Die Normalverteilung ist die wichtigste stetige Verteilung der Statistik — symmetrische Glockenkurve um den Erwartungswert μ, Streuung σ. Klassiker im 2.–4. Semester für Psychologie, BWL/VWL, WI/WiIng, Sozialarbeit.
Was du in der Klausur können musst:
Standardisierung: beliebige Normalverteilung X ~ N(μ, σ²) → Z ~ N(0, 1)
Die Tabelle rückwärts gelesen: bei welchem z gilt Φ(z) = p?
Beispiel: Welcher Notenpunkt entspricht den oberen 10 % bei Klausur X ~ N(8, 2²)?
Suche z mit Φ(z) = 0,90 → z ≈ 1,28 (aus Tabelle)
Rück-Standardisierung: x=μ+z⋅σ=8+1,28⋅2=10,56
→ ab 10,56 Punkten in den Top 10 %.
Skizziere immer die Glocke — markiere μ und Schraffierung. Hilft gegen "minus eins" Fehler.
z-Werte über 3 → Wahrscheinlichkeit fast 0 oder 1.
Bei "zwischen a und b" → Φ(b) − Φ(a), nie subtrahieren in falscher Reihenfolge.
68-95-99,7 als Plausibilitäts-Check — wenn du 99 % erwartest aber 50 % rauskommt, hast du wahrscheinlich vergessen zu standardisieren.
Symmetrie hilft wenn Tabelle nur positive z-Werte zeigt.
Standardabweichung vs. Varianz: σ steht in der Z-Score-Formel, nicht σ². Wenn die Aufgabe "X ~ N(50, 100)" sagt, ist meist Varianz = 100, also σ = 10. Wenn "X ~ N(50, 10²)" steht, ist σ = 10.
Stetig vs. diskret: P(X = exakt 5) = 0 bei stetigen Verteilungen. Nur P(X ≤ 5), P(X ≥ 5), P(a ≤ X ≤ b) sind sinnvoll.
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Teil 1·Erklärung
Erklärung
Normalverteilung
Klassiker im 2.–4. Semester für Psychologie, BWL/VWL, WI/WiIng, Sozialarbeit.
Die Tabelle rückwärts gelesen: bei welchem z gilt Φ(z) = p?
Beispiel: Welcher Notenpunkt entspricht den oberen 10 % bei Klausur X ~ N(8, 2²)?
Suche z mit Φ(z) = 0,90 → z ≈ 1,28 (aus Tabelle)
Rück-Standardisierung: x = μ + z · σ = 8 + 1,28 · 2 = 10,56
→ ab 10,56 Punkten in den Top 10 %.
Klausur-Faustregeln
Skizziere immer die Glocke — markiere μ und Schraffierung. Hilft gegen "minus eins" Fehler.
z-Werte über 3 → Wahrscheinlichkeit fast 0 oder 1.
Bei "zwischen a und b" → Φ(b) − Φ(a), nie subtrahieren in falscher Reihenfolge.
68-95-99,7 als Plausibilitäts-Check — wenn du 99 % erwartest aber 50 % rauskommt, hast du wahrscheinlich vergessen zu standardisieren.
Symmetrie hilft wenn Tabelle nur positive z-Werte zeigt.
Typischer Stolperstein
Standardabweichung vs. Varianz: σ steht in der Z-Score-Formel, nicht σ². Wenn die Aufgabe "X ~ N(50, 100)" sagt, ist meist Varianz = 100, also σ = 10. Wenn "X ~ N(50, 10²)" steht, ist σ = 10.
Stetig vs. diskret: P(X = exakt 5) = 0 bei stetigen Verteilungen. Nur P(X ≤ 5), P(X ≥ 5), P(a ≤ X ≤ b) sind sinnvoll.
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv
Interaktiv verstehen
Normalverteilungs-Plot
Schraffiere unter der Glocke: stelle μ und σ ein, wähle einen x-Wert. Die Plattform standardisiert, schlägt P(X ≤ x) im Tabellen-Lookup ab und zeigt die markierte Fläche unter der Kurve.
Interaktive Visualisierung
Plottet die Normalverteilung mit Erwartungswert und Standardabweichung als Schieberegler.
Klausur-Tipp: lies oben rechts mit, was sich am Z-Score ändert wenn du nur σ änderst (μ und x fest). Bei σ → klein wird |z| groß → P → fast 0 oder fast 1. Das ist die Wirkung der Streuung.
F1.X ist normalverteilt mit μ = 50, σ = 10. Berechne den Z-Score von x = 65.
Antwort: 1.5 (Toleranz ±0.01)
Erklärung: z = (x − μ) / σ = (65 − 50) / 10 = 1,5. Z-Score gibt an wie viele Standardabweichungen x über/unter dem Erwartungswert liegt.
Typ: Zahlen-Eingabe
F2.Welcher Anteil der Werte einer Normalverteilung liegt im Intervall μ ± 2σ? (Antwort als Dezimalzahl, z.B. 0.68)
Antwort: 0.954 (Toleranz ±0.01)
Erklärung: Die 68-95-99,7-Regel: μ±1σ ≈ 68,3 %, μ±2σ ≈ 95,4 %, μ±3σ ≈ 99,7 %. Der Anteil 95,4 % ist Klausur-Standard.
Typ: Zahlen-Eingabe
F3.Eine Standardnormalverteilung Z hat welche Parameter?
Antwort: μ = 0, σ = 1
Erklärung: Z ~ N(0, 1): Erwartungswert 0, Standardabweichung 1, Varianz 1. Wird durch Standardisierung aus jeder Normalverteilung X ~ N(μ, σ²) gewonnen.
F4.Bei einer stetigen Normalverteilung gilt: P(X = 5) = 0.
Antwort: Wahr
Erklärung: Korrekt. Bei stetigen Verteilungen hat jeder einzelne Punkt Wahrscheinlichkeit 0. Sinnvoll sind nur P(X ≤ x), P(X ≥ x), P(a ≤ X ≤ b). Klausur-Klassiker.
Typ: Wahr/Falsch
F5.Symmetrie der Standardnormalverteilung: Φ(−z) = {{1}} − Φ({{2}}).
Lösungen pro Lücke:
{{1}}: 1
{{2}}: z
Erklärung: Φ(−z) = 1 − Φ(z). Genutzt um aus einer Tabelle mit nur positiven z-Werten auch negative z-Quantile zu berechnen. Klausur-Klassiker.
F1.X ~ N(8, 2²). Mit Φ(1,28) ≈ 0,9: ab welchem Punktwert liegen die oberen 10 %? (auf 2 Nachkommastellen)
Antwort: 10.56 Punkte (Toleranz ±0.05)
Erklärung: Inverse Aufgabe: gesucht x mit P(X ≥ x) = 0,1, also Φ(z) = 0,9 → z ≈ 1,28. Rückstandardisierung: x = μ + z·σ = 8 + 1,28·2 = 10,56. Top 10 % ab 10,56 Punkten.
Typ: Zahlen-Eingabe
F2.Welche Aussagen über die Normalverteilung sind RICHTIG?
Richtige Antworten: Symmetrisch um μ; Median = Modus = Erwartungswert; Wendepunkte bei μ ± σ; Fläche unter der Kurve = 1
Erklärung: Korrekt: Symmetrie um μ, Median=Modus=Mittel, Wendepunkte bei μ±σ, Gesamtfläche = 1. Falsch: Maximum bei x=μ (nicht σ); P(X = exakt μ) = 0 (stetig!).
Typ: Multi-Select
F3.Ordne den Wahrscheinlichkeits-Aussagen die korrekte Formel zu:
Zuordnungen:
P(Z ≥ z) → 1 − Φ(z)
P(Z ≤ −z) → 1 − Φ(z)
P(a ≤ Z ≤ b) → Φ(b) − Φ(a)
P(|Z| ≤ z) → 2·Φ(z) − 1
Erklärung: Die vier Symmetrie-Tricks: Komplement, Symmetrie, Differenz, beidseitig. Klausur-Klassiker — dieselbe Tabelle muss für alle 4 Aufgabentypen reichen.
Typ: Zuordnung
F4.Bei zwei Normalverteilungen mit gleichem μ aber unterschiedlichem σ ist die Glocke mit dem größeren σ schmaler und höher.
Antwort: Falsch
Erklärung: FALSCH. Größeres σ = breitere und FLACHERE Glocke (mehr Streuung). Kleineres σ = schmaler, höher (Werte konzentrieren sich um μ). Da die Gesamtfläche 1 bleibt, müssen Höhe und Breite umgekehrt skalieren.
Typ: Wahr/Falsch
F5.Sortiere die Lösungs-Schritte für die Aufgabe 'X ~ N(50, 10), berechne P(45 ≤ X ≤ 60)':
Richtige Reihenfolge:
X normalverteilt erkennen, μ und σ aus Aufgabe entnehmen
Untere Grenze standardisieren: z₁ = (45 − μ) / σ
Obere Grenze standardisieren: z₂ = (60 − μ) / σ
Tabellenwerte Φ(z₁) und Φ(z₂) nachschlagen
P(z₁ ≤ Z ≤ z₂) = Φ(z₂) − Φ(z₁) berechnen
Erklärung: Standard-Workflow: Verteilung erkennen → standardisieren → tabellenwerte → differenz. In dieser Reihenfolge: kein Schritt überspringbar, sonst falsche Antwort.
Typ: Reihenfolge
F6.X ~ N(170, 8²) (Körpergröße cm). Mit Φ(1,25) ≈ 0,8944: wie viel Prozent liegen unter 180 cm? (in %, 2 Nachkommastellen)