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  • Einführung
  • Die Auszahlungsmatrix
  • Dominante und dominierte Strategien
  • Beste Antwort und Nash-Gleichgewicht
  • Vier Klausur-Klassiker
  • Iterative Eliminierung dominierter Strategien
  • Klausur-Tricks
  • Wo brauchst du das?
ThemenVWLSpieltheorie, Grundlagen
VWL·4Lerneinheiten·26min·Stand02.08.2026

Spieltheorie, Grundlagen.

Wenn die optimale Entscheidung davon abhängt, was die anderen tun. Mathematische Sprache der strategischen Interaktion. Klausur-Pflicht in VWL und Mikro-Vertiefung, Dauerthema bei Oligopol, Politik, Wettrennen, Verhandlung.

Was du in der Klausur können musst:

  • Auszahlungsmatrix lesen und richtig zuordnen (Spieler 1 vs. Spieler 2, Strategien, Auszahlungen)
  • Dominante Strategie und dominierte Strategie identifizieren
  • Beste Antwort auf gegnerische Strategie finden
  • Nash-Gleichgewicht markieren (in reinen Strategien)
  • 4 klassische Spiele kennen: Gefangenendilemma, Battle of the Sexes, Hirschjagd, Matching Pennies
  • Iterative Eliminierung dominierter Strategien anwenden

Klassische Klausurfrage: "Bestimme alle Nash-Gleichgewichte in reinen Strategien" + "Existiert eine dominante Strategie?"

Die Auszahlungsmatrix zeigt für jede Strategie-Kombination den Gewinn beider Spieler. Spieler 1 wählt Zeile, Spieler 2 wählt Spalte.

Lese-Konvention: in jeder Zelle steht ein Paar (π1,π2)(\pi_1, \pi_2)(π1​,π2​), erste Zahl = Auszahlung Spieler 1, zweite Zahl = Auszahlung Spieler 2.

Spieler 2: LLLSpieler 2: RRR
Spieler 1: OOO(π1OL,π2OL)(\pi_1^{OL}, \pi_2^{OL})(π1OL​,π2OL​)(π1OR,π2OR)(\pi_1^{OR}, \pi_2^{OR})(π1OR​,π2OR​)
Spieler 1: UUU(π1UL,π2UL)(\pi_1^{UL}, \pi_2^{UL})(π1UL​,π2UL​)(π1UR,π2UR)(\pi_1^{UR}, \pi_2^{UR})(π1UR​,π2UR​)

Annahmen (für die Standardanalyse):

  • Beide Spieler maximieren ihre eigene Auszahlung (rational)
  • Beide kennen die Matrix (vollständige Information)
  • Beide wählen simultan und unabhängig (kein Verhandeln)

Es gibt zwei Stufen, strikt und schwach, und der Unterschied ist klausur-relevant.

Strikt dominante Strategie: Strategie sis_isi​ ist für Spieler iii in jeder Konstellation strikt besser (>>>) als jede andere Strategie. Spieler 1 spielt sie immer, ein rationaler Gegner kann sie ausschließen.

Schwach dominante Strategie: in jeder Konstellation mindestens gleich gut (≥\geq≥), in mindestens einer Konstellation strikt besser (>>>). Schwächere Aussage, gleichgut-Konstellationen sind theoretisch erlaubt.

Strikt dominierte Strategie: wird in jeder Konstellation von einer anderen strikt übertroffen (<<<), nie sinnvoll, kann gestrichen werden.

Schwach dominierte Strategie: in jeder Konstellation ≤\leq≤, in mindestens einer <<<. Streichen ist hier vorsichtig: schwach dominierte Strategien können in Nash-GGs vorkommen, daher in iterativer Eliminierung nur strikt dominierte zuverlässig streichen.

Klausur-Trick: wenn ein Spieler eine strikt dominante Strategie hat, muss er sie spielen. Strikt dominierte Strategien können aus der Matrix gestrichen werden (iterative Eliminierung). Schwach dominierte Strategien, Vorsicht!

Beispiel, Gefangenendilemma:

Spieler 2: schweigtSpieler 2: gesteht
Spieler 1: schweigt(−1,−1)(-1, -1)(−1,−1)(−10,0)(-10, 0)(−10,0)
Spieler 1: gesteht(0,−10)(0, -10)(0,−10)(−5,−5)(-5, -5)(−5,−5)
  • Wenn Spieler 2 schweigt: Spieler 1 wählt zwischen −1-1−1 (schweigt) und 000 (gesteht) → gestehen ist besser
  • Wenn Spieler 2 gesteht: Spieler 1 wählt zwischen −10-10−10 und −5-5−5 → gestehen ist besser
  • "Gestehen" ist also dominant für Spieler 1
  • Symmetrisch für Spieler 2: "gestehen" dominant

Folge: beide gestehen → (−5,−5)(-5, -5)(−5,−5). Beide hätten besser geschwiegen (−1,−1-1, -1−1,−1), aber individueller Anreiz zwingt sie zur schlechteren Lösung. Klassisches Marktversagen ohne Vertrauen.

Beste Antwort BRiBR_iBRi​ von Spieler iii auf eine gegnerische Strategie = die Strategie, die unter dieser Annahme die höchste Auszahlung gibt.

Nash-Gleichgewicht (NGG): Strategie-Profil, in dem kein Spieler einseitig besser fahren kann durch Abweichung. Beide spielen ihre beste Antwort gegenseitig.

So findest du Nash-GGs systematisch (Klausur-Methode):

  1. Spieler 1 fixiert Spalte: für jede Strategie von Spieler 2 die beste Spieler-1-Antwort markieren (Unterstreichen oder Farbe in der Spieler-1-Zahl)
  2. Spieler 2 fixiert Zeile: für jede Strategie von Spieler 1 die beste Spieler-2-Antwort markieren (Spieler-2-Zahl)
  3. Zellen, in denen beide Markierungen zusammenfallen, sind Nash-Gleichgewichte

Anwendung, Gefangenendilemma (Auszahlungen (π1,π2)(\pi_1, \pi_2)(π1​,π2​), höhere Zahlen sind besser):

LLL (schweigt)RRR (gesteht)
OOO (schweigt)(−1,−1)(-1, -1)(−1,−1)(−10,0)(-10, 0)(−10,0)
UUU (gesteht)(0‾,−10)(\underline{0}, -10)(0​,−10)(−5‾,−5‾)(\underline{-5}, \underline{-5})(−5​,−5​)

Schritt 1, Spieler 1 markieren (für jede Spalte die größere Spieler-1-Zahl):

  • Bei LLL: max⁡(−1,0)=0\max(-1, 0) = 0max(−1,0)=0 → unterstreiche die 000 in Zelle (U,L)(U, L)(U,L)
  • Bei RRR: max⁡(−10,−5)=−5\max(-10, -5) = -5max(−10,−5)=−5 → unterstreiche die −5-5−5 in Zelle (U,R)(U, R)(U,R)

Schritt 2, Spieler 2 markieren (für jede Zeile die größere Spieler-2-Zahl):

  • Bei OOO: max⁡(−1,0)=0\max(-1, 0) = 0max(−1,0)=0 → unterstreiche die 000 in Zelle (O,R)(O, R)(O,R)
  • Bei UUU: max⁡(−10,−5)=−5\max(-10, -5) = -5max(−10,−5)=−5 → unterstreiche die −5-5−5 in Zelle (U,R)(U, R)(U,R)

Schritt 3, Schnittpunkte suchen: Zelle (U,R)(U, R)(U,R) ist die einzige mit beiden Unterstreichungen. → Nash-GG = (Gestehen, Gestehen) mit Auszahlungen (−5,−5)(-5, -5)(−5,−5).

1. Gefangenendilemma

Beide Spieler haben eine dominante Strategie, die zu einem Pareto-schlechteren Ergebnis führt als die kooperative Lösung.

kooperierenabweichen
kooperieren(R,R)(R, R)(R,R)(S,T)(S, T)(S,T)
abweichen(T,S)(T, S)(T,S)(P,P)(P, P)(P,P)

Mit T>R>P>ST > R > P > ST>R>P>S (klassisch z.B. T=4,R=3,P=2,S=1T=4, R=3, P=2, S=1T=4,R=3,P=2,S=1).

NGG: (abweichen, abweichen), Pareto-suboptimal.

Reale Beispiele:

  • Klimaschutz: alle Länder wollen, dass die anderen reduzieren
  • Werbung-Wettrüsten: beide Konkurrenten zahlen viel Werbung
  • Atomwaffen-Wettrüsten (Kalter Krieg)
  • Steuer-Wettbewerb zwischen Staaten

2. Battle of the Sexes (Koordinationsspiel mit Konflikt)

Zwei Spieler wollen gemeinsam etwas tun, bevorzugen aber unterschiedliche Aktivitäten.

OperFußball
Oper(2,1)(2, 1)(2,1)(0,0)(0, 0)(0,0)
Fußball(0,0)(0, 0)(0,0)(1,2)(1, 2)(1,2)

Sie/Er bevorzugen Oper bzw. Fußball, aber gemeinsam ist beiden lieber als alleine.

NGGs in reinen Strategien: (Oper,Oper)(\text{Oper}, \text{Oper})(Oper,Oper) und (Fußball,Fußball)(\text{Fußball}, \text{Fußball})(Fußball,Fußball), zwei Gleichgewichte, Koordinationsproblem.

Lösung in der Praxis: Kommunikation, Tradition, Brennpunkt-Effekt (Schelling).

3. Hirschjagd / Stag Hunt (Vertrauen vs. Sicherheit)

Kooperation bringt mehr, ist aber riskant. Sicheres niedrigeres Ergebnis ist immer verfügbar.

HirschHase
Hirsch(4,4)(4, 4)(4,4)(0,3)(0, 3)(0,3)
Hase(3,0)(3, 0)(3,0)(3,3)(3, 3)(3,3)

Beide jagen Hirsch → bester Outcome. Aber wenn der andere Hase wählt, geht der Hirschjäger leer aus.

NGGs: (Hirsch, Hirsch) und (Hase, Hase), eine Pareto-effizient, eine "sichere".

Klassisches Vertrauensproblem. Lösung: Verträge, Reputation, wiederholte Spiele.

4. Matching Pennies (Nullsummenspiel)

Spieler 1 will, dass die Münzen übereinstimmen; Spieler 2 will, dass sie sich unterscheiden.

KopfZahl
Kopf(1,−1)(1, -1)(1,−1)(−1,1)(-1, 1)(−1,1)
Zahl(−1,1)(-1, 1)(−1,1)(1,−1)(1, -1)(1,−1)

Kein NGG in reinen Strategien! Egal welche Strategie-Kombination, einer würde immer abweichen wollen.

NGG nur in gemischten Strategien: beide spielen Kopf/Zahl mit 50/50-Wahrscheinlichkeit.

Beispiele: Strafstoß im Fußball (Schütze vs. Torwart), Auditing (Steuerprüfer vs. Steuerzahler), Innovation (Marktführer vs. Herausforderer).

Wenn eine Strategie für einen Spieler strikt dominiert ist, würde er sie nie spielen, also kann sie aus der Matrix gestrichen werden. Nach Streichung kann eine vorher nicht dominierte Strategie für den anderen Spieler dominiert werden.

Beispiel:

LLLMMMRRR
OOO(2,4)(2, 4)(2,4)(1,0)(1, 0)(1,0)(0,1)(0, 1)(0,1)
UUU(0,1)(0, 1)(0,1)(2,0)(2, 0)(2,0)(2,3)(2, 3)(2,3)

Schritt 1, Spalte MMM aussortieren: Spieler 2 vergleicht LLL vs. MMM. In Zeile OOO liefert LLL ihm 444, MMM nur 000. In Zeile UUU liefert LLL ihm 111, MMM nur 000. In jeder Zeile strikt schlechter → MMM ist von LLL strikt dominiert und wird gestrichen.

Reduzierte Matrix:

LLLRRR
OOO(2,4)(2, 4)(2,4)(0,1)(0, 1)(0,1)
UUU(0,1)(0, 1)(0,1)(2,3)(2, 3)(2,3)

Schritt 2, Markier-Methode in der 2×22 \times 22×2-Matrix:

  • Bei LLL: Spieler 1's beste Antwort ist OOO (2>02 > 02>0). Bei RRR: UUU (2>02 > 02>0).
  • Bei OOO: Spieler 2's beste Antwort ist LLL (4>14 > 14>1). Bei UUU: RRR (3>13 > 13>1).

Schnittpunkte: (O,L)(O, L)(O,L) und (U,R)(U, R)(U,R), zwei Nash-Gleichgewichte. Das Spiel hat also mehrere Lösungen, ähnlich Battle of the Sexes oder Hirschjagd.

Trick 1, Markier-Methode: für jede Strategie des Gegners die eigene beste Antwort unterstreichen. Zellen mit beiden Unterstreichungen = Nash-GGs. Funktioniert immer, ohne komplexes Denken.

Trick 2, Dominante Strategie zuerst suchen: wenn ein Spieler eine dominante Strategie hat, ist die Matrix viel kleiner. Iterative Eliminierung sparert Zeit.

Trick 3, Mehrere NGGs: in Koordinationsspielen (Battle of the Sexes, Hirschjagd) gibt es 2 NGGs in reinen Strategien. Zusätzlich existiert immer noch ein NGG in gemischten Strategien (zwischen 0 und 1).

Trick 4, Kein NGG in reinen Strategien: klassisches Indiz für ein Nullsummen-/Konfliktspiel (Matching Pennies). Dann immer in gemischten Strategien suchen.

Trick 5, Pareto-Effizienz vs. Nash: Gefangenendilemma zeigt: Nash ≠\neq= Pareto-effizient. NGG ist individuell stabil, nicht gesellschaftlich optimal.

Trick 6, Symmetrie nutzen: wenn das Spiel symmetrisch ist (gleiche Auszahlungen für beide Spieler bei spiegelbildlichen Strategien), reicht oft die Analyse einer Seite, die andere folgt symmetrisch.

Trick 7, Wiederholte Spiele können Kooperation ermöglichen: in einmal-gespielten Spielen ist Verrat im klassischen Gefangenendilemma dominant. In unendlich oft wiederholten Spielen mit ausreichend hohem Diskontfaktor δ\deltaδ ist Kooperation eines von vielen Nash-Gleichgewichten (Folk-Theorem), Strategien wie Tit-for-Tat oder Grim-Trigger machen sie selbsttragend. Bei endlich oft wiederholten Spielen mit bekanntem Ende fällt diese Logik per Rückwärtsinduktion zusammen → wieder Verrat.

  • Oligopol-Theorie, Cournot, Bertrand, Stackelberg sind alles Spiele
  • Wettbewerbsrecht, Kartellanalyse, Preisabsprachen
  • Verhandlungen, Lohnverhandlungen, Lieferanten-Verträge
  • Politik, Koalitionsbildung, Wahlkampfstrategie, internationale Verhandlungen
  • Auktionen, eBay, Google Ads, Spektrum-Auktionen
  • Evolutionsbiologie, ESS (Evolutionarily Stable Strategies)
  • Kryptographie, Adversarial Models bei Sicherheitsprotokollen
  • AI / Machine Learning, Multi-Agent-Systeme, Reinforcement Learning, GANs

Faustregel zum Mitnehmen: Spieltheorie = die Mathematik, wenn meine Entscheidung davon abhängt, was du tust. Nash-GG ist der Punkt, wo niemand mehr abweichen will. Markier-Methode immer verfügbar, dominante Strategien sparen Zeit.

Die 2×2-Matrix zeigt für jede Strategie-Kombination die Auszahlung von Spieler 1 (Zeile) und Spieler 2 (Spalte). Die Komponente:

  • Markiert für jede Spalte die beste Antwort von Spieler 1 (orange Pfeil bei Spieler-1-Wert)
  • Markiert für jede Zeile die beste Antwort von Spieler 2 (Pfeil bei Spieler-2-Wert)
  • Hebt Nash-Gleichgewichte als gefüllte Zellen hervor (beide Pfeile zeigen darauf)

Probier folgendes:

  • Wechsle zwischen den 4 vorgegebenen Klausur-Klassikern (Gefangenendilemma, Battle of the Sexes, Hirschjagd, Matching Pennies)
  • Editiere die Auszahlungen direkt in den Zellen, beobachte, wie sich Nash-GGs verschieben
  • Bei Matching Pennies sollte kein NGG in reinen Strategien angezeigt werden
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Faustregel zum Mitnehmen: Wenn beide Pfeile (Spieler-1 und Spieler-2) auf dieselbe Zelle zeigen → das ist ein Nash-Gleichgewicht. Bei Matching Pennies zeigen die Pfeile im Kreis → kein NGG in reinen Strategien, nur in gemischten Strategien.

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Inhalt dieser Übersicht

  1. Erklärung(Erklärung)
  2. Interaktiv verstehen(Visualisierung / Interaktiv)
  3. Praxis-Übung(Quiz / Klausurfragen)
  4. Klausur-Quiz(Quiz / Klausurfragen)
Teil 1·Erklärung

Erklärung

Wenn die optimale Entscheidung davon abhängt, was die anderen tun. Mathematische Sprache der strategischen Interaktion. Klausur-Pflicht in VWL und Mikro-Vertiefung, Dauerthema bei Oligopol, Politik, Wettrennen, Verhandlung.

Was du in der Klausur können musst:

  • Auszahlungsmatrix lesen und richtig zuordnen (Spieler 1 vs. Spieler 2, Strategien, Auszahlungen)
  • Dominante Strategie und dominierte Strategie identifizieren
  • Beste Antwort auf gegnerische Strategie finden
  • Nash-Gleichgewicht markieren (in reinen Strategien)
  • 4 klassische Spiele kennen: Gefangenendilemma, Battle of the Sexes, Hirschjagd, Matching Pennies
  • Iterative Eliminierung dominierter Strategien anwenden

Klassische Klausurfrage: "Bestimme alle Nash-Gleichgewichte in reinen Strategien" + "Existiert eine dominante Strategie?"

Die Auszahlungsmatrix

Die Auszahlungsmatrix zeigt für jede Strategie-Kombination den Gewinn beider Spieler. Spieler 1 wählt Zeile, Spieler 2 wählt Spalte.

Lese-Konvention: in jeder Zelle steht ein Paar (π₁, π₂), erste Zahl = Auszahlung Spieler 1, zweite Zahl = Auszahlung Spieler 2.

Spieler 2: LSpieler 2: R
Spieler 1: O(π₁^(OL), π₂^(OL))(π₁^(OR), π₂^(OR))
Spieler 1: U(π₁^(UL), π₂^(UL))(π₁^(UR), π₂^(UR))

Annahmen (für die Standardanalyse):

  • Beide Spieler maximieren ihre eigene Auszahlung (rational)
  • Beide kennen die Matrix (vollständige Information)
  • Beide wählen simultan und unabhängig (kein Verhandeln)

Dominante und dominierte Strategien

Es gibt zwei Stufen, strikt und schwach, und der Unterschied ist klausur-relevant.

Strikt dominante Strategie: Strategie s_i ist für Spieler i in jeder Konstellation strikt besser (>) als jede andere Strategie. Spieler 1 spielt sie immer, ein rationaler Gegner kann sie ausschließen.

Schwach dominante Strategie: in jeder Konstellation mindestens gleich gut (≥), in mindestens einer Konstellation strikt besser (>). Schwächere Aussage, gleichgut-Konstellationen sind theoretisch erlaubt.

Strikt dominierte Strategie: wird in jeder Konstellation von einer anderen strikt übertroffen (<), nie sinnvoll, kann gestrichen werden.

Schwach dominierte Strategie: in jeder Konstellation ≤, in mindestens einer <. Streichen ist hier vorsichtig: schwach dominierte Strategien können in Nash-GGs vorkommen, daher in iterativer Eliminierung nur strikt dominierte zuverlässig streichen.

Klausur-Trick: wenn ein Spieler eine strikt dominante Strategie hat, muss er sie spielen. Strikt dominierte Strategien können aus der Matrix gestrichen werden (iterative Eliminierung). Schwach dominierte Strategien, Vorsicht!

Beispiel, Gefangenendilemma:

Spieler 2: schweigtSpieler 2: gesteht
Spieler 1: schweigt(-1, -1)(-10, 0)
Spieler 1: gesteht(0, -10)(-5, -5)
  • Wenn Spieler 2 schweigt: Spieler 1 wählt zwischen -1 (schweigt) und 0 (gesteht) → gestehen ist besser
  • Wenn Spieler 2 gesteht: Spieler 1 wählt zwischen -10 und -5 → gestehen ist besser
  • "Gestehen" ist also dominant für Spieler 1
  • Symmetrisch für Spieler 2: "gestehen" dominant

Folge: beide gestehen → (-5, -5). Beide hätten besser geschwiegen (-1, -1), aber individueller Anreiz zwingt sie zur schlechteren Lösung. Klassisches Marktversagen ohne Vertrauen.

Beste Antwort und Nash-Gleichgewicht

Beste Antwort BR_i von Spieler i auf eine gegnerische Strategie = die Strategie, die unter dieser Annahme die höchste Auszahlung gibt.

Nash-Gleichgewicht (NGG): Strategie-Profil, in dem kein Spieler einseitig besser fahren kann durch Abweichung. Beide spielen ihre beste Antwort gegenseitig.

So findest du Nash-GGs systematisch (Klausur-Methode):
  1. Spieler 1 fixiert Spalte: für jede Strategie von Spieler 2 die beste Spieler-1-Antwort markieren (Unterstreichen oder Farbe in der Spieler-1-Zahl)
  2. Spieler 2 fixiert Zeile: für jede Strategie von Spieler 1 die beste Spieler-2-Antwort markieren (Spieler-2-Zahl)
  3. Zellen, in denen beide Markierungen zusammenfallen, sind Nash-Gleichgewichte

Anwendung, Gefangenendilemma (Auszahlungen (π₁, π₂), höhere Zahlen sind besser):

L (schweigt)R (gesteht)
O (schweigt)(-1, -1)(-10, 0)
U (gesteht)(underline0, -10)(underline-5, underline-5)

Schritt 1, Spieler 1 markieren (für jede Spalte die größere Spieler-1-Zahl):

  • Bei L: max(-1, 0) = 0 → unterstreiche die 0 in Zelle (U, L)
  • Bei R: max(-10, -5) = -5 → unterstreiche die -5 in Zelle (U, R)

Schritt 2, Spieler 2 markieren (für jede Zeile die größere Spieler-2-Zahl):

  • Bei O: max(-1, 0) = 0 → unterstreiche die 0 in Zelle (O, R)
  • Bei U: max(-10, -5) = -5 → unterstreiche die -5 in Zelle (U, R)

Schritt 3, Schnittpunkte suchen: Zelle (U, R) ist die einzige mit beiden Unterstreichungen. → Nash-GG = (Gestehen, Gestehen) mit Auszahlungen (-5, -5).

Vier Klausur-Klassiker

1. Gefangenendilemma

Beide Spieler haben eine dominante Strategie, die zu einem Pareto-schlechteren Ergebnis führt als die kooperative Lösung.

kooperierenabweichen
kooperieren(R, R)(S, T)
abweichen(T, S)(P, P)

Mit T > R > P > S (klassisch z.B. T=4, R=3, P=2, S=1).

NGG: (abweichen, abweichen), Pareto-suboptimal.

Reale Beispiele:

  • Klimaschutz: alle Länder wollen, dass die anderen reduzieren
  • Werbung-Wettrüsten: beide Konkurrenten zahlen viel Werbung
  • Atomwaffen-Wettrüsten (Kalter Krieg)
  • Steuer-Wettbewerb zwischen Staaten
2. Battle of the Sexes (Koordinationsspiel mit Konflikt)

Zwei Spieler wollen gemeinsam etwas tun, bevorzugen aber unterschiedliche Aktivitäten.

OperFußball
Oper(2, 1)(0, 0)
Fußball(0, 0)(1, 2)

Sie/Er bevorzugen Oper bzw. Fußball, aber gemeinsam ist beiden lieber als alleine.

NGGs in reinen Strategien: (Oper, Oper) und (Fußball, Fußball), zwei Gleichgewichte, Koordinationsproblem.

Lösung in der Praxis: Kommunikation, Tradition, Brennpunkt-Effekt (Schelling).

3. Hirschjagd / Stag Hunt (Vertrauen vs. Sicherheit)

Kooperation bringt mehr, ist aber riskant. Sicheres niedrigeres Ergebnis ist immer verfügbar.

HirschHase
Hirsch(4, 4)(0, 3)
Hase(3, 0)(3, 3)

Beide jagen Hirsch → bester Outcome. Aber wenn der andere Hase wählt, geht der Hirschjäger leer aus.

NGGs: (Hirsch, Hirsch) und (Hase, Hase), eine Pareto-effizient, eine "sichere".

Klassisches Vertrauensproblem. Lösung: Verträge, Reputation, wiederholte Spiele.

4. Matching Pennies (Nullsummenspiel)

Spieler 1 will, dass die Münzen übereinstimmen; Spieler 2 will, dass sie sich unterscheiden.

KopfZahl
Kopf(1, -1)(-1, 1)
Zahl(-1, 1)(1, -1)

Kein NGG in reinen Strategien! Egal welche Strategie-Kombination, einer würde immer abweichen wollen.

NGG nur in gemischten Strategien: beide spielen Kopf/Zahl mit 50/50-Wahrscheinlichkeit.

Beispiele: Strafstoß im Fußball (Schütze vs. Torwart), Auditing (Steuerprüfer vs. Steuerzahler), Innovation (Marktführer vs. Herausforderer).

Iterative Eliminierung dominierter Strategien

Wenn eine Strategie für einen Spieler strikt dominiert ist, würde er sie nie spielen, also kann sie aus der Matrix gestrichen werden. Nach Streichung kann eine vorher nicht dominierte Strategie für den anderen Spieler dominiert werden.

Beispiel:

LMR
O(2, 4)(1, 0)(0, 1)
U(0, 1)(2, 0)(2, 3)

Schritt 1, Spalte M aussortieren: Spieler 2 vergleicht L vs. M. In Zeile O liefert L ihm 4, M nur 0. In Zeile U liefert L ihm 1, M nur 0. In jeder Zeile strikt schlechter → M ist von L strikt dominiert und wird gestrichen.

Reduzierte Matrix:

LR
O(2, 4)(0, 1)
U(0, 1)(2, 3)

Schritt 2, Markier-Methode in der 2 × 2-Matrix:

  • Bei L: Spieler 1's beste Antwort ist O (2 > 0). Bei R: U (2 > 0).
  • Bei O: Spieler 2's beste Antwort ist L (4 > 1). Bei U: R (3 > 1).

Schnittpunkte: (O, L) und (U, R), zwei Nash-Gleichgewichte. Das Spiel hat also mehrere Lösungen, ähnlich Battle of the Sexes oder Hirschjagd.

Klausur-Tricks

Trick 1, Markier-Methode: für jede Strategie des Gegners die eigene beste Antwort unterstreichen. Zellen mit beiden Unterstreichungen = Nash-GGs. Funktioniert immer, ohne komplexes Denken.

Trick 2, Dominante Strategie zuerst suchen: wenn ein Spieler eine dominante Strategie hat, ist die Matrix viel kleiner. Iterative Eliminierung sparert Zeit.

Trick 3, Mehrere NGGs: in Koordinationsspielen (Battle of the Sexes, Hirschjagd) gibt es 2 NGGs in reinen Strategien. Zusätzlich existiert immer noch ein NGG in gemischten Strategien (zwischen 0 und 1).

Trick 4, Kein NGG in reinen Strategien: klassisches Indiz für ein Nullsummen-/Konfliktspiel (Matching Pennies). Dann immer in gemischten Strategien suchen.

Trick 5, Pareto-Effizienz vs. Nash: Gefangenendilemma zeigt: Nash ≠ Pareto-effizient. NGG ist individuell stabil, nicht gesellschaftlich optimal.

Trick 6, Symmetrie nutzen: wenn das Spiel symmetrisch ist (gleiche Auszahlungen für beide Spieler bei spiegelbildlichen Strategien), reicht oft die Analyse einer Seite, die andere folgt symmetrisch.

Trick 7, Wiederholte Spiele können Kooperation ermöglichen: in einmal-gespielten Spielen ist Verrat im klassischen Gefangenendilemma dominant. In unendlich oft wiederholten Spielen mit ausreichend hohem Diskontfaktor δ ist Kooperation eines von vielen Nash-Gleichgewichten (Folk-Theorem), Strategien wie Tit-for-Tat oder Grim-Trigger machen sie selbsttragend. Bei endlich oft wiederholten Spielen mit bekanntem Ende fällt diese Logik per Rückwärtsinduktion zusammen → wieder Verrat.

Wo brauchst du das?

  • Oligopol-Theorie, Cournot, Bertrand, Stackelberg sind alles Spiele
  • Wettbewerbsrecht, Kartellanalyse, Preisabsprachen
  • Verhandlungen, Lohnverhandlungen, Lieferanten-Verträge
  • Politik, Koalitionsbildung, Wahlkampfstrategie, internationale Verhandlungen
  • Auktionen, eBay, Google Ads, Spektrum-Auktionen
  • Evolutionsbiologie, ESS (Evolutionarily Stable Strategies)
  • Kryptographie, Adversarial Models bei Sicherheitsprotokollen
  • AI / Machine Learning, Multi-Agent-Systeme, Reinforcement Learning, GANs

Faustregel zum Mitnehmen: Spieltheorie = die Mathematik, wenn meine Entscheidung davon abhängt, was du tust. Nash-GG ist der Punkt, wo niemand mehr abweichen will. Markier-Methode immer verfügbar, dominante Strategien sparen Zeit.

Teil 2·Visualisierung / Interaktiv

Interaktiv verstehen

Auszahlungsmatrix mit Nash-Highlight

Die 2×2-Matrix zeigt für jede Strategie-Kombination die Auszahlung von Spieler 1 (Zeile) und Spieler 2 (Spalte). Die Komponente:

  • Markiert für jede Spalte die beste Antwort von Spieler 1 (orange Pfeil bei Spieler-1-Wert)
  • Markiert für jede Zeile die beste Antwort von Spieler 2 (Pfeil bei Spieler-2-Wert)
  • Hebt Nash-Gleichgewichte als gefüllte Zellen hervor (beide Pfeile zeigen darauf)

Probier folgendes:

  • Wechsle zwischen den 4 vorgegebenen Klausur-Klassikern (Gefangenendilemma, Battle of the Sexes, Hirschjagd, Matching Pennies)
  • Editiere die Auszahlungen direkt in den Zellen, beobachte, wie sich Nash-GGs verschieben
  • Bei Matching Pennies sollte kein NGG in reinen Strategien angezeigt werden

Interaktive Visualisierung

Spieltheorie-Matrix mit Auszahlungen, dominanten Strategien und Nash-Gleichgewicht.

Faustregel zum Mitnehmen: Wenn beide Pfeile (Spieler-1 und Spieler-2) auf dieselbe Zelle zeigen → das ist ein Nash-Gleichgewicht. Bei Matching Pennies zeigen die Pfeile im Kreis → kein NGG in reinen Strategien, nur in gemischten Strategien.

Teil 3·Quiz / Klausurfragen

Praxis-Übung

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Was ist eine dominante Strategie?

Antwort: Eine Strategie, die in jeder Situation die höchste Auszahlung gibt, egal was der andere macht

Erklärung: Dominante Strategie = beste Antwort egal was der Gegenspieler tut. Wenn ein Spieler eine dominante Strategie hat, muss er sie spielen. Beispiel: 'Gestehen' im Gefangenendilemma, egal ob der andere schweigt oder gesteht, gestehen liefert immer die höhere Auszahlung.

F2.Im Gefangenendilemma gilt:

Antwort: Beide abweichen ist Nash-Gleichgewicht, und Pareto-suboptimal

Erklärung: Im Gefangenendilemma haben beide Spieler die dominante Strategie 'abweichen'. Ergebnis: (abweichen, abweichen) ist Nash-GG, aber Pareto-suboptimal, beide hätten bei (kooperieren, kooperieren) mehr. Klassisches Marktversagen ohne Vertrauen.

F3.Bei welchem Spiel-Klassiker existieren zwei Nash-Gleichgewichte in reinen Strategien?

Antwort: Battle of the Sexes

Erklärung: Battle of the Sexes ist ein Koordinationsspiel mit zwei NGGs: (Oper, Oper) und (Fußball, Fußball). Beide bevorzugen Gemeinsamkeit über getrennt, aber unterschiedliche Aktivitäten. Klassische Lösung: Kommunikation oder Brennpunkt-Effekt.

F4.Was ist das Nash-Gleichgewicht?

Antwort: Eine Strategie-Kombination, bei der kein Spieler einseitig besser fahren kann durch Abweichung

Erklärung: Nash-GG: jeder Spieler spielt seine beste Antwort auf die Strategien der anderen, niemand kann durch einseitige Abweichung mehr gewinnen. Nicht zwingend Pareto-effizient (siehe Gefangenendilemma) und nicht zwingend symmetrisch.

F5.Spieler 1 hat folgende Auszahlungen: bei (O, L) = 3, bei (U, L) = 5, bei (O, R) = 2, bei (U, R) = 4. Welche Aussage ist korrekt?

Antwort: `U` dominiert `O` strikt

Erklärung: Bei L: U liefert 5 > 3 = O. Bei R: U liefert 4 > 2 = O. U ist in beiden Fällen besser → U dominiert O strikt. Spieler 1 wird also immer U spielen.

F6.Bei Matching Pennies (Nullsummenspiel) gibt es...

Antwort: ...kein Nash-Gleichgewicht in reinen Strategien, nur in gemischten Strategien (50/50)

Erklärung: Matching Pennies hat kein NGG in reinen Strategien, egal welche Kombination, einer will immer abweichen. Gleichgewicht nur in gemischten Strategien: beide spielen Kopf/Zahl mit Wahrscheinlichkeit 50/50, sodass der Gegner indifferent ist. Reale Beispiele: Strafstoß, Auditing.

Teil 4·Quiz / Klausurfragen

Klausur-Quiz

Klausurfragen mit Lösungen (6)

F1.Wieviele Nash-Gleichgewichte in reinen Strategien gibt es im Hirschjagd-Spiel (Stag Hunt)?

Antwort: 2

Erklärung: Stag Hunt: zwei NGGs in reinen Strategien, (Hirsch, Hirsch) ist Pareto-effizient (4,4), (Hase, Hase) ist sicher (3,3). Klassisches Vertrauensproblem. Zusätzlich existiert ein NGG in gemischten Strategien.

Typ: Zahlen-Eingabe

F2.Spieler 1 wählt zwischen O und U, Spieler 2 zwischen L und R. Auszahlungen: (O,L)=(3,3), (O,R)=(0,4), (U,L)=(4,0), (U,R)=(1,1). Was ist das Nash-Gleichgewicht in reinen Strategien?

Antwort: `(U, R)`

Erklärung: Markier-Methode: bei L wählt S1 max(3, 4)=4 → U; bei R wählt S1 max(0, 1)=1 → U. Bei O wählt S2 max(3, 4)=4 → R; bei U wählt S2 max(0, 1)=1 → R. Schnitt: (U, R). Trotz dass (O, L)=(3, 3) Pareto-besser wäre, klassisches Gefangenendilemma-Pattern.

F3.Eine Strategie heißt strikt dominiert, wenn...

Antwort: ...sie in jeder Situation strikt schlechter ist als eine andere Strategie

Erklärung: Strikt dominiert: in JEDER Situation strikt schlechter (also strict <). Ein rationaler Spieler wird sie nie wählen, daher kann sie aus der Matrix gestrichen werden (iterative Eliminierung). Wichtig: nur 'schwach dominiert' (≤ in jeder, < in mind. einer) reicht nicht für Streichung.

F4.In einem Cournot-Duopol mit Mengenwettbewerb ist das Nash-Gleichgewicht charakterisiert durch:

Antwort: Beide Anbieter spielen ihre beste Antwort auf die erwartete Menge des anderen, Schnittpunkt der Reaktionsfunktionen

Erklärung: Cournot-Nash-GG: beide setzen ihre beste Antwort auf die Mengen-Erwartung des anderen, Schnittpunkt der Reaktionsfunktionen. Bei symmetrischen linearen Nachfragen mit P = a − bQ und MC = c: q_i* = (a − c)/(3b). Ergebnis liegt zwischen Monopol- und Konkurrenz-Menge.

F5.Welcher Klausur-Klassiker passt am besten zu Klimaschutz?

Antwort: Gefangenendilemma, alle wollen, dass die anderen reduzieren, sich selbst aber nicht festlegen

Erklärung: Klimaschutz = Gefangenendilemma im globalen Maßstab. Reduktion ist kostspielig für jedes Land, der Nutzen verteilt sich global. Dominante Strategie: nicht reduzieren. Pareto-Optimum: alle reduzieren. Realität: Vertragswerke (Pariser Abkommen) versuchen das DGG zu durchbrechen über bindende Verpflichtungen + Sanktionen.

F6.Das wiederholte Gefangenendilemma mit unbekanntem Ende ermöglicht oft Kooperation, weil...

Antwort: ...Spieler durch Reputation und Sanktionen (z.B. Tit-for-Tat) zur Kooperation gezwungen werden, Verrat heute = Verrat morgen

Erklärung: Folk-Theorem: in unendlich oft wiederholten Spielen mit ausreichend hohem Diskontfaktor sind viele Auszahlungen erreichbar, inkl. Kooperation. Tit-for-Tat: kooperiere zuerst, dann mache, was der Gegner zuletzt gemacht hat. Robert Axelrod hat das experimentell gezeigt, Reputation und Vergeltung lösen das einmalige Gefangenendilemma.

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