv-Abgang, Soll) und Bank ↓ (Aktiv-Abgang, Haben). Wir tilgen Schulden mit Bankguthaben, beide Bilanzseiten werden kleiner.

Typ: Lückentext

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Klausurfragen mit Lösungen (10)

F1.Auf welcher Seite eines T-Kontos wird der Zugang bei einem Aktiv-Konto (z.B. Bank) gebucht?

Antwort: Soll

Erklärung: Aktiv-Konten (Vermögen): Zugang im Soll (links), Abgang im Haben (rechts). Eselsbrücke: Aktiv steht links in der Bilanz → Zugang links → Soll.

F2.Welche der folgenden sind Aktiv-Konten?

Richtige Antworten: Bank; Forderungen aus L+L; Maschinen

Erklärung: Aktiv = Vermögen → Bank, Forderungen, Maschinen. Passiv = Eigenkapital + Schulden → Eigenkapital, Verbindlichkeiten, Bankdarlehen. Klausur-Klassiker zur Aktiv-/Passiv-Erkennung.

Typ: Multi-Select

F3.Bei einem Aktivtausch (z.B. Bargeld vom Bankkonto abheben) bleibt die Bilanzsumme unverändert.

Antwort: Wahr

Erklärung: Aktivtausch: Wert verschiebt sich INNERHALB der Aktivseite (Bank ↓, Kasse ↑). Aktivseite gleich groß, Passivseite unverändert. Bilanz-Summe konstant. Im Gegensatz dazu verlängert eine Darlehens-Aufnahme die Bilanz.

Typ: Wahr/Falsch

F4.Eingangsrechnung 1.250 € (vereinfacht ohne Umsatzsteuer). Bei Bezahlung per Bank werden 2% Skonto gezogen. Wie hoch ist der Buchungsbetrag der Bank-Buchung?

Antwort: 1225 € (Toleranz ±0.5)

Erklärung: 1.250 € × (1 − 0,02) = 1.225 € Bankzahlung. Der Skonto-Anteil von 25 € wird als erhaltener Skonto (Aufwands- bzw. Anschaffungskostenminderung, je nach Kontenrahmen) gebucht. Buchungssatz vereinfacht: Verbindlichkeiten 1.250 € an Bank 1.225 € und erhaltener Skonto 25 €.

Typ: Zahlen-Eingabe

F5.Bareinzahlung 500 € auf das Bankkonto: {{1}} an {{2}} 500 €

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: Bank
  • {{2}}: Kasse

Erklärung: Aktiv-Tausch: Bank ↑ (Soll, Aktiv-Zugang), Kasse ↓ (Haben, Aktiv-Abgang). Beide sind Aktiv-Konten. Bilanzsumme bleibt unverändert.

Typ: Lückentext

F6.Auf welcher Seite werden Erträge (z.B. Umsatzerlöse) bei der normalen Entstehung gebucht?

Antwort: Haben

Erklärung: Bei der Entstehung gehören Erträge ins Haben (sie erhöhen langfristig das Eigenkapital). Aufwendungen gehören bei der Entstehung ins Soll. Bei Stornos, Korrekturen und Abschlussbuchungen kann die Gegenbuchung auf der anderen Seite stehen. Erfolgskonten folgen der gleichen Logik wie Passiv (Erträge) bzw. Aktiv (Aufwand).

F7.Sortiere die vier Standard-Buchungsfälle nach ihrer Auswirkung auf die Bilanzsumme, von 'unverändert' bis 'verkleinert':

Richtige Reihenfolge:

  1. Aktiv-Tausch (Bilanz unverändert)
  2. Passiv-Tausch (Bilanz unverändert)
  3. Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanz verlängert sich)
  4. Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanz verkürzt sich)

Erklärung: Aktiv-Tausch und Passiv-Tausch lassen die Bilanzsumme unverändert (nur Verschiebung innerhalb einer Seite). Aktiv-Passiv-Mehrung verlängert sie (z.B. Darlehen aufnehmen). Aktiv-Passiv-Minderung verkürzt sie (z.B. Tilgung).

Typ: Reihenfolge

F8.Ordne die Kontoart der korrekten Soll/Haben-Regel beim Zugang zu:

Zuordnungen:

  • Aktiv-Konto (z.B. Bank, Maschinen) → Zugang im Soll
  • Passiv-Konto (z.B. Eigenkapital, Verbindlichkeiten) → Zugang im Haben
  • Aufwand-Konto (z.B. Mieten, Löhne) → Buchung im Soll
  • Ertrag-Konto (z.B. Umsatzerlöse) → Buchung im Haben

Erklärung: Aktiv und Aufwand → Soll bei Zugang/Buchung. Passiv und Ertrag → Haben. Eselsbrücke: Aufwand verhält sich wie Aktiv (mindert Eigenkapital → 'verbraucht' Vermögen), Ertrag wie Passiv.

Typ: Zuordnung

F9.Bilanzsumme vorher: 50.000 €. Wir nehmen ein Bankdarlehen von 15.000 € auf. Wie groß ist die Bilanzsumme nachher?

Antwort: 65000 €

Erklärung: Aktiv-Passiv-Mehrung: Bank +15.000 € (Aktiv) und Bankdarlehen +15.000 € (Passiv). Beide Bilanzseiten wachsen gleich, neue Summe = 50.000 + 15.000 = 65.000 €. Visuell: ``` VORHER NACHHER ┌─────────┬─────────┐ ┌─────────┬─────────┐ │ Aktiva │ Passiva │ │ Aktiva │ Passiva │ │ 50.000 │ 50.000 │ ──▶ │ 65.000 │ 65.000 │ │ │ │ │ (+Bank │ (+Bank- │ │ │ │ │ 15.000)│ darleh.│ │ │ │ │ │ 15.000)│ └─────────┴─────────┘ └─────────┴─────────┘ ``` Bilanzverlängerung: beide Seiten wachsen um exakt den Darlehensbetrag.

Typ: Zahlen-Eingabe

F10.Eingangsrechnung 1.000 € netto + 19% USt (= 1.190 € brutto, bereits gebucht). Du zahlst innerhalb der Skontofrist mit 3% Skonto auf den Bruttobetrag. Wie hoch ist die Bankzahlung?

Antwort: 1154.3 € (Toleranz ±0.05)

Erklärung: Skonto = 1.190 € × 3% = 35,70 €. Bankzahlung = 1.190 − 35,70 = 1.154,30 €. Zusammengesetzter Buchungssatz für die Zahlung: Verbindlichkeiten 1.190 € an Bank 1.154,30 € + erhaltener Skonto 30,00 € + Vorsteuer (Korrektur) 5,70 €. Die Vorsteuer wird anteilig zurückgerechnet, weil der ursprünglich angesetzte Vorsteuerbetrag um den Skonto-Anteil zu hoch war. Klassische P3-Klausur-Falle.

Typ: Zahlen-Eingabe

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