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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Die Kostenrechnung
  • Die Indifferenzmenge
  • Beispiel mit Zahlen
  • Qualitative Faktoren (auch wichtig!)
  • Visualisierung
  • Klausur-Faustregeln
  • Typische Stolpersteine
ThemenRechnungswesenMake-or-Buy-Entscheidungen
Rechnungswesen·4Lerneinheiten·22min·Stand17.07.2026

Make-or-Buy-Entscheidungen.

Du brauchst 10.000 Schrauben. Selbst produzieren oder vom Lieferant kaufen? Genau diese Frage entscheidet jedes produzierende Unternehmen tausendfach pro Jahr. Klassische Klausur-Aufgabe: gegeben sind Fixkosten, variable Kosten und Marktpreis, berechne, ab welcher Stückzahl Eigenfertigung günstiger wird (Indifferenzmenge). Klausur in 16/17 BWL-int-rewe-Modulen.

Make (Eigenfertigung): hohe Fixkosten + niedrige variable Kosten. Buy (Fremdbezug): keine Fixkosten + höhere Preise pro Stück.

Klassischer Trade-off: ab wann lohnt sich Eigenfertigung?

Eigenfertigung (Make)

K_make(x) = K_f + k_v · x
  • KfK_fKf​ = Fixkosten (Maschine, Halle, fester Personal-Stamm)
  • kvk_vkv​ = variable Kosten pro Stück (Material, Lohn pro Stück)
  • xxx = Stückzahl

Fremdbezug (Buy)

K_buy(x) = p · x
  • ppp = Einkaufspreis pro Stück
  • xxx = Stückzahl

Punkt, an dem Make-Kosten = Buy-Kosten.

K_f + k_v · x = p · x
K_f = (p - k_v) · x
x* = K_f / (p - k_v)

Interpretation: unterhalb von x∗x^*x∗ ist Fremdbezug günstiger, oberhalb Eigenfertigung. Voraussetzung: p>kvp > k_vp>kv​ (sonst lohnt Make nie).

  • Kf=50.000€K_f = 50.000 €Kf​=50.000€ (Maschine + Personal)
  • kv=3€/Stu¨ckk_v = 3 €/Stückkv​=3€/Stu¨ck
  • p=5€/Stu¨ckp = 5 €/Stückp=5€/Stu¨ck (Lieferant)

→ x∗=50.000/(5−3)=25.000Stu¨ckx^* = 50.000 / (5 - 3) = 25.000 Stückx∗=50.000/(5−3)=25.000Stu¨ck

Bei 25.000 Stück: Kmake=50.000+3⋅25.000=125.000K_{make} = 50.000 + 3 · 25.000 = 125.000Kmake​=50.000+3⋅25.000=125.000, Kbuy=5⋅25.000=125.000K_{buy} = 5 · 25.000 = 125.000Kbuy​=5⋅25.000=125.000. Gleich teuer.

Entscheidungsregel:

  • < 25.000 Stück → Buy (Fremdbezug)
  • = 25.000 Stück → indifferent
  • 25.000 Stück → Make (Eigenfertigung)

Klausur fragt oft auch nach nicht-monetären Argumenten:

Pro Make:

  • Know-how im Haus
  • Qualitäts-Kontrolle
  • Lieferzeit-Sicherheit
  • strategische Unabhängigkeit

Pro Buy:

  • Spezialisierung des Lieferanten
  • Kapital-Bindung niedrig
  • Flexibilität bei Mengenschwankungen
  • Skaleneffekte des Lieferanten

Klausur-Tipp: auch wenn rechnerisch Make günstiger ist, wenn du das Know-how nicht hast, ist Buy oft besser. Reine Kostenrechnung ist nur halbe Antwort.

Stelle Fixkosten + variable Kosten + Lieferantenpreis ein, sieh die Indifferenzmenge live:

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  1. Indifferenzmenge x∗=Kf/(p−kv)x^* = K_f / (p - k_v)x∗=Kf​/(p−kv​). Auswendig.
  2. Unter x∗x^*x∗ → Buy, über x∗x^*x∗ → Make.
  3. Make lohnt nur, wenn p>kvp > k_vp>kv​ (sonst sind variable Kosten allein höher als Einkauf).
  4. Qualitative Faktoren nicht vergessen, Klausuren erwarten oft beides.
  5. Opportunitätskosten beachten: wenn die Make-Maschine ohnehin für andere Produkte da ist, sind die Fixkosten teilweise schon gedeckt.

1. Indifferenz mit Break-Even verwechseln. Make-or-Buy-Indifferenz vergleicht zwei Kostenkurven. Break-Even vergleicht Umsatz mit Gesamtkosten (Welle 4).

2. Variable Kosten der Buy-Variante ignorieren. Bei Buy ist nicht nur der Einkaufspreis, auch Wareneingang, Lagerung, Qualitätsprüfung kosten Geld.

3. Fixkosten als "weg" sehen, wenn man kauft. Wenn die Make-Maschine bereits existiert (sunk cost), sind diese Fixkosten irrelevant für die Entscheidung. Nur relevante Kosten betrachten.

4. Mengen unter x∗x^*x∗ als unwirtschaftlich für Make sehen. Wenn die Maschine andere Aufgaben mit erledigt (Kapazitäts-Sharing), kann auch unter x∗x^*x∗ Make sinnvoll sein.

Schiebe Fixkosten, variable Kosten und Einkaufspreis. Indifferenzmenge wird live berechnet, Kostenkurven beider Varianten dargestellt.

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Klausur-Tipp: Bei "Bei welcher Menge ist Eigenfertigung günstiger?", Indifferenzmenge berechnen, dann begründen warum darüber Make besser ist (Fixkosten anteilig sinken).

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Make-or-Buy Lab(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Du brauchst 10.000 Schrauben. Selbst produzieren oder vom Lieferant kaufen? Genau diese Frage entscheidet jedes produzierende Unternehmen tausendfach pro Jahr. Klassische Klausur-Aufgabe: gegeben sind Fixkosten, variable Kosten und Marktpreis, berechne, ab welcher Stückzahl Eigenfertigung günstiger wird (Indifferenzmenge). Klausur in 16/17 BWL-int-rewe-Modulen.

Die Idee in einem Satz

Make (Eigenfertigung): hohe Fixkosten + niedrige variable Kosten. Buy (Fremdbezug): keine Fixkosten + höhere Preise pro Stück.

Klassischer Trade-off: ab wann lohnt sich Eigenfertigung?

Die Kostenrechnung

Eigenfertigung (Make)
K_make(x) = K_f + k_v · x
  • K_f = Fixkosten (Maschine, Halle, fester Personal-Stamm)
  • k_v = variable Kosten pro Stück (Material, Lohn pro Stück)
  • x = Stückzahl
Fremdbezug (Buy)
K_buy(x) = p · x
  • p = Einkaufspreis pro Stück
  • x = Stückzahl

Die Indifferenzmenge

Punkt, an dem Make-Kosten = Buy-Kosten.

K_f + k_v · x = p · x
K_f = (p - k_v) · x
x* = K_f / (p - k_v)

Interpretation: unterhalb von x^* ist Fremdbezug günstiger, oberhalb Eigenfertigung. Voraussetzung: p > k_v (sonst lohnt Make nie).

Beispiel mit Zahlen

  • K_f = 50.000 € (Maschine + Personal)
  • k_v = 3 €/Stück
  • p = 5 €/Stück (Lieferant)

→ x^* = 50.000 / (5 - 3) = 25.000 Stück

Bei 25.000 Stück: K_(make) = 50.000 + 3 · 25.000 = 125.000, K_(buy) = 5 · 25.000 = 125.000. Gleich teuer.

Entscheidungsregel:

  • < 25.000 Stück → Buy (Fremdbezug)
  • = 25.000 Stück → indifferent
  • 25.000 Stück → Make (Eigenfertigung)

Qualitative Faktoren (auch wichtig!)

Klausur fragt oft auch nach nicht-monetären Argumenten:

Pro Make:

  • Know-how im Haus
  • Qualitäts-Kontrolle
  • Lieferzeit-Sicherheit
  • strategische Unabhängigkeit

Pro Buy:

  • Spezialisierung des Lieferanten
  • Kapital-Bindung niedrig
  • Flexibilität bei Mengenschwankungen
  • Skaleneffekte des Lieferanten

Klausur-Tipp: auch wenn rechnerisch Make günstiger ist, wenn du das Know-how nicht hast, ist Buy oft besser. Reine Kostenrechnung ist nur halbe Antwort.

Visualisierung

Stelle Fixkosten + variable Kosten + Lieferantenpreis ein, sieh die Indifferenzmenge live:

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Faustregeln

  1. Indifferenzmenge x^* = K_f / (p - k_v). Auswendig.
  2. Unter x^* → Buy, über x^* → Make.
  3. Make lohnt nur, wenn p > k_v (sonst sind variable Kosten allein höher als Einkauf).
  4. Qualitative Faktoren nicht vergessen, Klausuren erwarten oft beides.
  5. Opportunitätskosten beachten: wenn die Make-Maschine ohnehin für andere Produkte da ist, sind die Fixkosten teilweise schon gedeckt.

Typische Stolpersteine

1. Indifferenz mit Break-Even verwechseln. Make-or-Buy-Indifferenz vergleicht zwei Kostenkurven. Break-Even vergleicht Umsatz mit Gesamtkosten (Welle 4).

2. Variable Kosten der Buy-Variante ignorieren. Bei Buy ist nicht nur der Einkaufspreis, auch Wareneingang, Lagerung, Qualitätsprüfung kosten Geld.

3. Fixkosten als "weg" sehen, wenn man kauft. Wenn die Make-Maschine bereits existiert (sunk cost), sind diese Fixkosten irrelevant für die Entscheidung. Nur relevante Kosten betrachten.

4. Mengen unter x^* als unwirtschaftlich für Make sehen. Wenn die Maschine andere Aufgaben mit erledigt (Kapazitäts-Sharing), kann auch unter x^* Make sinnvoll sein.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Make-or-Buy Lab

Make-or-Buy Lab

Schiebe Fixkosten, variable Kosten und Einkaufspreis. Indifferenzmenge wird live berechnet, Kostenkurven beider Varianten dargestellt.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Bei "Bei welcher Menge ist Eigenfertigung günstiger?", Indifferenzmenge berechnen, dann begründen warum darüber Make besser ist (Fixkosten anteilig sinken).

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Make-or-Buy, Praxis-Übung

6 Aufgaben zur Indifferenzmenge, Entscheidungsregel, qualitativen Faktoren.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Fixkosten 60.000€, variable Kosten 4€/Stk, Einkaufspreis 10€/Stk. Indifferenzmenge?

Antwort: 10000 (Toleranz ±10)

Erklärung: x* = K_f / (p − k_v) = 60.000 / (10−4) = 60.000 / 6 = 10.000 Stück.

Typ: Zahlen-Eingabe

F2.Wann lohnt Eigenfertigung (Make)?

Antwort: Über der Indifferenzmenge

Erklärung: Über der Indifferenzmenge: Fixkosten werden auf viele Stücke verteilt, variable Kosten sind günstiger als Einkaufspreis → Make wird billiger. Unter Indifferenz: Fixkosten dominieren.

F3.K_f = 100k€, k_v = 8€, p = 5€. Was passiert?

Antwort: Make lohnt sich nie (k_v > p)

Erklärung: Wenn variable Kosten höher sind als der Einkaufspreis (k_v > p), wird Eigenfertigung mit jeder zusätzlichen Einheit teurer als Kauf. Make lohnt sich NIE, Indifferenzmenge mathematisch negativ (nicht sinnvoll).

F4.Wenn rechnerisch Make günstiger ist, ist Make immer die richtige Entscheidung.

Antwort: Falsch

Erklärung: FALSCH. Qualitative Faktoren wie Know-how, Qualitäts-Kontrolle, Lieferzeit, strategische Unabhängigkeit, Skaleneffekte sind genauso wichtig. Reine Kostenrechnung ist nur halbe Antwort.

Typ: Wahr/Falsch

F5.Welche Argumente sprechen FÜR Make (Eigenfertigung)?

Richtige Antworten: Know-how im Haus halten; Qualitäts-Kontrolle; Lieferzeit-Sicherheit

Erklärung: Pro Make: Know-how, Qualität, Lieferzeit. Pro Buy: niedrige Kapitalbindung, Spezialisierung+Skaleneffekte des Lieferanten, Flexibilität.

Typ: Multi-Select

F6.Ordne Variable zu Formel:

Zuordnungen:

  • K_f → Fixkosten der Eigenfertigung
  • k_v → Variable Kosten/Stück bei Make
  • p → Einkaufspreis/Stück bei Buy
  • x* → Indifferenzmenge

Erklärung: Die 4 Standard-Variablen der Make-or-Buy-Rechnung. Auswendig.

Typ: Zuordnung

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.K_f=80k€, k_v=2€, p=6€. Indifferenzmenge?

Antwort: 20000 (Toleranz ±100)

Erklärung: x* = 80.000 / (6−2) = 80.000 / 4 = 20.000 Stk.

Typ: Zahlen-Eingabe

F2.K_f=50k€, k_v=3€, p=5€. Bei 30.000 Stück: was lohnt sich?

Antwort: Make (günstiger)

Erklärung: x* = 50k/(5−3) = 25k. 30k > 25k → Make. Konkret: K_make=50k+3·30k=140k, K_buy=5·30k=150k. Make 10k günstiger.

F3.Sunk Costs (versunkene Kosten) sollten in einer Make-or-Buy-Entscheidung berücksichtigt werden.

Antwort: Falsch

Erklärung: FALSCH. Sunk Costs sind unwiderruflich und unabhängig von der Entscheidung. Nur relevante Kosten (= Kosten, die durch die Entscheidung beeinflusst werden) zählen. Klausur-Klassiker-Falle.

Typ: Wahr/Falsch

F4.Sortiere die Schritte einer Make-or-Buy-Entscheidung:

Richtige Reihenfolge:

  1. Daten erheben: K_f, k_v, p
  2. Indifferenzmenge x* = K_f / (p − k_v) berechnen
  3. Voraussichtliche Menge x mit x* vergleichen
  4. Qualitative Faktoren prüfen (Know-how, Qualität, Risiko)
  5. Entscheidung treffen + dokumentieren

Erklärung: Standard-Workflow: erst Zahlen + Indifferenzmenge, dann Mengenvergleich, dann qualitative Validierung, dann Entscheidung mit Begründung.

Typ: Reihenfolge

F5.Welcher Aspekt würde die Indifferenzmenge ERHÖHEN?

Antwort: Alle drei genannten

Erklärung: Höhere K_f → Zähler größer, x* steigt. Höhere k_v → Nenner kleiner (p−k_v sinkt), x* steigt. Niedrigerer p → Nenner kleiner, x* steigt. Alle drei verschieben den Break-even gegen Make.

F6.Die Indifferenzmenge ist {{1}} = {{2}} / ({{3}} − {{4}}). Unterhalb dieser Menge ist {{5}} günstiger, oberhalb {{6}}.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: x* / x
  • {{2}}: K_f / Fixkosten
  • {{3}}: p / Preis
  • {{4}}: k_v
  • {{5}}: Buy / Fremdbezug
  • {{6}}: Make / Eigenfertigung

Erklärung: Klausur-Pflicht-Formel + Entscheidungsregel auswendig.

Typ: Lückentext

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