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Die Deckungsbeitragsrechnung ist die wichtigste kurzfristige Entscheidungsrechnung der KLR. Sie zerlegt den Erfolg in zwei Stufen: zuerst trägt jedes Stück zum Deckungsbeitrag bei (DB I), dann werden produkt-spezifische Fixkosten abgezogen (DB II), und am Ende erst die allgemeinen Fixkosten der Periode. Pflicht-Topic in BWL/WI/WiIng, typisch für Sortiments-Optimierung und Engpass-Entscheidungen.
Was du in der Klausur können musst:
In Klausuren typisch: "Welches Produkt aus dem Sortiment streichen?" oder "Welcher Auftrag bei Maschinenengpass priorisieren?". Plus mehrstufige Tabellen-Aufgaben.
Klausur-Trick: ein Produkt mit positivem DB I aber negativem DB II ist der Streich-Kandidat. Im Default-Setup ist Produkt C genau das (DB I = 9.000, FC direkt = 12.000, DB II = −3.000). Klick auf C und sieh wie der Periodenerfolg um 3.000 € steigt.
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Die Deckungsbeitragsrechnung ist die wichtigste kurzfristige Entscheidungsrechnung der KLR. Sie zerlegt den Erfolg in zwei Stufen: zuerst trägt jedes Stück zum Deckungsbeitrag bei (DB I), dann werden produkt-spezifische Fixkosten abgezogen (DB II), und am Ende erst die allgemeinen Fixkosten der Periode. Pflicht-Topic in BWL/WI/WiIng, typisch für Sortiments-Optimierung und Engpass-Entscheidungen.
Was du in der Klausur können musst:
db_(Stk) · x)In Klausuren typisch: "Welches Produkt aus dem Sortiment streichen?" oder "Welcher Auftrag bei Maschinenengpass priorisieren?". Plus mehrstufige Tabellen-Aufgaben.
DB I misst, wieviel Geld nach den variablen Kosten "übrig bleibt", der Beitrag zur Deckung aller Fixkosten.
Stück-DB = p − k_var
DB I gesamt = Stück-DB · Menge
= Erlös − variable Gesamt-Kosten
Beispiel: Produkt A mit p = 50 €, k_(var) = 20 €, Menge 800.
Stück-DB = 50 − 20 = 30 €
DB I = 30 · 800 = 24.000 €
Das sind 24.000 €, die zur Deckung aller Fixkosten zur Verfügung stehen.
Manche Fixkosten lassen sich direkt einem Produkt zurechnen, z.B. eine spezielle Maschine, die nur Produkt A herstellt, oder eine Werbe-Kampagne, die nur Produkt A bewirbt.
DB II = DB I − produkt-direkt zurechenbare Fixkosten
Beispiel weiter: Produkt A hat eine Spezialmaschine mit 6.000 € Abschreibung/Periode.
DB II_A = 24.000 − 6.000 = 18.000 €
DB II ist die zentrale Sortiments-Entscheidungs-Kennzahl:
Klausur-Falle "DB I < 0": das ist ein starkes Stopp-/Streichsignal, jede verkaufte Einheit erzeugt Verlust nach variablen Kosten, kurzfristig sofortiger Schaden. DB II ist relevant wenn DB I positiv ist und es um die Frage geht, ob die produktdirekten Fixkosten zusätzlich gedeckt werden.
Periodenerfolg = Σ DB II_i − allgemeine Fixkosten
Allgemeine Fixkosten sind die, die nicht produktspezifisch sind: Geschäftsführung, allgemeine Verwaltung, Rechtsabteilung, etc.
Beispiel-Sortiment:
| Produkt A | Produkt B | Produkt C | |
|---|---|---|---|
| Erlös | 40.000 | 36.000 | 24.000 |
| − var. Kosten | 16.000 | 21.600 | 15.000 |
| DB I | 24.000 | 14.400 | 9.000 |
| − direkt-FC | 6.000 | 8.000 | 12.000 |
| DB II | 18.000 | 6.400 | −3.000 |
Σ DB II = 18.000 + 6.400 − 3.000 = 21.400 €
allg. FC = 5.000 €
Periodenerfolg = 21.400 − 5.000 = 16.400 €
Streiche-Frage: Produkt C? DB II_C = −3.000 € → ja, streichen. Neuer Erfolg = 18.000 + 6.400 − 5.000 = 19.400 € (= 3.000 € mehr, genau der eingesparte Verlust).
Wenn eine Ressource knapp ist (Maschinenstunden, Material), muss das Sortiment optimiert werden nach DB pro Engpasseinheit.
Engpass-DB = Stück-DB / benötigte Engpasseinheit pro Stück
Beispiel: 100 Maschinenstunden verfügbar.
| Produkt X | Produkt Y | |
|---|---|---|
| Stück-DB | 30 € | 50 € |
| Maschinenstunden/Stück | 0,5 h | 1,5 h |
| DB pro Stunde | 60 €/h | 33 €/h |
→ X priorisieren! Obwohl Y einen höheren absoluten Stück-DB hat, liefert X pro Maschinenstunde mehr DB. Bei 100 h verfügbar: 200 Stk X × 30 € = 6.000 € statt 66 Stk Y × 50 € = 3.300 €.
Faustregel: bei Engpass NICHT nach Stück-DB sortieren, sondern nach DB pro Engpasseinheit. Wer das in der Klausur falsch macht, verliert volle Punkte.
Größere Unternehmen rechnen in mehreren Stufen:
| Stufe | Was abgezogen | Bedeutung |
|---|---|---|
| DB I | variable Kosten | Stück-Beitrag zur Fixkostendeckung |
| DB II | produkt-direkt-FC | Produkt-Existenz-Entscheidung |
| DB III | sparten-direkt-FC | Sparten-Existenz-Entscheidung |
| DB IV | bereich-direkt-FC | Bereichs-Existenz |
| Periodenerfolg | unternehmens-FC | Gesamt-Erfolg |
In Bachelor-Klausuren reicht meist DB I + DB II + Periodenerfolg. In Master/Vertiefung kommt DB III/IV dazu.
Drei Beispiel-Produkte (A, B, C) mit unterschiedlichen Stück-DBs, Mengen und produktspezifischen Fixkosten. Der Bar-Chart zeigt DB I + DB II je Produkt parallel.
Probier: klick auf "Produkt C" um es aus dem Sortiment zu nehmen. Beobachte den Periodenerfolg unten.
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Klausur-Trick: ein Produkt mit positivem DB I aber negativem DB II ist der Streich-Kandidat. Im Default-Setup ist Produkt C genau das (DB I = 9.000, FC direkt = 12.000, DB II = −3.000). Klick auf C und sieh wie der Periodenerfolg um 3.000 € steigt.
Sechs Klausur-Aufgaben quer durch die DB-Mechanik.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: 22500 €
Erklärung: Stück-DB = 80 − 35 = 45 €. DB I = 45 · 500 = 22.500 €.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 14500 €
Erklärung: DB II = DB I − produkt-FC = 22.500 − 8.000 = 14.500 €. Diese 14.500 € tragen zur Deckung der allgemeinen Fixkosten und zum Gewinn bei.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: Wahr
Erklärung: Korrekt. Negativer DB II = das Produkt deckt nicht einmal seine eigenen, ihm direkt zurechenbaren Fixkosten. Streichen erhöht den Periodenerfolg um den Betrag des negativen DB II (sofern die direkten Fixkosten danach wegfallen).
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: 16400 €
Erklärung: Σ DB II = 18.000 + 6.400 − 3.000 = 21.400 €. Periodenerfolg = 21.400 − 5.000 = 16.400 €.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 19400 €
Erklärung: Ohne C: Σ DB II = 18.000 + 6.400 = 24.400 €. Erfolg = 24.400 − 5.000 = 19.400 €. Differenz zu vorher: 19.400 − 16.400 = 3.000 €, genau der eingesparte negative DB II.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 12000 € (Toleranz ±1)
Erklärung: DB/h: X = 30/0,5 = 60 €/h, Y = 50/1,5 ≈ 33,33 €/h. X priorisieren! Bei 200 h: 200/0,5 = 400 Stk X × 30 € = 12.000 € DB. Mit nur Y: 200/1,5 ≈ 133 Stk × 50 € = 6.667 € DB. X gewinnt deutlich.
Typ: Zahlen-Eingabe
Sechs Fragen zur DB-Logik + Anwendung in Sortiment und Engpass.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: Verkaufspreis − variable Stückkosten
Erklärung: Stück-DB = p − k(var). Definitorische Gleichung der Teilkostenrechnung. Mit Vollkosten zu rechnen würde DB-Logik zerstören (siehe Topic Vollkosten vs. Teilkosten).
Antwort: DB I − produkt-direkt zurechenbare Fixkosten
Erklärung: DB II = DB I − produkt-direkt-FC. Das ist die Stufe, auf der die Sortiments-Entscheidung getroffen wird (DB II < 0 → streichen).
Antwort: Falsch
Erklärung: Falsch. Bei Engpass priorisiert man nach **DB pro Engpasseinheit** (z.B. €/Maschinenstunde). Wer nach absolutem Stück-DB priorisiert verschenkt Gewinn, Klausur-Klassiker für Punktabzug.
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: DB II negativ → streichen, sofern produktdirekte Fixkosten beim Streichen vermeidbar sind
Erklärung: DB II < 0 spricht für Streichen, aber nur wenn die direkt zurechenbaren Fixkosten (z.B. Spezialmaschine, Werbung) beim Streichen wirklich wegfallen. Bleiben sie bestehen, schadet das Streichen kurzfristig sogar. DB I < 0 ist ein noch klareres Stopp-Signal (nicht mal variable Kosten gedeckt). Vollkosten-Vergleich ist kurzfristig kein gutes Streichargument, weil Allg-FC sunk sind.
Richtige Antworten: DB I gibt an, wie viel Geld nach variablen Kosten zur Verfügung steht; Bei DB I < 0 ist das Produkt kurzfristig ein starkes Streich-/Stopp-Signal; DB II ist die zentrale Größe für die Sortiments-Entscheidung; Stück-DB ist immer kleiner als der Preis
Erklärung: DB I sagt 'Geld nach variabel' (✓). DB I < 0 = jede Einheit erhöht Verlust → kurzfristig stoppen (✓). DB II ist Sortiments-Entscheidung wenn DB I positiv (✓). Stück-DB = p − k(var) < p sofern k(var) > 0 (✓). Allg. Fixkosten werden nicht produktscharf zugeordnet, sondern als Block abgezogen, aber sie bleiben Teil der GuV (also nicht 'niemals zugeordnet' im Sinne von 'irrelevant').
Typ: Multi-Select
Antwort: 5000 € (Toleranz ±1)
Erklärung: DB/h: A = 20/0,4 = 50 €/h, B = 35/0,8 ≈ 43,75 €/h. A priorisieren. Bei 100 h: 100/0,4 = 250 Stk A · 20 € = 5.000 € DB. (Mit nur B: 100/0,8 = 125 Stk · 35 € = 4.375 €, A gewinnt.)
Typ: Zahlen-Eingabe