/
/
·
·
/
/
·
·
  • Einführung
  • Warum Prozesskostenrechnung?
  • Mechanik in 4 Schritten
  • Beispiel, Quersubventionierung sichtbar
  • lmi vs. lmn
  • Wann PKR sinnvoll?
  • Klausur-Strategie
ThemenRechnungswesenProzesskostenrechnung
Rechnungswesen·4Lerneinheiten·21min·Stand02.08.2026

Prozesskostenrechnung.

Die Prozesskostenrechnung (PKR) verteilt Gemeinkosten nicht über Zuschlagsätze auf Material- oder Fertigungs-Einzelkosten, sondern über die tatsächliche Inanspruchnahme von Aktivitäten, z.B. Anzahl Bestellungen, Rüstvorgänge, Qualitätsprüfungen. Pflicht-Topic in der KLR-Vertiefung von BWL/WI/WiIng. Aufdecken von Quersubventionierung zwischen Aufträgen ist der Klausur-Schwerpunkt.

Was du in der Klausur können musst:

  • Prozesskostensatz = Prozesskosten der Periode / Anzahl Prozesse (cost driver)
  • Auftragskosten in PKR = Σ (Prozesssatz · Prozessanzahl pro Auftrag)
  • Vergleich Zuschlag vs. PKR für 2 Aufträge (groß vs. klein), Klausur-Klassiker
  • Quersubventionierungs-Effekt: häufig werden kleine, prozessintensive Aufträge in der Zuschlagskalkulation unterbewertet und große, prozessarme überbewertet. Entscheidend ist das Verhältnis von Cost-Driver-Nutzung zur Zuschlagsbasis (z.B. MEK)
  • lmn-Klassifizierung: leistungsmengen-induziert (lmi) vs. -neutral (lmn), wichtige Unterscheidung
  • Wann PKR sinnvoll: hoher Gemeinkostenanteil, heterogene Aufträge, viele indirekte Bereiche

In Klausuren oft gefragt: 2 Aufträge nebeneinander rechnen (einer 1.000 Stk, einer 50 Stk, beide 1 Bestellung + 1 Rüstvorgang). Zuschlagskalkulation belastet den großen Auftrag stärker, PKR den kleinen. Diskussion: welcher ist "fair"?

Klassische Zuschlagskalkulation legt Material-Gemeinkosten als Prozentsatz auf Material-Einzelkosten um:

MGK = MEK · 30 %

Problem: ein Auftrag mit 20.000 € MEK bekommt 6.000 € MGK aufgebrummt, ein Auftrag mit 1.500 € MEK nur 450 €. Wenn beide aber den gleichen Aufwand in der Beschaffung verursachen (1 Bestellung), ist das unfair. Der kleine Auftrag wird unter Wert kalkuliert, und macht real Verlust.

PKR korrigiert das: Gemeinkosten werden über Aktivitäten (Prozesse) zugerechnet, nicht über Wertgrößen.

1. Prozesse identifizieren

Welche Aktivitäten in den indirekten Bereichen verursachen Kosten?

BereichTypische Prozesse
BeschaffungLieferant suchen, Bestellung bearbeiten, Wareneingang prüfen
FertigungMaschine umrüsten, Qualität prüfen, Auftrag freigeben
LogistikKommissionierung, Lagerbewegung, Versand
VerwaltungAuftragsabwicklung, Rechnung schreiben, Mahnung

2. Cost Driver bestimmen

Was treibt die Kosten dieses Prozesses?

ProzessCost Driver
Bestellung bearbeitenAnzahl Bestellungen
Maschine umrüstenAnzahl Rüstvorgänge
QualitätsprüfungAnzahl Prüfungen
LagerbewegungAnzahl Bewegungen

3. Prozesskostensatz berechnen

Aus Periodenkosten und Mengengerüst:

Prozesskostensatz=Prozesskosten der PeriodeAnzahl Prozesse pro Periode\text{Prozesskostensatz} = \dfrac{\text{Prozesskosten der Periode}}{\text{Anzahl Prozesse pro Periode}}Prozesskostensatz=Anzahl Prozesse pro PeriodeProzesskosten der Periode​

Beispiel: Bestellabteilung kostet 12.000 €/Monat (Personal, IT, Anteilige Mieten). Macht 120 Bestellungen → 100 € pro Bestellung.

4. Auftragskalkulation

Jeder Auftrag wird mit Prozesskosten je nach Inanspruchnahme belastet:

Gemeinkosten Auftrag=∑ProzesseSatz⋅Anzahl pro Auftrag\text{Gemeinkosten Auftrag} = \sum_{\text{Prozesse}} \text{Satz} \cdot \text{Anzahl pro Auftrag}Gemeinkosten Auftrag=∑Prozesse​Satz⋅Anzahl pro Auftrag

Auftrag A (groß)Auftrag B (klein)
Stückzahl1.00050
MEK20.000 €1.500 €

Beide Aufträge brauchen je 1× Bestellung, 1× Rüstvorgang, 1× Qualitätsprüfung.

Sätze: Bestellung 100 €, Rüsten 350 €, Q-Prüfung 80 €.

Prozesskosten pro Auftrag = 100 + 350 + 80 = 530 €
A: Zuschlag (30%)A: PKRB: Zuschlag (30%)B: PKR
Gemeinkosten6.000 €530 €450 €530 €
Pro Stück6,00 €0,53 €9,00 €10,60 €

Beobachtung:

  • A wird in Zuschlag mit 6.000 € belastet, in PKR nur 530 € → A war überbewertet.
  • B wird in Zuschlag mit 450 € belastet, in PKR aber 530 € → B war unterbewertet.

→ Auftrag B kostet das Unternehmen real mehr Gemeinkosten pro Stück (10,60 €) als der "billige" Auftrag A (0,53 €). Die Zuschlagskalkulation hat das überdeckt, Quersubventionierung.

In PKR-Klausuren oft gefragt:

  • leistungsmengen-induziert (lmi), Kosten skalieren mit Cost-Driver-Anzahl. Beispiel: Anzahl Rüstvorgänge → mehr Vorgänge → mehr Personal-Stunden für Rüsten.
  • leistungsmengen-neutral (lmn), Kosten unabhängig von Cost-Driver-Anzahl. Beispiel: Abteilungsleitung Beschaffung, fixer Block, egal wie viele Bestellungen.

Faustregel: lmi-Kosten direkt über Satz verteilen. lmn-Kosten als Zuschlag auf den lmi-Satz aufschlagen oder periodenfix verbuchen.

Voller Prozesssatz = lmi-Satz + lmn-Zuschlag
SituationPKR oder klassisch?
Hohe Gemeinkosten-Quote (>50%)PKR
Heterogene Aufträge (groß + klein)PKR
Indirekte Bereiche dominieren (Verwaltung, Logistik)PKR
Massenfertigung, eine Produktlinieklassisch reicht
Kleine Firma, einfache Strukturklassisch reicht
  1. Schritt 1: Prozesskostensätze ausrechnen, Periodenkosten / Mengengerüst pro Prozess.
  2. Schritt 2: Pro Auftrag die Anzahl der Prozessvorgänge auflisten.
  3. Schritt 3: Multiplizieren + summieren → Auftragsgemeinkosten in PKR.
  4. Schritt 4: Vergleich mit Zuschlagskalkulation, Differenz erklären (Quersubvention).

Faustregel zum Mitnehmen: PKR ist genau dann fair, wenn die Cost Driver echte Kostentreiber sind. Wenn alle Aufträge gleich viele Prozesse brauchen, fällt der Effekt klein aus. Bei großer Streuung (Auftragsgrößen, Kundengruppen) deckt PKR Strukturprobleme auf.

Zwei Aufträge nebeneinander: A ist groß (1.000 Stk, 20k MEK), B ist ein Kleinauftrag (50 Stk, 1.500 MEK). Beide haben 1× Bestellung, 1× Rüsten, 1× Q-Prüfung, aber die Zuschlagskalkulation gibt A 6.000 € MGK, B nur 450 €.

Probier: stell die Cost-Driver-Anzahl pro Auftrag auf gleich. PKR zeigt: beide Aufträge kosten das Unternehmen gleich viel Gemeinkosten, aber die Zuschlagskalkulation lässt B fast gratis durchlaufen. Quersubventionierung sichtbar gemacht.

Lade Visualisierung...

Klausur-Erkenntnis: ein Auftrag mit positivem Stück-Deckungsbeitrag laut Zuschlagskalkulation kann mit PKR plötzlich Verlust machen. Konsequenz für die Praxis: kleine Aufträge mit Mindestmenge oder Eilauftragszuschlag belegen.

Anmelden, um den Fortschritt zu speichern.

Nächster Schritt

Wenn du fertig bist: jetzt üben.

Aktives Abrufen festigt Wissen schneller als nochmal lesen.

War das hilfreich?

Verwandte Themen

  • Buchungssätze Soll an Haben: Regeln + Beispiele (Rewe)
  • Bilanz: Aktiva und Passiva mit Tabelle + Beispiel (Rewe)
  • Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) einfach erklärt (Rewe)
  • Abschreibungen
  • Umsatzsteuer-Buchungen

Tools

Bald: Karteikarten · Spaced-Repetition · Mind-Map-Export

Fachliche Qualität
Noch nicht klassifiziertZuletzt geprüft am 05.05.2026

Diese Lerneinheit wurde für typische Bachelor-Klausuren konzipiert. So prüfen wir · Fehler entdeckt? Melde ihn uns oder markiere die fragliche Stelle direkt im Text oben.

Klausur-ÜbersichtKomplette Übersicht: alle Tabs als linearer Text zum Lernen
▾

Alle Tabs der Lerneinheit (Erklärung · Interaktiv verstehen · Praxis-Übung · Klausur-Quiz) als durchgehender Text. Ideal zum Wiederholen vor der Klausur, und für Suchmaschinen wie Google, Bing und KI-Suche (ChatGPT, Perplexity).

Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Die Prozesskostenrechnung (PKR) verteilt Gemeinkosten nicht über Zuschlagsätze auf Material- oder Fertigungs-Einzelkosten, sondern über die tatsächliche Inanspruchnahme von Aktivitäten, z.B. Anzahl Bestellungen, Rüstvorgänge, Qualitätsprüfungen. Pflicht-Topic in der KLR-Vertiefung von BWL/WI/WiIng. Aufdecken von Quersubventionierung zwischen Aufträgen ist der Klausur-Schwerpunkt.

Was du in der Klausur können musst:

  • Prozesskostensatz = Prozesskosten der Periode / Anzahl Prozesse (cost driver)
  • Auftragskosten in PKR = Σ (Prozesssatz · Prozessanzahl pro Auftrag)
  • Vergleich Zuschlag vs. PKR für 2 Aufträge (groß vs. klein), Klausur-Klassiker
  • Quersubventionierungs-Effekt: häufig werden kleine, prozessintensive Aufträge in der Zuschlagskalkulation unterbewertet und große, prozessarme überbewertet. Entscheidend ist das Verhältnis von Cost-Driver-Nutzung zur Zuschlagsbasis (z.B. MEK)
  • lmn-Klassifizierung: leistungsmengen-induziert (lmi) vs. -neutral (lmn), wichtige Unterscheidung
  • Wann PKR sinnvoll: hoher Gemeinkostenanteil, heterogene Aufträge, viele indirekte Bereiche

In Klausuren oft gefragt: 2 Aufträge nebeneinander rechnen (einer 1.000 Stk, einer 50 Stk, beide 1 Bestellung + 1 Rüstvorgang). Zuschlagskalkulation belastet den großen Auftrag stärker, PKR den kleinen. Diskussion: welcher ist "fair"?

Warum Prozesskostenrechnung?

Klassische Zuschlagskalkulation legt Material-Gemeinkosten als Prozentsatz auf Material-Einzelkosten um:

MGK = MEK · 30 %

Problem: ein Auftrag mit 20.000 € MEK bekommt 6.000 € MGK aufgebrummt, ein Auftrag mit 1.500 € MEK nur 450 €. Wenn beide aber den gleichen Aufwand in der Beschaffung verursachen (1 Bestellung), ist das unfair. Der kleine Auftrag wird unter Wert kalkuliert, und macht real Verlust.

PKR korrigiert das: Gemeinkosten werden über Aktivitäten (Prozesse) zugerechnet, nicht über Wertgrößen.

Mechanik in 4 Schritten

1. Prozesse identifizieren

Welche Aktivitäten in den indirekten Bereichen verursachen Kosten?

BereichTypische Prozesse
BeschaffungLieferant suchen, Bestellung bearbeiten, Wareneingang prüfen
FertigungMaschine umrüsten, Qualität prüfen, Auftrag freigeben
LogistikKommissionierung, Lagerbewegung, Versand
VerwaltungAuftragsabwicklung, Rechnung schreiben, Mahnung
2. Cost Driver bestimmen

Was treibt die Kosten dieses Prozesses?

ProzessCost Driver
Bestellung bearbeitenAnzahl Bestellungen
Maschine umrüstenAnzahl Rüstvorgänge
QualitätsprüfungAnzahl Prüfungen
LagerbewegungAnzahl Bewegungen
3. Prozesskostensatz berechnen

Aus Periodenkosten und Mengengerüst:

Prozesskostensatz = (Prozesskosten der Periode)/(Anzahl Prozesse pro Periode)

Beispiel: Bestellabteilung kostet 12.000 €/Monat (Personal, IT, Anteilige Mieten). Macht 120 Bestellungen → 100 € pro Bestellung.

4. Auftragskalkulation

Jeder Auftrag wird mit Prozesskosten je nach Inanspruchnahme belastet:

Gemeinkosten Auftrag = Σ_(Prozesse) Satz · Anzahl pro Auftrag

Beispiel, Quersubventionierung sichtbar

Auftrag A (groß)Auftrag B (klein)
Stückzahl1.00050
MEK20.000 €1.500 €

Beide Aufträge brauchen je 1× Bestellung, 1× Rüstvorgang, 1× Qualitätsprüfung.

Sätze: Bestellung 100 €, Rüsten 350 €, Q-Prüfung 80 €.

Prozesskosten pro Auftrag = 100 + 350 + 80 = 530 €
A: Zuschlag (30%)A: PKRB: Zuschlag (30%)B: PKR
Gemeinkosten6.000 €530 €450 €530 €
Pro Stück6,00 €0,53 €9,00 €10,60 €

Beobachtung:

  • A wird in Zuschlag mit 6.000 € belastet, in PKR nur 530 € → A war überbewertet.
  • B wird in Zuschlag mit 450 € belastet, in PKR aber 530 € → B war unterbewertet.

→ Auftrag B kostet das Unternehmen real mehr Gemeinkosten pro Stück (10,60 €) als der "billige" Auftrag A (0,53 €). Die Zuschlagskalkulation hat das überdeckt, Quersubventionierung.

lmi vs. lmn

In PKR-Klausuren oft gefragt:

  • leistungsmengen-induziert (lmi), Kosten skalieren mit Cost-Driver-Anzahl. Beispiel: Anzahl Rüstvorgänge → mehr Vorgänge → mehr Personal-Stunden für Rüsten.
  • leistungsmengen-neutral (lmn), Kosten unabhängig von Cost-Driver-Anzahl. Beispiel: Abteilungsleitung Beschaffung, fixer Block, egal wie viele Bestellungen.

Faustregel: lmi-Kosten direkt über Satz verteilen. lmn-Kosten als Zuschlag auf den lmi-Satz aufschlagen oder periodenfix verbuchen.

Voller Prozesssatz = lmi-Satz + lmn-Zuschlag

Wann PKR sinnvoll?

SituationPKR oder klassisch?
Hohe Gemeinkosten-Quote (>50%)PKR
Heterogene Aufträge (groß + klein)PKR
Indirekte Bereiche dominieren (Verwaltung, Logistik)PKR
Massenfertigung, eine Produktlinieklassisch reicht
Kleine Firma, einfache Strukturklassisch reicht

Klausur-Strategie

  1. Schritt 1: Prozesskostensätze ausrechnen, Periodenkosten / Mengengerüst pro Prozess.
  2. Schritt 2: Pro Auftrag die Anzahl der Prozessvorgänge auflisten.
  3. Schritt 3: Multiplizieren + summieren → Auftragsgemeinkosten in PKR.
  4. Schritt 4: Vergleich mit Zuschlagskalkulation, Differenz erklären (Quersubvention).

Faustregel zum Mitnehmen: PKR ist genau dann fair, wenn die Cost Driver echte Kostentreiber sind. Wenn alle Aufträge gleich viele Prozesse brauchen, fällt der Effekt klein aus. Bei großer Streuung (Auftragsgrößen, Kundengruppen) deckt PKR Strukturprobleme auf.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Quersubventionierung live aufdecken

Zwei Aufträge nebeneinander: A ist groß (1.000 Stk, 20k MEK), B ist ein Kleinauftrag (50 Stk, 1.500 MEK). Beide haben 1× Bestellung, 1× Rüsten, 1× Q-Prüfung, aber die Zuschlagskalkulation gibt A 6.000 € MGK, B nur 450 €.

Probier: stell die Cost-Driver-Anzahl pro Auftrag auf gleich. PKR zeigt: beide Aufträge kosten das Unternehmen gleich viel Gemeinkosten, aber die Zuschlagskalkulation lässt B fast gratis durchlaufen. Quersubventionierung sichtbar gemacht.

Interaktive Visualisierung

Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.

Klausur-Erkenntnis: ein Auftrag mit positivem Stück-Deckungsbeitrag laut Zuschlagskalkulation kann mit PKR plötzlich Verlust machen. Konsequenz für die Praxis: kleine Aufträge mit Mindestmenge oder Eilauftragszuschlag belegen.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Praxis-Übung, PKR rechnen

Sechs Klausur-Konstellationen.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Bestellabteilung Periodenkosten 12.000 €, 120 Bestellungen pro Periode. Wie hoch ist der Prozesskostensatz pro Bestellung in Euro?

Antwort: 100 €

Erklärung: Prozesssatz = Prozesskosten / Anzahl Prozesse = 12.000 / 120 = 100 €/Bestellung. Standard-Mechanik der PKR.

Typ: Zahlen-Eingabe

F2.Auftrag X benötigt 2 Bestellungen (à 100 €) + 1 Rüstvorgang (350 €) + 3 Qualitätsprüfungen (à 80 €). Wie hoch sind die Prozesskosten gesamt?

Antwort: 790 €

Erklärung: PK = 2·100 + 1·350 + 3·80 = 200 + 350 + 240 = 790 €. Summe der einzelnen Cost-Driver-Belastungen.

Typ: Zahlen-Eingabe

F3.Auftrag mit 1.500 € MEK in Zuschlagskalkulation (MGK 30 %): wie hoch sind die Materialgemeinkosten?

Antwort: 450 €

Erklärung: MGK = MEK · 30 % = 1.500 · 0,3 = 450 €. Klassische Zuschlagsmechanik.

Typ: Zahlen-Eingabe

F4.Selber Auftrag (B): in PKR zugerechnete Prozesskosten 530 €. Differenz Zuschlag − PKR: ist der Auftrag in der klassischen Zuschlagskalkulation überbewertet (positive Differenz) oder unterbewertet (negative)? Antwort als Zahl: positive Werte = überbewertet, negative = unterbewertet.

Antwort: -80 € (Toleranz ±1)

Erklärung: Zuschlag − PKR = 450 − 530 = −80 €. Negativ → Auftrag wird in der Zuschlagskalkulation unterbewertet (zu wenig Gemeinkosten zugerechnet). PKR macht ihn 80 € teurer.

Typ: Zahlen-Eingabe

F5.Bei PKR werden Gemeinkosten über Wertgrößen (z.B. % auf MEK) verteilt.

Antwort: Falsch

Erklärung: Falsch, das ist klassische Zuschlagskalkulation. PKR verteilt nach **Mengengrößen** (Cost Driver wie Anzahl Bestellungen, Rüstvorgänge). Genau das macht den Unterschied.

Typ: Wahr/Falsch

F6.Ein leistungsmengen-neutraler (lmn) Prozess ist ein Prozess, dessen Kosten von der Anzahl der Cost-Driver-Vorgänge unabhängig sind.

Antwort: Wahr

Erklärung: Korrekt. lmn-Kosten skalieren NICHT mit der Anzahl der Cost-Driver-Vorgänge, z.B. Abteilungsleitungs-Gehalt: egal wie viele Bestellungen, das Gehalt ändert sich nicht. Wird typisch als Zuschlag auf den lmi-Satz aufgeschlagen.

Typ: Wahr/Falsch

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Klausur-Quiz, Prozesskostenrechnung

Sechs Fragen zu PKR-Theorie + Anwendung + Quersubventionierung.

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Was ist ein Cost Driver in der Prozesskostenrechnung?

Antwort: Eine Bezugsgröße, die die Kosten eines Prozesses treibt (z.B. Anzahl Bestellungen)

Erklärung: Cost Driver = Mengengröße, die die Kosten eines Prozesses verursacht. Beispiele: Anzahl Bestellungen für die Beschaffung, Anzahl Rüstvorgänge für die Fertigung, Anzahl Prüfungen für QS.

F2.Wie wird der Prozesskostensatz berechnet?

Antwort: Prozesskosten / Anzahl Prozesse

Erklärung: Prozesssatz = Prozesskosten / Anzahl Prozesse (cost driver). Dann pro Auftrag: Satz × Anzahl der Vorgänge dieses Cost Drivers.

F3.PKR und klassische Zuschlagskalkulation liefern bei homogenen Aufträgen (alle gleich groß, gleicher Ressourcenverbrauch) identische Ergebnisse.

Antwort: Wahr

Erklärung: Korrekt. Bei homogenen Aufträgen ist die Verteilung über Wertgröße (MEK · %) und über Mengengröße (Cost Driver) gleich proportional → keine Quersubventionierung. PKR zeigt ihren Wert erst bei heterogenen Aufträgen.

Typ: Wahr/Falsch

F4.Welcher Auftrag wird in einer klassischen Zuschlagskalkulation typischerweise unterbewertet?

Antwort: Der Auftrag mit den meisten Cost-Driver-Vorgängen relativ zur Größe

Erklärung: Kleine Aufträge mit relativ vielen Touch-Points werden in Zuschlagskalkulation unterbewertet. PKR deckt diese Quersubvention auf, z.B. ein Eilauftrag braucht genauso viel Verwaltungs- + Fertigungs-Aufwand wie ein 10x größerer Standardauftrag.

F5.Wann ist Prozesskostenrechnung der Zuschlagskalkulation überlegen (mehrere richtig)?

Richtige Antworten: Bei sehr hohem Gemeinkostenanteil (> 50 %); Bei heterogenen Auftragsgrößen mit unterschiedlichen Touch-Points; Wenn indirekte Bereiche (Verwaltung, Logistik) dominieren

Erklärung: PKR rentiert sich bei: hoher GK-Quote (mehr Gemeinkosten zu verteilen), heterogenen Aufträgen (Quersubvention vermeiden), indirekt-lastigen Strukturen. Bei homogener Massenproduktion ist die Zuschlagskalkulation einfacher und liefert dasselbe Ergebnis.

Typ: Multi-Select

F6.Auftrag K: 30 Stk, MEK 800 €, MGK-Zuschlag 35 %. Cost Driver: 1× Bestellung (90 €), 2× Rüsten (à 280 €), 5× Q-Prüfung (à 70 €). Wie hoch ist die Differenz pro Stück zwischen PKR und Zuschlagskalkulation in Euro? Positiv = PKR teurer, negativ = PKR günstiger.

Antwort: 24 € (Toleranz ±0.5)

Erklärung: Zuschlag MGK = 800·0,35 = 280 €, pro Stk = 280/30 ≈ 9,33 €. PKR = 90 + 2·280 + 5·70 = 90 + 560 + 350 = 1.000 €, pro Stk = 1.000/30 ≈ 33,33 €. Differenz pro Stk = 33,33 − 9,33 = 24,00 € (PKR teurer pro Stk). Klassische Quersubvention, der kleine, prozessintensive Auftrag wird in PKR realistisch belastet.

Typ: Zahlen-Eingabe

Zur KategorieRechnungswesen.Mehr Themen entdeckenZum Themen-Hub.

UniProMax ist eine themenbasierte Lernplattform für Studierende an deutschen Unis.

Wir glauben, dass Verstehen besser ist als Auswendiglernen. Wir bauen Lerneinheiten die zeigen statt erzählen. Code, Visualisierung, Quiz. Auf Deutsch.

Marke

UniProMaxUniProMax

Themenbasiert, visuell, interaktiv.

Inhalte

  • Alle Themen (Hub)
  • Programmiergrundlagen
  • Algorithmen
  • Mathematik
  • Statistik
  • Datenbanken
  • Rechnungswesen
  • VWL

Studiengang-Filter

  • Informatik
  • Wirtschaftsinformatik
  • BWL
  • Data Science
  • VWL
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Mathe
  • Psychologie
  • weitere Studiengänge folgen

Plattform

  • Mein Fortschritt
  • Impressum
  • Datenschutz
© 2026 UniProMaxAlle Systeme onlinev0.2 / Sommersemester 2026
UniProMaxUniProMaxUniProMaxUniProMax