Hypothesentest für Mittelwerte bei unbekanntem σ. Drei Varianten (Ein-Stichproben, Zwei-Stichproben, Gepaart), t-Verteilung mit Freiheitsgraden — Klausur-Pflicht.
Der t-Test prüft Hypothesen über Mittelwerte, wenn σ der Population unbekannt ist — was in der Praxis fast immer der Fall ist. Direkter Verwandter des z-Tests, mit der t-Verteilung als korrektur für kleine Stichproben.
Was du in der Klausur können musst:
Wann t- statt z-Test: σ unbekannt → s aus Stichprobe → t-Verteilung
Drei Varianten unterscheiden: Ein-Stichproben, Zwei-Stichproben, Gepaart
Freiheitsgrade df = n − 1 (Ein-Stichproben) oder n₁ + n₂ − 2 (Zwei-Stichproben)
mit gepoolter Standardabweichung sp=n1+n2−2(n1−1)s12+(n2−1)s22.
Beispiel: Vergleich zweier Marketing-Kampagnen.
3. Gepaarter t-Test (Paired)
Zwei abhängige Messungen je Beobachtung — z.B. vor/nach Behandlung.
Schritte:
Differenzen di=xinach−xivor bilden
Auf di einen Ein-Stichproben-t-Test gegen μ₀ = 0 anwenden
t=sd/ndˉ,df=n−1
Beispiel: Wirkt ein Schlafmittel? Schlafdauer vor/nach an denselben Personen.
Dasselbe wie beim z-Test, nur t statt z:
Hypothesen formulieren (H₀ und H₁, ein- oder zweiseitig)
Signifikanzniveau α festlegen
t-Statistik mit der passenden Formel berechnen
Kritischen t-Wert aus Tabelle bei df, α: tα/2,df
Entscheidung: ∣t∣>tkrit → H₀ ablehnen
df
t0,025 (zweiseit. 5 %)
t0,05 (einseit. 5 %)
1
12,71
6,31
5
2,57
2,02
10
2,23
1,81
15
2,13
1,75
20
2,09
1,72
30
2,04
1,70
60
2,00
1,67
∞
1,96
1,645
Beobachtung: je größer df, desto näher an z-Werten (1,96 bzw. 1,645). Bei df = 30 sind sie schon fast gleich.
Maschine soll 500 ml abfüllen. Stichprobe n = 16: xˉ = 497, s = 5 (NICHT σ).
Teste H₀: μ = 500 zweiseitig, α = 5 %.
H₀: μ = 500 vs. H₁: μ ≠ 500
α = 0,05
t=(497−500)/(5/√16)=−3/1,25=−2,40
df = 15, t0,025;15=2,13
∣−2,40∣>2,13 → H₀ ablehnen
Hinweis: bei z-Test wäre das z = −2,40 mit kritischem ±1,96 — schon dort signifikant. Der t-Test ist konservativer wegen der dickeren Tails (mehr Sicherheit bei kleiner Stichprobe).
σ bekannt → z-Test, σ unbekannt → t-Test. Klausur-Klassiker zur Verfahrens-Wahl.
Gepaart vs. unabhängig: wenn dieselben Personen vor/nach gemessen werden → gepaart.
n ≥ 30: t ≈ z, kann z-Werte nutzen.
Variante verwechseln. Klassische Klausur-Frage: "Wir haben 20 Patienten, jeder zweimal gemessen". Das sind NICHT 40 unabhängige Beobachtungen — das sind 20 Paare. → Gepaarter t-Test.
df vergessen. Bei df = 5 ist tkrit = 2,57 — also größer als die z-Schwelle 1,96. Wenn du die z-Schwelle nutzt, akzeptierst du H₁ zu schnell.
s² statt s. Die Formel verlangt s, nicht s2. Wenn die Aufgabe Varianz angibt, erst Wurzel ziehen.
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Teil 1·Erklärung
Erklärung
t-Test
Direkter Verwandter des z-Tests, mit der t-Verteilung als korrektur für kleine Stichproben.
Zwei abhängige Messungen je Beobachtung — z.B. vor/nach Behandlung.
Schritte:
Differenzen d_i = x_i^(nach) - x_i^(vor) bilden
Auf d_i einen Ein-Stichproben-t-Test gegen μ₀ = 0 anwenden
t = (d̄)/(s_d / √(n)), df = n - 1
Beispiel: Wirkt ein Schlafmittel? Schlafdauer vor/nach an denselben Personen.
Test-Schema (5 Schritte)
Dasselbe wie beim z-Test, nur t statt z:
Hypothesen formulieren (H₀ und H₁, ein- oder zweiseitig)
Signifikanzniveau α festlegen
t-Statistik mit der passenden Formel berechnen
Kritischen t-Wert aus Tabelle bei df, α: t_(α/2, df)
Entscheidung: |t| > t_(krit) → H₀ ablehnen
Klassische t-Werte (Tabelle)
df
t_{0,025} (zweiseit. 5 %)
t_{0,05} (einseit. 5 %)
1
12,71
6,31
5
2,57
2,02
10
2,23
1,81
15
2,13
1,75
20
2,09
1,72
30
2,04
1,70
60
2,00
1,67
∞
1,96
1,645
Beobachtung: je größer df, desto näher an z-Werten (1,96 bzw. 1,645). Bei df = 30 sind sie schon fast gleich.
Beispiel — Ein-Stichproben
Maschine soll 500 ml abfüllen. Stichprobe n = 16: x̄ = 497, s = 5 (NICHT σ).
Teste H₀: μ = 500 zweiseitig, α = 5 %.
H₀: μ = 500 vs. H₁: μ ≠ 500
α = 0,05
t = (497-500) / (5/√16) = -3 / 1,25 = -2,40
df = 15, t_{0,025; 15} = 2,13
|−2,40| > 2,13 → H₀ ablehnen
Hinweis: bei z-Test wäre das z = −2,40 mit kritischem ±1,96 — schon dort signifikant. Der t-Test ist konservativer wegen der dickeren Tails (mehr Sicherheit bei kleiner Stichprobe).
Klausur-Faustregeln
σ bekannt → z-Test, σ unbekannt → t-Test. Klausur-Klassiker zur Verfahrens-Wahl.
Gepaart vs. unabhängig: wenn dieselben Personen vor/nach gemessen werden → gepaart.
n ≥ 30: t ≈ z, kann z-Werte nutzen.
Typischer Stolperstein
Variante verwechseln. Klassische Klausur-Frage: "Wir haben 20 Patienten, jeder zweimal gemessen". Das sind NICHT 40 unabhängige Beobachtungen — das sind 20 Paare. → Gepaarter t-Test.
df vergessen. Bei df = 5 ist t_(krit) = 2,57 — also größer als die z-Schwelle 1,96. Wenn du die z-Schwelle nutzt, akzeptierst du H₁ zu schnell.
s² statt s. Die Formel verlangt s, nicht s². Wenn die Aufgabe Varianz angibt, erst Wurzel ziehen.
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv
Interaktiv verstehen
t-Test-Lab
Stell die Stichprobenwerte und df ein — die Plattform zeichnet die t-Verteilung mit dem aktuellen Freiheitsgrad. Vergleiche live mit der Standardnormalverteilung (z) als Overlay. Bei kleinem df siehst du wie viel breiter die Tails sind — daher der konservativere kritische Wert.
Interaktive Visualisierung
Plot für Ein- und Zwei-Stichproben-t-Test mit t-Statistik und Freiheitsgraden.
Klausur-Tipp: beobachte was passiert wenn n von 5 auf 50 steigt. Der df steigt von 4 auf 49, die t-Verteilung nähert sich der Standardnormalverteilung. Ab df ≥ 30 ist der Unterschied vernachlässigbar — z-Test ist dann ok.
F1.Wann wird der t-Test statt des z-Tests verwendet?
Antwort: Wenn σ der Population unbekannt ist und nur s aus der Stichprobe verfügbar
Erklärung: t-Test bei unbekanntem σ. Die Schätzung durch s erhöht die Unsicherheit, was die t-Verteilung mit dickeren Tails kompensiert. Bei großem n (≥ 30) wird t ≈ z.
F2.Bei einem Ein-Stichproben-t-Test mit n = 25 — wie viele Freiheitsgrade?
Antwort: 24
Erklärung: df = n − 1 = 25 − 1 = 24. Bei Ein-Stichproben-t-Test verlieren wir einen Freiheitsgrad durch die Schätzung von `x̄`. Klausur-Standard.
Typ: Zahlen-Eingabe
F3.Stichprobe: x̄ = 497, s = 5, n = 16, H₀: μ = 500. Berechne die t-Statistik. (auf 2 Nachkommastellen)
F4.Bei df = ∞ (n sehr groß) entspricht die t-Verteilung exakt der Standardnormalverteilung.
Antwort: Wahr
Erklärung: Korrekt. Bei df → ∞ konvergiert t zu N(0,1). Praxisrelevant: ab df ≈ 30 sind die Werte fast identisch (1,96 vs. 2,04 für 95 % zweiseitig). Daher die n ≥ 30 Faustregel.
Typ: Wahr/Falsch
F5.Ordne der Aufgabenstellung den passenden t-Test zu:
Zuordnungen:
Erfüllt 1 Maschine den Soll-Wert? → Ein-Stichproben-t-Test
Kritischer Wert aus t-Tabelle: $t_{0{,}025; \, 15}$ = 2,13
Entscheidung: |4,0| > 2,13 → H₀ ablehnen
Erklärung: Klassisches t-Test-Schema. df-Bestimmung kommt früh, weil sie für den Tabellenwert nötig ist. t-Wert berechnen, dann mit kritischem Wert vergleichen.
Typ: Reihenfolge
F2.n = 9, x̄ = 50, s = 6, H₀: μ = 48 (rechtsseitig). Berechne die t-Statistik. (auf 2 Nachkommastellen)
Antwort: 1 (Toleranz ±0.05)
Erklärung: t = (50-48) / (6/√9) = 2 / 2 = 1,00. df = 8. Bei einseitig α=5 % ist `t_{0,05; 8}` = 1,86. 1,00 < 1,86 → H₀ NICHT ablehnen. Auch wenn `x̄` größer als μ₀, reicht es nicht für Signifikanz.
Typ: Zahlen-Eingabe
F3.Welche Aussagen über die t-Verteilung sind RICHTIG?
Richtige Antworten: Symmetrisch um 0; Hat dickere Tails als die Standardnormalverteilung; Konvergiert für df → ∞ zu N(0,1); Wird mit dem Freiheitsgrad df parametriert
Erklärung: Korrekt: symmetrisch um 0, dickere Tails, konvergiert zu N(0,1), df-Parameter. Falsch: nur EIN Parameter (df), nicht μ/σ; t-kritische Werte sind GRÖSSER als z (konservativer wegen Unsicherheit durch s).
Typ: Multi-Select
F4.Beim gepaarten t-Test werden die ursprünglichen Messwerte (vor/nach) als zwei unabhängige Stichproben behandelt.
Antwort: Falsch
Erklärung: FALSCH. Beim gepaarten Test werden DIFFERENZEN `d_i` = `x_i^(nach)` − `x_i^(vor)` pro Beobachtung gebildet, dann ein Ein-Stichproben-t-Test auf die Differenzen. Verwechseln führt zu falschem df und falscher Entscheidung — Klausur-Falle.
Typ: Wahr/Falsch
F5.Bei einem Zwei-Stichproben-t-Test (gleiche Varianzen) mit n₁=10, n₂=12, s₁=3, s₂=4: berechne die gepoolte Standardabweichung s_p auf 2 Nachkommastellen.