Vier Klausur-Klassiker
1. Gefangenendilemma
Beide Spieler haben eine dominante Strategie, die zu einem Pareto-schlechteren Ergebnis führt als die kooperative Lösung.
| kooperieren | abweichen |
|---|
| kooperieren | (R, R) | (S, T) |
| abweichen | (T, S) | (P, P) |
Mit T > R > P > S (klassisch z.B. T=4, R=3, P=2, S=1).
NGG: (abweichen, abweichen) — Pareto-suboptimal.
Reale Beispiele:
- Klimaschutz: alle Länder wollen, dass die anderen reduzieren
- Werbung-Wettrüsten: beide Konkurrenten zahlen viel Werbung
- Atomwaffen-Wettrüsten (Kalter Krieg)
- Steuer-Wettbewerb zwischen Staaten
2. Battle of the Sexes (Koordinationsspiel mit Konflikt)
Zwei Spieler wollen gemeinsam etwas tun, bevorzugen aber unterschiedliche Aktivitäten.
| Oper | Fußball |
|---|
| Oper | (2, 1) | (0, 0) |
| Fußball | (0, 0) | (1, 2) |
Sie/Er bevorzugen Oper bzw. Fußball, aber gemeinsam ist beiden lieber als alleine.
NGGs in reinen Strategien: (Oper, Oper) und (Fußball, Fußball) — zwei Gleichgewichte, Koordinationsproblem.
Lösung in der Praxis: Kommunikation, Tradition, Brennpunkt-Effekt (Schelling).
3. Hirschjagd / Stag Hunt (Vertrauen vs. Sicherheit)
Kooperation bringt mehr, ist aber riskant. Sicheres niedrigeres Ergebnis ist immer verfügbar.
| Hirsch | Hase |
|---|
| Hirsch | (4, 4) | (0, 3) |
| Hase | (3, 0) | (3, 3) |
Beide jagen Hirsch → bester Outcome. Aber wenn der andere Hase wählt, geht der Hirschjäger leer aus.
NGGs: (Hirsch, Hirsch) und (Hase, Hase) — eine Pareto-effizient, eine "sichere".
Klassisches Vertrauensproblem. Lösung: Verträge, Reputation, wiederholte Spiele.
4. Matching Pennies (Nullsummenspiel)
Spieler 1 will, dass die Münzen übereinstimmen; Spieler 2 will, dass sie sich unterscheiden.
| Kopf | Zahl |
|---|
| Kopf | (1, -1) | (-1, 1) |
| Zahl | (-1, 1) | (1, -1) |
Kein NGG in reinen Strategien! Egal welche Strategie-Kombination — einer würde immer abweichen wollen.
NGG nur in gemischten Strategien: beide spielen Kopf/Zahl mit 50/50-Wahrscheinlichkeit.
Beispiele: Strafstoß im Fußball (Schütze vs. Torwart), Auditing (Steuerprüfer vs. Steuerzahler), Innovation (Marktführer vs. Herausforderer).
Iterative Eliminierung dominierter Strategien
Wenn eine Strategie für einen Spieler strikt dominiert ist, würde er sie nie spielen — also kann sie aus der Matrix gestrichen werden. Nach Streichung kann eine vorher nicht dominierte Strategie für den anderen Spieler dominiert werden.
Beispiel:
| L | M | R |
|---|
O | (2, 4) | (1, 0) | (0, 1) |
U | (0, 1) | (2, 0) | (2, 3) |
Spieler 2: M wird durch L dominiert in beiden Zeilen (4 > 0 und 1 > 0 — wait, 0 = 0. Genauer: bei O ist L mit 4 > 0 = M, bei U ist L mit 1 > 0 = M). Also M streichen.
Reduzierte Matrix:
| L | R |
|---|
O | (2, 4) | (0, 1) |
U | (0, 1) | (2, 3) |
Jetzt für Spieler 1: O vs. U — keine Dominanz (kommt auf Spalte an). Suche NGG mit Markier-Methode.
Bei L: Spieler 1's beste Antwort ist O (2>0). Bei R: U (2>0).
Bei O: Spieler 2's beste Antwort ist L (4>1). Bei U: R (3>1).
Schnittpunkte: (O, L) und (U, R) — zwei Nash-Gleichgewichte.