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  • Einführung
  • Das Problem
  • Notation und Begriffe
  • Vier Grundoperationen
  • Determinante
  • Inverse Matrix
  • Lineare Gleichungssysteme
  • Wichtige spezielle Matrizen
  • Klausur-Tricks
  • Wo brauchst du Matrizen?
ThemenMathematikMatrizen
Mathematik·3Lerneinheiten·22min·Stand02.08.2026

Matrizen.

Eine Matrix ist eine rechteckige Anordnung von Zahlen in Zeilen und Spalten. Klausurrelevant für lineare Gleichungssysteme, Transformationen in der Computergrafik und Datenanalyse. Größenangabe: m × n bedeutet m Zeilen, n Spalten.

Die Operationen die du in der Klausur können musst:

  • Addition / Subtraktion: komponentenweise, nur bei gleicher Größe
  • Skalarmultiplikation: jeder Eintrag wird mit dem Skalar multipliziert
  • Matrix-Vektor-Multiplikation: m × n Matrix mal n-Vektor ergibt m-Vektor
  • Matrix-Matrix-Multiplikation: A (m×n) · B (n×p) = C (m×p), nicht kommutativ!
  • Transponieren: Aᵀ vertauscht Zeilen und Spalten
  • Einheitsmatrix I: hat 1 auf der Diagonale, 0 sonst, neutral bei Multiplikation

In Klausuren wirst du oft gefragt: berechne A · B oder löse das lineare Gleichungssystem mit Gauß-Verfahren. Wichtig: bei A · B muss die Spaltenzahl von A der Zeilenzahl von B entsprechen, sonst nicht definiert.

Du hast mehrere Gleichungen gleichzeitig zu lösen:

2x + 3y = 12
x  - y  = 1

Oder du willst Daten verarbeiten: 1.000 Bilder × je 784 Pixel, wie speichern, wie transformieren? Antwort: als Matrix.

Eine Matrix ist eine rechteckige Anordnung von Zahlen in Zeilen und Spalten. Eine 2×3-Matrix hat 2 Zeilen und 3 Spalten.

A = ⎡ 1  2  3 ⎤        2 Zeilen, 3 Spalten → 2×3
    ⎣ 4  5  6 ⎦
BegriffBedeutungBeispiel
m × nm Zeilen, n Spalten2×3 oben
Quadratischm = n2×2, 3×3, …
AijA_{ij}Aij​Element in Zeile i, Spalte jA12=2A_{12} = 2A12​=2 oben
HauptdiagonaleElemente AiiA_{ii}Aii​1, 5 bei 2×2
Nullmatrixalle Einträge 00\mathbf{0}0
Einheitsmatrix III1 auf Diagonale, sonst 0(1001)\bigl(\begin{smallmatrix}1&0\\0&1\end{smallmatrix}\bigr)(10​01​)
Diagonalmatrixaußer Diagonale 0(3005)\bigl(\begin{smallmatrix}3&0\\0&5\end{smallmatrix}\bigr)(30​05​)
SymmetrischA=ATA = A^TA=AT(1223)\bigl(\begin{smallmatrix}1&2\\2&3\end{smallmatrix}\bigr)(12​23​)

Klausurfalle Indexierung: in der Mathematik 1-basiert (A11A_{11}A11​ = oben links). In Code (Java/Python) 0-basiert (A[0][0]).

1. Addition / Subtraktion

Elementweise, nur bei gleicher Dimension.

(1234)+(5678)=(681012)\begin{pmatrix} 1 & 2 \\ 3 & 4 \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 5 & 6 \\ 7 & 8 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 6 & 8 \\ 10 & 12 \end{pmatrix}(13​24​)+(57​68​)=(610​812​)

Voraussetzung: gleiche m und n. Sonst nicht definiert.

2. Skalar-Multiplikation

Jedes Element mit dem Skalar multiplizieren.

3⋅(1234)=(36912)3 \cdot \begin{pmatrix} 1 & 2 \\ 3 & 4 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 & 6 \\ 9 & 12 \end{pmatrix}3⋅(13​24​)=(39​612​)

3. Matrix-Multiplikation

Klausur-Killer Nummer 1. Nicht elementweise!

(A⋅B)ij=∑kAik⋅Bkj(A \cdot B)_{ij} = \sum_k A_{ik} \cdot B_{kj}(A⋅B)ij​=∑k​Aik​⋅Bkj​

Sprich: Zeile i von A mit Spalte j von B als Skalarprodukt.

A = ⎡ 1  2 ⎤    B = ⎡ 5  6 ⎤    A·B = ?
    ⎣ 3  4 ⎦        ⎣ 7  8 ⎦

(A·B)[1][1] = Zeile 1 von A · Spalte 1 von B
            = 1·5 + 2·7
            = 5 + 14 = 19

(A·B)[1][2] = 1·6 + 2·8 = 22
(A·B)[2][1] = 3·5 + 4·7 = 43
(A·B)[2][2] = 3·6 + 4·8 = 50

A·B = ⎡ 19  22 ⎤
      ⎣ 43  50 ⎦

Voraussetzung: Spalten von A = Zeilen von B. Bei (m×n) · (n×p) → Ergebnis ist (m×p). Wenn Dimensionen nicht passen → Multiplikation nicht definiert.

Achtung: A·B ≠ B·A im Allgemeinen, Matrix-Multiplikation ist NICHT kommutativ! Klausur-Klassiker.

4. Transposition

Zeilen werden Spalten, Spiegeln an der Hauptdiagonale.

A=(123456)AT=(142536)A = \begin{pmatrix} 1 & 2 & 3 \\ 4 & 5 & 6 \end{pmatrix} \quad A^T = \begin{pmatrix} 1 & 4 \\ 2 & 5 \\ 3 & 6 \end{pmatrix}A=(14​25​36​)AT=​123​456​​

Aus 2×3 wird 3×2. Element AijA_{ij}Aij​ wandert nach AjiTA^T_{ji}AjiT​.

Symmetrisch heißt: A=ATA = A^TA=AT. Funktioniert nur bei quadratischen Matrizen.

Eine Zahl, die einer quadratischen Matrix zugeordnet wird. Sagt: ist die Matrix invertierbar (det ≠ 0) oder nicht (det = 0)?

2×2-Determinante

det⁡(abcd)=ad−bc\det \begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix} = ad - bcdet(ac​bd​)=ad−bc

Beispiel: det⁡(2314)=2⋅4−3⋅1=5\det\begin{pmatrix}2&3\\1&4\end{pmatrix} = 2 \cdot 4 - 3 \cdot 1 = 5det(21​34​)=2⋅4−3⋅1=5

Trick zum Merken: Hauptdiagonale minus Nebendiagonale.

3×3-Determinante: Sarrus-Regel

⎡ a  b  c ⎤
⎢ d  e  f ⎥
⎣ g  h  i ⎦

det = (aei + bfg + cdh) - (ceg + afh + bdi)
       └── nach unten ──┘  └── nach oben ──┘

Sarrus funktioniert nur bei 3×3. Bei 4×4 und größer braucht's andere Methoden (Laplace-Entwicklung, Gauß).

Eigenschaften:

  • det(A·B) = det(A) · det(B), multiplikativ
  • det(A) = det(A^T), Transposition ändert nichts
  • det = 0 ⇔ Spalten/Zeilen linear abhängig ⇔ Matrix nicht invertierbar (singulär)

Die Inverse A−1A^{-1}A−1 einer quadratischen Matrix AAA erfüllt A⋅A−1=A−1⋅A=IA \cdot A^{-1} = A^{-1} \cdot A = IA⋅A−1=A−1⋅A=I (Einheitsmatrix).

Existenz: eine quadratische Matrix ist invertierbar genau dann, wenn det⁡(A)≠0\det(A) \neq 0det(A)=0. Nicht-quadratische Matrizen haben keine klassische Inverse (höchstens eine Pseudoinverse).

2×2-Inverse

A−1=1det⁡A⋅(d−b−ca)A^{-1} = \frac{1}{\det A} \cdot \begin{pmatrix} d & -b \\ -c & a \end{pmatrix}A−1=detA1​⋅(d−c​−ba​)

Beispiel: A=(2314)A = \begin{pmatrix}2&3\\1&4\end{pmatrix}A=(21​34​), det = 5. A−1=15(4−3−12)=(0.8−0.6−0.20.4)A^{-1} = \frac{1}{5} \begin{pmatrix}4&-3\\-1&2\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}0.8&-0.6\\-0.2&0.4\end{pmatrix}A−1=51​(4−1​−32​)=(0.8−0.2​−0.60.4​)

Bei 3×3 und größer: Gauß-Jordan-Verfahren oder Cramer'sche Regel.

Wofür?

Lineares Gleichungssystem Ax=bAx = bAx=b lösen: x=A−1⋅bx = A^{-1} \cdot bx=A−1⋅b

Aber Vorsicht: in der Praxis wird selten A−1A^{-1}A−1 explizit berechnet, direkter Gauß-Algorithmus ist effizienter und numerisch stabiler.

Ein System wie:

2x + 3y = 12
x  - y  = 1

lässt sich als Ax=bA x = bAx=b schreiben:

(231−1)⏟A(xy)⏟x=(121)⏟b\underbrace{\begin{pmatrix}2&3\\1&-1\end{pmatrix}}_{A} \underbrace{\begin{pmatrix}x\\y\end{pmatrix}}_{x} = \underbrace{\begin{pmatrix}12\\1\end{pmatrix}}_{b}A(21​3−1​)​​x(xy​)​​=b(121​)​​

Drei Lösungsmethoden

MethodeWannAufwand
Gleichsetzungs-/Einsetzungsverfahrennur 2-3 GleichungenSchnell aber fehleranfällig
Gauß-Verfahren (Eliminationsmethode)beliebig vieleO(n3)O(n^3)O(n3)
Inverse: x=A−1bx = A^{-1} bx=A−1bwenn A−1A^{-1}A−1 schon bekannt istfür numerische LGS meist ungünstiger als Gauß/LU (effizienter und numerisch stabiler)

Gauß-Verfahren auf einen Blick

Bringe die erweiterte Matrix (A∣b)(A | b)(A∣b) in Stufenform:

⎡ 2  3 |12 ⎤              ⎡ 1 -1  | 1 ⎤   tausche & teile
⎢ 1 -1 | 1 ⎥   →          ⎣ 0  5  |10 ⎦   subtrahiere

→ y = 10/5 = 2
→ x − y = 1 → x = 3

Drei elementare Zeilenumformungen (verändern die Lösung nicht):

  1. Zwei Zeilen vertauschen
  2. Zeile mit Skalar multiplizieren (≠ 0)
  3. Vielfaches einer Zeile zu anderer addieren

Lösbarkeit

Bei einer quadratischen Koeffizientenmatrix AAA:

FormBedeutung
Genau eine Lösungdet⁡(A)≠0\det(A) \neq 0det(A)=0
Unendlich viele LösungenRang(A) = Rang(A∣b) < Anzahl Variablen
Keine LösungRang(A) < Rang(A∣b), Widerspruch

Bei rechteckigen AAA (mehr/weniger Zeilen als Spalten) entscheidet immer der Rang-Vergleich:

  • Lösbar genau dann, wenn Rang(A)=Rang(A∣b)\text{Rang}(A) = \text{Rang}(A \mid b)Rang(A)=Rang(A∣b) (Konsistenz).
  • Eindeutig lösbar genau dann, wenn zusätzlich Rang(A)=\text{Rang}(A) = Rang(A)= Anzahl der Variablen.
  • Sonst (lösbar, aber Rang <<< Anzahl Variablen) → unendlich viele Lösungen.

Einheitsmatrix III: Multiplikation ändert nichts. A⋅I=I⋅A=AA \cdot I = I \cdot A = AA⋅I=I⋅A=A

Diagonalmatrix: alle Einträge außerhalb der Hauptdiagonale sind 0 (Diagonalwerte dürfen auch 0 sein). Multiplikation entspricht Skalierung pro Achse.

Drehmatrix (in 2D): R(θ)=(cos⁡θ−sin⁡θsin⁡θcos⁡θ)R(\theta) = \begin{pmatrix} \cos\theta & -\sin\theta \\ \sin\theta & \cos\theta \end{pmatrix}R(θ)=(cosθsinθ​−sinθcosθ​)

Wendet eine Drehung um Winkel θ\thetaθ an.

Permutationsmatrix: vertauscht Zeilen/Spalten beim Multiplizieren.

Trick 1, Dimensionen prüfen: bevor du multiplizierst, immer die Dimensionen checken.

(m × n) · (n × p) = (m × p)        ✓
(m × n) · (p × q) wenn n ≠ p        ✗ undefiniert

Trick 2, Multiplikation ist nicht kommutativ: A·B = B·A gilt nur in Sonderfällen (z.B. eine ist Einheitsmatrix). Klausur testet das gerne.

Trick 3, Determinante = 0 → singulär: Matrix nicht invertierbar, lineares Gleichungssystem hat unendliche oder keine Lösung.

Trick 4, 2×2-Determinante auswendig: ad−bcad - bcad−bc. Hauptdiagonale minus Nebendiagonale. Eine Sekunde.

Trick 5, Sarrus nur bei 3×3: bei 4×4 und größer NICHT anwendbar.

Trick 6, Skalar zieht aus: det⁡(c⋅A)=cn⋅det⁡(A)\det(c \cdot A) = c^n \cdot \det(A)det(c⋅A)=cn⋅det(A) (n = Größe). Trick: skalierst du eine Zeile mit c, multipliziert sich die Det mit c. Skalierst du alle Zeilen mit c, mit cnc^ncn.

Trick 7, Transposition rückgängig: (AT)T=A(A^T)^T = A(AT)T=A. Doppelt transponiert = Original.

Trick 8, (A⋅B)T=BT⋅AT(A \cdot B)^T = B^T \cdot A^T(A⋅B)T=BT⋅AT: Reihenfolge dreht sich beim Transponieren!

Trick 9, Inverse von Produkten: (A⋅B)−1=B−1⋅A−1(A \cdot B)^{-1} = B^{-1} \cdot A^{-1}(A⋅B)−1=B−1⋅A−1. Reihenfolge dreht sich auch hier.

Trick 10, Spaltensicht: A⋅x⃗A \cdot \vec{x}A⋅x ist eine Linearkombination der Spalten von A mit den Koeffizienten in x⃗\vec{x}x. Kommt häufig in Klausuren über lineare Abhängigkeit.

  • Computergrafik: 3D-Transformationen (Rotation, Skalierung, Translation) als 4×4-Matrizen
  • Computer Vision: Bilder sind Matrizen aus Pixelwerten
  • Machine Learning: Daten als Matrix (Zeilen = Samples, Spalten = Features). Neuronale Netze = große Matrix-Multiplikationen
  • Datenbanken: relationale Algebra arbeitet auf Tabellen/Relationen, nicht klassisch auf Matrizen. Matrizen sind eher relevant für Datenanalyse (Pivot-Tabellen), lineare Modelle und Embedding-/Feature-Matrizen in ML-Pipelines.
  • Wirtschaft / Operations Research: Input-Output-Tabellen, Linear Programming
  • Physik / Engineering: Steifigkeitsmatrizen in der Statik, Quanten-Operatoren in der Physik
  • Game-Design: Schach-Brett als 8×8-Matrix, Kollisions-Detection
  • Statistik: Kovarianzmatrizen, Regressions-Koeffizienten

Faustregel: wenn du mehrere Größen gleichzeitig transformieren oder kombinieren willst, Matrix. Numpy/Pandas/Linear-Algebra-Bibliotheken sind ein Lebensretter, weil per Hand fehleranfällig.

Editiere zwei Matrizen A und B (klick die Felder, tipp Zahlen). Wähle eine Operation und sieh das Ergebnis live.

Probier folgendes:

  • A + B: elementweise, gleiche Dimension nötig
  • A · B (Multiplikation): klick Play und sieh die Animation: pro Zelle wird i-te Zeile von A mit j-ter Spalte von B kombiniert. Oben in den Matrizen leuchten die aktuellen Zeile/Spalte rot. Unten zeigt die Berechnungs-Box den exakten Schritt.
  • det(A): Determinante als einzelne Zahl. Bei 0 → Matrix singulär (nicht invertierbar)
  • Aᵀ: Transposition, Zeilen werden Spalten. Bei symmetrischer Matrix: Aᵀ = A
  • Toggle 2×2 / 3×3: Sarrus bei 3×3-Determinante automatisch

Klausur-Lehrziel: Sieh mit eigenen Augen wie Matrix-Multiplikation nicht elementweise ist, das ist die größte Verwirrung am Anfang.

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Faustregel zum Mitnehmen: Bei Matrix-Multiplikation: Zeile mal Spalte (Skalarprodukt), nicht elementweise. Voraussetzung: Spalten von A = Zeilen von B. A·B ≠ B·A im Allgemeinen.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Eine Matrix ist eine rechteckige Anordnung von Zahlen in Zeilen und Spalten. Klausurrelevant für lineare Gleichungssysteme, Transformationen in der Computergrafik und Datenanalyse. Größenangabe: m × n bedeutet m Zeilen, n Spalten.

Die Operationen die du in der Klausur können musst:

  • Addition / Subtraktion: komponentenweise, nur bei gleicher Größe
  • Skalarmultiplikation: jeder Eintrag wird mit dem Skalar multipliziert
  • Matrix-Vektor-Multiplikation: m × n Matrix mal n-Vektor ergibt m-Vektor
  • Matrix-Matrix-Multiplikation: A (m×n) · B (n×p) = C (m×p), nicht kommutativ!
  • Transponieren: Aᵀ vertauscht Zeilen und Spalten
  • Einheitsmatrix I: hat 1 auf der Diagonale, 0 sonst, neutral bei Multiplikation

In Klausuren wirst du oft gefragt: berechne A · B oder löse das lineare Gleichungssystem mit Gauß-Verfahren. Wichtig: bei A · B muss die Spaltenzahl von A der Zeilenzahl von B entsprechen, sonst nicht definiert.

Das Problem

Du hast mehrere Gleichungen gleichzeitig zu lösen:

2x + 3y = 12
x  - y  = 1

Oder du willst Daten verarbeiten: 1.000 Bilder × je 784 Pixel, wie speichern, wie transformieren? Antwort: als Matrix.

Eine Matrix ist eine rechteckige Anordnung von Zahlen in Zeilen und Spalten. Eine 2×3-Matrix hat 2 Zeilen und 3 Spalten.

A = ⎡ 1  2  3 ⎤        2 Zeilen, 3 Spalten → 2×3
    ⎣ 4  5  6 ⎦

Notation und Begriffe

BegriffBedeutungBeispiel
m × nm Zeilen, n Spalten2×3 oben
Quadratischm = n2×2, 3×3, …
A_(ij)Element in Zeile i, Spalte jA_(12) = 2 oben
HauptdiagonaleElemente A_(ii)1, 5 bei 2×2
Nullmatrixalle Einträge 00
Einheitsmatrix I1 auf Diagonale, sonst 0([[1, 0], [0, 1]])
Diagonalmatrixaußer Diagonale 0([[3, 0], [0, 5]])
SymmetrischA = A^T([[1, 2], [2, 3]])

Klausurfalle Indexierung: in der Mathematik 1-basiert (A_(11) = oben links). In Code (Java/Python) 0-basiert (A[0][0]).

Vier Grundoperationen

1. Addition / Subtraktion

Elementweise, nur bei gleicher Dimension.

[[1, 2], [3, 4]] + [[5, 6], [7, 8]] = [[6, 8], [10, 12]]

Voraussetzung: gleiche m und n. Sonst nicht definiert.

2. Skalar-Multiplikation

Jedes Element mit dem Skalar multiplizieren.

3 · [[1, 2], [3, 4]] = [[3, 6], [9, 12]]

3. Matrix-Multiplikation

Klausur-Killer Nummer 1. Nicht elementweise!

(A · B)_(ij) = Σ_k A_(ik) · B_(kj)

Sprich: Zeile i von A mit Spalte j von B als Skalarprodukt.

A = ⎡ 1  2 ⎤    B = ⎡ 5  6 ⎤    A·B = ?
    ⎣ 3  4 ⎦        ⎣ 7  8 ⎦

(A·B)[1][1] = Zeile 1 von A · Spalte 1 von B
            = 1·5 + 2·7
            = 5 + 14 = 19

(A·B)[1][2] = 1·6 + 2·8 = 22
(A·B)[2][1] = 3·5 + 4·7 = 43
(A·B)[2][2] = 3·6 + 4·8 = 50

A·B = ⎡ 19  22 ⎤
      ⎣ 43  50 ⎦

Voraussetzung: Spalten von A = Zeilen von B. Bei (m×n) · (n×p) → Ergebnis ist (m×p). Wenn Dimensionen nicht passen → Multiplikation nicht definiert.

Achtung: A·B ≠ B·A im Allgemeinen, Matrix-Multiplikation ist NICHT kommutativ! Klausur-Klassiker.

4. Transposition

Zeilen werden Spalten, Spiegeln an der Hauptdiagonale.

A = [[1, 2, 3], [4, 5, 6]] A^T = [[1, 4], [2, 5], [3, 6]]

Aus 2×3 wird 3×2. Element A_(ij) wandert nach A^T_(ji).

Symmetrisch heißt: A = A^T. Funktioniert nur bei quadratischen Matrizen.

Determinante

Eine Zahl, die einer quadratischen Matrix zugeordnet wird. Sagt: ist die Matrix invertierbar (det ≠ 0) oder nicht (det = 0)?

2×2-Determinante

det [[a, b], [c, d]] = ad - bc

Beispiel: det[[2, 3], [1, 4]] = 2 · 4 - 3 · 1 = 5

Trick zum Merken: Hauptdiagonale minus Nebendiagonale.

3×3-Determinante: Sarrus-Regel
⎡ a  b  c ⎤
⎢ d  e  f ⎥
⎣ g  h  i ⎦

det = (aei + bfg + cdh) - (ceg + afh + bdi)
       └── nach unten ──┘  └── nach oben ──┘

Sarrus funktioniert nur bei 3×3. Bei 4×4 und größer braucht's andere Methoden (Laplace-Entwicklung, Gauß).

Eigenschaften:

  • det(A·B) = det(A) · det(B), multiplikativ
  • det(A) = det(A^T), Transposition ändert nichts
  • det = 0 ⇔ Spalten/Zeilen linear abhängig ⇔ Matrix nicht invertierbar (singulär)

Inverse Matrix

Die Inverse A^(-1) einer quadratischen Matrix A erfüllt A · A^(-1) = A^(-1) · A = I (Einheitsmatrix).

Existenz: eine quadratische Matrix ist invertierbar genau dann, wenn det(A) ≠ 0. Nicht-quadratische Matrizen haben keine klassische Inverse (höchstens eine Pseudoinverse).

2×2-Inverse

A^(-1) = 1/(det A) · [[d, -b], [-c, a]]

Beispiel: A = [[2, 3], [1, 4]], det = 5. A^(-1) = 1/5 [[4, -3], [-1, 2]] = [[0.8, -0.6], [-0.2, 0.4]]

Bei 3×3 und größer: Gauß-Jordan-Verfahren oder Cramer'sche Regel.

Wofür?

Lineares Gleichungssystem Ax = b lösen: x = A^(-1) · b

Aber Vorsicht: in der Praxis wird selten A^(-1) explizit berechnet, direkter Gauß-Algorithmus ist effizienter und numerisch stabiler.

Lineare Gleichungssysteme

Ein System wie:

2x + 3y = 12
x  - y  = 1

lässt sich als A x = b schreiben:

underbrace[[2, 3], [1, -1]]_(A) underbrace(x, y)_(x) = underbrace(12, 1)_(b)

Drei Lösungsmethoden
MethodeWannAufwand
Gleichsetzungs-/Einsetzungsverfahrennur 2-3 GleichungenSchnell aber fehleranfällig
Gauß-Verfahren (Eliminationsmethode)beliebig vieleO(n³)
Inverse: x = A^(-1) bwenn A^(-1) schon bekannt istfür numerische LGS meist ungünstiger als Gauß/LU (effizienter und numerisch stabiler)
Gauß-Verfahren auf einen Blick

Bringe die erweiterte Matrix (A | b) in Stufenform:

⎡ 2  3 |12 ⎤              ⎡ 1 -1  | 1 ⎤   tausche & teile
⎢ 1 -1 | 1 ⎥   →          ⎣ 0  5  |10 ⎦   subtrahiere

→ y = 10/5 = 2
→ x − y = 1 → x = 3

Drei elementare Zeilenumformungen (verändern die Lösung nicht):

  1. Zwei Zeilen vertauschen
  2. Zeile mit Skalar multiplizieren (≠ 0)
  3. Vielfaches einer Zeile zu anderer addieren
Lösbarkeit

Bei einer quadratischen Koeffizientenmatrix A:

FormBedeutung
Genau eine Lösungdet(A) ≠ 0
Unendlich viele LösungenRang(A) = Rang(A∣b) < Anzahl Variablen
Keine LösungRang(A) < Rang(A∣b), Widerspruch

Bei rechteckigen A (mehr/weniger Zeilen als Spalten) entscheidet immer der Rang-Vergleich:

  • Lösbar genau dann, wenn Rang(A) = Rang(A mid b) (Konsistenz).
  • Eindeutig lösbar genau dann, wenn zusätzlich Rang(A) = Anzahl der Variablen.
  • Sonst (lösbar, aber Rang < Anzahl Variablen) → unendlich viele Lösungen.

Wichtige spezielle Matrizen

Einheitsmatrix I: Multiplikation ändert nichts. A · I = I · A = A

Diagonalmatrix: alle Einträge außerhalb der Hauptdiagonale sind 0 (Diagonalwerte dürfen auch 0 sein). Multiplikation entspricht Skalierung pro Achse.

Drehmatrix (in 2D): R(θ) = [[cosθ, -sinθ], [sinθ, cosθ]]

Wendet eine Drehung um Winkel θ an.

Permutationsmatrix: vertauscht Zeilen/Spalten beim Multiplizieren.

Klausur-Tricks

Trick 1, Dimensionen prüfen: bevor du multiplizierst, immer die Dimensionen checken.

(m × n) · (n × p) = (m × p)        ✓
(m × n) · (p × q) wenn n ≠ p        ✗ undefiniert

Trick 2, Multiplikation ist nicht kommutativ: A·B = B·A gilt nur in Sonderfällen (z.B. eine ist Einheitsmatrix). Klausur testet das gerne.

Trick 3, Determinante = 0 → singulär: Matrix nicht invertierbar, lineares Gleichungssystem hat unendliche oder keine Lösung.

Trick 4, 2×2-Determinante auswendig: ad - bc. Hauptdiagonale minus Nebendiagonale. Eine Sekunde.

Trick 5, Sarrus nur bei 3×3: bei 4×4 und größer NICHT anwendbar.

Trick 6, Skalar zieht aus: det(c · A) = cⁿ · det(A) (n = Größe). Trick: skalierst du eine Zeile mit c, multipliziert sich die Det mit c. Skalierst du alle Zeilen mit c, mit cⁿ.

Trick 7, Transposition rückgängig: (A^T)^T = A. Doppelt transponiert = Original.

Trick 8, (A · B)^T = B^T · A^T: Reihenfolge dreht sich beim Transponieren!

Trick 9, Inverse von Produkten: (A · B)^(-1) = B^(-1) · A^(-1). Reihenfolge dreht sich auch hier.

Trick 10, Spaltensicht: A · x⃗ ist eine Linearkombination der Spalten von A mit den Koeffizienten in x⃗. Kommt häufig in Klausuren über lineare Abhängigkeit.

Wo brauchst du Matrizen?

  • Computergrafik: 3D-Transformationen (Rotation, Skalierung, Translation) als 4×4-Matrizen
  • Computer Vision: Bilder sind Matrizen aus Pixelwerten
  • Machine Learning: Daten als Matrix (Zeilen = Samples, Spalten = Features). Neuronale Netze = große Matrix-Multiplikationen
  • Datenbanken: relationale Algebra arbeitet auf Tabellen/Relationen, nicht klassisch auf Matrizen. Matrizen sind eher relevant für Datenanalyse (Pivot-Tabellen), lineare Modelle und Embedding-/Feature-Matrizen in ML-Pipelines.
  • Wirtschaft / Operations Research: Input-Output-Tabellen, Linear Programming
  • Physik / Engineering: Steifigkeitsmatrizen in der Statik, Quanten-Operatoren in der Physik
  • Game-Design: Schach-Brett als 8×8-Matrix, Kollisions-Detection
  • Statistik: Kovarianzmatrizen, Regressions-Koeffizienten

Faustregel: wenn du mehrere Größen gleichzeitig transformieren oder kombinieren willst, Matrix. Numpy/Pandas/Linear-Algebra-Bibliotheken sind ein Lebensretter, weil per Hand fehleranfällig.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv

Matrix-Lab

Editiere zwei Matrizen A und B (klick die Felder, tipp Zahlen). Wähle eine Operation und sieh das Ergebnis live.

Probier folgendes:

  • A + B: elementweise, gleiche Dimension nötig
  • A · B (Multiplikation): klick Play und sieh die Animation: pro Zelle wird i-te Zeile von A mit j-ter Spalte von B kombiniert. Oben in den Matrizen leuchten die aktuellen Zeile/Spalte rot. Unten zeigt die Berechnungs-Box den exakten Schritt.
  • det(A): Determinante als einzelne Zahl. Bei 0 → Matrix singulär (nicht invertierbar)
  • Aᵀ: Transposition, Zeilen werden Spalten. Bei symmetrischer Matrix: Aᵀ = A
  • Toggle 2×2 / 3×3: Sarrus bei 3×3-Determinante automatisch

Klausur-Lehrziel: Sieh mit eigenen Augen wie Matrix-Multiplikation nicht elementweise ist, das ist die größte Verwirrung am Anfang.

Interaktive Visualisierung

Matrix-Lab mit Addition, Multiplikation, Transposition und Determinante.

Faustregel zum Mitnehmen: Bei Matrix-Multiplikation: Zeile mal Spalte (Skalarprodukt), nicht elementweise. Voraussetzung: Spalten von A = Zeilen von B. A·B ≠ B·A im Allgemeinen.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Quiz

Klausurfragen mit Lösungen (8)

F1.Welche Voraussetzung muss erfüllt sein, damit A · B definiert ist?

Antwort: Die Anzahl Spalten von A muss gleich der Anzahl Zeilen von B sein

Erklärung: Bei A·B mit A vom Format (m×n) muss B (n×p) sein, die 'innere' Dimension n muss übereinstimmen. Ergebnis ist (m×p). Bei Addition wäre gleiche Dimension nötig, bei Multiplikation reicht Übereinstimmung der inneren Dimension.

F2.Berechne det[[2, 3], [1, 4]]

Antwort: 5

Erklärung: Bei 2×2: det = a·d − b·c = 2·4 − 3·1 = 8 − 3 = 5. Hauptdiagonale minus Nebendiagonale, immer.

F3.Welche Aussage zur Matrix-Multiplikation ist KORREKT?

Antwort: (A · B)[i][j] = Skalarprodukt aus Zeile i von A und Spalte j von B

Erklärung: Matrix-Multiplikation ist NICHT elementweise (Klausur-Klassiker!). Pro Zelle [i][j] des Ergebnisses: i-te Zeile von A · j-te Spalte von B als Skalarprodukt. Sie ist NICHT kommutativ, A·B ≠ B·A im Allgemeinen.

F4.Was bedeutet det(A) = 0 für die Matrix A?

Antwort: A ist nicht invertierbar (singulär), Spalten/Zeilen sind linear abhängig

Erklärung: det = 0 ⇔ Matrix singulär ⇔ nicht invertierbar ⇔ Spalten/Zeilen linear abhängig ⇔ lineares Gleichungssystem Ax=b hat unendlich viele oder keine Lösung. Eines der wichtigsten Konzepte der linearen Algebra.

F5.Was ist A^T, die Transposition von A?

Antwort: Zeilen und Spalten vertauscht (Element [i][j] wandert nach [j][i])

Erklärung: Transposition: Spiegelung an der Hauptdiagonale, Zeilen werden Spalten. Aus (m×n) wird (n×m). Bei symmetrischen Matrizen gilt A = Aᵀ. Wichtig in vielen Formeln (z.B. Skalarprodukt: a·b = aᵀb).

F6.Was ist die Einheitsmatrix I und welche Eigenschaft hat sie?

Antwort: Quadratisch mit 1 auf der Hauptdiagonale, 0 sonst, A·I = I·A = A

Erklärung: Einheitsmatrix I: Diagonale = 1, Rest = 0. Sie ist das **neutrale Element** der Matrix-Multiplikation, analog zur 1 bei Zahlen. A · I = I · A = A für jede passende Matrix A.

F7.Welches lineare Gleichungssystem hat in Matrixform A x = b KEINE eindeutige Lösung?

Antwort: `det(A) = 0`

Erklärung: det(A) = 0 ⇔ A singulär ⇔ lineares Gleichungssystem hat KEINE eindeutige Lösung (entweder keine oder unendlich viele). Bei det(A) ≠ 0 gibt es genau eine Lösung x = A⁻¹·b.

F8.Was gilt für (A · B)ᵀ?

Antwort: (A · B)ᵀ = Bᵀ · Aᵀ, Reihenfolge dreht sich!

Erklärung: Wichtige Regel: bei Transposition eines Produkts dreht sich die Reihenfolge um. (A·B)ᵀ = Bᵀ · Aᵀ. Analog für Inverse: (A·B)⁻¹ = B⁻¹ · A⁻¹. Klausur-Klassiker.

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