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Die Plankostenrechnung vergleicht im Nachhinein Plan- mit Ist-Kosten und zerlegt die Differenz in einzelne Abweichungen. So sieht das Controlling: war zu hoher Verbrauch der Grund? War die Auslastung schlecht? Oder ist der Plan einfach falsch gewesen? Pflicht-Topic in BWL/WI/WiIng-KLR-Modulen, klassische Klausur-Aufgabe.
Was du in der Klausur können musst:
In Klausuren oft gefragt: 3 Abweichungs-Typen unterscheiden + Vorzeichen interpretieren (günstig vs. ungünstig). Plus konzeptionelle Frage: warum Beschäftigungsabweichung nur bei Vollkostenrechnung relevant?
Klausur-Klassiker: Ist-Menge unter Plan + Ist-Kosten höher als Soll → beide Abweichungen ungünstig (Unterauslastung + Mehrverbrauch). Genau die Konstellation siehst du im Default-Setup oben.
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Die Plankostenrechnung vergleicht im Nachhinein Plan- mit Ist-Kosten und zerlegt die Differenz in einzelne Abweichungen. So sieht das Controlling: war zu hoher Verbrauch der Grund? War die Auslastung schlecht? Oder ist der Plan einfach falsch gewesen? Pflicht-Topic in BWL/WI/WiIng-KLR-Modulen, klassische Klausur-Aufgabe.
Was du in der Klausur können musst:
In Klausuren oft gefragt: 3 Abweichungs-Typen unterscheiden + Vorzeichen interpretieren (günstig vs. ungünstig). Plus konzeptionelle Frage: warum Beschäftigungsabweichung nur bei Vollkostenrechnung relevant?
Die Vollkosten-/Teilkostenrechnung ist rückwärtsgewandt, sie sagt was war. Plankostenrechnung erweitert das um:
Drei mögliche Ursachen für Abweichungen:
| Ursache | Welche Abweichung? |
|---|---|
| Effizienz-Problem (mehr Material pro Stück) | Verbrauchsabweichung |
| Auslastungs-Problem (zu wenig oder zu viel produziert) | Beschäftigungsabweichung |
| beides | Gesamtabweichung |
Damit du nicht durcheinanderkommst:
1. Plankosten = Plan-Fix + Plan-Var · Plan-Menge
"Wie geplant"
2. Sollkosten = Plan-Fix + Plan-Var · Ist-Menge
"Wie es bei dieser Menge SEIN MÜSSTE"
3. Verrechnete Plankosten = Plankostensatz · Ist-Menge
"Was wir der produzierten Menge zugerechnet haben"
wobei Plankostensatz = Plankosten / Plan-Menge
4. Ist-Kosten = was tatsächlich passiert ist
Beispiel: Plan-Fixkosten 20.000 €, Plan-Var 15 €/Stk, Plan-Menge 1.000 Stk.
Plankosten = 20.000 + 15 · 1.000 = 35.000 €
Plankostensatz = 35.000 / 1.000 = 35 €/Stk
Ist-Menge ist 900 Stk, Ist-Kosten 38.000 €.
Sollkosten = 20.000 + 15 · 900 = 33.500 €
Verrechnete Plankosten = 35 · 900 = 31.500 €
Frage: war der Verbrauch pro Stück so wie geplant?
Verbrauchsabweichung = Sollkosten − Ist-Kosten
= 33.500 − 38.000 = −4.500 € (ungünstig)
→ wir haben 4.500 € mehr verbraucht als bei dieser Ist-Menge laut Plan üblich gewesen wäre. Material teurer? Energie? Zu viel Ausschuss?
Frage: war die Auslastung wie geplant?
Beschäftigungs-Abweichung = Verrechnete Plankosten − Sollkosten
= 31.500 − 33.500 = −2.000 € (ungünstig)
→ wir haben 2.000 € Fixkosten "umsonst" bezahlt, die Maschinen liefen nicht so viel wie geplant. Klassisch bei Unterauslastung: Plan-Menge 1.000, Ist-Menge nur 900 → 100 Stk × Fixkosten-Anteil pro Stk = Leerkosten.
Beschäftigungsabweichung gibt es nur bei Vollkostenrechnung. Bei Teilkostenrechnung sind Fixkosten Periodenblock, keine Auslastungs-Auswirkung.
Frage: wieviel mehr/weniger als verrechnet?
Gesamtabweichung = Verrechnete Plankosten − Ist-Kosten
= 31.500 − 38.000 = −6.500 € (ungünstig)
= Verbrauchs-Abw. + Beschäftigungs-Abw.
= (−4.500) + (−2.000) = −6.500 ✓
Vorzeichen-Konvention: "+" = günstig (gespart), "−" = ungünstig (Mehrkosten). Manche Lehrbücher kehren das um, schau in die Klausur-Vorgabe.
Bisher haben wir nur Mengen-Abweichung betrachtet (Verbrauch). Wenn auch die Beschaffungspreise abweichen (Material teurer geworden), gibt's noch die Preisabweichung. Mit unserer Vorzeichenkonvention "+ = günstig":
Preisabweichung = (Plan-Preis − Ist-Preis) · Ist-Menge
Beispiel: geplante Materialkosten 10 €/kg, gekauft tatsächlich 11 €/kg, Verbrauch 5.000 kg.
Preisabweichung = (10 − 11) · 5.000 = −5.000 € (ungünstig)
Der Ist-Preis ist höher → Mehrkosten → ungünstig (negativ). Wäre der Ist-Preis niedriger gewesen (z.B. 9 €/kg), käme +5.000 € (günstig) heraus.
Hinweis: manche Lehrbücher schreiben die Formel als
(Ist-Preis - Plan-Preis) · Ist-Mengeund kehren dann die Vorzeichen-Konvention um (Mehrkosten = positiv). Beide Konventionen sind verbreitet, wichtig ist, dass Formel und Konvention konsistent zueinander passen.
In Bachelor-Klausuren reichen die 3 Hauptabweichungen. Master/Vertiefung ergänzt die Preisabweichung.
| Ist-Menge vs. Plan-Menge | Beschäftigungsabweichung |
|---|---|
| Ist > Plan (mehr produziert) | + günstig (mehr Fixkosten umgelegt) |
| Ist < Plan (weniger produziert) | − ungünstig (Leerkosten) |
| Ist = Plan | 0 (keine Abweichung) |
| Ist-Kosten vs. Sollkosten | Verbrauchsabweichung |
|---|---|
| Ist < Soll (weniger verbraucht) | + günstig |
| Ist > Soll (mehr verbraucht) | − ungünstig |
Faustregel: zuerst Verrechnete Plankosten + Sollkosten ausrechnen. Dann die 3 Differenzen, Vorzeichen und Erklärung.
Stell die Plan-Welt links ein und die Ist-Welt rechts. Der Visualizer berechnet alle 3 Abweichungen automatisch + zeigt günstig/ungünstig farbig an.
Probier: Ist-Menge auf 1.200 (mehr als Plan 1.000) → Beschäftigungsabweichung wird positiv (mehr Fixkostenabsorption). Plus Ist-Kosten dazu erhöhen → Verbrauchsabweichung negativ.
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Klausur-Klassiker: Ist-Menge unter Plan + Ist-Kosten höher als Soll → beide Abweichungen ungünstig (Unterauslastung + Mehrverbrauch). Genau die Konstellation siehst du im Default-Setup oben.
Sechs Klausur-typische Konstellationen.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: 35000 €
Erklärung: Plankosten = Plan-Fix + Plan-Var · Plan-Menge = 20.000 + 15 · 1.000 = 35.000 €.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 33500 €
Erklärung: Sollkosten = Plan-Fix + Plan-Var · Ist-Menge = 20.000 + 15 · 900 = 33.500 €. Achtung: bei Sollkosten ändert sich nur der variable Teil mit der Ist-Menge, der Fix-Block bleibt.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: 31500 €
Erklärung: Plankostensatz = 35.000 / 1.000 = 35 €/Stk. Verrechnete Plankosten = 35 · 900 = 31.500 €.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: -4500 €
Erklärung: Verbrauchsabweichung = Sollkosten − Ist-Kosten = 33.500 − 38.000 = −4.500 €. Ungünstig: 4.500 € mehr verbraucht als bei der Ist-Menge laut Plan vorgesehen.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: -2000 €
Erklärung: Beschäftigungs-Abw. = Verrechnete Plankosten − Sollkosten = 31.500 − 33.500 = −2.000 €. Ungünstig: Leerkosten, Plan-Menge 1.000 vs. Ist 900 → 100 Stk × Fixkostensatz = 100 · 20 = 2.000 € unter-deckt.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: Wahr
Erklärung: Korrekt. In Teilkostenrechnung sind Fixkosten Periodenblock, sie werden NICHT auf Stück verrechnet. Daher kann auch keine 'Fixkostenleerkosten'-Abweichung entstehen. Verbrauchsabweichung bleibt natürlich.
Typ: Wahr/Falsch
Sechs Fragen zu Theorie + Anwendung.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
Antwort: Soll-Ist-Vergleich + Abweichungen identifizieren
Erklärung: Plankostenrechnung ist Controlling-Instrument: vergleiche Plan mit Ist + finde Ursachen für Abweichungen (Verbrauch, Beschäftigung). Steuern + Bilanz sind externes Rechnungswesen.
Antwort: Plan-Fix + Plan-Var × Ist-Menge
Erklärung: Sollkosten = Plan-Fix + Plan-Var × **Ist-Menge**. Plan-Var bleibt der ursprüngliche Plan-Satz, nur die Menge wird auf Ist umgestellt. So vergleicht man Soll-Verbrauch mit Ist-Verbrauch fair.
Antwort: Falsch
Erklärung: Falsch, günstige Verbrauchsabweichung heißt: Sollkosten > Ist-Kosten, also es wurde WENIGER verbraucht als geplant (effizienter gearbeitet). Mehrverbrauch wäre ungünstig.
Typ: Wahr/Falsch
Antwort: Wenn die Ist-Menge kleiner als die Plan-Menge ist (Unterauslastung)
Erklärung: Bei Unterauslastung (Ist-Menge < Plan-Menge) werden Fixkosten 'umsonst' bezahlt, die Anlagen sind ja da, produzieren aber zu wenig. Diese Leerkosten = ungünstige Beschäftigungsabweichung.
Antwort: 700 €
Erklärung: Gesamtabweichung = Verbrauchs- + Beschäftigungs-Abweichung = +1.500 + (−800) = +700 € günstig.
Typ: Zahlen-Eingabe
Antwort: -3600 € (Toleranz ±1)
Erklärung: Plansatz = 30.000/1.500 = 20 €/Stk. Verrechnete Plankosten = 20 · 1.200 = 24.000 €. Plan-Var = (30.000 − 18.000)/1.500 = 8 €/Stk. Sollkosten = 18.000 + 8 · 1.200 = 27.600 €. Beschäftigungs-Abw. = 24.000 − 27.600 = −3.600 € (ungünstig: Leerkosten durch geringere Auslastung).
Typ: Zahlen-Eingabe