Ab welcher Stückzahl deckt der Erlös die Gesamtkosten? BEP-Formel, Stück-Deckungsbeitrag, Sicherheitsabstand und Sensitivität bei Preis-, Fix- und Variablen-Kosten-Änderungen. Klausur-Klassiker in BWL, WI und WiIng (KLR).
Die Break-Even-Analyse zeigt, ab welcher Menge ein Produkt seine Fixkosten deckt und ins Gewinngebiet kommt. Unter dem Break-Even-Punkt (BEP) macht das Unternehmen Verlust, darüber Gewinn. Klausur-Klassiker in BWL, WI und WiIng — typische Aufgabe: "Bei welcher Stückzahl wird die Gewinnschwelle erreicht?"
Was du in der Klausur können musst:
BEP-Formel auswendig:xBEP=p−kvarFC
Stück-Deckungsbeitragdb=p−kvar — wieviel jede zusätzliche Einheit zur Fixkostendeckung beiträgt
BEP in Stück vs. BEP in Umsatz (UBEP=xBEP⋅p)
Sicherheitsabstand als Differenz zwischen Ist-Menge und BEP (in Stück oder Prozent)
Auswirkung von Preis-, Fix- und Variablen-Kosten-Änderungen auf den BEP
Mehrproduktfall über durchschnittlichen Deckungsbeitrag
In der Klausur erwartet: ein Zahlenbeispiel mit gegebenen FC, kvar und p, daraus BEP berechnen, plus Variation ("was passiert, wenn der Preis um X% steigt?"). Zusätzlich oft: BEP-Diagramm interpretieren oder skizzieren.
Du verkaufst Produkt zum Preis p. Pro Stück fallen variable Kosten kvar an (Material, Fertigungslohn). Egal wie viel du verkaufst, du hast Fixkosten FC (Miete, Gehälter, Maschinen-Abschreibung).
Frage: wie viele Stück musst du verkaufen, damit Erlös = Gesamtkosten gilt?
Erlös: E(x) = p · x
Gesamtkosten: K(x) = FC + k_var · x
Gewinn: G(x) = E(x) - K(x) = (p - k_var) · x - FC
Der Break-Even-Punkt ist genau dort, wo G(x)=0 — also wo Erlös und Kosten sich schneiden.
Setze G(x)=0:
(p−kvar)⋅x−FC=0
Nach x auflösen:
xBEP=p−kvarFC
Der Nenner p−kvar ist der Stück-Deckungsbeitragdb. Anschaulich: jede verkaufte Einheit "trägt" db Euro zur Deckung der Fixkosten bei. Sobald die Summe der db die Fixkosten erreicht, sind wir am Break-Even.
Pflicht-Bedingung:p>kvar, sonst ist db≤0 und du erzeugst mit jeder Einheit zusätzlichen Verlust. Kein BEP existiert.
Ein Sportgerätehersteller produziert Yogamatten:
Fixkosten pro Monat: 6.000 € (Miete, Maschinen, Gehälter)
Variable Stückkosten: 8 € (Material, Lohn)
Verkaufspreis: 20 € pro Matte
Stück-DB db = p - k_var = 20 - 8 = 12 €
BEP-Stück x_BEP = FC / db = 6.000 / 12 = 500 Matten
BEP-Umsatz U_BEP = x_BEP · p = 500 · 20 = 10.000 €
Interpretation: ab der 501. verkauften Matte beginnt der Monat profitabel. Bis zur 500. werden die Fixkosten "abgearbeitet".
Sicherheitsabstand misst, wie viel Puffer zwischen tatsächlicher Absatzmenge x und BEP liegt. Wichtige Klausur-Kennzahl.
Sicherheits-Abstandabs=x−xBEP
Sicherheits-Abstand%=xx−xBEP⋅100%
Beispiel weiter: der Hersteller verkauft 750 Matten/Monat.
absoluter SA = 750 - 500 = 250 Matten
relativer SA = 250 / 750 · 100 = 33,3 %
→ ein Drittel der Absatzmenge "darf wegbrechen" bevor der Monat in den Verlust kippt.
Klausur-Frage Standard: "Was passiert mit dem BEP, wenn ...?"
Änderung
Effekt auf BEP
Fixkosten steigen (FC↑)
BEP steigt (mehr Stück nötig)
Preis steigt (p↑)
BEP fällt (db größer)
Variable Kosten steigen (kvar↑)
BEP steigt (db kleiner)
Gleichzeitig p und kvar um gleichen €-Betrag
BEP unverändert (db gleich)
Faustregel: was den Stück-Deckungsbeitrag vergrößert, senkt den BEP — und umgekehrt.
Verkauft das Unternehmen mehrere Produkte mit unterschiedlichen db, gilt der durchschnittliche gewichtete Deckungsbeitrag:
db∅=∑i=1nai⋅dbi
mit ai als Anteil von Produkt i am Gesamtabsatz. Der BEP berechnet sich dann analog: xBEP=FC÷db∅.
In den meisten Bachelor-Klausuren reicht der Einprodukt-Fall. Den Mehrproduktfall fragen aber gerne in WI-Schwerpunkt-Klausuren ab.
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Teil 1·Erklärung
Erklärung
Break-Even-Analyse
Unter dem Break-Even-Punkt (BEP) macht das Unternehmen Verlust, darüber Gewinn. Klausur-Klassiker in BWL, WI und WiIng — typische Aufgabe: "Bei welcher Stückzahl wird die Gewinnschwelle erreicht?"
Die Break-Even-Analyse zeigt, ab welcher Menge ein Produkt seine Fixkosten deckt und ins Gewinngebiet kommt.
Was du in der Klausur können musst:
BEP-Formel auswendig:x_(BEP) = FC/(p - k_(var))
Stück-Deckungsbeitragdb = p - k_(var) — wieviel jede zusätzliche Einheit zur Fixkostendeckung beiträgt
BEP in Stück vs. BEP in Umsatz (U_(BEP) = x_(BEP) · p)
Sicherheitsabstand als Differenz zwischen Ist-Menge und BEP (in Stück oder Prozent)
Auswirkung von Preis-, Fix- und Variablen-Kosten-Änderungen auf den BEP
Mehrproduktfall über durchschnittlichen Deckungsbeitrag
In der Klausur erwartet: ein Zahlenbeispiel mit gegebenen FC, k_(var) und p, daraus BEP berechnen, plus Variation ("was passiert, wenn der Preis um X% steigt?"). Zusätzlich oft: BEP-Diagramm interpretieren oder skizzieren.
Die Idee
Du verkaufst Produkt zum Preis p. Pro Stück fallen variable Kosten k_(var) an (Material, Fertigungslohn). Egal wie viel du verkaufst, du hast Fixkosten FC (Miete, Gehälter, Maschinen-Abschreibung).
Frage: wie viele Stück musst du verkaufen, damit Erlös = Gesamtkosten gilt?
Erlös: E(x) = p · x
Gesamtkosten: K(x) = FC + k_var · x
Gewinn: G(x) = E(x) - K(x) = (p - k_var) · x - FC
Der Break-Even-Punkt ist genau dort, wo G(x) = 0 — also wo Erlös und Kosten sich schneiden.
Die BEP-Formel herleiten
Setze G(x) = 0:
(p - k_(var)) · x - FC = 0
Nach x auflösen:
x_(BEP) = FC/(p - k_(var))
Der Nenner p - k_(var) ist der Stück-Deckungsbeitragdb. Anschaulich: jede verkaufte Einheit "trägt" db Euro zur Deckung der Fixkosten bei. Sobald die Summe der db die Fixkosten erreicht, sind wir am Break-Even.
Pflicht-Bedingung:p > k_(var), sonst ist db ≤ 0 und du erzeugst mit jeder Einheit zusätzlichen Verlust. Kein BEP existiert.
Beispiel — Klausur-Klassiker
Ein Sportgerätehersteller produziert Yogamatten:
Fixkosten pro Monat: 6.000 € (Miete, Maschinen, Gehälter)
Variable Stückkosten: 8 € (Material, Lohn)
Verkaufspreis: 20 € pro Matte
Stück-DB db = p - k_var = 20 - 8 = 12 €
BEP-Stück x_BEP = FC / db = 6.000 / 12 = 500 Matten
BEP-Umsatz U_BEP = x_BEP · p = 500 · 20 = 10.000 €
Interpretation: ab der 501. verkauften Matte beginnt der Monat profitabel. Bis zur 500. werden die Fixkosten "abgearbeitet".
Sicherheitsabstand
Sicherheitsabstand misst, wie viel Puffer zwischen tatsächlicher Absatzmenge x und BEP liegt. Wichtige Klausur-Kennzahl.
Beispiel weiter: der Hersteller verkauft 750 Matten/Monat.
absoluter SA = 750 - 500 = 250 Matten
relativer SA = 250 / 750 · 100 = 33,3 %
→ ein Drittel der Absatzmenge "darf wegbrechen" bevor der Monat in den Verlust kippt.
Was-wäre-wenn — Sensitivität
Klausur-Frage Standard: "Was passiert mit dem BEP, wenn ...?"
Änderung
Effekt auf BEP
Fixkosten steigen (FC uparrow)
BEP steigt (mehr Stück nötig)
Preis steigt (p uparrow)
BEP fällt (db größer)
Variable Kosten steigen (k_(var) uparrow)
BEP steigt (db kleiner)
Gleichzeitig p und k_(var) um gleichen €-Betrag
BEP unverändert (db gleich)
Faustregel: was den Stück-Deckungsbeitrag vergrößert, senkt den BEP — und umgekehrt.
Mehrproduktfall (Vertiefung)
Verkauft das Unternehmen mehrere Produkte mit unterschiedlichen db, gilt der durchschnittliche gewichtete Deckungsbeitrag:
db_(varnothing) = Σ_(i=1)ⁿ a_i · db_i
mit a_i als Anteil von Produkt i am Gesamtabsatz. Der BEP berechnet sich dann analog: x_(BEP) = FC ÷ db_(varnothing).
In den meisten Bachelor-Klausuren reicht der Einprodukt-Fall. Den Mehrproduktfall fragen aber gerne in WI-Schwerpunkt-Klausuren ab.
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv
Interaktiv verstehen
Break-Even live durchspielen
Schieb die drei Slider hin und her. Beobachte wie sich der Schnittpunkt von Erlös- und Kostenlinie verschiebt.
Tipp: stell den Preis mal gleich den variablen Stückkosten — dann verschwindet der BEP, denn jede Einheit erzeugt Verlust gleich der Fixkosten.
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Beobachte: der BEP-Punkt liegt immer dort, wo Erlös-Linie (blau) und Kostenlinie (orange) sich schneiden. Links davon ist der rote Verlustbereich (Erlös < Kosten), rechts der grüne Gewinnbereich.
Klausur-Trick: wenn du die Frage bekommst "wie wirkt sich Δp auf den BEP aus?" — schieb hier den Preis-Slider und schau dem BEP-Marker beim Wandern zu.
Teil 3·Quiz / Klausurfragen
Praxis-Übung
Praxis-Übung — Break-Even rechnen
Sechs typische Klausur-Konstellationen. Jeweils Zahlen in BEP-Formel einsetzen, Sicherheitsabstand berechnen, Sensitivitäts-Frage beantworten.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
F1.Ein Café hat Fixkosten von 3.000 €/Monat, variable Kosten 1,50 €/Tasse Kaffee, Verkaufspreis 4,50 €/Tasse. Bei welcher Tassenzahl pro Monat liegt der Break-Even-Punkt?
Antwort: 1000 Tassen
Erklärung: Stück-DB = 4,50 − 1,50 = 3,00 €. BEP = 3.000 / 3 = 1.000 Tassen. Etwa 33 Tassen/Tag bei 30 Tagen.
Typ: Zahlen-Eingabe
F2.Maschinenbauer: FC = 80.000 €, k(var) = 200 €/Stück, p = 600 €/Stück. BEP in Stück?
F3.Yogamatten: FC = 6.000 €, k(var) = 8 €, p = 20 €. Aktuell werden 750 Matten/Monat verkauft. Wie hoch ist der relative Sicherheitsabstand in Prozent?
Antwort: 33.33 % (Toleranz ±0.5)
Erklärung: BEP = 6.000 / 12 = 500 Matten. SA = (750 − 500) / 750 · 100 = 250 / 750 · 100 ≈ 33,33 %. Der Hersteller darf etwa ein Drittel weniger verkaufen, bevor der Monat in den Verlust kippt.
Typ: Zahlen-Eingabe
F4.Setup: FC = 10.000 €, k(var) = 15 €, p = 25 €. Der Verkaufspreis steigt um 20 % auf 30 €. Wie hoch ist der neue BEP in Stück?
Antwort: 666.67 Stück (Toleranz ±1)
Erklärung: Neuer Stück-DB = 30 − 15 = 15 €. BEP_neu = 10.000 / 15 ≈ 666,67 Stück. Vorher BEP_alt = 10.000 / 10 = 1.000 Stück → Preisanstieg von 20 % senkt den BEP um ein Drittel, weil der Stück-DB sich um 50 % erhöht.
Typ: Zahlen-Eingabe
F5.Wenn der Verkaufspreis und die variablen Stückkosten beide um den gleichen €-Betrag steigen, bleibt der Break-Even-Punkt unverändert.
Antwort: Wahr
Erklärung: Richtig. Stück-DB = p − k(var). Wenn beide um den gleichen Betrag steigen, ändert sich db nicht. BEP = FC / db bleibt also gleich. Klausur-Klassiker.
Typ: Wahr/Falsch
F6.Ein Hersteller verkauft Produkt A (db = 8 €) und Produkt B (db = 12 €) im Verhältnis 60:40. Fixkosten = 24.000 €. Wie viele Einheiten gesamt sind nötig, um den BEP zu erreichen?
Antwort: 2500 Einheiten (Toleranz ±1)
Erklärung: Durchschnittlicher gewichteter db = 0,6 · 8 + 0,4 · 12 = 4,8 + 4,8 = 9,6 €. BEP = 24.000 / 9,6 = 2.500 Einheiten gesamt. Davon 1.500 A + 1.000 B.
Typ: Zahlen-Eingabe
Teil 4·Quiz / Klausurfragen
Klausur-Quiz
Klausur-Quiz — Break-Even
Sieben Fragen zu Theorie + Anwendung. Mix aus MC, Numeric, True/False.
Klausurfragen mit Lösungen (7)
F1.Was bezeichnet der Break-Even-Punkt (BEP)?
Antwort: Den Punkt, an dem Erlös und Gesamtkosten gleich sind (Gewinn = 0)
Erklärung: BEP ist der Schwellenwert: ab diesem Output deckt der Erlös die Gesamtkosten exakt. Darüber Gewinn, darunter Verlust.
F2.Welche Formel berechnet den Break-Even-Punkt in Stück korrekt?
Antwort: BEP = FC / (p − k(var))
Erklärung: BEP = Fixkosten geteilt durch Stück-Deckungsbeitrag (p − k(var)). Anschaulich: jede Einheit trägt 'db' zur Fixkostendeckung bei, FC / db ergibt die nötige Stückzahl.
F3.Wenn der Verkaufspreis kleiner oder gleich den variablen Stückkosten ist, existiert kein Break-Even-Punkt.
Antwort: Wahr
Erklärung: Korrekt. Bei p ≤ k(var) ist der Stück-DB ≤ 0. Jede zusätzliche Einheit erhöht den Verlust statt ihn zu mindern. Mathematisch: BEP-Formel hat Nenner ≤ 0, kein sinnvolles Ergebnis.
Typ: Wahr/Falsch
F4.Welche Maßnahmen senken den Break-Even-Punkt (mehrere richtig)?
Erklärung: BEP = FC / (p − k(var)). Senken: FC ↓, k(var) ↓, p ↑. Die Absatzmenge selbst beeinflusst den BEP NICHT — sie bestimmt nur, ob du über oder unter dem BEP liegst.
Typ: Multi-Select
F5.Setup: FC = 5.000 €, k(var) = 10 €, p = 25 €. BEP-Umsatz in Euro?
Antwort: Verkaufspreis minus variable Stückkosten (p − k(var))
Erklärung: Stück-DB = p − k(var). Er sagt: was 'bleibt' pro Einheit, nachdem die variablen Kosten gedeckt sind. Dieser Beitrag fließt in die Fixkosten (bis BEP) und danach in den Gewinn.
F7.Ein Verlag: FC = 24.000 €, p = 30 € pro Buch, k(var) = 10 € pro Buch. Aktuell werden 1.500 Bücher verkauft. Wie hoch ist der absolute Sicherheitsabstand (in Stück)?