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  • Einführung
  • Die Idee in einem Satz
  • Trade-off
  • Andler-Formel (EOQ, 1929)
  • Wichtige abgeleitete Größen
  • Beispiel-Rechnung
  • Mengenrabatt-Modell (Erweiterung)
  • Dynamische Losgrößenplanung (schwankender Bedarf)
  • Spezielle Erweiterungen
  • Klausur-Faustregeln
  • Stolpersteine
  • Quellen
ThemenBusiness AnalyticsLosgrößenplanung (EOQ + Wagner-Whitin)
Business Analytics·4Lerneinheiten·21min·Stand17.07.2026

Losgrößenplanung (EOQ + Wagner-Whitin).

Losgrößenplanung

Wie viele Stück bestellt oder produziert man auf einmal? Klausurpflicht in 5/5 Produktions-Modulen. Klassiker mit der berühmten Andler-Formel.

Die optimale Losgröße balanciert Bestell-/Rüstkosten (sinken mit Q) gegen Lagerkosten (steigen mit Q). Im Optimum (EOQ) sind beide gleich groß.

Große Lose:

  • Wenige Bestellungen / Rüstvorgänge → niedrige Bestell-/Rüstkosten
  • Aber: hohe Bestände → hohe Lagerkosten

Kleine Lose:

  • Häufig bestellen / rüsten → hohe Bestell-/Rüstkosten
  • Aber: niedrige Bestände → niedrige Lagerkosten

→ Mathematisches Minimum bei mittlerer Größe Q*.

Annahmen:

  1. Konstanter Bedarf D pro Periode
  2. Konstante Bestellkosten K_B pro Bestellung
  3. Konstante Lagerkosten k_L pro Stück pro Periode
  4. Keine Mengenrabatte
  5. Sofortige Lieferung (kein Lieferverzug)
  6. Keine Fehlmengen erlaubt
  7. Lager wird voll zurückgegeben (kein Schwund)

Gesamtkosten-Funktion:

K(Q)=DQ⋅KB⏟Bestellkosten+Q2⋅kL⏟LagerkostenK(Q) = \underbrace{\frac{D}{Q} \cdot K_B}_{\text{Bestellkosten}} + \underbrace{\frac{Q}{2} \cdot k_L}_{\text{Lagerkosten}}K(Q)=BestellkostenQD​⋅KB​​​+Lagerkosten2Q​⋅kL​​​

Erste Ableitung:

dKdQ=−D⋅KBQ2+kL2=0\frac{dK}{dQ} = -\frac{D \cdot K_B}{Q^2} + \frac{k_L}{2} = 0dQdK​=−Q2D⋅KB​​+2kL​​=0

Optimale Bestellmenge (EOQ / Andler):

Q∗=2⋅D⋅KBkLQ^* = \sqrt{\frac{2 \cdot D \cdot K_B}{k_L}}Q∗=kL​2⋅D⋅KB​​​

Optimale Kosten:

K∗=2⋅D⋅KB⋅kLK^* = \sqrt{2 \cdot D \cdot K_B \cdot k_L}K∗=2⋅D⋅KB​⋅kL​​

Schöne Eigenschaft im Optimum: Bestellkosten = Lagerkosten = D⋅KB⋅kL/2\sqrt{D \cdot K_B \cdot k_L / 2}D⋅KB​⋅kL​/2​. Wenn man die beiden Kurven zeichnet, schneiden sie sich bei Q*.

Anzahl Bestellungen pro Periode: N∗=D/Q∗N^* = D / Q^*N∗=D/Q∗ Zykluszeit: T∗=Q∗/DT^* = Q^* / DT∗=Q∗/D Durchschnittlicher Lagerbestand: Bˉ=Q∗/2\bar{B} = Q^* / 2Bˉ=Q∗/2

Pro-Praxis-Aufgabe: D = 1.200 Stück/Jahr, K_B = 50 €/Bestellung, k_L = 2 €/Stück/Jahr.

Q∗=2⋅1200⋅502=60.000≈245 Stu¨ckQ^* = \sqrt{\frac{2 \cdot 1200 \cdot 50}{2}} = \sqrt{60.000} \approx 245 \text{ Stück}Q∗=22⋅1200⋅50​​=60.000​≈245 Stu¨ck N∗=1200/245≈4.9 Bestellungen/JahrN^* = 1200 / 245 \approx 4.9 \text{ Bestellungen/Jahr}N∗=1200/245≈4.9 Bestellungen/Jahr K∗=2⋅1200⋅50⋅2=240.000≈490 €/JahrK^* = \sqrt{2 \cdot 1200 \cdot 50 \cdot 2} = \sqrt{240.000} \approx 490 \text{ €/Jahr}K∗=2⋅1200⋅50⋅2​=240.000​≈490 €/Jahr

Wenn Lieferant Mengenrabatt anbietet (z.B. ab 500 Stück 5 % Rabatt):

Verfahren:

  1. Berechne EOQ ohne Rabatt
  2. Wenn EOQ < Rabatt-Schwelle: vergleiche K(EOQ) mit K(Rabatt-Schwelle, inkl. Rabatt)
  3. Wähle kleineren K-Wert

Häufig lohnt es sich, die Bestellmenge auf die Rabatt-Schwelle ANZUHEBEN (auch wenn größer als EOQ).

Wenn der Bedarf NICHT konstant ist, gilt Andler nicht direkt. Verfahren:

Wagner-Whitin (1958)

Dynamische Programmierung für optimale Lose bei T-Perioden-Horizont mit gegebenen Bedarfen d_1, ..., d_T.

Vorteil: OPTIMALE Lösung (NP-leicht trotz exponentieller Anzahl Möglichkeiten, DP reduziert auf O(T²)). Nachteil: Komplex, nur für überschaubaren Horizont praktisch.

Silver-Meal-Heuristik (1973)

Iteratives Verfahren: Solange durchschnittliche Periodenkosten sinken, weiteren Bedarf zum aktuellen Los hinzufügen. Sobald sie steigen → neues Los starten.

Vorteil: Schnell, gut für rollierende Planung. Nachteil: Heuristik, nicht garantiert optimal.

Least-Unit-Cost (LUC)

Wähle Losgröße mit niedrigsten Stückkosten (über alle möglichen Periodenkombinationen).

Part-Period-Balancing (PPB)

Wähle Losgröße so, dass aufsummierte Bedarfs-Lagerperioden den Rüst-/Lagerkosten-Quotienten ergeben.

Mit Fehlmengen erlaubt

Wenn Fehlmengen erlaubt sind (Backorders), wird Q* GRÖSSER, weil man Lagerkosten gegen Fehlmengen-Kosten tauschen kann.

Mit Produktion (statt Bestellung), Endliche Produktionsrate

EOQ-Erweiterung für Produktion mit Rate p > Nachfrage d:

Qprod∗=2⋅D⋅KRkL⋅(1−d/p)Q^*_{prod} = \sqrt{\frac{2 \cdot D \cdot K_R}{k_L \cdot (1 - d/p)}}Qprod∗​=kL​⋅(1−d/p)2⋅D⋅KR​​​

K_R = Rüstkosten pro Produktionslos.

Mit mehreren Produkten

Joint Replenishment Problem (JRP): gemeinsam bestellen spart Fixkosten, kompliziert die Optimierung.

  1. Andler-Formel: Q* = √(2 D K_B / k_L)
  2. K-Formel:* K* = √(2 D K_B k_L) = 2 × Lagerkosten = 2 × Bestellkosten
  3. Bei Q gilt: Bestellkosten = Lagerkosten* (Schnittpunkt im Diagramm)
  4. Annahmen: konstanter Bedarf + konstante Kosten + sofortige Lieferung + keine Fehlmengen
  5. Bei Mengenrabatt: EOQ berechnen, dann mit Rabatt-Schwelle vergleichen
  6. Bei dynamischem Bedarf: Wagner-Whitin (optimal DP) oder Silver-Meal (Heuristik)
  7. Erweiterung Produktion: Q* erhöht um Faktor 1/(1−d/p)
  8. Stabilität: Q* ist robust, Abweichung um 50% führt nur zu ~5% höheren Kosten (sqrt-Kurve)

❌ *"Q gilt auch bei schwankendem Bedarf"**, FALSCH. Andler nimmt konstanten Bedarf an. Bei Schwankung: Wagner-Whitin oder Silver-Meal.

❌ "Mengenrabatt ändert EOQ nicht", FALSCH. Bei Mengenrabatt sollte man oft die Rabatt-Schwelle wählen, auch wenn größer als EOQ.

❌ "K_B und k_L sind fix", FALSCH. Sie können variieren (z.B. K_B höher bei seltenen Lieferanten). Sensitivitäts-Analyse wichtig.

❌ "Andler ist veraltet", FALSCH. Trotz 1929 immer noch Standard für stabile Bedarfe. Wagner-Whitin nur bei schwankendem Bedarf nötig.

❌ "K_lager = Q × k_L", FALSCH. K_lager = (Q/2) × k_L (durchschnittlicher Bestand ist HALBE Losgröße bei kontinuierlichem Abbau).

❌ "Q ist scharf"**, FALSCH. Q ist robust gegen Fehl-Schätzungen wegen sqrt-Form. ±50% Q* führt nur zu ~5% Kosten-Anstieg. Beruhigend in der Praxis.

  • Harris, F. W. "How Many Parts to Make at Once", Factory Magazine 1913. Erste EOQ-Formel.
  • Andler, K. Rationalisierung der Fabrikation und optimale Losgröße, Verlag von R. Oldenbourg, München 1929. Deutsche Klassik.
  • Wilson, R. H. "A Scientific Routine for Stock Control", Harvard Business Review 1934. EOQ-Popularisierung.
  • Wagner, H. M.; Whitin, T. M. "Dynamic Version of the Economic Lot Size Model", Management Science 1958. Wagner-Whitin-Algorithmus.
  • Silver, E.; Meal, H. "A Heuristic for Selecting Lot Size Requirements", Production and Inventory Management 1973.
  • Günther, H.-O.; Tempelmeier, H. Produktion und Logistik, 9. Aufl., Springer 2012. Kap. 8 Losgrößenplanung.
  • Tempelmeier, H. Bestandsmanagement in Supply Chains, 6. Aufl., Books On Demand 2018. Standardwerk DACH.

Interaktive Andler/EOQ-Berechnung mit 3 Slidern (Periodenbedarf D, Bestellkosten K_B, Lagerkostensatz k_L). Diagramm zeigt 3 Kurven: Bestellkosten (rot, fällt hyperbolisch), Lagerkosten (blau, linear steigend), Gesamtkosten (grün, U-förmig). Optimum Q* mit orange Markierung. Plus Ergebnis-Tabelle mit Bestellungen/Jahr und Kostenaufschlüsselung.

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Klausur-Tipp: Andler-Formel Q* = √(2·D·K_B/k_L) auswendig können. Bei Q* gilt: Bestellkosten = Lagerkosten (Schnittpunkt im Diagramm). Bei schwankendem Bedarf → Wagner-Whitin (DP) oder Silver-Meal (Heuristik).

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Losgrößenplanung

Wie viele Stück bestellt oder produziert man auf einmal? Klausurpflicht in 5/5 Produktions-Modulen. Klassiker mit der berühmten Andler-Formel.

Die Idee in einem Satz

Die optimale Losgröße balanciert Bestell-/Rüstkosten (sinken mit Q) gegen Lagerkosten (steigen mit Q). Im Optimum (EOQ) sind beide gleich groß.

Trade-off

Große Lose:

  • Wenige Bestellungen / Rüstvorgänge → niedrige Bestell-/Rüstkosten
  • Aber: hohe Bestände → hohe Lagerkosten

Kleine Lose:

  • Häufig bestellen / rüsten → hohe Bestell-/Rüstkosten
  • Aber: niedrige Bestände → niedrige Lagerkosten

→ Mathematisches Minimum bei mittlerer Größe Q*.

Andler-Formel (EOQ, 1929)

Annahmen:

  1. Konstanter Bedarf D pro Periode
  2. Konstante Bestellkosten K_B pro Bestellung
  3. Konstante Lagerkosten k_L pro Stück pro Periode
  4. Keine Mengenrabatte
  5. Sofortige Lieferung (kein Lieferverzug)
  6. Keine Fehlmengen erlaubt
  7. Lager wird voll zurückgegeben (kein Schwund)

Gesamtkosten-Funktion:

K(Q) = underbraceD/Q · K_B_(Bestellkosten) + underbraceQ/2 · k_L_(Lagerkosten)

Erste Ableitung:

dK/dQ = -(D · K_B)/Q² + k_L/2 = 0

Optimale Bestellmenge (EOQ / Andler):

Q^* = √((2 · D · K_B)/k_L)

Optimale Kosten:

K^* = √(2 · D · K_B · k_L)

Schöne Eigenschaft im Optimum: Bestellkosten = Lagerkosten = √(D · K_B · k_L / 2). Wenn man die beiden Kurven zeichnet, schneiden sie sich bei Q*.

Wichtige abgeleitete Größen

Anzahl Bestellungen pro Periode: N^* = D / Q^* Zykluszeit: T^* = Q^* / D Durchschnittlicher Lagerbestand: B̄ = Q^* / 2

Beispiel-Rechnung

Pro-Praxis-Aufgabe: D = 1.200 Stück/Jahr, K_B = 50 €/Bestellung, k_L = 2 €/Stück/Jahr.

Q^* = √((2 · 1200 · 50)/2) = √(60.000) ≈ 245 Stück

N^* = 1200 / 245 ≈ 4.9 Bestellungen/Jahr

K^* = √(2 · 1200 · 50 · 2) = √(240.000) ≈ 490 €/Jahr

Mengenrabatt-Modell (Erweiterung)

Wenn Lieferant Mengenrabatt anbietet (z.B. ab 500 Stück 5 % Rabatt):

Verfahren:

  1. Berechne EOQ ohne Rabatt
  2. Wenn EOQ < Rabatt-Schwelle: vergleiche K(EOQ) mit K(Rabatt-Schwelle, inkl. Rabatt)
  3. Wähle kleineren K-Wert

Häufig lohnt es sich, die Bestellmenge auf die Rabatt-Schwelle ANZUHEBEN (auch wenn größer als EOQ).

Dynamische Losgrößenplanung (schwankender Bedarf)

Wenn der Bedarf NICHT konstant ist, gilt Andler nicht direkt. Verfahren:

Wagner-Whitin (1958)

Dynamische Programmierung für optimale Lose bei T-Perioden-Horizont mit gegebenen Bedarfen d_1, ..., d_T.

Vorteil: OPTIMALE Lösung (NP-leicht trotz exponentieller Anzahl Möglichkeiten, DP reduziert auf O(T²)). Nachteil: Komplex, nur für überschaubaren Horizont praktisch.

Silver-Meal-Heuristik (1973)

Iteratives Verfahren: Solange durchschnittliche Periodenkosten sinken, weiteren Bedarf zum aktuellen Los hinzufügen. Sobald sie steigen → neues Los starten.

Vorteil: Schnell, gut für rollierende Planung. Nachteil: Heuristik, nicht garantiert optimal.

Least-Unit-Cost (LUC)

Wähle Losgröße mit niedrigsten Stückkosten (über alle möglichen Periodenkombinationen).

Part-Period-Balancing (PPB)

Wähle Losgröße so, dass aufsummierte Bedarfs-Lagerperioden den Rüst-/Lagerkosten-Quotienten ergeben.

Spezielle Erweiterungen

Mit Fehlmengen erlaubt

Wenn Fehlmengen erlaubt sind (Backorders), wird Q* GRÖSSER, weil man Lagerkosten gegen Fehlmengen-Kosten tauschen kann.

Mit Produktion (statt Bestellung), Endliche Produktionsrate

EOQ-Erweiterung für Produktion mit Rate p > Nachfrage d:

Q^*_(prod) = √((2 · D · K_R)/(k_L · (1 - d/p)))

K_R = Rüstkosten pro Produktionslos.

Mit mehreren Produkten

Joint Replenishment Problem (JRP): gemeinsam bestellen spart Fixkosten, kompliziert die Optimierung.

Klausur-Faustregeln

  1. Andler-Formel: Q* = √(2 D K_B / k_L)
  2. K-Formel:* K* = √(2 D K_B k_L) = 2 × Lagerkosten = 2 × Bestellkosten
  3. Bei Q gilt: Bestellkosten = Lagerkosten* (Schnittpunkt im Diagramm)
  4. Annahmen: konstanter Bedarf + konstante Kosten + sofortige Lieferung + keine Fehlmengen
  5. Bei Mengenrabatt: EOQ berechnen, dann mit Rabatt-Schwelle vergleichen
  6. Bei dynamischem Bedarf: Wagner-Whitin (optimal DP) oder Silver-Meal (Heuristik)
  7. Erweiterung Produktion: Q* erhöht um Faktor 1/(1−d/p)
  8. Stabilität: Q* ist robust, Abweichung um 50% führt nur zu ~5% höheren Kosten (sqrt-Kurve)

Stolpersteine

❌ *"Q gilt auch bei schwankendem Bedarf"**, FALSCH. Andler nimmt konstanten Bedarf an. Bei Schwankung: Wagner-Whitin oder Silver-Meal.

❌ "Mengenrabatt ändert EOQ nicht", FALSCH. Bei Mengenrabatt sollte man oft die Rabatt-Schwelle wählen, auch wenn größer als EOQ.

❌ "K_B und k_L sind fix", FALSCH. Sie können variieren (z.B. K_B höher bei seltenen Lieferanten). Sensitivitäts-Analyse wichtig.

❌ "Andler ist veraltet", FALSCH. Trotz 1929 immer noch Standard für stabile Bedarfe. Wagner-Whitin nur bei schwankendem Bedarf nötig.

❌ "K_lager = Q × k_L", FALSCH. K_lager = (Q/2) × k_L (durchschnittlicher Bestand ist HALBE Losgröße bei kontinuierlichem Abbau).

❌ "Q ist scharf"**, FALSCH. Q ist robust gegen Fehl-Schätzungen wegen sqrt-Form. ±50% Q* führt nur zu ~5% Kosten-Anstieg. Beruhigend in der Praxis.

Quellen

  • Harris, F. W. "How Many Parts to Make at Once", Factory Magazine 1913. Erste EOQ-Formel.
  • Andler, K. Rationalisierung der Fabrikation und optimale Losgröße, Verlag von R. Oldenbourg, München 1929. Deutsche Klassik.
  • Wilson, R. H. "A Scientific Routine for Stock Control", Harvard Business Review 1934. EOQ-Popularisierung.
  • Wagner, H. M.; Whitin, T. M. "Dynamic Version of the Economic Lot Size Model", Management Science 1958. Wagner-Whitin-Algorithmus.
  • Silver, E.; Meal, H. "A Heuristic for Selecting Lot Size Requirements", Production and Inventory Management 1973.
  • Günther, H.-O.; Tempelmeier, H. Produktion und Logistik, 9. Aufl., Springer 2012. Kap. 8 Losgrößenplanung.
  • Tempelmeier, H. Bestandsmanagement in Supply Chains, 6. Aufl., Books On Demand 2018. Standardwerk DACH.
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Losgrößenplanung, EOQ-Visualizer

Interaktive Andler/EOQ-Berechnung mit 3 Slidern (Periodenbedarf D, Bestellkosten K_B, Lagerkostensatz k_L). Diagramm zeigt 3 Kurven: Bestellkosten (rot, fällt hyperbolisch), Lagerkosten (blau, linear steigend), Gesamtkosten (grün, U-förmig). Optimum Q* mit orange Markierung. Plus Ergebnis-Tabelle mit Bestellungen/Jahr und Kostenaufschlüsselung.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Tipp: Andler-Formel Q* = √(2·D·K_B/k_L) auswendig können. Bei Q* gilt: Bestellkosten = Lagerkosten (Schnittpunkt im Diagramm). Bei schwankendem Bedarf → Wagner-Whitin (DP) oder Silver-Meal (Heuristik).

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Losgrößenplanung, Praxis-Übung

6 Aufgaben zur Andler-Formel + Wagner-Whitin + Mengenrabatt.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wie lautet die Andler-Formel (EOQ) für die optimale Losgröße Q*?

Antwort: Q* = √(2 × D × K_B / k_L)

Erklärung: Andler-Formel (Harris 1913, Andler 1929, Wilson 1934): Q* = √(2·D·K_B/k_L). D = Periodenbedarf, K_B = Bestellkosten pro Bestellung, k_L = Lagerkostensatz pro Stück und Periode. Klausur-Pflicht-Formel, auswendig wissen.

F2.Was gilt für die Bestell- und Lagerkosten BEI der optimalen Losgröße Q*?

Antwort: Bestellkosten = Lagerkosten (sie schneiden sich im Diagramm bei Q*)

Erklärung: Bei Q* sind Bestellkosten = Lagerkosten = √(D·K_B·k_L/2). Die beiden Kurven schneiden sich genau bei Q*. Gesamtkosten K* = 2 × Bestellkosten = 2 × Lagerkosten = √(2·D·K_B·k_L). Diese Symmetrie ist KLAUSUR-PFLICHT-Wissen und oft Bestandteil der grafischen Aufgaben.

F3.Ordne Losgrößen-Verfahren der Eigenschaft zu.

Zuordnungen:

  • Andler / EOQ (Harris 1913) → Konstanter Bedarf, statische Formel, Klassiker
  • Wagner-Whitin (1958) → Dynamische Programmierung, optimale Lösung bei schwankendem Bedarf
  • Silver-Meal (1973) → Heuristik: füge Bedarf hinzu solange Periodenkosten sinken
  • Lot-for-Lot (L4L) → Genau Nettobedarf bestellen, kein Lager, MRP-Standard

Erklärung: Verfahrens-Übersicht. Andler: statisch + konstanter Bedarf. Wagner-Whitin: dynamisch + optimal aber komplex. Silver-Meal: dynamisch + schnell aber heuristisch. L4L: einfachstes Verfahren. Klausur-Klassiker.

Typ: Zuordnung

F4.Bei D = 800 Stück/Jahr, K_B = 100 €/Bestellung, k_L = 4 €/Stück/Jahr: Wie groß ist Q*?

Antwort: Q* = 200 Stück

Erklärung: Q* = √(2 × 800 × 100 / 4) = √(40.000) = 200 Stück. Klausur-Standard-Rechentyp: Werte einsetzen + Wurzel ziehen. Plus-Frage: N* = 800/200 = 4 Bestellungen/Jahr. K* = √(2×800×100×4) = √640.000 = 800 € (= 400 Bestell + 400 Lager).

F5.Die Andler-Formel nimmt KONSTANTEN Bedarf an. Bei schwankendem Bedarf liefert sie keine optimale Lösung.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. 7 Annahmen Andler: 1) konstanter Bedarf, 2) konstante Kosten, 3) keine Rabatte, 4) sofortige Lieferung, 5) keine Fehlmengen, 6) kein Schwund, 7) infinite Horizont. Bei schwankendem Bedarf brauche man Wagner-Whitin (optimal DP) oder Silver-Meal/Part-Period-Balancing/Least-Unit-Cost (Heuristiken). Klausur-Pflicht-Annahmen.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Was passiert mit der optimalen Bestellmenge Q*, wenn die Bestellkosten K_B sich VERDOPPELN (bei sonst gleichen Parametern)?

Antwort: Q* steigt um Faktor √2 ≈ 1.414

Erklärung: Q* = √(2·D·K_B/k_L). Wenn K_B verdoppelt → Q* steigt um Faktor √2. Wurzel-Eigenschaft: relative Änderungen sind quadratisch gedämpft. Vorteil: Q* ist ROBUST gegen Fehl-Schätzungen, selbst bei ±50% Fehler in K_B oder k_L steigen die Kosten nur um ~5%. Klausur-Sensitivitäts-Frage.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Losgrößenplanung, Klausur-Quiz

6 Klausur-Fragen mit Andler-Berechnung + Mengenrabatt + dynamischen Verfahren.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Was beschreibt der durchschnittliche Lagerbestand bei der Andler-Lösung?

Antwort: Q/2 (halbe Losgröße, weil kontinuierlich abgebaut)

Erklärung: Bei kontinuierlichem Abbau des Lagers (von Q auf 0) liegt der durchschnittliche Bestand bei Q/2. Daher: K_lager = (Q/2) × k_L. Klausur-Standard-Fehler: K_lager = Q × k_L vergessen, dass es ein Durchschnitt ist. Bei Sägezahn-Diagramm sieht man das geometrisch.

F2.Welcher Algorithmus löst das DYNAMISCHE Losgrößen-Problem mit schwankendem Bedarf OPTIMAL?

Antwort: Wagner-Whitin (Dynamische Programmierung)

Erklärung: Wagner-Whitin (1958, Management Science): Dynamische Programmierung mit O(T²) Komplexität. Garantiert OPTIMALE Lösung bei T-Perioden-Horizont und beliebigen Periodenbedarfen. Andler ist nur für konstanten Bedarf. Silver-Meal + andere Heuristiken sind schnell aber nicht garantiert optimal. Klausur-Pflicht-Unterscheidung.

F3.Vervollständige die Andler-Eigenschaften: Q* = √(2 × D × {{1}} / {{2}}). Bei Q* gilt Bestellkosten = {{3}}.

Lösungen pro Lücke:

  • {{1}}: K_B / KB / Bestellkosten
  • {{2}}: k_L / kL / Lagerkostensatz / Lagerkosten pro Stück
  • {{3}}: Lagerkosten / K_L / KL / Lager

Erklärung: Andler: Q* = √(2·D·K_B/k_L). Bei Q* schneiden sich Bestell- und Lagerkosten-Kurve → beide gleich groß = √(D·K_B·k_L/2). Folge: K* = 2 × Bestellkosten = 2 × Lagerkosten = √(2·D·K_B·k_L). Klausur-Pflicht-Symmetrie.

Typ: Lückentext

F4.Ein Lieferant bietet ab 500 Stück 5 % Rabatt. EOQ-Berechnung ergibt Q* = 300 Stück. Was sollte das Unternehmen tun?

Antwort: Beide Optionen vergleichen: K(Q*=300, ohne Rabatt) vs. K(Q=500, mit 5 % Rabatt). Niedrigere Kosten wählen.

Erklärung: Mengenrabatt-Modell: 1) EOQ ohne Rabatt berechnen, 2) wenn EOQ < Rabatt-Schwelle, beide K-Werte vergleichen, 3) Niedrigere wählen. Oft lohnt es sich, die Bestellmenge auf Rabatt-Schwelle ANZUHEBEN (auch wenn größer als EOQ), weil der Material-Preis-Rabatt die zusätzlichen Lagerkosten überkompensiert. Klausur-Pflicht-Vorgehen.

F5.Die Andler-Formel ist sehr robust: Eine Fehl-Schätzung der Parameter um ±50 % führt nur zu etwa 5 % höheren Gesamtkosten.

Antwort: Wahr

Erklärung: RICHTIG. Andler-Robustheit dank Wurzel-Eigenschaft: K(Q) ist in Q* sehr flach. ±50 % Fehler in K_B oder k_L führt nur zu ~5 % Kosten-Anstieg. Beruhigend in der Praxis, weil exakte Kosten-Schätzungen oft schwer sind. Klausur-Sensitivitäts-Klassiker. Daher: Andler bleibt trotz vereinfachter Annahmen relevant.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Was beschreibt die SILVER-MEAL-Heuristik (1973) für dynamische Losgrößen?

Antwort: Iteratives Verfahren: füge weiteren Periodenbedarf zum aktuellen Los hinzu, solange die durchschnittlichen Periodenkosten sinken. Sobald sie steigen → neues Los starten.

Erklärung: Silver-Meal-Heuristik (Production and Inventory Management 1973): heuristisches Verfahren für dynamisches Losgrößen-Problem. Funktioniert iterativ: solange (Bestellkosten + Lagerkosten) / Anzahl Perioden weiter sinkt → mehr Bedarf zum Los hinzufügen. Sobald sie steigen → neues Los. Vorteil: SCHNELL + intuitiv. Nachteil: nicht garantiert optimal (Wagner-Whitin wäre optimal). Klausur-Heuristik-Standard.

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