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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • ERP-Geschichte
  • Die 6 klassischen SAP-ERP-Module
  • Integration zwischen Modulen
  • ERP-Architektur
  • ERP-Markt 2024
  • Customizing vs. Programmierung
  • Klausur-Faustregeln
  • Häufige Stolpersteine
ThemenBusiness AnalyticsERP-Systeme, Aufbau und Module
Business Analytics·4Lerneinheiten·21min·Stand17.07.2026

ERP-Systeme, Aufbau und Module.

Das zentrale Rückgrat moderner Unternehmen. ERP-Klausurpflicht in 11/11 WInf-Programmen.

ERP (Enterprise Resource Planning): Integrierte Standard-Software, die ALLE betrieblichen Funktions-Bereiche (Finanzen, Personal, Material, Vertrieb, Produktion) auf EINER gemeinsamen Datenbasis abdeckt.

GenerationZeitraumCharakteristik
MRP (Material Requirements Planning)1960er–70erMaterialbedarfsplanung (für Produktion)
MRP II1980er+ Kapazitätsplanung, Personalplanung
ERP (klassisch)1990erIntegration ALLER Funktions-Bereiche
ERP II / Extended ERP2000er+ CRM, SCM, BI-Integration
Cloud-ERP2015+Cloud-First, Multi-Tenant, Subscription

SAP-Geschichte:

  • 1972: SAP-Gründung (Walldorf, 5 ex-IBM-Mitarbeiter)
  • 1979: SAP R/2 (Mainframe)
  • 1992: SAP R/3 (Client-Server, dreischichtig)
  • 2004: SAP ERP / SAP NetWeaver
  • 2015: SAP S/4HANA (HANA-In-Memory-DB)
  • 2021: RISE with SAP (Cloud-Transformation)

FI, Financial Accounting (Externes Rechnungswesen)

  • Hauptbuch (G/L): Sachkontenführung nach HGB/IFRS
  • Debitoren (A/R): Kundenkonten + Forderungen
  • Kreditoren (A/P): Lieferantenkonten + Verbindlichkeiten
  • Anlagenbuchhaltung (FA): Anlagevermögen + Abschreibungen
  • Konsolidierung: Konzernabschluss

Output: Bilanz, GuV, Cashflow-Statement.

CO, Controlling (Internes Rechnungswesen)

  • Kostenstellen-Rechnung: Wo entstehen Kosten?
  • Kostenträger-Rechnung: Wofür entstehen Kosten?
  • Profit-Center: Welche Bereiche sind rentabel?
  • Prozesskosten-Rechnung: Aktivitäts-basiert
  • Internes Reporting: Management-Berichte

MM, Materials Management

  • Materialstamm: Materialnummer, Bezeichnung, Einkaufsdaten
  • Beschaffung: Bestellanforderung → Bestellung → Wareneingang
  • Lagerverwaltung: Bestand, Bewegungen, Inventur
  • Rechnungsprüfung: 3-Way-Match (Bestellung + Wareneingang + Rechnung)

SD, Sales & Distribution

  • Kundenstamm: Adressen, Konditionen, Ansprechpartner
  • Angebot + Auftrag: Customer Journey
  • Lieferung: Versand + Transport
  • Faktura: Rechnungsstellung
  • Preisfindung: Konditionen, Rabatte, Steuern

PP, Production Planning

  • Stückliste (BOM, Bill of Materials): Welche Teile für ein Produkt?
  • Arbeitsplan: In welcher Reihenfolge produzieren?
  • Materialbedarfsplanung (MRP): Wann was bestellen?
  • Kapazitätsplanung: Welche Maschinen sind verfügbar?
  • Produktions-Auftrag: Konkrete Fertigungs-Anweisung

HR / HCM, Human Resources / Human Capital Management

  • Personal-Stamm: Mitarbeiter-Daten
  • Zeitwirtschaft: Schichtpläne, Abwesenheiten
  • Entgeltabrechnung: Gehälter, Steuern, Sozialabgaben
  • Personalentwicklung: Schulungen, Karriere
  • Recruitment: Bewerbermanagement

SAP SuccessFactors (seit 2011) ist die Cloud-Variante.

Der Schlüssel: Alle Module nutzen DIESELBEN Datenstammdaten + DIESELBE DB.

Beispiel: Kundenauftrag (Order-to-Cash, O2C)

1. SD: Kundenauftrag erfassen
2. SD: Verfügbarkeit prüfen (Bestand MM)
3. MM: Reservierung des Materials
4. PP: ggf. Produktions-Auftrag erstellen (bei Make-to-Order)
5. MM: Auslieferung, Lagerbewegung
6. SD: Lieferung an Kunde
7. SD: Faktura (Rechnung)
8. FI: Buchung, Forderung gegen Kunde, Umsatz-Erlös
9. CO: Kosten auf Kostenträger umlegen
10. FI: Zahlungseingang → Forderung ausgleichen

Beispiel: Beschaffungs-Prozess (Procure-to-Pay, P2P)

1. MM: Bestellanforderung (Material fehlt)
2. MM: Bestellung an Lieferanten
3. MM: Wareneingang → Lagerbestand erhöhen
4. FI: Buchung, Verbindlichkeit gegen Lieferant
5. FI: Rechnungseingang
6. FI: Rechnungsprüfung (3-Way-Match)
7. FI: Zahlungsausgang

3-Tier-Architektur (R/3)

Presentation-Layer ← (SAP GUI / Fiori)
        ↓
Application-Layer ← (Business-Logik, ABAP)
        ↓
Database-Layer ← (DB: HANA, Oracle, DB2)

S/4HANA-Innovationen (seit 2015)

  • HANA In-Memory-DB: 10–1000× schneller als Disk-basiert
  • Vereinfachtes Datenmodell: weniger Tabellen
  • Fiori-UI: moderne Web-Oberfläche statt SAPgui
  • Embedded Analytics: BI direkt im ERP
  • Cloud-Optionen: S/4HANA Cloud, Private Cloud, On-Premise
AnbieterMarktanteilStärke
SAP~30 %Großunternehmen, DACH-Region
Oracle~15 %Großunternehmen, USA
MS Dynamics 365~10 %Mittelstand, Microsoft-Ökosystem
Infor~5 %Branchenlösungen
Sage / DATEV / LexwarekleinKMU + Buchhaltung
CustomizingProgrammierung
Konfiguration via Customizing-TabellenEigenentwicklung in ABAP / Java
Funktionsbaustein-AuswahlCustom-Module
Wenig Aufwand, Update-fähigHoher Aufwand, Update-Risiko
EmpfohlenNur für nicht-Standard-Anforderungen

1. 6 SAP-Module: FI / CO / MM / SD / PP / HR.

2. FI = Externes Rechnungswesen, CO = Internes Rechnungswesen.

3. Alle Module gemeinsame DB: zentrale Integration.

4. O2C-Prozess: Order-to-Cash über SD → MM → SD → FI → CO.

5. P2P-Prozess: Procure-to-Pay über MM → FI.

6. 3-Tier-Architektur: Präsentation / Applikation / Datenbank.

1. FI und CO verwechseln. FI = extern (HGB, IFRS, Steuerbehörde-Pflicht). CO = intern (Management-Reporting, freiwillig).

2. Customizing als 'einfache Konfiguration' unterschätzen. Customizing-Tabellen haben Tausende Parameter. Customizing-Phase ist 30-50% der Implementierungs-Zeit.

3. Module als unabhängige Programme sehen. ERP-Wert kommt aus INTEGRATION. Buchung in SD ändert automatisch FI + CO + MM-Bestand.

4. SAP R/3 als aktuelles System ansehen. R/3 wurde 2004 durch SAP ERP ersetzt. S/4HANA ist seit 2015 das aktuelle Produkt. Support für R/3 wurde eingestellt.

5. ERP als 'Buchhaltungs-Software' sehen. ERP ist VIEL MEHR: Material, Produktion, Personal, Vertrieb, Buchhaltung ist nur 1 von 6+ Modulen.

6. HCM von HR unterscheiden. HR ist traditionelle Personal-Verwaltung (Lohn, Personalakten). HCM (Human Capital Management) erweitert um strategische Bereiche (Talent-Management, Performance, Lernkurven). SAP nennt seine HR-Module heute HCM.

Klick auf eines der 6 SAP-Module (FI/CO/MM/SD/PP/HR) zeigt Hauptfunktionen, Integrations-Beziehungen und Beispiel-Datenflüsse.

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Klausur-Tipp: Bei "Beschreiben Sie SAP-ERP-Module" IMMER strukturiert: 1) Die 6 Standard-Module nennen. 2) Pro Modul 3-4 Funktionen. 3) Mindestens 1 Integrations-Beispiel (z.B. O2C über SD → MM → FI → CO). So zeigst du strukturelles + integratives Wissen.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Das zentrale Rückgrat moderner Unternehmen. ERP-Klausurpflicht in 11/11 WInf-Programmen.

Die Idee in einem Satz

ERP (Enterprise Resource Planning): Integrierte Standard-Software, die ALLE betrieblichen Funktions-Bereiche (Finanzen, Personal, Material, Vertrieb, Produktion) auf EINER gemeinsamen Datenbasis abdeckt.

ERP-Geschichte

GenerationZeitraumCharakteristik
MRP (Material Requirements Planning)1960er–70erMaterialbedarfsplanung (für Produktion)
MRP II1980er+ Kapazitätsplanung, Personalplanung
ERP (klassisch)1990erIntegration ALLER Funktions-Bereiche
ERP II / Extended ERP2000er+ CRM, SCM, BI-Integration
Cloud-ERP2015+Cloud-First, Multi-Tenant, Subscription

SAP-Geschichte:

  • 1972: SAP-Gründung (Walldorf, 5 ex-IBM-Mitarbeiter)
  • 1979: SAP R/2 (Mainframe)
  • 1992: SAP R/3 (Client-Server, dreischichtig)
  • 2004: SAP ERP / SAP NetWeaver
  • 2015: SAP S/4HANA (HANA-In-Memory-DB)
  • 2021: RISE with SAP (Cloud-Transformation)

Die 6 klassischen SAP-ERP-Module

FI, Financial Accounting (Externes Rechnungswesen)
  • Hauptbuch (G/L): Sachkontenführung nach HGB/IFRS
  • Debitoren (A/R): Kundenkonten + Forderungen
  • Kreditoren (A/P): Lieferantenkonten + Verbindlichkeiten
  • Anlagenbuchhaltung (FA): Anlagevermögen + Abschreibungen
  • Konsolidierung: Konzernabschluss

Output: Bilanz, GuV, Cashflow-Statement.

CO, Controlling (Internes Rechnungswesen)
  • Kostenstellen-Rechnung: Wo entstehen Kosten?
  • Kostenträger-Rechnung: Wofür entstehen Kosten?
  • Profit-Center: Welche Bereiche sind rentabel?
  • Prozesskosten-Rechnung: Aktivitäts-basiert
  • Internes Reporting: Management-Berichte
MM, Materials Management
  • Materialstamm: Materialnummer, Bezeichnung, Einkaufsdaten
  • Beschaffung: Bestellanforderung → Bestellung → Wareneingang
  • Lagerverwaltung: Bestand, Bewegungen, Inventur
  • Rechnungsprüfung: 3-Way-Match (Bestellung + Wareneingang + Rechnung)
SD, Sales & Distribution
  • Kundenstamm: Adressen, Konditionen, Ansprechpartner
  • Angebot + Auftrag: Customer Journey
  • Lieferung: Versand + Transport
  • Faktura: Rechnungsstellung
  • Preisfindung: Konditionen, Rabatte, Steuern
PP, Production Planning
  • Stückliste (BOM, Bill of Materials): Welche Teile für ein Produkt?
  • Arbeitsplan: In welcher Reihenfolge produzieren?
  • Materialbedarfsplanung (MRP): Wann was bestellen?
  • Kapazitätsplanung: Welche Maschinen sind verfügbar?
  • Produktions-Auftrag: Konkrete Fertigungs-Anweisung
HR / HCM, Human Resources / Human Capital Management
  • Personal-Stamm: Mitarbeiter-Daten
  • Zeitwirtschaft: Schichtpläne, Abwesenheiten
  • Entgeltabrechnung: Gehälter, Steuern, Sozialabgaben
  • Personalentwicklung: Schulungen, Karriere
  • Recruitment: Bewerbermanagement

SAP SuccessFactors (seit 2011) ist die Cloud-Variante.

Integration zwischen Modulen

Der Schlüssel: Alle Module nutzen DIESELBEN Datenstammdaten + DIESELBE DB.

Beispiel: Kundenauftrag (Order-to-Cash, O2C)

1. SD: Kundenauftrag erfassen
2. SD: Verfügbarkeit prüfen (Bestand MM)
3. MM: Reservierung des Materials
4. PP: ggf. Produktions-Auftrag erstellen (bei Make-to-Order)
5. MM: Auslieferung, Lagerbewegung
6. SD: Lieferung an Kunde
7. SD: Faktura (Rechnung)
8. FI: Buchung, Forderung gegen Kunde, Umsatz-Erlös
9. CO: Kosten auf Kostenträger umlegen
10. FI: Zahlungseingang → Forderung ausgleichen

Beispiel: Beschaffungs-Prozess (Procure-to-Pay, P2P)

1. MM: Bestellanforderung (Material fehlt)
2. MM: Bestellung an Lieferanten
3. MM: Wareneingang → Lagerbestand erhöhen
4. FI: Buchung, Verbindlichkeit gegen Lieferant
5. FI: Rechnungseingang
6. FI: Rechnungsprüfung (3-Way-Match)
7. FI: Zahlungsausgang

ERP-Architektur

3-Tier-Architektur (R/3)
Presentation-Layer ← (SAP GUI / Fiori)
        ↓
Application-Layer ← (Business-Logik, ABAP)
        ↓
Database-Layer ← (DB: HANA, Oracle, DB2)
S/4HANA-Innovationen (seit 2015)
  • HANA In-Memory-DB: 10–1000× schneller als Disk-basiert
  • Vereinfachtes Datenmodell: weniger Tabellen
  • Fiori-UI: moderne Web-Oberfläche statt SAPgui
  • Embedded Analytics: BI direkt im ERP
  • Cloud-Optionen: S/4HANA Cloud, Private Cloud, On-Premise

ERP-Markt 2024

AnbieterMarktanteilStärke
SAP~30 %Großunternehmen, DACH-Region
Oracle~15 %Großunternehmen, USA
MS Dynamics 365~10 %Mittelstand, Microsoft-Ökosystem
Infor~5 %Branchenlösungen
Sage / DATEV / LexwarekleinKMU + Buchhaltung

Customizing vs. Programmierung

CustomizingProgrammierung
Konfiguration via Customizing-TabellenEigenentwicklung in ABAP / Java
Funktionsbaustein-AuswahlCustom-Module
Wenig Aufwand, Update-fähigHoher Aufwand, Update-Risiko
EmpfohlenNur für nicht-Standard-Anforderungen

Klausur-Faustregeln

1. 6 SAP-Module: FI / CO / MM / SD / PP / HR.

2. FI = Externes Rechnungswesen, CO = Internes Rechnungswesen.

3. Alle Module gemeinsame DB: zentrale Integration.

4. O2C-Prozess: Order-to-Cash über SD → MM → SD → FI → CO.

5. P2P-Prozess: Procure-to-Pay über MM → FI.

6. 3-Tier-Architektur: Präsentation / Applikation / Datenbank.

Häufige Stolpersteine

1. FI und CO verwechseln. FI = extern (HGB, IFRS, Steuerbehörde-Pflicht). CO = intern (Management-Reporting, freiwillig).

2. Customizing als 'einfache Konfiguration' unterschätzen. Customizing-Tabellen haben Tausende Parameter. Customizing-Phase ist 30-50% der Implementierungs-Zeit.

3. Module als unabhängige Programme sehen. ERP-Wert kommt aus INTEGRATION. Buchung in SD ändert automatisch FI + CO + MM-Bestand.

4. SAP R/3 als aktuelles System ansehen. R/3 wurde 2004 durch SAP ERP ersetzt. S/4HANA ist seit 2015 das aktuelle Produkt. Support für R/3 wurde eingestellt.

5. ERP als 'Buchhaltungs-Software' sehen. ERP ist VIEL MEHR: Material, Produktion, Personal, Vertrieb, Buchhaltung ist nur 1 von 6+ Modulen.

6. HCM von HR unterscheiden. HR ist traditionelle Personal-Verwaltung (Lohn, Personalakten). HCM (Human Capital Management) erweitert um strategische Bereiche (Talent-Management, Performance, Lernkurven). SAP nennt seine HR-Module heute HCM.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

ERP-Modul-Karte interaktiv

Klick auf eines der 6 SAP-Module (FI/CO/MM/SD/PP/HR) zeigt Hauptfunktionen, Integrations-Beziehungen und Beispiel-Datenflüsse.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei "Beschreiben Sie SAP-ERP-Module" IMMER strukturiert: 1) Die 6 Standard-Module nennen. 2) Pro Modul 3-4 Funktionen. 3) Mindestens 1 Integrations-Beispiel (z.B. O2C über SD → MM → FI → CO). So zeigst du strukturelles + integratives Wissen.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

ERP-Systeme, Praxis-Übung

6 Aufgaben zu Modulen, Prozessen und ERP-Architektur.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Welche 6 Module gehören zum klassischen SAP-ERP?

Antwort: FI, CO, MM, SD, PP, HR

Erklärung: SAP-Klassik 6 Module: FI (Financial Accounting / Externes Rechnungswesen), CO (Controlling / Internes Rechnungswesen), MM (Materials Management), SD (Sales & Distribution), PP (Production Planning), HR (Human Resources). Diese Module musst du auswendig kennen, Klausur-Standard.

F2.Was ist der Hauptzweck eines ERP-Systems?

Antwort: ALLE betrieblichen Funktionsbereiche auf EINER gemeinsamen Datenbasis integrieren

Erklärung: ERP integriert ALLE Funktions-Bereiche (Finanzen, Personal, Material, Vertrieb, Produktion etc.) auf EINER gemeinsamen Datenbasis. Das ist der Schlüsselwert: keine Daten-Silos, keine doppelte Erfassung, automatische Buchung über Modul-Grenzen. Buchhaltung ist nur EIN Aspekt von vielen.

F3.Ordne SAP-Modul der Hauptfunktion zu.

Zuordnungen:

  • FI → Bilanz, GuV, Hauptbuch, Debitoren/Kreditoren
  • CO → Kostenstellen, Kostenträger, Profit-Center
  • MM → Bestellung, Wareneingang, Lager, Inventur
  • SD → Angebot, Auftrag, Lieferung, Faktura

Erklärung: Standard-Modul-Zuordnung: FI = externes Rechnungswesen (Pflicht, HGB/IFRS). CO = internes Rechnungswesen (Management). MM = Beschaffung + Lager. SD = Vertrieb + Auslieferung. Plus: PP = Produktion. HR = Personal. Klausur-Klassiker.

Typ: Zuordnung

F4.Welcher Prozess ist KEIN Standard-ERP-End-to-End-Prozess?

Antwort: GIT (Git-to-Internet)

Erklärung: GIT (Git-to-Internet) ist keine ERP-Prozess-Abkürzung. Standard-ERP-End-to-End-Prozesse: O2C (Order-to-Cash, Vertriebsprozess), P2P (Procure-to-Pay, Beschaffungsprozess), H2R (Hire-to-Retire, HR-Prozess), L2C (Lead-to-Cash, mit CRM-Integration), I2M (Idea-to-Market, Produktentwicklung). Klausur-Klassiker.

F5.SAP S/4HANA basiert auf einer In-Memory-Datenbank (HANA), die wesentlich schneller ist als klassische disk-basierte Datenbanken.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. SAP HANA (High-Performance Analytic Appliance, seit 2010) ist eine In-Memory-DB: Daten liegen direkt im Hauptspeicher (RAM), nicht auf der Festplatte. Geschwindigkeitsvorteil: 10–1000× schneller bei analytischen Queries. S/4HANA (2015) wurde komplett für HANA neu gebaut, vereinfachtes Datenmodell + Embedded Analytics. RISE with SAP (2021) ist die Cloud-Transformations-Strategie.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Was bedeutet das '3-Way-Match' in der ERP-Rechnungsprüfung?

Antwort: Abgleich von Bestellung + Wareneingang + Rechnung

Erklärung: 3-Way-Match in der Rechnungsprüfung: 1) Bestellung (MM), 2) Wareneingang (MM), 3) Rechnung (FI). Nur wenn alle 3 übereinstimmen (Menge, Preis, Material), wird die Rechnung freigegeben + bezahlt. Pflicht-Kontrolle nach IDW PS 261 / Compliance. Bei Abweichungen → manuelle Klärung. Klausur-Standard im MM/FI-Bereich.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

ERP-Systeme, Klausur-Quiz

6 typische Klausurfragen zu ERP-Geschichte, Modulen und Architektur.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.In welchem Jahr wurde SAP S/4HANA veröffentlicht?

Antwort: 2015

Erklärung: SAP S/4HANA wurde 2015 veröffentlicht, der Nachfolger von SAP ERP / ECC. Wichtige Daten: 1972 (SAP-Gründung), 1992 (R/3), 2004 (SAP ERP), 2010 (HANA-DB), 2015 (S/4HANA), 2021 (RISE with SAP). Diese Geschichts-Daten sind WInf-Standard.

F2.Was steht MRP (1960er) für, Vorgänger von ERP?

Antwort: Material Requirements Planning

Erklärung: MRP = Material Requirements Planning, 1960er-Jahre. Erste integrierte Material-Planungs-Systeme. MRP II (1980er) erweitert um Kapazitätsplanung + Personal. ERP (1990er) integriert ALLE Funktionsbereiche. Klausur-Klassiker zur ERP-Geschichte. Joseph Orlicky gilt als 'Vater von MRP'.

F3.SAP wurde {{1}} in Walldorf gegründet. SAP R/3 mit {{2}}-Architektur erschien {{3}}. S/4HANA mit {{4}}-Datenbank kam {{5}}.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: 1972
  • {{2}}: Client-Server / 3-Tier / dreischichtig / Drei-Schicht
  • {{3}}: 1992
  • {{4}}: HANA / In-Memory
  • {{5}}: 2015

Erklärung: SAP-Geschichte (auswendig wissen!): 1972 SAP-Gründung in Walldorf. 1992 SAP R/3 mit 3-Tier-Architektur (Präsentation / Applikation / Datenbank). 2010 SAP HANA In-Memory-DB. 2015 SAP S/4HANA. 2021 RISE with SAP für Cloud-Migration. Klausur-Standard im SAP-Modul.

Typ: Lückentext

F4.Bringe die Schritte des O2C-Prozesses (Order-to-Cash) in die richtige Reihenfolge.

Richtige Reihenfolge:

  1. SD: Kundenauftrag erfassen
  2. MM: Lieferung, Material aus Lager entnehmen
  3. SD: Faktura (Rechnungsstellung)
  4. FI: Rechnung buchen, Forderung gegen Kunde

Erklärung: O2C-Prozess (Order-to-Cash): 1) SD: Auftrag erfassen. 2) MM: Lieferung, Lager-Bestand reduzieren. 3) SD: Faktura, Rechnung erstellen. 4) FI: Buchung, Forderung gegen Kunde + Umsatzerlös. Cross-Module-Integration: SD → MM → SD → FI → CO (Kostenumlage). Klausur-Klassiker.

Typ: Reihenfolge

F5.Was unterscheidet die SAP-Module FI und CO?

Antwort: FI = Externes Rechnungswesen (HGB/IFRS-Pflicht), CO = Internes Rechnungswesen (Management)

Erklärung: FI = Financial Accounting = EXTERNES Rechnungswesen. Pflicht nach HGB / IFRS. Bilanz, GuV, Cashflow für Steuerbehörden + Investoren. CO = Controlling = INTERNES Rechnungswesen. Freiwillig, für Management-Reporting. Kostenstellen, Kostenträger, Profit-Center. Beide GEMEINSAM in SAP, aber unterschiedlicher Zweck.

F6.Customizing in SAP bedeutet das Anpassen der Software durch Konfiguration von Customizing-Tabellen ohne Programmierung, und stellt 30-50% der Implementierungs-Zeit dar.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Customizing = Konfiguration via Customizing-Tabellen (SPRO-Transaktion, IMG = Implementation Guide). Tausende Parameter, z.B. Buchungskreise, Steuersätze, Belegarten. KEINE Programmierung. Aufwand: 30-50% der Implementierungs-Zeit + größter Kostenfaktor. Programmierung (ABAP) nur für nicht-Standard-Anforderungen. Best Practice: 'Customize, don't program', bleibt Update-fähig.

Typ: Wahr/Falsch

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