Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) folgt einem Drei-Stufen-Modell: Kostenarten (was?) → Kostenstellen (wo?) → Kostenträger (wofür?). Pflichtthema in BWL, WI und WiIng, der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist der Klausur-Klassiker dazu.
Was du in der Klausur können musst:
Kostenarten klassifizieren: nach Verbrauchsart (Material, Personal, Abschreibungen), Verrechnungsart (Einzelkosten vs. Gemeinkosten) und Verhalten (fix vs. variabel)
BAB lesen + füllen: Verteilungsschlüssel anwenden, Spalten- und Zeilensummen bilden
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (IBLV): Hilfskostenstellen auf Hauptkostenstellen umlegen (Anbau-, Stufenleiter-, Gleichungsverfahren)
Kostenträger ableiten: aus Hauptkostenstellen-Belastung pro Stück oder pro Auftrag
In Klausuren oft gefragt: "Verteile die Gemeinkosten laut BAB", "Welche Hauptkostenstelle ist Energie-intensiv?", "Berechne die Selbstkosten pro Stück". Plus Konzeptfragen: warum Hilfsstellen?
Welche Arten von Kosten fallen überhaupt an? Klassifikation nach mehreren Achsen.
Nach Verbrauchsart:
Materialkosten (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe)
Personalkosten (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben)
Abschreibungen (Anlagen-Werteverzehr)
Kalkulatorische Kosten: kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Zinsen auf das betriebsnotwendige Kapital (nicht nur Eigenkapital), kalkulatorische Miete, kalkulatorische Wagnisse, kalkulatorische Abschreibungen
Verteilungs-Schlüssel sind die Klausur-Pflicht. Beispiele:
Energie auf Stellen: nach kWh-Verbrauch
Mieten: nach m² Fläche je Stelle
Personalkosten: direkt (Lohnzettel) oder nach Stellenbesetzung
Abschreibungen: nach Buchwert der dort genutzten Anlagen
Wofür sind die Kosten? Die Kostenträger sind die Produkte/Aufträge, die die Kosten "verursacht" haben. Selbstkosten setzen sich klassisch in zwei Stufen zusammen:
Wichtig:Verwaltung gehört in die Selbstkosten, sie geht aber nicht in die Herstellkosten (relevant z.B. für die HGB-Bilanz-Bewertung). Die Verrechnung von Hauptkostenstellen auf Kostenträger erfolgt über Zuschlagsätze (siehe Topic Divisions-/Zuschlagskalkulation):
MGK-Zuschlag=MEKMGK⋅100%
FGK-Zuschlag=FEKFGK⋅100%
VwGK-Zuschlag=HKVwGK⋅100%
VtGK-Zuschlag=HK (oder HK des Umsatzes)VtGK⋅100%
Hilfsstellen geben Leistung an andere Stellen ab (Strom, Reparaturen). Bevor wir die Hauptstellen kalkulieren können, müssen Hilfsstellen umgelegt werden.
Drei Verfahren:
Anbauverfahren, Hilfsstellen-Kosten direkt nur auf Hauptstellen verteilt (ignoriert gegenseitige Hilfeleistungen). Einfach, aber ungenau.
Stufenleiter-Verfahren, sequentiell: Hilfsstelle 1 wird verteilt, dann Hilfsstelle 2 (mit anteilig zugeschlagenen Kosten von Stelle 1). Klausur-Klassiker.
Gleichungs-Verfahren, gegenseitige Verflechtung als lineares Gleichungssystem. Mathematisch genau, aufwendig.
Reihenfolge meist in der Aufgabe vorgegeben. Falls nicht: nach Leistungsbeziehungen ordnen, vorgelagerte Hilfsstelle zuerst. Achtung: Stufenleiter berücksichtigt Hilfsstellen-Leistungen nur einseitig/sequentiell, gegenseitige Verflechtungen vollständig nur im Gleichungsverfahren.
"Selbstkosten/Stück"
Einproduktfall: Σ Gemeinkosten ÷ Stückzahl + Einzelkosten/Stück. Mehrproduktfall: Gemeinkosten über Zuschlagssätze (MGK/FGK/VwGK/VtGK) auf jeden Kostenträger umlegen.
Faustregel zum Mitnehmen: der BAB ist eine 2D-Tabelle, Zeilen = Kostenarten, Spalten = Kostenstellen. Schlüssel sind in Prozent angegeben, du multiplizierst pro Zelle. Die Zeilensumme ist die Kostenart-Summe (= Gesamt), die Spaltensumme ist die Belastung der Kostenstelle.
Ein realistisches Beispiel mit 5 Kostenarten und 4 Hauptkostenstellen. Klick auf einzelne Zellen siehst du die Berechnung. Ein Slider verstellt den Energie-Anteil der Fertigung, beobachte wie sich die Spaltensumme von Fertigung verschiebt.
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Beobachte: wenn die Fertigung Energie-intensiver wird (Slider hoch), steigt ihre Spaltensumme stark an. Material/Vertrieb/Verwaltung bekommen anteilig weniger. Klausur-Klassiker: "Bei welchem Energie-Schlüssel sind Material und Fertigung gleich belastet?"
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Teil 1·Erklärung
Erklärung
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) folgt einem Drei-Stufen-Modell: Kostenarten (was?) → Kostenstellen (wo?) → Kostenträger (wofür?). Pflichtthema in BWL, WI und WiIng, der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist der Klausur-Klassiker dazu.
Was du in der Klausur können musst:
Kostenarten klassifizieren: nach Verbrauchsart (Material, Personal, Abschreibungen), Verrechnungsart (Einzelkosten vs. Gemeinkosten) und Verhalten (fix vs. variabel)
BAB lesen + füllen: Verteilungsschlüssel anwenden, Spalten- und Zeilensummen bilden
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (IBLV): Hilfskostenstellen auf Hauptkostenstellen umlegen (Anbau-, Stufenleiter-, Gleichungsverfahren)
Kostenträger ableiten: aus Hauptkostenstellen-Belastung pro Stück oder pro Auftrag
In Klausuren oft gefragt: "Verteile die Gemeinkosten laut BAB", "Welche Hauptkostenstelle ist Energie-intensiv?", "Berechne die Selbstkosten pro Stück". Plus Konzeptfragen: warum Hilfsstellen?
Stufe 1, Kostenartenrechnung
Welche Arten von Kosten fallen überhaupt an? Klassifikation nach mehreren Achsen.
Nach Verbrauchsart:
Materialkosten (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe)
Personalkosten (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben)
Abschreibungen (Anlagen-Werteverzehr)
Kalkulatorische Kosten: kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Zinsen auf das betriebsnotwendige Kapital (nicht nur Eigenkapital), kalkulatorische Miete, kalkulatorische Wagnisse, kalkulatorische Abschreibungen
Teil 2·Visualisierung / Interaktiv
Interaktiv verstehen
Interaktiver BAB
Ein realistisches Beispiel mit 5 Kostenarten und 4 Hauptkostenstellen. Klick auf einzelne Zellen siehst du die Berechnung. Ein Slider verstellt den Energie-Anteil der Fertigung, beobachte wie sich die Spaltensumme von Fertigung verschiebt.
Interaktive Visualisierung
Interaktive Komponente: probiere sie im Topic-Player oben aus.
Beobachte: wenn die Fertigung Energie-intensiver wird (Slider hoch), steigt ihre Spaltensumme stark an. Material/Vertrieb/Verwaltung bekommen anteilig weniger. Klausur-Klassiker: "Bei welchem Energie-Schlüssel sind Material und Fertigung gleich belastet?"
Teil 3·Quiz / Klausurfragen
Praxis-Übung
Praxis-Übung, BAB-Berechnungen
Klausur-typische Konstellationen rund um Kostenarten/-stellen.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
F1.Energie-Gesamtkosten 12.000 €, Fertigung erhält 65 % laut BAB. Wieviel € entfallen auf Fertigung?
Antwort: 7800 €
Erklärung: 12.000 · 65 % = 12.000 · 0,65 = 7.800 €. Verteilung über Schlüssel-Prozent ist KLR-Pflicht-Mechanik.
Typ: Zahlen-Eingabe
F2.Welcher Begriff beschreibt Kosten, die direkt einem Produkt zurechenbar sind?
Antwort: Einzelkosten
Erklärung: Einzelkosten sind direkt zurechenbar (z.B. Material laut Stückliste). Gemeinkosten entstehen für mehrere Produkte gemeinsam und brauchen den BAB-Verteilungs-Schritt.
F3.Reparatur-Hilfsstelle 8.000 €, gibt 30 % an Energie-Hilfsstelle ab. Restliche 70 % gehen auf Hauptstellen. Wie hoch ist der zusätzliche Betrag, den die Energie-Hilfsstelle von der Reparatur-Hilfsstelle erhält?
Antwort: 2400 €
Erklärung: 30 % von 8.000 € = 2.400 €. Bei der Stufenleiter-IBLV wird das den primären Energie-Kosten zugeschlagen, die Gesamtbelastung der Energie-Stelle hängt zusätzlich von ihren eigenen primären Kosten ab.
Teil 4·Quiz / Klausurfragen
Klausur-Quiz
Klausur-Quiz, Kostenarten & BAB
Sechs Fragen zur Drei-Stufen-Mechanik der KLR.
Klausurfragen mit Lösungen (6)
F1.Was ist der primäre Zweck eines Betriebsabrechnungsbogens (BAB)?
Antwort: Gemeinkosten auf Kostenstellen zu verteilen
Erklärung: BAB = Verteilungs-Tabelle der Gemeinkosten auf Kostenstellen. Einzelkosten brauchen den BAB nicht (sind direkt zurechenbar), Bilanz/Steuer sind externes Rechnungswesen.
F2.Welche Reihenfolge entspricht dem KLR-Drei-Stufen-Modell?
F3.Hilfskostenstellen verrechnen ihre Kosten direkt auf Kostenträger.
Antwort: Falsch
Erklärung: Falsch. Hilfsstellen (Energie, Reparatur) geben ihre Kosten an Hauptstellen ab (innerbetriebliche Leistungsverrechnung). Erst Hauptstellen verrechnen auf Kostenträger.
Verteilungs-Schlüssel sind die Klausur-Pflicht. Beispiele:
Energie auf Stellen: nach kWh-Verbrauch
Mieten: nach m² Fläche je Stelle
Personalkosten: direkt (Lohnzettel) oder nach Stellenbesetzung
Abschreibungen: nach Buchwert der dort genutzten Anlagen
Stufe 3, Kostenträgerrechnung
Wofür sind die Kosten? Die Kostenträger sind die Produkte/Aufträge, die die Kosten "verursacht" haben. Selbstkosten setzen sich klassisch in zwei Stufen zusammen:
Wichtig:Verwaltung gehört in die Selbstkosten, sie geht aber nicht in die Herstellkosten (relevant z.B. für die HGB-Bilanz-Bewertung). Die Verrechnung von Hauptkostenstellen auf Kostenträger erfolgt über Zuschlagsätze (siehe Topic Divisions-/Zuschlagskalkulation):
MGK-Zuschlag = MGK/MEK · 100 \%
FGK-Zuschlag = FGK/FEK · 100 \%
VwGK-Zuschlag = VwGK/HK · 100 \%
VtGK-Zuschlag = VtGK/(HK (oder HK des Umsatzes)) · 100 \%
Hilfsstellen geben Leistung an andere Stellen ab (Strom, Reparaturen). Bevor wir die Hauptstellen kalkulieren können, müssen Hilfsstellen umgelegt werden.
Drei Verfahren:
Anbauverfahren, Hilfsstellen-Kosten direkt nur auf Hauptstellen verteilt (ignoriert gegenseitige Hilfeleistungen). Einfach, aber ungenau.
Stufenleiter-Verfahren, sequentiell: Hilfsstelle 1 wird verteilt, dann Hilfsstelle 2 (mit anteilig zugeschlagenen Kosten von Stelle 1). Klausur-Klassiker.
Gleichungs-Verfahren, gegenseitige Verflechtung als lineares Gleichungssystem. Mathematisch genau, aufwendig.
Reihenfolge meist in der Aufgabe vorgegeben. Falls nicht: nach Leistungsbeziehungen ordnen, vorgelagerte Hilfsstelle zuerst. Achtung: Stufenleiter berücksichtigt Hilfsstellen-Leistungen nur einseitig/sequentiell, gegenseitige Verflechtungen vollständig nur im Gleichungsverfahren.
"Selbstkosten/Stück"
Einproduktfall: Σ Gemeinkosten ÷ Stückzahl + Einzelkosten/Stück. Mehrproduktfall: Gemeinkosten über Zuschlagssätze (MGK/FGK/VwGK/VtGK) auf jeden Kostenträger umlegen.
Faustregel zum Mitnehmen: der BAB ist eine 2D-Tabelle, Zeilen = Kostenarten, Spalten = Kostenstellen. Schlüssel sind in Prozent angegeben, du multiplizierst pro Zelle. Die Zeilensumme ist die Kostenart-Summe (= Gesamt), die Spaltensumme ist die Belastung der Kostenstelle.
Typ: Zahlen-Eingabe
F4.Welche der folgenden Stellen sind typische Hauptkostenstellen (mehrere richtig)?
Erklärung: Hauptkostenstellen verrechnen direkt zum Kostenträger: Material, Fertigung, Vertrieb, Verwaltung. Energie und Reparatur sind Hilfsstellen, sie geben Leistung an andere Stellen ab.
Typ: Multi-Select
F5.BAB-Spaltensumme Fertigung 55.000 €. Die Fertigungs-Einzelkosten betragen 220.000 €. Wie hoch ist der Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlag in Prozent?
Antwort: 25 % (Toleranz ±0.5)
Erklärung: Zuschlagsatz = GK / EK · 100 = 55.000 / 220.000 · 100 = 25 %. Diese Quote wird auf jeden Fertigungsauftrag angewandt: für jeden 1 € Lohn fallen 0,25 € Fertigungs-Gemeinkosten an.
Typ: Zahlen-Eingabe
F6.Energie-Stelle 10.000 € (primär), bekommt 1.500 € von Reparatur via Stufenleiter. Davon gehen 60 % an Fertigung. Wie viel Energie wird der Fertigung belastet?
F4.Welcher Verteilungs-Schlüssel passt am besten für Mietkosten auf Kostenstellen?
Antwort: Genutzte Quadratmeter (m²) pro Stelle
Erklärung: Mieten werden nach Flächenverbrauch (m²) verteilt, die Stelle, die mehr Fläche nutzt, trägt mehr Miete. m² als Bezugsgröße ist KLR-Standard für Raumkosten.
F5.Warum ist das Stufenleiter-Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung dem Anbauverfahren überlegen?
Antwort: Es berücksichtigt gegenseitige Leistungen zwischen Hilfsstellen teilweise
Erklärung: Stufenleiter berücksichtigt sequentiell: Hilfsstelle A wird verteilt, dann Hilfsstelle B (inklusive der A-Anteile). Das Anbauverfahren ignoriert solche Verflechtungen ganz. Vollständig genau ist nur das Gleichungsverfahren.
F6.Materialgemeinkosten = 30.000 €, Material-Einzelkosten = 150.000 €. Wie hoch ist der MGK-Zuschlagssatz?
Antwort: 20 % (Toleranz ±0.5)
Erklärung: MGK-Zuschlag = MGK / MEK · 100 = 30.000 / 150.000 · 100 = 20 %. Auf jeden Material-Einzelkosten-Euro kommen 20 Cent Material-Gemeinkosten dazu, Klausur-Standard zur Selbstkosten-Kalkulation.